Naturgeschichte der Säugethiere in Bildern, treu theils nach der Natur, theils nach den ausgezeichnetsten zoologischen Bildersammlungen gezeichnet, fein und getreu colorirt zum Anschauungsunterricht für die Jugend in Schulen und Familien nach der Anordnung des allgemein bekannten und beliebten Lehrbuchs der Naturgeschichte für Schulen von Dr. G. H. v. Schubert, Geheimer Hofrath und Professor in München. Außerdem zu jedem Lehrbuche der Naturgeschichte passend, mit erklärendem Terte in deutscher und französischer Sprache. Stuttgart und Eßlingen. Verlag v. Schreiber u. Schill Säugethiere. Tafel I. Affen. I Der Orang-Outang (Simia). Diese Affenart hat weder Schwanz, nach Balkentaschen, noch Gesäßschwielen, in ihrer Leibesaestalt die meiste Aehnlichkcit mit dem Menschen und lebt in den beißesten Gegenden Asiens und seinen südlichen Inseln so wie in Afrika. a) Der Schimpanse (S. troglodyles) hat schwarze oder braune Haare die Arme reichen bis ans Knie, lange Haare bedecken dünn den Körper. Die Backen sind auch behaart, der Bauch und die Hinterbacken aber unbehaart, letztere nicht schwielig. Jung sind diese Thiere 2 bis 3 Fuß lang, im Alter aber können sie eine Länge von 5 Fuß erreichen. Sie lassen sich zu allerhand Kunst stücken abrichtcn und leben gesellschaftlich in den Wäldern des innern Afrika's, namentlich von Angola und Kongo. b) Der asiatische Orang-Outang (8. Satyrus) unterscheidet sich vom vorigen durch lange rothbraune Haare und längere Arme. Ein Theil des Gesichts ist unbehaart; die Hinterbacken wie beim Schimpanse. Die nach Europa gebrachten Orang-Outange waren lauter junge, noch nicht erwachsene Thiere von höchstens 3'/ 2 S- Länge, possirlich, sanft und gelehrig. Bei uns gehen sie bald darauf. Im wilden Zustands leben sie truppenweise in Wäldern von Südasien, namentlich i» Malakka und auf der Insel Borneo. II. Der Gibbon (8. hylobates). Diese Affen haben anch keinen Schwanz und keine Backentaschen, und die Arme reichen bis auf die Erde. Auch diese Thiere haben noch Menschenähnlichkeit. c ) Der langarmige Gibbon (8iii>. Lar). Dunkelbraun. d) Der Siamang (Hylobates syndaclilus). Dunkelschwarz 37 2 Fuß lang. Diese Affen leben auf Sumatra in großen Schaarcn und erheben bei Sonnen-Aus- und Untergang ein ensetzlicheS, mei lenweit hörbares Geschrei. Langsam und unbeholfen tlettern sie und springen ungeschickt. Tafel II. l) Der Magot oder sogenannte gemeine Affe (Inuus ecaudatns) hat keinen eigentlichen Schwanz, sondern nur einen häutigen An hang. Er ist grünlich braun und Nordafrika seine Heimath. Zu uns bringen ihn häufig die Bärenführer und Kameeltreiber. Die Meerkatzenaffen (Cercopilhecus) haben einen Schwanz und Backcntaschen. Zu dieser Gattung gehören die meisten Assen der altchi Welt (Ostindien, Afrika). Sie leben in großen Gesell schaften;, sind gewöhnlich schnell und gewandt, und plündern gerne die Gärten. Der bekannteste ist: l Der grüne Affe aus Afrika (6, sabaeus). Der Rücken graulich-olivengrün, Bauch weißlich, Gesicht schwarz. Lebt heerdenweisc ins den» Bäume,.' und wird nicht selten zu uns gebracht. • j'.h-noccphalus). Hat eine langhervorragende Sumar.. ^ - u st'.-ckte Kopf gleicht dem Hundekopfe. Die Gefäßfchwwkn sind groß und meist bunt gefärbt. Die Backentafchen sehr geräumig. Der Schwanz bald kurz, bald lang. Der Pavian ist ein iüberaus boshafter und vermöge seiner außerordentlichen Stärke -den Menschen gefährlicher Affe. Jung kann er einiger maßen gezähmt werden, aber im Alter ist er nicht mehr zu regie ren. Diese Affen leben in Asien und Afrika truppenweise beisammen und nähren sich von Früchten, Wurzeln, Blättern und Eiern. Mit großer Vorsicht plündern sie die Obstgärten, d) Der Mandrill (Cynocephalus Mornion) ist kurzschwänzig. Die Eckzähne sind sehr lang. Rase und Gesäßschwielen schön roth. Die Haare lang und grob, das Gesicht schön blau und gefaltet. Der Mandrill wird 4 Fuß lang, wohnt in Guinea und ist ein wildes tückisches Thier. Die Arten der Sapajous (Cebus) sind ohne Backentaschen und Gesäßschwielen ; der Schwanz einrollbar, aber gänzlich behaart. Ihre Heimath ist Amerika, wo sic in ganze» Heerden beisammen wohnen. Sie sind nicht so groß, wie die Affen der alten Welt, und meist von milderem Charakter, a) Der braune Sapajou (Cebus Apella). Ein kleines artiges Thier. Mit seinem Wickelschwanze verrichtet er überaus kräftige und geschickte Bewegungen. c) Der schwarze Brüllaffe oder Waldteufel (Slenlor Beelzebub oder Pithecia Salanas) schwarz, mit buschigem Barte, bewohnt schaarenweise Brasilien. Man hört ihn Nachts im Walde zuerst einzeln mit dumpfer Stimme brüllen; es dauert aber nicht lange, so stimmt die ganze Gesellschaft ein und fängt auch laut zu brül len an. Tafel III. a) Der bärenartige Brüllaffe (Mycetes ursinus). Haare lang und röthlich. Gesicht schwarzblau, unten mit langem Barte. Einer der gemeinsten Assen in Südamerika, so daß man oft vierzig auf einem Baume sieht. Die Männchen vollführen zu allen Tageszeiten mit ifyvev lauten trommelnden Stimme ein fürchterliches Gebrüll. b) Der Winselaffe oder Kapuzineraffe (Leims capucinus). Braun, ändert sehr in Behaarung, so wie in der Färbung und ist gemein. v) Das Sachoinchen oder Titi, Eichhornäffchen (Callilhrix sciurea). Olivcngrau; Mund und Schnauze schwärzlich, Vorder arme und Füße rostfarben. Dieß niedliche Aeffchen ist nicht viel größer als ein Eichhörnchen, ein lebhaftes und sanftes Thier, das in Südamerika oft vorkommt und seines angenehmen Wesens wegen öfters in Häusern gehalten wird. In der Ruhe wickelt das Thier den Schwanz um den Hals. 6) Das Löwenäffchen (Hapale rosalia) goldgelb/ am Kopf mit langer Mähne. Ein sehr nettes Thierchen. c) Der Maki (Lemur). Schnauze spitzig/ fnchsartig. Schwanz behaart und länger als der Leib. Die Makis find muntere/ schnelle Thiere/ die sich auf Bäumen aufhalten und nur auf Madagascar Vorkommen, wo sie die Stelle der eigentlichen Affen vertreten. Sie nähren sich hauptsächlich von Früchten. (L. albifrons). Tafel IV. Fledermäuse. Zwischen den langen Fingern der Vorderfüße und den Hinter füßen ist eine dünne, kahle Haut ausgespannt. Vermöge ihrer Flug haut können die Fledermäuse so geschickt und schnell wie ein Vogel stiegen, dagegen ist das Gehen für sie sehr beschwerlich. Um aus zuruhen, hängen sie sich mit den Hinterfüßen oder dem Daumen fest und schlagen die Flughaut um sich herum. Sie sind meist nächtliche Thiere, die sich des Tages in Löcher» verstecken und erst in der Däm merung zum Vorschein kommen. In den kälter« Ländern halten sie in Klüften und Höhlen gesellschaftlich einen Winterschlaf, indem sie sich an den Hinterfüßen aufhängen und in die Flughaut einwickeln, doch wachen sie in wärmeren Tagen auf und fliegen herum, erstarren aber bei eintretender Kälte wieder. Die Fledermäuse halten sich zwar gesellig beisamnien, doch beißen sie sich oft untereinander und sind überhaupt zänkischer Natur. Die europäischen nähren sich von In sekten, die sie im Fluge wegfangen, einige ausländische saugen auch Blut, und noch andere genießen Früchte und Blüthen. Sie werfen gewöhnlich nur eins, selten zwei Junge, welche sie so lange an den Säugwarzen mit sich herum tragen, bis sie ausgewachsen sind. a) Der fliegende Hund. Flattcrthier (Pteropus edulis) lebt auf den Südsec-Jnseln und ist zwar die größeste dabei aber am wenigsten häßliche Fledermaus. Er hat schönes, glänzendes Haar und gleicht dem Hunde. Die Flughaut ist zwischen den Schenkeln tief ausgeschnitten. Er lebt meist von Pflanzcnsäften und Früch ten, klettert mit ausgespannten Flatterhäuten 3 Fuß und darüber. b) Der Vampyr. Blattnase. (Vesperlilio vampyrus) ist in Südamerika zu Hause. Er macht sich bei der Nacht an schlafende Menschen und Thiere und saugt ihnen das Blut aus, wobei er mit den Flügeln fächelt, damit sie nicht erwachen sollen. c) Die gemeine Fledermaus (V. murinus). Die Ohren so groß als der Kopf. Der Schwanz fast so lang als der Leib. 6) Die langöhrige Fledermaus (V. auritus). Die Ohren fast so lang als der Leib und in ihrem Innern, als wenn sie doppelt wären. e) Die Hufeisennase (V. equinns) hat zu beiden Seiten am Rand der Nase zwei halbmondförmige Blättchen, welche über der Oberlippe zusammenstoßen und hier eine kleine Kerbe bilden, so daß die Gestalt eines Hufeisens daraus entsteht. f) Der fliegende Maki. Flattermaki (Galeopilhecus volans) schließt sich fast mehr an die Affen als an die Fledermäuse an. Seine Flughaut, die ihm nur als Fallschirm dient, ist blos zwi schen Füßen und Schwanz ausgcbreitet. Er ist so groß, wie eine Katze, läuft und klettert geschickt und schwenkt sich behende von einem Baum zum andern, sein Vaterland sind die Moluckeu. Tafel V. Die Naubthiere. Viverren. (Yiverrae). a) Die Zibethkatze (V. Zibelha) grau, an Schenkeln und Seiten des Körpers mit kleinen schwarzen Querstreifen; der Schwanz lang, weiß und braun geringelt; der Körper fast 2 l h F. lang. Vor dem After liegt bei beiden Geschlechtern ein Beutel, der in zwei Säcke abgetheilt ist und eine stark riechende Materie, welche man Zibeth nennt, absondert. Ihre Heimath ist Ostindien. b) Der Ichneumon (Herpestes Ichneumon). Leib lang und schmächtig. Schwanz am Ende mit Quaste. Das Haar ist ka stanienbraun und gelb geringelt, der Leib 1'/, Fuß lang und der Schwanz von gleicher Länge. Dieses Thier lebt in Ägypten und wird dadurch, daß es Krokodilseier, Schlangen und Mäuse ver zehrt, sehr nützlich. e) Der ostindische Ichneumon (H. Mungos) als Schlangenver tilger bekannt und geehrt. Wenn er, was selten geschieht, von einer Schlange gebissen wird, soll er sich heilsame Wurzeln a»f- suchen und sich damit curiren. d) Der Baummarder oder Edelmarder (Mustek Markes) schön kastanienbraun mit dottergelber Kehle. Bewohnt hohle Bäume und kommt fast gar nicht in die Häuser. Er verfolgt Mäuse, Eichhörnchen, junge Hasen, Auerhühner, Rebhühner und andere Vögel und schadet dem Wildpret mehr als sein guter Balg nützt. e) Der Steinmarder (M. foina). Dunkelbraun mit weißer Kehle. Dieses listige, schnelle und gewandte Thier ist eines der grausam sten Raubthiere. In Felsenklüften und alten Häusern verbirgt er sich am Tage und weiß bei der Nacht mit großer List und Vorsicht in Tauben-, Hühner- und Entenhäuser zu schleichen, wo er alles erwürgt und durch seinen stinkenden Unrath, den er znrückläßt, ver ursacht, daß das Geflügel den Stall nicht mehr beziehen will. Er beißt gewöhnlich nur die Köpfe ab und frißt sie und saugt dem Körper das Blut aus; im Winter aber, wenn er Mangel an Beute hat, nimmt er die ganzen Vögel mit. k) Der Iltis (M. Putorius) braun; Brust, Füße und Schwanz schwarz; Mund und Ohren weiß; etwas kleiner als der Marder und in ganz Deutschland verbreitet, wo er in Wäldern, Feldern und Häusern wohnt. Letztere besucht er besonders im Winter und besteigt nur selten Bäume. Seine Hauptnahrung machen die Mäuse aus; doch liebt er auch sehr die Eier und stellt dem Geflügel nach. Er mordet in Hühner- und Taubenhäusern nicht Alles wie der Marder, sondern erwürgt nur ein Stück, das er nach seinem Schlupfwinkel schleppt. Tafel VI. a) Das kleine Wiesel (M. vulgaris) schmächtig und gestreckt, braunroth, der Schwanz einfarbig, hell-röthlich brau». Das Wie sel wohnt in ganz Europa in Feldern, Hecken und in der Nähe von Wohnungen und ist ei» dem Hausgeflügel und seinen Eiern gefährlicher Feind. b) Das große Wiesel oder Hermelin (M. Erminea). Viel größer als das vorige. Braunroth, was tut Winter weiß wird, nur die Schwanzspitze ist jederzeit schwarz. Ungemein schnell und gewandt klettert und schwimmt es gut und findet sich in Europa und Sibirien. Der Wintcrpelz, der im Norden weiß wird, ist ein ge schätztes Pelzwerk. Diese Wiesel fressen Mäuse, saufen besonders gerne Eier aus und sind allen Vögeln, sowie den jungen Hasen gefährliche Feinde. c) Das Frettchen (DI. furo) gelbweiß, mit rothen Augen, findet sich bei uns bloß als HauSthier, das man zum Kaninchcnfang abrichtet. ck) Der Zobel (M. Zibellina). Schwarzbraun, die Füße stark behaart in Gestalt und Größe wie der Marder. Er lebt in Sibirien in unterirdischen Höhlen und hohlen Bäumen. Das Pelzwerk wird überaus geschätzt und der Zobelfang im Winter durch eigene Ge sellschaften von Jägern betrieben, welche sich auf 3—4 Monate mit Mundvorrath versehen, sich hölzerne Hütten erbauen und die Zobel in Fallen und Netzen fangen. o) Das Stinkthier (Mephitis). Krallen lang gestreckt, Zehen fast ganz verwachsen, Schwanz zweizeilig, lang behaart. Glänzend schwarz mit weißen Längestreifen. Diese Thiere leben i» Amerika, haben ungefähr die Größe eines Marders, graben sich Höhlen in die Erde und nähren sich von Früchten, Insekten und Vögeln. Die Feuchtigkeit, welche sich in den Asterdrüseu absondert, verbreitet einen so entsetzlichen Gestank, daß Menschen und Thiers davon be täubt werden und ein ganzes Haus auf längere Zeit davon ver pestet werden kann. Der Fischotter (Lulra) hat Zehen an den Füßen, die durch eine Schwimmhaut verbunden sind, der Körper ist stark, die Füße kurz. Es sind nächtliche Thiere, die gut schwimmen und unter tauchen, und deßhalb nicht leicht zu schießen oder zu fangen sind. k) Der gemeine Fischotter (E. vulgaris). Dunkelbraun, die Schnauze breit und kurz. Die Ottern halten sich an den Ufern der Flüsse und Teiche in Europa auf und erweitern sich vom Wasser ausgeschwemmte Löcher, um darin zu wohnen. Fische, Krebse und Frösche, die sie zur Nachtzeit fangen, sind ihre Nah rung. Die kleinen Fische verzehren sie im Wasser, die großen tragen sie ans Land, fressen das Fleisch und lassen den Kopf und Rückgrat liegen. Das Weibchen wirft 2 — 4 blinde Junge. Das Fleisch wird, obwohl es keine Delikatesse ist, in manchen Gegenden als Fastenspeise gegessen. Der Otter kann 40 Pfund schwer werden, und sein Balg wird theuer bezahlt. g) Der Sceotter (L. marina) in ehr als doppelt so groß, wie der Fischotter, mit sehr kurzen Hinterfüßen. Ohren niedrig, Schwanz nicht besonders lang; dunkelbraun mit glänzendem Reif überflogen. Wohnt an den Küsten von Kamtschatka und dem nordwestlichen Amerika und liefert kostbares Pelzwerk, das viel »ach China ver kauft wird. Tafel VII. Das Geschlecht -er Matzen. a) und b) Der Löwe (Felis Leo) fahlgelb, wird 8—8 Fuß lang, der Schwanz 3—4 Fuß, die Klanen sind wie bei allen Katzen arten einziehbar. Der Löwe ist an Hals und Schultern mit einer Mähne versehen, die dem Weibchen fehlt. Er findet sich in ganz Afrika und den benachbarten Ländern Asiens und zeigt einige Ab änderungen, unter welchen die vom Senegal die kürzeste Mähne hat. Man nennt dieses prächtige und fürchterliche Thier auch den König der Thiere. Seine Stärke ist außerordentlich, er trägt einen Ochsen so leicht fort, wie die Katze eine Ratte, schlägt mit einem Schlag seiner Tatze einem Pferde den Rückgrat entzwei, wirft mit seinem Schwänze den stärksten Mann zu Boden und in ungeheuren Sprüngen von 20—36 Fuß bemächtigt er sich seiner Beute. Sein Ansehen ist majestätisch, seine Stimme ein furchtbares Brüllen, das alle Thiere des Waldes in Schrecken setzt: doch ist er bei weitem nicht so kühn wie der Tiger, aber auch nicht so blutdürstig. Seine gewöhnliche Nahrung besteht in Gazellen und Assen; vor dem Menschen hat er eine natürliche Scheu und fällt ihn nur bei großem Hunger an. Er lebt stets paarweise und das Weibchen wirft jährlich 2 4 junge. Der Löwe fürchtet sich vor keinem andern Thiere. Am Tage geht er selten auf Raub aus, bei Nacht aber legt er sich in den Hinterhalt oder schleicht auf dem Bauche -riechend so nahe herbei, daß er mit einem Sprunge seine Beute erreichen kann. Der Löwe läßt sich zähmen, doch muß man sich auch dann in Acht nehmen, seinen natürlichen Blutdurst nicht zu reizen. Man fängt ihn vorzüglich in Gruben. e) Der Tiger (Felis Tigris). Hellbraun und der Queere nach mit unregelmäßigen, schwarzen Streifen belegt. Er wird 8—9' lang und bewohnt bloß das wärmere Asien, namentlich Ostindien, wo sich der Löwe gar nicht findet. Er ist das fürchterlichste aller Ranbthiere nicht nur wegen seiner ungeheuren Stärke, sondern weil er keine Gefahr kennt. Er hält sich am liebsten in bewohnten Gegenden auf und ist so kühn in seine» Angriffen, daß er sich mitten aus einer Gesellschaft selbst bewaffneter Menschen mit einem Sprunge einen heransholt und damit sortläuft. Er würgt auch wenn er nicht hungrig ist, aus bloßer Lust zu würgen. Dieses Thier ist eines der fürchterlichsten Plagen Ostindiens; da eS jähr lich viele Menschen erwürgt und die Reisen gefährlich macht. Das Tigerweibchen wirst 3—4 Junge. Daß der alte Tiger öfters selbst seine Jungen auffrißt und diese Thiere in beständiger Feindschaft sich selbst unter einander aufreiben, ist eine weisliche Einrichtung des Schöpfers. d) Der Jaguar (Fel. Onca) zeichnet sich durch falbe Färbung und durch Längsreihen von schwarzen Ringffecken aus, in deren 'Mitte ein schwarzer Punkt steht, der Bauch ist schön weiß und schwarz gefleckt. Er ist das größte und furchtbarste Naubthier Südame- rika's, wird 5 Fuß lang und fällt alle andern Thiere an. An den Niehheerden richtet er großen Schaden an, und kann ein Pferd im Rachen auf dem Boden weit fortschleppen. Stiere und Ochsen vertheidigen sich mnthvoll gegen ihn, aber Pferde und Maulesel werden leicht seine Beute. Nie tödtet er mehr, als ein Thier und kommt darin dem Löwen gleich. In unbewohnten Gegenden hat der Jaguar Scheu vor de» Menschen, in bewohnten verliert er sie bald und sucht sie sogar auf. Man findet dieß gefährliche Naubthier von dem Orinoko bis zum Laplatastrom. Tafel VIII. a) Der Leopard (Fel. Leopardus) faI6, mit Längsstreifen schwarzer Flecken von rosenförmiger Gestalt, welche in der Mitte keinen Punkt haben. Obschon kleiner, als der Löwe, ist er doch ebenfalls ein höchst schädliches Naubthier, das namentlich den Heerden Schaden thut und fast in ganz Afrika und den heißen Theilen Asiens angetroffen wird. b) Der Cuguar (Fel. eoncolor) röthlich grau, zuweilen mit ver loschenen Flecken. Körper fast 3 Fuß, Schwanz L Fuß lang, be wohnt beinahe ganz Südamerika und einen Theil von Nordafrika, ist sehr räuberisch, springt und klettert gut. c) Der Luchs (Fel. Lynx) röthlich falb, mit undeutlichen Flecken. Die spitzigen Ohren mit einem Haarpinsel, der Schwanz kurz, die Länge 3'st F. Dieß ist die größte Katzenart, welche wild in un serem Welttheile vorkommt, doch ist sie in Deutschland u. Frank reich so ziemlich auSgerottet und kommt nur noch einzeln in Böhmen, dem bair. Gebirg und der Schweiz vor. Der Luchs ist ein kühnes Naubthier, der zwar den Menschen fürchtet,. aber an de» Haus- thieren und dem Wilde großen Schaden anrichtet, zumal da er alles, was er erreichen kann, erwürgt. Er geht in der Morgen- und Abenddämmerung auf Beute aus und stellt Hirschen, Rehen, Schafen, Mäusen und Vögeln nach. Diesen Thieren lauert er entweder auf einem Baume oder hinter einem Gebüsch auf, springt ihnen auf den Rücken und beißt die große Halspulsader entzwei. Erreicht er das Thier nicht mit einigen Sprüngen, so «erfolgt er es nicht weiter. Der Balg ist ein gutes Pelzwerk. d) Die wilde Katze (Fol. eaüis ferus) gelbröthlichgrau mit schwar zen Querstreifen, der Schwanz schwarz geringelt. Ihre Länge beträgt 2 , / a Fuß, der Schwanz fast 1 Fuß. Man trifft sie in ganz Europa in dichten Waldungen an, wo sie in hohlen Bäumen und verlassenen Dachs- und Fuchsbauen wohnt. Sie klettert vor trefflich und richtet bei Nacht am Federwildpret, an Hafen, jungen Rehen und Fischen großen Sck)aden an, fängt dagegen aber auch eine Menge Mäuse und Maulwürfe. Beim Schießen muß der Jäger wohl acht geben, weil sie sonst auf ihn springt und ihn gefährlich verwunden kann. e) Die Hauskatze (Fel. domestica) ist wohl jedermann bekannt. Tafel IX. Die Hyäne (Hyaena). Die Füße sind hoch und ihre Krallen nicht einziehbar. Die Ohren sind lang und spitzig. Der Schwanz ist kurz und unter dem Aster liegt eine drüsige Tasche. Es ist ein