Luise Zietz

Arbeiterin, Politikerin, aktiv in der proletarischen Frauenbewegung

Luise Zietz wurde 1865 als Tochter eines Wollwirkers in Bargteheide geboren. Bereits als Kind musste sie in der Heimweberei ihres Vaters mitarbeiten, als Jugendliche war sie als Dienstmädchen und Fabrikarbeiterin tätig. Später machte sie eine Ausbildung zur Kindergärtnerin am Fröbelseminar.

1886-1910 war sie mit dem Hafenarbeiter Karl Zietz verheiratet und kam durch ihn in Kontakt mit der SPD. Sie engagierte sich in der proletarischen Frauenbewegung, war Rednerin bei SPD-Veranstaltungen sowie Verfasserin von Agitationsschriften an Frauen und junge Mädchen und von Studien zur Lebenssituation von Arbeiterinnen.

1908 konnte sie nach der Änderung des Vereinsrechts, das auch Frauen den Beitritt zu politischen Parteien erlaubte, offiziell der SPD beitreten und wurde in den Parteivorstand gewählt, in dem sie 1909-1917 Sekretärin für Frauenfragen war.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wirkte sie aktiv an der Eingliederung der Sozialdemokratinnen in die Kriegshilfe mit und arbeitete dabei auch mit der bürgerlichen Frauenbewegung zusammen. Im weiteren Verlauf war sie jedoch zunehmend kritisch gegenüber dem Krieg und der Politik der SPD eingestellt. 1917 war sie Mitbegründerin der USPD, als deren Abgeordnete sie 1919 in den Reichstag gewählt wurde.

1922 starb Luise Zietz in Berlin an einem Herzinfarkt.

Weitere Informationen und Literaturhinweise:

Cornelia Wenzel (2022): Luise Zietz, in: Digitales Deutsches Frauenarchiv (https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/akteurinnen/luise-zietz)

Werke von Luise Zietz im Book Club: