Tsingtau. Erwerb, Blüte und Verlust Von A.». Zanson, General der Infanterie z. S, Berlin'tS^S/Ernst Siegfried Mittler und Sohn Königliche Hofbuchhandlung. Tsingtau. Erwerb, Blüte und Verlust Von A. v. Janson Gonernl de>' Infnnterie ^ D. MnW. WNU öertirl,. Berlin 1915 ^ Ernst Siegfried Mittler und Sohn Königliche Hofbnchhandlnng, Kochstrasze 68—71Vortrag gehalten am 21. Januar 1915 zum Besten der Vereinigung „Abhilfe der Not der gebildeten Frau" Alle Rechte ans dein Gesetze vom 19. Juni 1W1 sowie das M'elsetzungsl'echt sind vorl'ehalten.1" „L> Königin, Du weckst der alten Wunde Unnennbar schmerzliches Gefühl." So läßt Virgil den Äneas sprechen, als Dido ihn zum Bericht über den Fall Trojas auffordert. Ich soll vom Geschick Tsingtaus erzählen, die Wunde berühren, deren Schmerz das ganze deutsche Volk empfindet. Warum diese Qual? Die Wunde soll weiter brennen, uns dauernd daran erinnern, w e m wir den Raub dieser Musterstätte deutschen Fleißes und deutscher Kultur verdanken. Darum will ich zu berichten versuchen vom Erwerb, von der Blüte und vom Verlust unseres schönen ostasiatischen Schutz gebietes. Deutschlands Handel in Ostasien blühte seit langer Zeit, ohne ein eigenes Heim zu besitzen. Die deutschen Handelshäuser waren wegen ihres betriebsamen Wettbewerbs und des unüber troffenen Fleißes ihrer Mitglieder und Angestellten wenig be liebte Gäste in fremden Kolonien, uud doch waren sie auf fremde Hilfe angewiesen, sowie in China fremdenfeindliche Be wegungen drohten. Unsere zum Schutze des Handels bestimmten Kriegsschiffe entbehrten eines eigenen Stützpunktes. England, Rußland, Frankreich besaßen Kolonien und Häfen, sogar Por tugal war Macao als Rest verschwundener Herrlichkeit ver blieben. Die sogenannten internationalen Niederlassungen an der chinesischen Küste, wie die in Schanghai und auf der Insel Schamin bei Canton, gehörten überwiegend der englischen Machtsphäre an, so daß auch da die Deutscheu nicht zu ihrem vollen Recht kamen. Allerdings bestanden im Jahre 1898 nur 107 deutsche Firmen in China gegenüber 398 englischen. Aber in den 25 Jahren von 1872 bis 1897 nahm die Anzahl deutscher Firmen doppelt so stark zu, wie die der englischen, während der4 Bevölkerungszuwachs im umgekehrte» Verhältnis stieg. Das Bedürfnis, den immer wertvoller werdenden Handel zu schützen, wurde wunderlicherweise nicht genügend in den unmittelbar beteiligten Kreisen erkannt, die von einer deutschen Kolonie so gar einen unerwünschten Wettbewerb befürchteten. Weitsichtiger zeigte sich die Regierung des Deutschen Reiches, und in erster Linie war es das Reichsmarineamt, das dieser Frage sein tat kräftiges Interesse zuwandte. Die besten Plätze waren längst vergeben, als Deutschland beginnen konnte, Weltpolitik zu treiben. Ein so günstig gelegener und so leicht zu verteidigen der Platz wie die englische Insel Hongkong war nicht mehr vor handen. Man mußte sich mit weniger Gutem begnügen und folgte bei der Wahl des Kiautfchou-Gebietes der Anregung des großen Geographen Freiherrn v. Richthofen. Es soll nicht ver schwiegen werden, daß ein preußischer Offizier ohne Kenntnis des Richthofenfchen Reisewerkes, lediglich durch Kartenstudium, als Deutschland noch an keine Erwerbung in Ostasien dachte, gleichfalls die Wichtigkeit der Kiautfchou-Bucht erkannt und sie dem damaligen chinesischen Gesandten in Berlin auf Befragen als geeignet zum Kriegshafen vorgeschlagen hatte. Es ist dies der heute noch lebende hochbedeutende Ingenieur-Oberstleutnant Reinhold Wagner. Der jetzige Staatssekretär des Reichs marineamts, Großadmiral v. Tirpitz, hat dann als Chef des Kreuzergeschwaders die Bucht selbst aufgesucht und Anlaß ge geben, daß der Geheime Baurat Franzius im Januar 1897 mit einer näheren Untersuchung au Ort und Stelle behufs Ausbaues eines Hafens beauftragt wurde. Sein Urteil lautete günstig, aber China zeigte sich zur Hergabe des Gebietes nicht bereit, bis ein unerwartetes Ereignis Gelegenheit gab, dem deutschen Wunsche Nachdruck zu verleihen; es war die Ermordung von zwei deutschen Missionaren der katholischen Steyler-Mission in der Provinz Schantung zu Anfang November 1897. Auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers besetzte der Chef des Kreuzer geschwaders Vizeadmiral v. Diederichs am 14. November 1897 die Kiautschou-Bucht. 2W0 Mann wurden bei dem Fischerdorfe Tfingtau gelandet ohne Widerstand der in den Küstenbefestigun gen befindlichen Truppen. Es wurden Verhandlungen mit der chinesischen Regierung in Peking angeknüpft, und durch Ver trag vom k. März 1898 wurde das Kiautschou-Gebiet auf 99 Jahre an Deutschland verpachtet. Unter derselben Formwar vor einigen 60 Jahren Hongkong den Engländern über lassen worden. Das verpachtete Gebiet umfaßte nur 531,7 Ckw Land einschl. 43,6 ykm Inseln. Im Osten geht die Grenze durch das Lauschan-Gebirge, folgt im Norden dem Laufe des Paifchaho und dann dem Ufer der Bucht, westlich von ihrer Einfahrt noch die Halbinsel Haithfi einschließend. Innerhalb einer neutralen Zone von 50 um das Gebiet, der sogenannten Interessensphäre, durfte China vertragsmäßig ohne Zustimmung der deutschen Regierung keine militärischen Maßnahmen treffen. Innerhalb dieser Zone liegt die große Stadt Kiautschou, die also nicht zu dem deutschen Bereich ge hörte, wohl aber der Bucht und somit dem Schutzgebiete den Namen gegeben hat. Durch Kaiserliche Verordnung vom 27. April 1898 wurde das Pachtgebiet zum Schutzgebiet erklärt. Als solches wurde es indessen nicht der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes (jetzt Kolonialamt) unterstellt, sondern ging regelrecht in die Verwaltung der Marine über. Kapitän zur See Rosendahl wurde der erste Gouverneur. Diese Ab weichung von der Regel erklärt sich durch die Notwendigkeit, einen festen Stützpunkt für die Flotte zu schaffen, und in der Tat glich Tfingtau in erster Zeit mehr einer Militärkolonie als einer kaufmännischen Niederlassung. Die Marineverwaltung hat indessen nicht einen Augenblick außer acht gelassen, daß es darauf ankam, das Hinterland dem deutschen Handel in fried licher Weife zu erschließen und den zum Schutze des Handels in Ostasien bestimmten Kriegsschiffen einen Stützpunkt zu ge währen. Wir werden noch sehen, wie die Marine diese fried liche Aufgabe in der Vollendung gelöst hat. Es folgten die Gouverneure Jäfchke, v. Truppel und Meyer-Waldeck. Der in hügeligem Gelände gelegene Ort Tfingtau ist auf der Landseite von amphitheatralisch ansteigenden Höhen eingeschlossen, zunächst im Halbkreise von den Iltis-, Moltke- und Bismarck-Bergen. In weiterer Entfernung steigen in der Nähe der Südküste die Prinz-Heinrichs-Berge (höchste Höhe 33V m) auf, von denen sich in nordwestlicher Richtung allmählich abfallend ein Höhenzug bis zur Kiautschou-Bucht hinzieht. Es folgt nach Osten am Meere die bis 390 m ansteigende Berg gruppe des Kaiserstuhls und endlich das Hochgebirge des Lauschan, das im Lauting, bereits jenseits der Grenze, eine Höhe von 1139 m erreicht. Der Granit liegt in weitem Umfange v. Janson, Tfingtau. 