starkes, wildes, jähzorniges, grimmiges Thier, das nicht wieder losläßt, was es einmal in den Zähnen hat. Sie lebt in großen Schaaren beisammen, fällt zwar den Menschen nicht an, geht ihm aber auch nicht aus dem Wege. Bei Tage lebt die Hyäne in Höhlen, bei der Nacht aber bricht sie in Dörfer und Städte, wo sie dann Kinder, die sie etwa noch außen findet, Schafs, Hunde, Esel u. s. w. raubt. Sie uährt sich aber vorzüglich auch von Aas und gräbt deßhalb sogar menschliche Leichname aus. Den Karavanen folgt sie, um sich des gefallenen oder hinter dem Zuge zurückgebliebenen Viehes zu bemächtigen. Es gibt zwei Arten: a) Die gestreifte Hyäne (II. striata) graulichgelb, Seiten und Füße mit schwarzbraunen Querstreifen bezeichnet, über den ganzen Rücken läuft eine kurze Mähne. Sie kann 5 Fuß lang werden, und lebt in Nordafrika und in den wärmeren Gegenden Asiens. b) Die gefleckte Hyäne (H. crocuta) gelblichgrau mit dunkeln Flecken. Der Hund (Canis). Die Schnauze spitzig, an den Vorderfnßen 5, an den Hinterfüßen 4 uneinziehbare Zehen. Diese Gattung ist über die ganze Erde verbreitet und enthält viele Arten, von denen die meisten in großen Truppen beisammen leben. c) Der Haushund (6. domesticus}. c!) Der Jagdhund. (Canis venaticus). Unter allen Hausthicren hat keines so viele Abände rungen in Farbe, Gestalt und Größe, als der Hund. Die bekann testen Arten sind die Dogge, der Mops, der Pudel, der Jagdhund, das Windspiel, der Dachs n. s. w. Da Wohl alle diese Arten den Kinder» bekannt sind, hat man sich begnügt, nur ein Paar davon anzuführe». Seit den ältesten Zeiten ist der Hund in die Dienste des Men schen getreten und hat denselben über die ganze Erde hin begleitet. So einzig unter allen Thieren hat er sich mit Liebe an den Menschen angeschlossen, und gehorcht ihm nicht blos aus Furcht, sondern aus Zuneigung. Unter den Sinnen ist der Geruch am feinsten, und er leitet den Hund sicherer, als das Auge. Durch diesen Sinn erkennt er seinen verlorenen Herrn von weitem und verfolgt damit die Spur des gejagten Wildes. Sein Lauf ist schnell und ausdauernd und nie schwitzt er, läßt aber die Zunge heraushängen. Als Raubthier liebt er vor allein Fleisch, besonders faules, dennoch gewöhnt er sich leicht an Pflanzenkost und gedeiht dabei am beste». Er wird blind geboren, und erst nach 10—12 Tagen wird er sehend. Die Hündin trägt 63 Tage und wirft 3—15 Junge. Unter die fürchterlichsten Krank heiten des Hundes gehört die Wuth, gegen welche man bis jetzt noch kein sicheres Mittel kennt. An Fähigkeit und Gelehrigkeit übertrifft der Hund alle andern Thiere und ist dcßhalb ein unschätzbarer Gichilfe des Menschen ge worden. Kein anderes Tbier kann auf so vielerlei Weise seine Ge fühle ausdrücken lind versteht so leicht den Willen seines Herrn. Bei guter Behandlung ist der Hund treuherzig und gutmüthig; empfan gener Wohlthaten bleibt er eingedenk und vergißt bald die erlittene Strafe. Seine natürlichen Anlagen find einer großen Bervollkomr»- ilüng fähig und sein Naturell erleidet durch die Erziehung eine be deutende Umänderung. Dabei hat jede Hunderace besondere, ihr aus- schließend zukommende Anlagen und Fähigkeiten, wie man dieß am Jagdhund, am Spitz, am Dachs, am Fleischerhnnd sehen kann. Seiner vielartigen Brauchbarkeit wegen leistet der Hund dem Menschen eine bedeutende Hilfe. Bei allen Völkern ist er der treue Jagdgefährte, und so wie er den furchtsamen Hasen verfolgt, so geht er auch wieder an den grimmigen Wolf und an den gewaltigen Löwen. In Sibirien dient er statt des Pferdes zum Schlittenziehen, auf Island zum Vogel fang und bei manchen amerikanischen Völkern sogar zum Fischfang. Er ist das einzige Thier, das seinem Herrn IN jeder Gefahr beisteht und ihn als ein treuer Freund auf Tod und Leben verthcidigt. Schon oft hat der treue Hund de» Mörder seines Herrn öffentlich zu be zeichnen gewußt, indem er durch wüthende Anfälle an denselben die allgemeine Aufmerksamkeit auf ihn richtete. Eine besondere Erwäh nung verdienen noch die großen doggenartigen Hunde, welche im Kloster auf dem St. Bernhardsberg gehalten werden. In jener ein samen Klause, 7548 Fuß über dem Meere, wohnen 10—12 Mönche, deren Geschäft es ist, in den 8 Monaten, wo es dorten Winter ist, umherzustreife» und Verirrte auszusuchen, oder im Schnee Bersnnkene zu retten. Hiezu bedienen sie sich besonders abgerichtetcr Hunde, die entweder allein ausgehen oder von den Mönchen mitgenommen werden. Sobald der Hund einen solchen Verunglückten aufgefundcn hat, kehrt er zu seinem Herrn zurück und führt ihn an die Stelle. Oft hängt man diesen Hunde» ein Körbchen mit Brod und stärkenden Geträn ken um de» Hals, »ni einem verschmachtenden Wanderer augenblickliche Hülfe zu leisten. Einer der berühmtesten jener Hunde war Barry, der 12 Jahre lang unermüdet thätig war im Dienste der Menschheit. Der Eifer, den er dabei bewies, war außerordentlich, und nie ließ er sich an feinen Dienst mahnen. Sobald der Himniel sich bedeckte, oder Schneegestöber sich von weitem zeigte, strich er rastlos und bellend umher, um cinen Sinkenden zu halten, oder einen Verirrten auf den Weg zu weisen, oder einen Vergrabenen hervorscharren zu können. Konnte er nicht helfen, so setzte er in ungeheuren Sprüngen nach dem Kloster hin und holle Hülfe herbei. Als er alt und kraftlos war, sandte ihn der Prior nach Bern, wo er starb und in dem Museum ausgestellt wurde. Seine treuen Dienste, welche das Leben so vieler Menschen retteten, verdienen öffentliche Erwähnung, e) Der Wolf (C. Lupus) graugelblich, die Vorderfüße vorn mit einem schwarzen Streif, der Schwanz buschig und zwischen die Hinterbeine gezogen. Der Wolf ist einem großen Schäferhunde ähnlich und wird über 3'/ z Fuß lang. Er ist fast über die ganze nördliche Welt verbreitet und in Europa das gefährlichste Raub thier. ^ In Deutschland zeigt sich nur selten einer, desto häufiger aber i» Frankreich und noch mehr im östlichen Europa. Seine Sinne, besonders der Geruch, sind sehr fei», und seine Stärke so groß, daß er mit einem Hammel im Rachen davon läuft. Dennoch ist _ er feige und nur der Hunger macht ihn beherzt. Er lebt meistens einsam in den großen Waldungen, nur zuweilen, nament lich im Winter, wenn er vom Hunger geplagt wird, vereinigt er sich in großen Schaaren. Er fällt Schafe, Rehe, Hirsche, Pferde und andere Thiere an und in der Noth geht er auch an Menschen; toie es in Frankreich und Rußland nichts Seltenes ist, daß solche von ihm zerrissen werden. Aas verschmäht er auch nicht und ist überhaupt ein gefräßiges, unersättliches Thier. Der Wolf bellt nicht, sondern heult gräßlich. In der Jugend kann er zwar ge zähmt werden, aber im Alter wird er wieder unbändig. Zwischen Hund und Wolf ist eine natürliche Feindschaft, und besonders geht der große Bauernhund mit Wuth auf ihn los. Wie der Hund und Fuchs wird er ebenfalls von der Wuth befallen. Die Wölfin wirft jährlich einmal 3—g Junge. Tafel X. Zum Geschlechts der Hunde gehören ferner folgende zwei Arten: s) Der Schakal (6. aureus) wolfsähnlich, aber kleiner, mit kürze rem Schwänze, gelbgrau an den Beinen und an der Schwanzspitze rostgelb. Im wärmeren Asien und Afrika kommt er Schaarenweise vor, einzelne sind neuerdings in Dalmatien gefunden worden. Die Schakals kommen in ihrer Lebensweise mit den Hyänen überein und verzehren eben so wohl Aas und Leichen, als Thiere. b) Der Fuchs (C. Vulpes) dem Spitzhund ähnlich, ist aber fuchs- roth und der Schwanz ist gerade und dicht behaart. Er ist über ganz Europa und das nördliche Afrika verbreitet und wohnt in Höhlen, Fuchsbaue genannt, die sich 4—6 Fuß tief unter der Erde »ttd zuweilen wohl 50 Fuß im Umfang erstrecken, aus meh reren Kammern bestehen und verschiedene Eingänge haben. Der Fuchs gräbt sich einen solchen Bau selbst, oder benützt einen ver lassenen Dachsbau dazu. Er nährt sich von Geflügel, Hasen, jungen Rehen und Fischen, doch nimmt er _ auch mit Würmern, Mäusen, Aas und Früchten vorlieb. Das Weibchen wirft in seinem Bau 3—9 blinde Junge. Der Fuchs ist eines der schädlichsten Raubthiere, weniger seiner Stärke, als seiner List und Schlauheit wegen; deßhalb raubt er nur in der Nähe seines Baues und wählt gewöhnlich die Nacht zu seinem Raube. Er hat einen außerordent lich feinen Geruch. Zu den Insekten fressenden Säugethieren gehören: o) Der Igel (Erinaceus europaeus). Ohren kurz, die hornartigen Stacheln des Rückens sind weiß, braunschwärzlich geringelt und die Füße sind schwarz. Er ist träge, schwerfällig und furchtsam und bei der geringsten Gefahr rollt er sich in eine Stachelkugel zusammen. Er wohnt in Löchern, die er zum Theil selbst gräbt und hält vom ersten starken Frost an bis zum warmen Frühling einen Winterschlaf. Seine Nahrung sucht er gewöhnlich bei Nacht und wird durch den Fang von Mäusen und Insekten nützlich, auch Obst behagt ihm. In ganz Europa ist er zu Hause. _ _ , d) Die Spitzmaus (Sorex araneus) zeichnet sich durch einen spitzi gen Rüffel aus, mit dem sie gut graben kann. Die Augen klein, die Ohren kurz. Die meisten haben einen moschnsartigen Geruch, weßhalb sie von den Katzen zwar getödtet, aber nicht gefressen werden. e) Die Wasserspitzmaus (8. fodiens) oben schwarz, unten weiß, etwas größer, als die vorige, hält sich meist in der Nähe des Wassers auf und schwimmt gut. k) Die Zw erg-Sp itzm a ns (8. pigmaeus) graubraun, unten grau weiß. Das kleinste Säugethier. In Italien und Deutschland, g) Der Maulwurf (Talpa). Vorderfüße fünfzehig, breit, hand förmig, zum Graben geschickt. Schnauze rüffelförmig verlängert. Die Äugen sind klein und unter den Haaren verborgen und die äußern Ohren fehlen. Beim Graben unterirdischer Gänge wühlt er die Erde auf, wodurch die sogenannten Maulwurfshügel ent stehen. Im Winter schläft er nicht, sondern gräbt sich nur tiefer ein. Hauptnahrung sind ihm Würmer und Insekten, vorzüglich Engerlinge. Das Weibchen wirst jährlich zweimal 3-5 Junge, die es sorgsam aufzieht. Tafel XI. Der Bär (Ilrsus) hat zwischen den großen Eckzähnen und den mit einer viereckigen höckerigen Kaufläche versehenen Backenzähnen eine auffallende Lücke; der Körper ist schwerfällig, dick und lang haarig, der Schwanz kurz. Es sind plumpe, mürrische Thiere, wovon die einen sich mehr von Pflanzen, die andern mehr von Thieren nähren. a) Der schwarze Bär (vrsus malaianus). b) Der braune Bär (vrsus arctos). Der letzte etwas kleiner, als der erste, lebt mehr im Norden und hält sich mehr an Pflan zenkost und Honig. Beide haben in ihrer Lebensweise viel Aehn- lichkeit. Sie wohnen in den gebirgigen Gegenden Europa's und Nordasiens und finden sich bei uns einzeln nur noch in der Schweiz, Tyrol, dem südbaierische» Gebirge und dem baierischen Böhmer walde. Der Bär wird 4—5- lang, hat ein mürrisches, träges und jähzorniges Wesen und lebt einsam in dichten Waldungen, aus welchen er gewöhnlich nur Nachts hervorkommt, um seine Nahrung aufzusuchem Er fällt Schafe, Pferde, Ochsen u. s. w. an, unge reizt geht er aber nicht leicht an den Menschen; außerdem frißt er Obst, Trauben, Honig und die grüne Saat. Der breiten Sohlen wegen geht er leicht aufrecht und kann deßhalb zum Tanzen ab gerichtet werden. Seinen Feind umfaßt er in aufrechter Stellung und erdrückt ihn, auch klettert und schwimmt der Bär geschickt. Ob diese Thiere einen wirklichen Winterschlaf halten und zu wel cher Zeit sie werfen, ist noch nicht genau bekannt. Nach lOOjäh- rigen Beobachtungen an den Bären, die man im Stadtgraben von Bern hält, besteht der sogenannte Winterschlaf bloS darin, daß die Thiere i» dieser Zeit viel weniger fressen. Nach eben diesen Be obachtungen wirft die Bärin im Januar zwei Junge, die nicht größer, als eine Ratte, blind und unbeholfen sind und nach 3—4 Monaten die Größe eines Pudels erreicht haben. DaS Fleisch der Bären wird gegessen und die Tatzen gelten als Leckerbissen. Die Haut gibt köstliches Pelzwerk. Der Bär wird 30—35 Jahre alt. e) Der Eisbär (Crsus rnarilirnus); weiß, mit zugespitztem Kopfe, nochmal so lang, wie die vorigen, bewohnt in größeren Gesell schaften die Küsten des Eismeeres. Er schwimmt gut und ist daS furchtbarste Raubthier des hohen Nordens. Zuweilen werden einzelne auf losen Eisblöcken bis nach Island und Norwegen ge trieben. Seine Nahrung sind gewöhnlich Fische, Rennihiere, See hunde und todte Thiere, welche das Meer auswirft. Er scheut keine Gefahr und ist so stark, daß er mit einem Menschen im Nachen leicht davon läuft. Sein Fleisch wird gegessen und daS Fell als treffliches Pelzwerk benützt. d) Der nordamerikanische Waschbär (Procyon Lotor); graubraun, über jedes Auge läuft ein schwarzer Streif, der Schwanz weißlich, mit braunen Augen, ungefähr so groß, wie ein Dachs, findet sich von Nordamerika bis Paraguay. Bei Tage schläft er und Nachts sucht er seine Nahrung, die in Früchten, Insekten und Würmern besteht. Er hat die sonderbare Gewohnheit, seine Nahrungsmittel, bevor er sie genießt, ins Wasser zu tauchen. Tafel XII. 1) Der Vielfraß (Gute borealis). Der Körper ist dick und plump, Pelz braun, mit einer dunklen Scheibe auf dem Rücken. Er ist ohne den Schwanz etwas über 2' lang, wohnt in Schweden, Nordrußland und Sibirien und führt eine nächtliche Lebensweise. Auf einem Baume lauernd, springt er den vorüberziehenden Renn- thicren auf den Rücken und beißt ihnen das Genick ab, auch stellt er Hasen und Vögeln nach und frißt im Sommer auch Beeren. Daß er unersättlich sey, ist eine Fabel. L) Der gemeine Dachs (Metes vulgaris). Beine und Schwanz sind kurz; unter dem Schwanz liegt eine Tasche, die eine übel riechende Feuchtigkeit absvudert; oben braun, unten schwarz; der weiße Kopf mit zwei breiten schwarzen Längsstreifen. Dieses langhaarige und schwerfällige Thier ist über 2' lang, durch ganz Europa verbreitet und wohnt in Wäldern unter der Erde in Höhlen, die es sich selbst gräbt und mit zwei Eingängen versieht, welche zu einem geräumigen Orte führen, den man Kessel nennt. Dieser ist mit Gras, Moos und Laub ausgefüttert und macht die eigent liche Wohnung aus. Neben demselben hat das reinliche Thier einen Abtritt angelegt. Des Tages schläft der Dachs und kommt nur Nachts hervor, entfernt sich aber nicht über V- Stunde von seinem Bau. Wurzeln, Früchte, Insekten und Mäuse sind seine Nahrung. Den Winter über schläft er, kommt aber hie und da in nicht zu kalten Nächten heraus und streicht in der Umgegend umher. Der Dachs ist ein einsamer, scheuer Gesell; die Geschlech ter leben getrennt und das Weibchen wirft in seinem Bau 3 — 5 blinde Junge. Das Fleisch ist süßlich, wird aber selten gegessen. Fett und Haut sind geschätzt. Beutelthiere. 3) Beutelthier, Beutelratte (Didelphys). Der Kopf ist zu gespitzt, Ohren groß, Leib gestreckt, die Füße fünfzehig, hinten mit einem nagellosen Daumen. Der Schwanz greifend und nackt. Die Weibchen haben am Unterleib eine von der Bauchhaut ge bildete Tasche, welche die Bestimmung hat, die Jungen, welche als kleine, unförmliche Wese» geboren werden, aufzunehmen. Die Jungen hänge» einige Zeit unbeweglich an den in der Tasche be findlichen Zitzen und wachsen heran; sobald sie ausgcbildet sind, verlasse» sie den Beutel, flüchten sich aber bei Gefahr gleich wieder in denselben. Die Beutelratten sind nächtliche Thiere, die, wie die Marder, in Höfe eiubrechen und das Geflügel erwürgen, oder mit de», Schwanz an Bäumen hängend, de» Vögeln auflauer». Ihre Heimath ist Amerika. Nagethiere. 4) DaS Känguruh (Macropus). Diese Thiere zeichnen sich durch den sonderbare» Bau ihrer Gliedmaßen aus. Die Hinterfüße sind sehr lang, mit außerordentlich starken Schenkeln und nur 4 Zehen. Die Vorderfüße sind fünfzehig, aber sehr kurz, deshalb können diese Thiere nur schwerfällig gehen, aber leicht und schnell springen. Der Schwanz ist lang und ungemein dick. Ihres guten Fleisches wegen stellt man ihnen häufig nach. Mit dem Schwanz und den Hinterfüßen vertheidigen sie sich trotz ihrer Schüchternheit gut. In Heerdeu von 20—30 Stück findet man sie auf Neuholland. (M. giganleus). 5) Das gemeine Stachelschwein (Hyslrix crislata). Der Kopf u»t> Nacken mit einem Büschel von langen Haaren versehen, der Rücken mit gerundeten spitzigen Stacheln, die wie Federkiele hohl sind, und untermischten Borsten bedeckt, der Schwanz kurz und Alaff. Wie bei allen ächten Nagethiere» finden sich in beiden Kinnhaken 2 meißelförmige Schneidezähue; statt der Eckzähue eine i-Krte. Dieses Thier, das an _2' lang wird, findet sich sin Nocd- srika und Südeuropa. Es gräbt sich Höhlen mit einem Eingänge und vielen Kammern. Es gibt einen grunzenden Ton von sich und kann die Stacheln emporsträuben. DaS Fleisch wird gegessen. 6) Das Meerschweinchen (Cavia). Ohren und Füße kurz, an den Vorderfüßen 4, an den Hinterfüßen nur 3 Zehen. Ursprüng lich aus Amerika zu uns gebracht, ist cs nun bei uns ein allbe kanntes Hausthicr geworden. Es nährt sich von Pflanzen. Männ chen und Weibchen sind gar zärtlich. Tafel XIII. a) Der Agttti (Dasyprocta Aguti) unterscheidet sich schon durch seine langen, dünnen Hinterfüße und seine kurzen Haare vom Meerschweinchen. Der Kopf, mit seiner gespaltenen Oberlippe, hat ein hasenartiges Aussehen. Er ist von brauner, ins Oltven- grüne hinüberspielender Farbe, von Hasengröße, bewohnt die trockenen Waldungen des südlichen Amerika's, nährt stch von Kräu tern und Obst und läßt sich leicht zähmen. b) Der Hamster (Cricetiis vulgaris) oben rothbraun, unten schwarz. Er hat einen kurzen Kopf, dicken Körper, wird 10—12' y lang. Ein wahres Bild des Geizes schleppt der Hamster den ganzen Sommer in seinen Backentaschen, in deren jede 3 Lvth Korner gehen, Ge treide in seinen künstlichen Bau, in den er nicht einmal sein Weib chen hineinläßt. Es ist ein zorniges, bissiges, unverträgliches, hartherziges Thier. Den überwundenen Gegner frißt es auf. Das Weibchen jagt seine Jungen nach drei Wochen schon, wo sie noch ganz klein sind, aus dem Bau und benimmt sich gegen sie als ihre ärgste Feindin. Man findet dieses Thier in den ebe nen Gegenden vom Rhein bis Sibirien. Im Winter verstopft es die Löcher seines Baues und fällt in gänzliche Erstarrung. Im März erwacht es aus dem Winterschlafe und nährt sich von den gesammelte» Vorräthen, die in verschiedenen Kammern anfgehäuft sind. DaS Weibchen wirft 2 Mal im Jahre 8—20 Junge, daher ihre außerordentliche Menge. Um Gotha gräbt man zuweilen in einem Herbst an 30,000 Hamster ans. Um wie viel mehr müßte es geben, wenn nicht der gegenseitige Haß dieser Thiere bestände?! c) Das Murmelthier, der Mungger (Arctomys Marmotta), dick leibig, die Ohren dick und abgerundet, der Schwanz behaart, der Oberleib braungrau, der Unterleib graulich brandgelb. Es ist ungefähr so groß wie ein Hase und bewohnt die höchsten Gebirge der Alpen. Es ist ein gutartiges, gegen seines Gleichen freund liches Thicrchen. Die Alpenpflanzen sind seine Weide; es lebt gesellschaftlich und sonnt sich gern. Ueberaus vorsichtig warnen die Murmelthiere einander durch Pfeifen. Sie graben sich tiefe unterirdische Baue, deren Eingang sie im Oktober verstopfen und dann verschläft die ganze Familie im Kessel des Baues die kalte Jahreszeit in völliger Erstarrung, bis Ende April die Sonne sie weckt. Sie werden gegessen und die Savoyarden richten sie zu Kunststücken ab. d) Das gemeine Eichhörnchen (8c!nms vulgaris), zierlich und schlank, der Schwanz mit langen, dichtstehendcn, fuchsrothe» Haaren, die Ohren mit einem Haarpinsel besetzt. Es sind lebhafte, un ruhige, schnelle Thierchen, die in den Wäldern Von ganz Europa wohnen, fast immer auf Bäumen sich aufhalten und mehrere Nester sich anlegen. Ihre Nahrung besteht in Nüssen, Obstkernen, Nadel holzsamen u. s. w., wovon sie stch große Borräthe aufhäufen, welche sie im Winter verzehren, den sie nicht, wie andere Thiere dieser Ordnung, verschlafen. Das Weibchen wirft 3—7 blinde Junge. Das Fleisch ist eßbar und der Pelz von den nach Norden wohnenden und im Winter schön grau gefärbten Eichhörnchen liefert