2— 6 — zutage und ist infolge des Vorherrscheiis von Feldspat in dein feuchten Klima stark verwittert, so daß die Bergkämme bizarre Formen annehmen und in der Entfernung an den Dent du Midi und andere Kalksteinformationen am Genfer See erinnern. Vom Lauschan strömen viele Wasserläufe der Bucht zu, die be deutendsten sind der Litsun-Fluß und der Grenzfluß Paifchaho. Aus der eigenartigen Gestaltung des Geländes ergab sich die Form der Lösung der ersten Aufgabe der Verwaltung: Unterkunft, Hafenbau für das Geschwader und für den Handel, Verbindung mit dem Hinterlande, Landeskultur und Sicherung. Untrennbar davon war die Anbahnung naher Beziehungen zu den Landeseinwohnern und zur Provinzialregierung von Schantung unter dem leitenden Grundsatze, Vertrauen zu er werben, nicht als Eroberer oder Ausbeuter zu erscheinen, viel mehr sich als Freunde zu bewähren. Selbstverständlich sollten der deutsche Ansiedler, Kaufmann und Industrielle ihren Ge winn haben, aber ohne Übervorteilung des Chinesen. Steigen der Wohlstand der Eingeborenen mußte auch den Deutschen zu gute kommen, ebenso wie Steigerung der chinesischen Leistungs fähigkeit im Ackerbau und auf industriellem Gebiete. Diesen Be strebungen reihten sich Maßnahmen zur Hebung der geistigen Kultur und der Förderung des gegenseitigen Verständnisses an, der Wirkungskreis der Missionen und der Schulen. Auf allen diesen Gebieten ist innerhalb 17 Jahren Außer ordentliches geschaffen worden. Aus einem Fischerdorf hat sich eine blühende moderne Stadt entwickelt. Das war schon der Eindruck, als es mir im Sommer 1903 vergönnt war, unsere aufblühende Kolonie zu besuchen und von feiten der Kaiserlichen Marine eine mit der Uberfahrt von Japan beginnende Gast freundschaft zu genießen, wie man sie eben nur bei unserer Ma rine findet. Ich muß bekennen, daß ich in etwas skeptischer Stim mung die Reise antrat, fast nur ungünstige Urteile waren bisher zu meinen Ohren gekommen. In Hongkong hatten sich deutsche Kaufleute absprechend geäußert, das Urteil der Deutschen in Japan klang nicht hoffnungsfreudig, und der englische Marine- Attachö in Tokio, Kapitän Troubridge, derselbe, der vor eini gen Monaten als Admiral seines Kommandos im Mittelmeer enthoben wurde, meinte überlegen lächelnd, die Anlage sei sehr schön und die Hafenanlage werde die großartigste Ostasiens wer den, „aber wo bleibt der Kaufmann?" Ich konnte nur erwidern,2» daß auch Hongkong, jetzt das Muster eines gewinnbringenden Handelsplatzes, fünf Jahre nach der ersten Besiedelung auf gegeben werden sollte, und daß England bei der Verteilung der Erde in der glücklichen Lage gewesen sei, die Vorhand zu haben. Trotz verhältnismäßig kurzen Aufenthalts in Tsingtau drängte sich mir dann die Überzeugung auf, daß alle Vorbedingungen für eine blühende Entwicklung vorhanden waren. Mit weit schauendem Blick war der Grund zu großzügigen Anlagen gelegt worden, es war ein etwas weites Gewand, in das der jugend liche Körper noch hineinwachsen mußte. Er war hineingewach sen, als uns diese Perle geraubt wurde, — auch der Kaufmann hatte sich auf sich selbst besonnen und war gekommen. An Stelle der ursprünglichen nur der notdürftigen Unter- k unft dienenden Wohnhäuser traten immer schönere und besser eingerichtete Gebäude, und die Straßenanlagen entsprachen allen Bedürfnissen einer Großstadt. Elektrische Beleuchtung, Wasser leitung und Kanalisation entstanden, und mit Hilfe verständiger Bauvorschriften wurden außerordentlich günstige Vorbedingun gen für die Gesundheit geschaffen. Tsingtau, ursprüngliich nichts weniger als gesund, stand bald hoch über der englischen Muster kolonie Hongkong, in der in gewissen Stadtteilen epidemische