das Grauwerk der Kürschner. Einige, welche Flughörnchen (Pteromys) genannt werden, können von einem höher» Ort zu einem tiefer» flattern, da die Leibeshaut zwischen den Füßen aus gespannt ist. v) Der Siebenschläfer (Myoxus glis) oben schön aschgrau, unten rein weiß; die Ohren groß; der Schwanz lang, stark behaart und gegen das Ende dicker. Er klettert und springt leicht. Länge 8". Er bewohnt die Wälder der gebirgigen Gegenden von Mitteleuropa und hält in hohlen Bäumen oder Felsenspalten seinen Winterschlaf. Das Fleisch dieser Thiere ist wohlschmeckend. k) Die Feldmaus (Mus arvalis) rothgran, unten weiß gelb. Diese Maus findet sich in ganz Europa und ist die gemeinste in unser» Wälder» und Feldern. Sie gräbt Baue mit 2 Röhren, eine zum Ein-, die andere zum Ausgang. Sie nährt sich von Getreide, Kraut, Wurzeln, und der Wintersaat, und da sie in manchen Jah ren sich außerordentlich vermehrt, verursacht sie beträchtlichen Scha den. Das Weibchen wirft alle 5 Wochen 4—12 Junge. g) Die Maus (Mus Musculus) Hausmaus. Dunkelaschgrau. Dieß kleine, artige, furchtsame und schnelle Thierchen lebt auf der ganzen Erde in Häusern, frißt alles, was es haben kann, am liebsten Getreide und fettige Sachen. Das Weibchen wirft des Jahres mehrmal in ein Nest von Stroh, Papier re. 4—8 blinde, nackte Junge. h) Die Ratte (Mus Rattus) grauschwarz, 7" lang. Sic ist jetzt, die Polarregionen ausgenommen, in allen Ländern verbreitet. Es sind nächtliche Thiere, die sich in Gebäuden anfhalten und alles fressen, was der Mensch genießt. Sie leben gesellschaftlich, bei ßen stch aber oft. Das Weibchen wirft 4—7 nackte und blinde Junge. Die Waldmaus (Mus sylvalicus)» oben graubrämilich, unten weiß, der Körper wird 4" lang und eben so lang ist der Schwanz. Sie wohnen in Felsen, Wiesen und Wäldern, graben sich für den Winter Höhlen und nähren sich von Feldfrüchten. Sie vermehren sich in manchen Jahren unglaublich und dann wandern sie zuweiten in andere Gegenden, wobei sie immer in gerader Linie marschiren. ü) Die Blind man ö (Spalax typhlus). Schon im südlichen Europa, besonders aber im Morgenland, namentlich in Palästina sehr häufig, hat einen breiten, platten Kopf; die Augen nicht sichtbar, von der Haut verdeckt; der Schwanz fehlt. Tafel XIV. Der Hase (Lepus). Hinter den Vorderzähnen sitzen noch ein Paar kleinere. Die Ohren und Hinterfüße sind lang, der Schwanz kurz. Alle sind nächtliche, furchtsame Thiere. Die bekanntesten dar unter sind: a) Der gemeine Hase (Lepus timidus). Ohren länger, als der Kopf. Dieses Thier ist durch ganz Europa und Nordasien ver breitet. Es schläft mit offenen Augen, im Winter hält es sich mehr in den Wäldern, im Sommer und Herbst in den Feldern auf, wo es nur ein einfaches Loch sich ansscharrt. Seine Nah rung besteht in Getreide, Kohl, Krautfrüchten, im Winter in der grünen Saat und junger Baumrinde. Die Häsin wirft 3—4 Mal im Jahr, im März, im Mai, im Juli und zuweilen auch im Sept., das erste Mal t —2, später 3—4 sehende Junge. Daher die ungemeine Vermehrung dieser Thiere trotz den Nach stellungen von Menschen, Füchsen und Raubvögeln. b) Der Alpenhase (L. variabilis). Ohren etwas kürzer, an der Spitze schwarz. Er ist etwas kleiner, als der gemeine Hase, im Sommer grau und brännlichgelb, im Winter weiß. Sein Fleisch ist unschmackhaft. c) Das Kaninchen (L. cuniculus) unterscheidet sich durch kürzere Ohren und Hinterfüße von den vorigen. ES gibt wilde und zahme. Die wilden find röthlichgrau und leben nur im wärmer» Europa. Sie vermehren sich ungeheuer, so daß von einem Paar in 4 Jahren 1,274,840 Kaninchen abstammen können und werden dadurch in manchen Gegenden zur Landplage. Die zahmen Kaninchen wechseln in der Farbe, wie alle Hausthiere. Unsere Abbildung stellt ein zahmes Kaninchen, den sogenannten Seidenhasen, dar. d) Der Biber (Caslor) mit plattem, schuppigem Schwanz und Schwimmhäuten zwischen den Hinterzehen; vor dem After münden bei beiden Geschlechtern zwei Beutel, in welchen eine überaus stark riechende Materie sich absondert, welche Bibergeil genannt und als Arzneimittel gebraucht wird. Der Biber kann 3" lang werden und findet sich in Europa, Nordasien und Nordamerika; in letzterem Welttheil lebt er in großen Gesellschaften, bei uns nur in einzelnen Familien, so z. B. an der Elbe, Oder, Donau. Sie halten sich immer nur am Wasser auf, in welchem sie auch einen großen Theil der Zeit zubringen. Ihre Nahrung besteht in Rinden, Wurzeln, Aestcn und Stämmchen, welche sie mit ihren harten Schneidezähnen abbeißen. Dieses Thier ist bekannt durch seine künstlichen Baue. Mehrere Biber halten sich deßhalb zu sammen, und legen unmittelbar am Wasser einen Grund ans Erde und Schilf, auf diesen bauen sie aus Stangen, Ruthen und Schilf, das backofenförmige Gebäude, dessen Wände sie mit Erde aus mauern. Der Ausgang in diesen Gebäuden ist unterm Wasser. Der Biber liefert auch die Haare, aus denen die feinsten Hüte uud andere Stoffe verarbeitet werden. e) Die Zibethmaus (Fiber zibethicus). Schwanz lang, dünnbehaart, die Zehen mit Schwimmhaarcn besetzt, Farbe röthlichgrau, wird 1 Schuh lang, wohnt an den Ufern der Flüsse und Seen von Nordamerika in Backofen ähnlichen Bauen. Die Gestalt ist raiten ähnlich, am After liegen 2 Drüsen, die eine stark nach Bisam riechende Feuchtigkeit absonderu. Tafel XV. Znhnlnckige Sängethiere. a) Der Ameisenfresser (Myrmecophaga). Der Kopf ist lang und rüffelförmig, der Rücken hat eine lange, schöne Mähne, der Schwanz ist lang, schlaff und buschig. Ohne alle Zähne, die Krallen sind lang und scharf. Die Schnauze ist zugespitzt und die Zunge lang, wurmförmig und kann weit ausgestreckt werden. Alle Arten nähren sich von Ameisen und Termiten, deren Haufen sie mit ihren starken Krallen aufreißen und die hervorstürzenden Insekten mit ihrer langen, klebrigen Zunge einschlürfen. Ihr Batcrland ist Südamerika. Einige leben auf Bäumen, andere l a r .ri ^ E ani Boden aus. Er ist fast so groß, wie ein gegessen^un^' c ' 1,en langsamen Gang und sein Fleisch wird k>) Das Schnabelthier (Ornilhorhynehus fuscus) röthlich, gran- Wiitm, Schnabel stach, hornig, entenartig, die Zehen durch Schwimmhäute verbunden, der Leib mit kurzen Haaren bedeckt. s-, f l)»t jeder Kiefer nur zwei faserige Backenzähne. Aeußere jTji ten fehlen. Aus den Sporen soll sich ein- giftige Feuchtig- crgießen, aber cs wird dieß von neueren Beobachtern bezweifelt. Diese Thiere bewohnen die Sümpfe von Neuholland und legen an den Uferwändcn 20—50' lange Gänge an, die sich am Ende in eine Kammer erweitern, in der Mutter und Junge Platz haben. In diesem Neste leben die anfangs blinden und nackten Jungen, deren Schnabel noch so kurz, weich und biegsam und deren Zunge deshalb so weit vorgerückt ist, daß das Säugen leicht bewerkstelligt wird. c) Das Schuppenthier (Manis) hat eine lauge Schnauze, einen zahnlose» Mund und ist mit scharfen Schuppen, wie die Tann zapfen, bedeckt. Die Zunge ist lang, wurmförmig und ausstreck- bar und dient zum Einschlürfen von Ameisen und Termiten, von denen cs sich nährt. Die Krallen sind stark und die Schuppen können zur Vertheidigung emporgesträubt werden. Afrika und Ostindien sind seine Heimath. ck) Das Gürtelthier oder Tat» (Dasypus). Backenzähne zahlreich, schwach und walzenförmig, der Kopf lang und zugespitzt, die Ohren groß und steif, der Mund klein und der ganze Körper in einen harten Panzer gehüllt. Dieser Panzer besteht aus einzelnen, festverwachsenen Schildern, die nur in der Mitte des Leibes be wegliche Gürtel bilden, er bedeckt Kopf, Rücken und Schwanz, läßt aber den Bauch frei. Es findet sich in Südamerika, macht unterirdische Baue und nährt sich von Würmern, Insekten, Früch ten und Blättern. Sein Fleisch ist wohlschmeckend und es ist dort das gemeinste Wildpret. e) Das Faulthier (Bradypus). Kopf rundlich, Backenzähne wal zenförmig, die Borderfüße länger als die hintern und mit 3 star ken Krallen bewaffnet und die Haare dichtstehend, trocken, wie Heu. Das Faulthier findet sich in den dichten Wäldern von Brasilien und lebt beständig auf Bäumen, auf denen es leicht herumklettert und von deren Blättern es sich nährt. Seine langen Vorder- und kurzen Hinterbeine eignen sich nicht gut zum Gehen, aber wohl zum Klettern. An den Zweigen sich festhaltend schläft es auf den Bäumen. Tafel XVI. Melhufer. a) Das indische Nashorn (lihinoceros Indiens). Plump, die Haut nackt, sehr dick und so stark, daß eine Bleikugel nicht leicht durchschlägt, außer am Bauch; auf der Schnauze stehen 1 — 2 Hörner. Die Eckzähne fehlen, bei manchen auch die Vorderzähne, alle aber haben 7 starke Backenzähne, die Füße sind dick mit 3 nach vorn gerichteten Hufen. Das indische Nashorn hat 1 Horn, die Haut in bestimmte Falten gelegt, die Färbung dunkelgraubraun, in den Falten ockerroth, das afrikanische hat 2 Hörner und die Haut ist fast faltenlos, die Vorderzähne fehlen. Das suma- traische N. hat auch 2 Hörner, allein es besitzt auch Vorder zähne und einige deutliche Falten. DaS Nashorn ist ein störriges, dummes, schwerfälliges, großes Thier, 12' lang und 6—-7' hoch. ES ist aber friedlich und furchtsam und geht ungereizt den Men schen aus dem Wege; auch kann es gezähmt, aber nicht, wie der Elephant, abgerichtet werden. Das Fleisch wird gegessen und die Haut zu Schildern gebraucht, aus dem Horn dreht man Trink becher. d) Der Eleph ant (Elephas) zeichnet sich vor allen Thieren dadurch aus, daß seine Nase einen langen, beweglichen, aus- und einzieh baren Rüffel bildet, der auf 6' verlängert und auf die Hälfte eingezogen werden kann. Der Körper ist plump, die Haut dick und mit wenigen, borstenartigen Haaren bedeckt. Der Kopf ist groß, mit langen Ohren und sehr kleinen Augen. Aus dem Oberkiefer ragen zwei sehr große Stoßzähne hervor, Schneide zähne und Eckzähne fehlen. Backenzähne hat jeder Kiefer 1 oder 2, selten 3. Der Rüffel mit seinem fingerförmigen Anhang dient nicht nur als Geruchsorgan, sondern auch zur Ergreifung der Nahrungsmittel, um sie in den Mund zu bringen. So plump wie der Körper sind auch die Füße, die vorn 5, hinten 4 Hufe haben. Der nicht sehr lange Schwanz endigt mit einem Büschel starrer Borsten. Die Elephanten sind die größten Landthiere, sie bewohnen die heißen Gegenden von Asien und Afrika und sind psian- zenfressend. Von den bekannten 2 Arten ist nur eine als Hausthier zum Ziehen und Tragen geeignet, von der andern braucht man nur die langen Stoßzähne, die das Elfenbein liefern. Der Elephant wird gewöhnlich 10—14' hoch au den Schultern und hält sich in großen Truppen beiderlei Geschlechts zusammen. Das merkwürdigste Werkzeug ist der Rüffel, er schleudert damit den stärksten Tiger zu Bode», kann aber damit auch die kleinsten Geldstücke vom Bode» aufheben, Prüpfe aus Flaschen ziehen, Knoten auflüsen k. Wenn er trinken will, füllt er den Rüffel mit Wasser und läßt es in den Rachen hinablanfen. Der Elephant wird schon seit den ältesten Zeiten im Hausstande gehalten. Obschon seine Anlagen häufig über schätzt worden sind, so gehört er doch zu den am meisten entwickelten Thieren, er ist sehr gelehrig, versteht leicht die Befehle seines Herrn, vollbringt seine Geschäfte mit einer gewissen Ueberlegung und läßt sich durch Schmeicheln und Versprechungen zu außerordentliche» Anstrengungen bringen. Empfangener Wohlthaten bleibt « ein gedenk, dagegen läßt er sich nicht ungestraft necken und beleidigen; einmal erzürnt, wüthet er fürchterlich. Ein erwachsener Elephant kan» eine Last von 2000—4000 Pfd. tragen, man bediente sich seiner früher in Kriegen, wo er Thürme mit Soldaten trug. Die Elephanten leben bloß von Pflanzen; ein zahmer bekommt täglich 100 Pfd. Reis, eben so viel Heu und Früchte und 30 Maß Wasser; Wein und ReiSbranntwein trinkt er sehr gerne. Wasser zum Baden ist ihm unentbehrlich, da die Haut sonst rissig würde. Wahrschein lich können sie 150 Jahre und darüber alt werden. Tafel XVII. a) Der Tapir (Tapirus Suillus). Die Nase in einen beweglichen, aber kurzen Rüffel verlängert, die Füße vorn mit 4, hinten mit 3 Zehen, der Schwanz sehr kurz. Der Körper ist plump, dünn behaart. Die Farbe braun. Der Tapir wird fast so groß, wie ein Maulesel, frißt Gras und Früchte und hält sich in sumpfigen Wäldern aus, er schwimmt sehr gut, wird hie und da zahm ge macht,, ist harmlos und gleicht in der Lebensweise sehr dem Schweine. Südamerika ist seine Heiniath, so wie Sumatra und Malakka. b) DaS Nilpferd (Hippopolamus amphibius) unförmlich und plump, die Haut nackt, bläulich braun, die Füße mit 4, in eine Reihe gestellte» Zehen. Der Kopf ist groß, die Schnauze breit angeschwollen. Die Beine sind dick und kurz, so daß der Bauch fast den Boden berührt. Das weite Maul hat oben und unten 4 Vorderzähne, sehr große Eckzähne, welche jedoch von den Lippen bedeckt werden, und außerdem noch 6—7 Backenzähne in einem Kiefer. Der Schwanz ist kurz, Augen und Ohren klein. Dieß schwerfällige Thier wird 11 —12' lang und über 2000 Pfd. schwer, hält sich bei Tage im Wasser und Schilf auf, schwimmt und taucht sehr gut und richtet bei Nacht in Reis- und Getreidefeldern großen Schaden an. Es ist dumm und friedfertig, geht aber gereizt mit blinder Wuth auf den Feind los. Die Haut ist an den meisten Stellen so dick, daß Kugeln nicht durchgehen. Das Fleisch wird gegessen und die Haut gibt ei» festes Leder. Die großen Eckzähne geben das schönste Elfenbein. c) Das Schwein (8us). Schnauze rüffelförmig und abgestutzt, die Füße mit paarweise hintereinander gestellten Hufen versehen; von diesen Hufen tritt nur das vordere, große Paar auf. Die Natur der Schweine ist allbekannt. ck) Das wilde Schwein (8. scrola kerus) bräunlichschwarz. Der Farbe wegen heißt es Schwarzwildpret; außerdenr heißt das Männ chen Eber oder Keuler, die Sau Bache und die Jungen Frischlinge. Die wilden Schweine bewohnen die Wälder von Europa und Mittelasien, werden 4 — 5' laug und 200—400 Pfd. schwer. Sie leben in Gesellschaften, die aus etlichen Sauen mit ihren Jungen und aus 2—2*/, jährigen Schweinen bestehen; die alten Keuler, die wie Einsiedler leben, gesellen sich nur zur Brunstzeit, die ums Ende November und Anfangs December fällt, zu den Bachen und treiben die Junge» davon, wo cs blutige Kämpfe gibt. Die Bache gebahrt 4—8 auch wohl 12 Junge im Dickicht und daun ist's ge fährlich, sich ihrem Lager zu nähern. Fleisch, Haut und Borsten werde» benützt. Tafel XVIII. Wiederkäuer. Das Kamel (Camelus). Auf dem Rücken finden sich ein oder zwei Fetthöcker. Der Kopf ist gestreckt, die Oberlippe stark gespalten, der Hals lang und gekrümmt und die Beine sind hoch. Die Zehen sind nicht ganz gespalten, sondern unten fast bis zur Spitze durch die schwielige Sohlenhaut verbunden und die Hufe sind deßhalb nur klein. An der Brust und an den Füßen finden sich Schwielen. Die Kamele sind überaus genügsame Thiere, die sich von trockenen stachligen Kräutern »ähren und 8—8 Tage lang ohne zu trinken aushalten können. Vermöge ihrer breiten Sohle» gehen sie mit Leichtigkeit über den Sand hinweg, ohne einzusinken, können schwer tragen, große Märsche machen und sind überhaupt gelehrig und gutmüthig. Das Kamel ist eigentlich das Schiss der Wüste, denn ohne dasselbe könnten die großen Sandwüsten von Afrika und Asien nicht bewohnt werden, und der Verkehr zwischen den dortigen Völkern würde aufhören. Es trägt eine Last von 1000 — 1500 Pfund. Auf Karawan-nretsen wird ihnen viel weniger auf gelegt. Wenn man das Kamel überladet, steht cs nicht eher auf, als bis man die Last erleichtert hat. Beim Araber der Wüste ist das Kamel Hauptreichthum, er trinkt seine Milch, ißt sein Fleisch, macht aus den langen Wollhaare» Zeuge und aus der Haut Leder, ja sogar der getrocknete Kamel-Mist ist in jenen holzarmen Gegenden ein wichtiges Brennmaterial. a) Das Dromedar (Dromedarius). Das Haar ist fein, wollig, grau oder braun. Die Länge des Thieres beträgt au 8 Fuß. Es findet sich ln Nordafrika, Arabien und Persien und kommt nirgends mehr wild vor. Musik fördert den Gang dieser Thiere. Im Tos kanischen ist preß Thier seit 200 Jahren einheimisch gemacht wor den, wo ungefähr 170 Stück gehalten werde». b) Das Trampelthier (C. Bactrianus) mit zwei Höckern auf dem Rücken. Größer und stärker, als das vorige, wird es an 11' lang. Dieses Thier findet sich bei den Tartaren, Tibetanern, Mongolen, Chinesen und selbst im wärmeren Theil von Sibirien, wo es ebenfalls zum Reiten und Transportiren der Waaren ge braucht wird, dagegen koniint eg nicht in Arabien und Afrika vor. Tafel XIX. a) Das Lama (Auchenia Lama). Die Zehen sind getrennt; auf dem Rücken kein Fetthöcker, der Schwanz kurz, an Brust und Knie sind Schwielen. Die Haare sind lang und kastanienbraun, verändern aber durch die Zähmung die Farbe. In der Größe kommt eS dem Hirsch ziemlich gleich. In den hohen Gebirge» von Peru trifft man die Lama zum Theil noch wild, in Heerden von 2—300 Stück. Sie laufen schnell, sind wachsam und nähren sich von dürren Kräutern. Gezähmt braucht man sie zum Last tragen auf steilen Gebirgswegen. Das Lama trägt 100 Pfund, läßt sich aber nicht überladen und legt täglich 4—5 Meilen zu rück. Das Fleisch ißt man und die Wolle wird zu Zeugen verarbeitet. b) Das Moschusthier (Moschus moschiferus). Die Hörner fehlen; die Eckzähne, die nur das Männchen hat, ragen weit aus dem Mund hervor, Farbe schwarzbraun; mit kurzem Schwanz. Es sind zierliche, schnelle Thiere und so groß, wie ein junges Reh, das Haar ist grob und die Jungen find geschäckt. In den Gebirgen von Asien, Tibet und dem südlichen Sibirien ist seine Heimath. Aenßerst furchtsam, meidet es die bewohnten Gegen den. Man jagt es wegen des Moschus, den die Männchen in einem Beutel am Bauche trage». Hüschthiere. c) Das Elennthier (Cemis Alces). Der Kopf gleicht einem Pferdekopf, unter der Gurgel steht ein Busch langer Haare, die Füße sind länger und dünner, als bei andern Arten. Das grobe und buschige Haar bildet ani Nacken eine kurze Mähne. Die Farbe ist schwarzbraun, am Bauche graulichweiß. Die Länge beträgt 8', die Höhe fast 6', die Schwere 6—7 Centner. Das Elennthier findet sich auf der ganze» nördlichen Erde in dichten, sumpfigen Waldungen, läuft außerordentlich schnell, wobei die Afterklauen an einander schlagen und klappern. In Deutschland kommt es nicht mehr vor, wie früher. Tafel XX. a) Das Nennthier (C. Taramlus). Das große, oben hand förmig getheilte Geweih trägt über der Stirne einen nach vorne gerichteten Zinken. Auch das Weibchen hat ein Geweih, die Füße sind stärker, aber niedriger, als beim Hirsch und die Hufe breit. Der Pelz ist dick und weich, im Sommer gelblichgrau oder braun, im Winter weißlich, die Länge des Thieres beträgt 6'. Die Rennthiere bewohnen den nördlichen Theil der alten Welt, theils gezähmt, theils wild; sie sind so schnell, daß sie in einer Stunde leicht 2 Meilen zurücklegen. Ihre Nahrung besteht in Blättern, Flechten, Mosen und Schwämmen. Der Rücken wird oft von den Larven der Rennthierbremse durchbohrt, so daß dieser oft voll schmerzhafter Beulen ist. Die Rennthiere find zu traulich und sanft und machen den Hauptreichthum der nördlichen Völker aus. Man braucht sie zum Reiten und Ziehen, ihre Milch ist nahrhaft, das Fleisch wohlschmeckend, die Haut gibt gutes Pelzwerk und festes Leder, aus den Knochen macht man Löffel und andere Geräthschaften, aus den Gedärmen Stricke und aus den Sehnen Zwirn. b) c) Der Edelhirsch (C. Elaphus) und die Hirschkuh. Das stattliche Geweih ist rund, vielästig mit zurückgebogenen Enden, der Pelz im Sommer röthlichbrann, im Winter röthlichgrau, der Schwanz kurz. Der Hirsch wird 6‘/j' lang und 3—5 Centner schwer. Vom vorder» Augenwinkel entspringt eine tiefe Furche, die Thränengrnbe, anfangs mit einer weiche», nach und nach aber verhärtenden Materie sich füllend, die Hirschbezoar heißt. Die Hirschkuh hat kein Geweih. Die alten Hirsche werfen Ende Februar, die Jungen in; März bis Mai ihre Geweihe ab. Schon nach 5 Tagen zeigt sich wieder ein weicher Knorpel, in 10—14 Wochen ist das Geweih wieder ersetzt, jedoch mit einer rauhen Haut (Bast) umgeben, welche der Hirsch an den Bäumen abreibt. Der junge Hirsch erhält nach dem ersten Jahr blos einen Spieß ohne Enden, nach dem zweiten Jahr setzt er eine Gabel auf, nach dem dritten bekommt er an beiden Geweihen 6 oder 8 Enden, mit den Jahren nimmt die Zahl der Enden aber ganz unbestimmt zu. Der Hirsch sieht, hört und riecht überaus gut und kann 30 Jahre alt werden. In ganz Europa und einem großen Theil von Asien ist er heimisch und lebt gesellig. Die alten Hirsche, die jungen Hirsche und die Hirschkühe mit ihren Jungen bilden ihre besondere Gesellschaft. Nach Sonnenuntergang gehen sie ihrer Nahrung nach und ziehen sich in der Morgendämmerung in den Wald zurück. Sie fressen Saat, Gras, Laub, Haber, Kraut, Früchte re. Im Mai gebährt die Kuh ein oder selten 2 Kälber. Tafel XXI. a) Der Damm Hirsch (C. Varna). Geweih stach gedrückt, breit, am Ende handförmig ansgebreitet; der Schwanz mittellang; der Pelz im Sommer rothbraun mit weißen Flecken, im Winter mehr grau und fleckenlos. Er unterscheidet sich vom Edelhirsch nur durch kleinere Statur und findet sich in Deutschland und den milderen Ländern Europa'S. d) e) Das Reh (6. Caprcolus). Gehörn klein, knotig, am Ende gablig; der Schwanz unmerklich und die Farbe im Sommer braunrot, im Winter grau. Das Reh lebt wie die Ziege, gleicht aber i» Gestalt und Farbe dem Hirsch, nur ist eS schöner und leichter gebaut. DaS Weibchen ist nicht gehörnt. Der Bock wirst im November sein Geweih ab. Diese Thiere leben in Gesellschaft von 3 — 5, seltener 10—12 Stücken zusammen. Der Bock beglei tet beständig die GeiS, deren er eine oder zwei, höchstens drei hat und vertheidigt muthig seine Familie. Das Reh ist vorsichtig und scheu, sucht Abends und Morgens seine Nahrung. Die Gais setzt im Mai und Juni gewöhnlich zwei Junge. Das Fletsch ist treff lich und das ganze Jahr genießbar. st) Der Klippspringer (Antilope oreolragus). Hörner rund, ge ringelt oder spiralförmig gedreht, das Kinn meist bartlos und der Schwanz kurz. Hörner haben theils nur die Männchen, thcils beide Geschlechter. Die Antilopen sind schlanke, schön ge baute, schnelle, starke und scheue Thiere, die theils den Hirschen und Rehen, theils den Ziegen und Rindern sich annähern. Man findet sie von der Größe eines Rehes bis zu der eines mittleren Pferdes. Sie kommen nur wild in großen Hecrden vor und werden ihres Fleisches und Felles wegen häufig gejagt. Tafel XXII. a) Die Giraffe (Camelopardalis Giraffa). Die Hörner kurz, mit behaarter Haut überzogen. Der Kopf ist lang und schmächtig. Der Hals außerordentlich lang, der Rücken nach hinten steil ab fallend, der Leib kurz und die Borderbeine länger als die hintern, die Farbe ist weißlich mit gelben Flecken. Die Giraffe ist das höchste aller Säugethiere, denn es wird 18" hoch. Es ist ein sanftmüthiges, schönes und schnelles Thier, welches das Innere von Afrika bewohnt, in kleineren Truppen vorkoinmt und Banm- blätter und Gras frißt. Es hebt beide Füße derselben Seite zu gleicher Zeit, daher der Körper beständig schwankt, wobei der lange Hals sonderbar hin- und herbaumelt. In Europa wurde es früher selten gesehen; 1824 brachte man eine lebende Giraffe als Geschenk des Paschas von Aegypten nach Paris. Die nach Wien und London gebrachten Giraffen sind bald darauf gegangen, während die in Paris noch leben. b) Die Gemse (A. Rupicapra). Hörner aufrecht, hackenförmig, an der Spitze glatt. Der Pelz ist im Frühling weißgrau, im Sommer rvthbraun, im Herbst dunkelbraun und im Winter schwarz. Die Gemse gleicht viel der Ziege; man trifft sie in den hohen Alpen von Baiern, Tyrol, der Schweiz und Savoyen in Truppen von 5 — 40 Stücken. Im Sommer nähren sie sich von den besten Alpengewächsen, im Herbst und Winter von Laub, dürrem Gras, Moos und Flechten. Die Gemsen find für das Leben auf den Bergen ganz gebaut, fie springen über Felsklippen von 21" Weite mit außerordentlicher Gewandtheit und Sicherheit; aber laufen können sie nicht gut. Sie find außerordentlich wach sam und geben, wenn fie etwas Verdächtiges wittern, einen lauten Pfiff von sich. Mit Lebensgefahr stellen die Gemsenjäger diesen Thteren nach. Das Fletsch der jungen Thiere wird sehr geschätzt und das Fell gibt vortreffliches Leder. c) Die Gazelle (A. Koreas). Hörner schwarz, leierförmig, gerin gelt, der Oberleib fahl, der Unterleib weiß. Die Gazellen find so groß wie ein Reh und leben in unzählbaren Heerden in Nord afrika, Arabien und Syrien. Wegen ihrer zierlichen leichten Ge stalt und der hellen schönen Augen gelten diese Thiere im Orient j als das Sinnbild der Schönheit. Tafel XXIII. a) b) Der Stier (Bos Taurus) und die Kuh. Die Hörner sind lang, rund und auf der Leiste stehend, welche die t&iirn vom Hin terhaupt trennt, die Stirne flach und länger als breit. . Diese Thiere zeichnen sich durch die schlaffe Haut am Hals aus, die man Wamme nennt. Man findet diese Thiere in allen Welttheilen. o) Der Moschus- oder Bisam Ochse (Los rnoschatus). Seine Hörner sind auf der Stirue mit einer Naht verbunden; das Weibchen hat kleinere Hörner, welche getrennt sind. Die Nasen spitze ist mit kurzen und der Körper mit laugen, bis auf die Erde reichenden Haaren bedeckt. Beine und Schwanz sehr kurz. Er ist der kleinste Ochse, hat eher das Ansehen eines Schafs, erreicht kaum die Höhe einer kleinen Kuh, lebt im Norden von Amerika und wird noch in Grönland angetroffen. Am liebsten sind ihm felsige Gegenden, da er wie eine Ziege auf den Felsen umherklettert. Die Männchen sind sehr kampflustig. Ihren Namen haben sie von dem ihrem Fleisch anhäugenden MvschuSgeruche, der dasselbe fast ungenießbar macht. AuS den Schwänzen machen sich die Eskimo's Mützen. <I) Das Zebu (Zebu). Dieser Ochse hat einen Fleischhöcker auf dem Rücken, der an 50 Pf. schwer werden kann. Diese Race hat die Stärke unsers Rindes und ist in Indien, Persien, Ara bien und Afrika heimisch. Das Thier ist ziemlich schnell und wird allgemein zum Reiten gebraucht. Tafel XXIV. a) Der Büffel (Ros Bubalus) zeichnet sich durch große kantige Horner aus. Haut und Hörner sind schwarz, eine Wamme ist nicht vorhanden. Die Länge beträgt über 8" und das Gewicht gewöhnlich über 1000 Pfund. Der Büffel stammt aus Indien und ist jetzt in Asten, Afrika, der Türkei, Italien und Ungarn als Hausthier verbreitet. Er ist ein wildes, zorniges Thier, das nur durch einen Ring in der Nase gebändigt werden kann, er ist ein guter Schwimmer und seine Stimme ist ein fürchterliches Brüllen. Man braucht ihn zur Fortschaffung schwerer Lasten, da er so viel als zwei Pferde ziehen kann. Das Fleisch wird gegessen und die Milch ist sehr schmackhaft. Ziegen. b) c) Die Hausziege (Capra Hircus). Die Hörner sind stark zusammengedrückt, gerunzelt, und nach hinten gekrümmt. Das Kinn ist gebartet und der Schwanz kurz. Das Männchen (der Bock) hat zur Zeit der Fortpflanzung einen widerlichen Geruch. Es gibt gehörnte und ungehörnte Weibchen. Die Hausziege ist fast über den ganzen Erdboden verbreitet. Ihr Muthwillen und ihre meckernde Stimme stnd allgemein bekannt, st) Der Steinbock (Aegoceros Ibex). Die Hörner sehr lang, viereckig, vorn flach und mit starken Querleisten belegt, Bart kurz. Bei alten Böcken werden die Hörner 2 1 /lang und 10 bis 16 Pfund schwer, während die der Gais nur 1'/-' lang werden. Das Weibchen ist bartlos. Die Beine stnd etwas dick, die Haare im Sommer kurz, im Winter länger; Farbe rothgrau. Die Länge beträgt 4'/-' und das Gewicht 180—200 Pfund. In den Alpen von Salzburg, Tyrol, der Schweiz und Savoyen fanden flch sonst diese Stcinböcke; allein ste sind fast ganz aus gerottet und kommen nur noch zwischen dem Monte-Rosa und dem Mont-Blanc vor, und es wird in wenigen Jahren dieses Thier ganz ausgerottet seyn. In Nahrung und Lebensweise hat der Steinbock viele Aehnlichkeit mit der Gemse. Die alten Böcke leben abgesondert, während die jüngeren mit den Gaisen in Gesell schaft von 10—15 Stücken sich Zusammenhalten. Tafel XXV. a) Die Bezoarziege (A. Aegagrus) graulich, mit schwarzem Rückenstreife, schwarzem Vordcrkopf und Schwanz, Hörner, denen der Hausziege ähnlich, kommt heerdenweise auf den Gebirgen Persiens vor und scheint eine verwilderte Hausziege zu seyn, da in den Alpen Von Bayern und Tyrol die meisten Hausziegen ähnliche Färbung haben. Die wichtigste unter den vielen Arten dieses Geschlechts ist die unter dem Namen der angorischen Ziege bekannte, von der das feine, seidenartig glänzende Haar zum Kamelgarn kommt. b) Die Kaschmirziege mit platten, spiralförmig gewundenen Hörnern und langen, glänzenden, ungelockten Haaren; unter den selben liegt der Flaum, aus dem mau kostbare Shawls bereitet. Diese aus Tibet stammende Ziege ist auch in Europa, namentlich in Frankreich eingeführt. d) Die Nepalziege. Mit gewölbtem Nasenrücken, kleinen Hörnern, sehr kurzem oder fehlendem Barte, hoher Gestalt, ähnelt den Schafen und stammt aus Nepal. Das Schaf (Ovis), unterscheidet sich von der Ziege durch den Mangel des Bartes und die schneckenförmige Windung der an ihrem unteren Ende zusamin-wgrdrückten Hövier. Die Weibchen find meist ungehörnt. e) D-r Argali (0. Argall). Die Hörner bei beiden Geschlech- '-vii; bei den Widdern bedeutend groß; der Leib mit langen Haaren oedeckt, unte welchen eine zarte Wolle liegt, rostfarben, an manchen Stellen ins Schwarze übergehend, die Unterfüße sind weiß. Der Argali ist beträchtlich größer, als unser Hausschaf. Er findet sich auf allen Hochgebirgen der Osthälfte Asiens und auf den Rochy-Mountains von Nordamerika, bildet hier kleine Rudel und kommt in seiner Lebensweise mit den Gemsen überein. Tafel XXVI. a) Der Muflon (0. Musimon) kleiner als voriger, Hörner nur mit halbem Umgang, den Weibchen fehlend. Die Haare schlicht, wie bei Rehen, rothfalb, mit dunkelm Nückenstrcif, die Heimath des Muflon sind die Gebirge von Korsika, Sardinien und den griechischen Inseln, wo er sich in großen Gesellschaften befindet. b) v) Das gemeine Schaf (0. Aries) unterscheidet sich von den wilden durch krausen Pelz statt straffer Haare und durch länger», hängenden Schwanz. Unser Schaf ist für den Hausstand gebo ren und hat sich schon den ersten Mensche», wie wir aus der Bibel wissen, traulich angeschloffen. Es ist bekanntlich ein gut- müthiges, furchtsames Thier, ohne heftige Leidenschaften, daher wohl das Sinnbild der Frömmigkeit. Die Männchen heißen Widder. Durch die Wolle, die es uns liefert, ist es eines der nützlichsten Thiere. Es gibt viele Arten. Eine der edelsten ist: d) Das spanische oder Merino-Schaf mit größer» Hörnern und dichter, sehr weicher, elastischer und fetter Wolle, die sehr geschätzt ist. Tafel XXVII. Die einhufigen Thiere sind grasfressend, nicht wieder- käucnd und stammen aus der alten Welt, a) Das Pferd (Equus Caballus). Ohren kurz und spitzig, der Schwanz langbehaart. Das Männchen heißt Hengst, das Weibchen Stute, das Junge Füllen. Das Vaterland des Pferdes ist das mittlere Asien, und schon seit den ältesten Zeiten ist es in die Dienste des Menschen getreten. Höchst wahr scheinlich stammen die wilden Pferd- von den zahmen ab. Die wilden Pferde sind außerordentlich schnell und ausdauernd, hal ten .sich in Truppen zusammen, sind aber viel unansehnlicher, als die gezähmten, indem sie dicke Füße und große unförmliche Köpfe habe». Das Pferd ist eines der edelsten, schönsten und nützlichsten Thiere. Stolz und muthig trägt es den Reiter, zieht es den Wagen und leistet dem Menschen unendlich viele Dienste. Durch die Zähmung und Zucht sind in de» verschiedenen Ländern mannigfache Raren entstanden, worunter die arabische, persische, andalustsche, englische, mecklenburger und Holsteiner am geschätztesten sind. Erst nach dem dritten Jahre dürfen die jun gen Pferde zum Reiten und Ziehen gebraucht werden, wenn sie tüchtig werden soll^i. Viele Völker essen das Fleisch der Pferde und die Mongolen und Tartaren trinken seine Milch als gewöhn liches Getränk. Die Bastarde vom Eselshengst und der Pferde stute heißen Maulthiere, die vom Pferdchengst und der Esclsstntc Maulesel. b) Der Esel (E. Asinus). Ohren lang, der Schwanz bloß am Ende behaart; die Farbe grau, mit dunkelm Kreuz auf den Schultern. Der Esel stammt aus Asien und ist dort ein schönes, schlankes, leicht gebautes und überaus schnelles Thier. Nach Norden gepflanzt hat er einen großen Theil der guten Eigen schaften verloren und ist bei uns ein Gegenstand des Spottes und der Verachtung geworden, obwohl er immerhin ein höchst nützliches Thier ist, sich mit Gras, Heu und Disteln begnügt und mit Sicherheit auf steilen Bergen und glatten Eisflächen ziemliche Lasten trägt. c) Das Zebra (E. Zebra) gelblichweiß, am ganzen Körper mit braunschwarzen Streifen belegt. Es hat die ^Gestalt und Grüße des Esels und bewohnt hauptsächlich die südlichen Theile Asiens. d) Das Quagga (E. Quagga). Dem vorigen ähnlich; nur sind die Füße nicht mit Streifen bezeichnet. Tafel XXVIII. а) Der Seehund, 9tobbe (Phoca vitulina). Kopf rundlich, Lippen mit starken Bartborsten besetzt. Wegen ihrer kurzen Füße können sich diese Thiere nur, wiewohl ziemlich geschwinde, auf dem Boden fortschleppen; um so besser können sie vermittelst ihrer Ruderfüße schwimmen. Der Kopf gleicht einem Hunds kopf mit stumpfer Schnauze, daher auch ihr Name. Diese Thiere haben große Seelenfähigkeiten und lassen sich leicht zäh men. Gesellig zusammenlebend bewohnen sie die kälteren Meere der nördlichen und südlichen Halbkugel. Um zu ruhen oder Junge zu werfen, gehen sie ans Land, entfernen sich aber nicht weit von der Küste. Bei Angriffen stehen sie einander bei und vertheidigen sich tapfer. I)) Der Seebär (Phoca ursina) braun, mit äußern Ohren, größer als der Seehund, ist für die Bewohner der Polarländer eben so wichtig und unentbehrlich, als das Kamee! für die Steppen bewohner von Arabien und Afrika, und die Eristenz der Grön länder und Eskimos ist ganz an dieses Thier geknüpft, von welchem sie alle Theile benützen. c) Der Seelöwe (PIroca jubata) gelblich, das Männchen mit löwenartig gemahntem Halse. Ein Männchen hat viele Weiber, diese werden von ihm bestraft, wenn sie sich von dem listigen Jäger ihr Junges rauben lassen. б) Das Wallroß (Trichechus). Die Eckzähne es Oberkiefers ragen weit über den Unterkiefer herab. Ein Eckzahn wird an 2' lang und kann 10 — 30 Pfund wiegen, die Masse ist wie Elfenbein. Der Leib ist lang gestreckt und robbenähnlich, der Kopf rundlich und die Schnauze aufgetrieben. Die Länge dieser Thiere beträgt 15—20', der Umfang des Leibes 10—12' und das Gewicht bis 2000 Pfund. Diese Thiere bewohnen die Eismeere, wo sie oft schaarenweise aus dem Eise liege». Es sind ruhige, friedliche Thiere, die angegriffen sich gegen den Menschen stellen und einander treulich beistehen. Man fängt sie des Thrans und der Zähne wegen. e) Der Manati (Trichechus Manalus) wird von Manchen auch zum Geschlechte der Wallroffe gezählt, mit handartigen Vorder flossen und einem in eine eiförmige Flosse endenden Leib. Dieses sinnige Thier, das sich von Gras und Tangen nährt, lebt an den Flüssen und Küsten der wärmeren Länder von Amerika. Tafel XXIX. a) Der Wallfisch (Balaena Mysticetus). Die Haut ist stark und nackt, unter ihr liegt der Speck, wegen dessen Gewinnung der Walisisch verfolgt wird. Die Nasenlöcher stehen nicht an der Schnauze, sondern weit oben und dienen nicht nur zum Luftathmen, sondern spritzen auch Wasser ans. Die Farbe ist oben schwarz, unten weiß, doch gibt es auch ganz schwarze. Daö Fleisch ist roth, grob, trocken und widerlich riechend. Die Zunge ist weich, fett, fast an 18' lang, 10' breit und 600-800 Pfund schwer; der Mund ist zahnlos. Im Oberkiefer hängen jeder- seits 300 senkrecht gestellte, gekrümmte horuartige Blätter, Bar is» genannt, welche am Ende ausgefascrt sind/und dazu dienen, dw kleinen mit dem Wasser eingenommenen Weich- und Schal- thiere, welche die einzige Nahrung dieses riesenhaften Thieres bilden, beim Austritt des Wassers aufzufangen. Diese Barten liefern das bekannte Fischbein, bas bei einem großen Wall fisch 3000 Pfund ausmacht. Die Länge des Thieres beträgt 50—60'; viel größere hat es zu keiner Zeit gegeben. Der Kopf ist 16—20' lang und 10—12' breit, der Rachen läßt sich so weit aussperren, daß er ein. ziemlich großes Boot fassen kann. Der Umfang am dicksten Theil des Körpers beträgt 35—40' und der Schwanz ist 5—6' lang und 18—24' breit: in ihm hat das Thier eine ungeheure Gewalt und kann damit Boote zertrüm mern. Das ganze Gewicht des ausgewachsenen Wallfisches be trägt über 200,000 Pfund. Man trifft dieses Meeruugeheuer in allen Meeren, besonders aber in denen des nördlichen Polar kreises. Merkwürdig ist, daß dieses ungeheure Thier einen kaum 4" weiten Schlund hat. Das Junge ist bei der Geburt 10 bis 14' lang und wird von der Mutter unter den Vor derflossen mit herumgetragen und sehr sorgfältig behandelt. Man sängt das Thier mit Harpunen, welche an langen Seilen befestigt dem Thier in den Leib geworfen werden, woraus es getroffen mit unglaublicher Schnelle in den Grund schießt; aber, um zu athmen, bald wieder an die Oberstäche kommen muß, wo es dann von Neuem verwundet wird, bis es endlich todt an der Oberfläche treibt. Nun wird der Speck streifenweise nebst der Zunge und den Barten ausgeschnitten und das Uebrige den Raub- thieren überlassen. Der Gewinn von einem Walisische kann sich gegen 5000 Thaler belaufen. b) Der Pottfisch (Physeler macroccphalus). Der Rücken schieferblau. Bauch weißlich. Die Länge beträgt 60—70' und der Umfang 52'. Es ist ein unförmliches riesenhaftes Thier, dessen Kops '/ 3 der ganzen Länge beträgt. Der obere Theil des Kopses hat große Höhlungen, in denen der Wallrath, eine flüs sige, ölige Materie enthalten ist, welche an der Lust gerinnt, sich krystallisirt, gereinigt glänzend weiß wird und treffliche Lich ter, Pomade und Seife gibt. Der Oberkiefer ist zahnlos, der Unterkiefer mit starken Zähnen besetzt und die Nasenlöcher in ein Spritzloch vereinigt. Der Pottfisch ist das fürchterlichste Raubthier des Meeres, er verfolgt Delphine, Seehunde und Fische und verschluckt klafter lange Haye. Man findet dieses Meerungeheuer in allen Meeren und fängt es seines Wallrathes, Speckes und Ambras wegen. Die Ambra findet man in den Eingeweide» in Kugeln; sie scheint ein krankhaftes Erzeugniß zu sehn und wird zu wohlriechenden Sachen, sonst auch als nervenstärkendes Mittel gebraucht. Tafel XXX. a) Der Narwall. See-Einhorn (ülonockon rnonoceros), weiß- gelb, mit unregelmäßige», grauen und schwärzliche» Flecken. Ans dem Oberkiefer ragt als Zahn ein langes, gerades, spiralförmig gewundenes Horn hervor. Die Länge beträgt 16—20' und die des Zahnes 0'. Der Kampf des Narwall mit dem Wallfisch ge hört zu den Fabeln; man weiß nicht wozu dem Thiere das Horn dient. Wegen des Speckes und des Hornes, welches zu Drechs- lerarbeiten verwendet wird, erlegt man den Narwall. b) Der Delphin (Delphinus Delphis) beide Kiefer mit starken, kegelförmigen Zähnen besetzt und die Spritzlöcher vereinigt. Die Schnauze ist bei vielen schnabelförmig niedergedrückt. Die Farbe ist oben schwarz, unten weiß, die Länge 6—10'. Die Delphine leben gesellig und schwimmen bekanntlich ungemein schnell, fie folgen den Schiffen nach, um zu erhaschen, was etwa herausgeworfen wird. Sie nähren sich meistens von Fischen, denen sie gefährliche Feinde sind. Man findet den Delphin fast in allen Meeren. Naturgeschichte der Säugethieve in Bildern, treu theils nach der Natur, theils nach den ansgezeichnetsten zoologischen Bildersammlungen gezeichnet, sein und getreu colorirt zum Anschauungsunterricht für die Jugend Schulen und Familien nach der Anordnung des allgemein bekannten und beliebten Lehrbuchs der Naturgeschichte passend, mit erklärendem Terte in deutscher und französischer Sprache. Stuttgart und Eßlingen. Verlag v. Schreiber u. Schill 