Krankheiten einschließlich der Pest nie aufhören, und gegen die man dort als äußerstes Mittel nur das Niederbrennen des be treffenden Häuserblocks anzuwenden weiß. Eines der wichtig sten Vorbeugungsmittel gegen Epidemien bestand in der grund sätzlichen Trennung der Europäer und Eingeborenen in ver schiedenen Stadtteilen, eine Maßnahme, die erst durchbrochen wurde, als während der chinesischen Revolution eine größere Zahl gebildeter und wohlhabender Chinesen in dem deutschen Gebiete, in dem, wie auf einer Insel im brandenden Meer, allein Ruhe und volle Sicherheit herrschte, Schutz suchten. Auch in den Chinesenvierteln wurden gute Wohnungen geschaffen und auf Reinlichkeit gehalten. Der Gesundheitspflege reihte sich eine vorbildliche Krankenpflege an, der sich zuerst die Faber-Mission annahm. Die Marineverwaltung trug Sorge da für, daß sich unter den nach Tsingtau entsandten Marineärzten auch tüchtige Spezialisten befanden. Einem von ihnen gelang es, dem eine herannahende Erblindung befürchtenden chinesischen Gouverneur in Schantung lediglich durch Auswechslung der Brille sein volles Augenlicht wiederzugeben. Damit war den— 8 — deutschen Ärzten die Bahn geebnet. In ihre Klinik und Poli klinik drängten sich die Chinesen, in einem Tempel in der Stadt Kiautschou wurde mitten unter Bildnissen von Buddhas und Bodhisatvas kuriert und operiert, und in der Provinzialhaupt- stadt Tsinansu leitete ein deutscher Sanitätsoffizier ein chinesisches Krankenhaus. Das schöne große Gouvernementslazarett wurde gebaut und in einem romantischen Hochtale des Lauschan ent stand das Genesungsheim Mecklenburghaus. Nächst der Unterkunft mußte die Fürsorge dem Hafen bau gelten. Der älteste für Dschunken geeignete Hafen befand sich nicht bei Tsingtau, sondern im Norden der Bucht, bestimmt, den Verkehr nach der Chinesenstadt Kiautschou zu vermitteln. Je mehr seine Fahrrinne versandete, desto belebter wurde der neue Dschunkenhafen oder kleine Hafen von Tsingtau. Daneben entstand dann der ebenso geräumige wie zweckmäßig ausgebaute große Hafen, dessen Bau 1899 begonnen wurde. Mit dem Benutzbarwerden der Hafeneinrichtungen und dem wachsenden Handel mehrte sich die Zahl der ein- und auslaufenden Schiffe sehr rasch. Von 1902 bis 1911 ist ihr Gesamtraumgehalt von 494 090 Registertonnen auf über 2 Millionen gestiegen. Im Jahre 1911/12 verkehrten 727 und 1912/13 bereits 992 Schiffe, also eine Zunahme von 173 in einem Jahre. Im letzten Be richtsjahre liefen 317 Schiffe unter deutscher Flagge Tsingtau an, gegen 243 im Vorjahre. Vom Herbst 1914 an war ein ver mehrter Verkehr des Norddeutschen Lloyd und der Hamburg- Amerika-Linie in Aussicht genommen. Mit der Entwicklung des Hafens, der mit den besten Lösch- und Ladevorrichtungen versehen wurde, ging der Bau von Werftanlagen Hand in Hand. Ursprünglich hatte man sich mit ziemlich bescheidenen Reparaturwerkstätten begnügt; die fertig gestellte Werft diente nicht nur der Marine, sondern führte auch private Aufträge aus. Ein großes Schwimmdock war vor handen. Auch die Privatindustrie machte allmählich auf ver schiedenen Gebieten Fortschritte. Eine Lebensfrage für das Gedeihen der Kolonie und vor allem für den Flottenstützpunkt Tsingtau war die Erschließung eigener Kohlenlager. Das Vorhandensein von Kohle, die Voraussetzung des Erwerbes, war längst festgestellt. Doch gelang es erst nach jahrelangen Bohrversuchen, eine allen An sprüchen genügende Kohle in hinlänglicher Mächtigkeit im nahen— v — Hinterlande zu finden und abzubauen. Dadurch wurden unsere Schiffahrt und namentlich unsere Kriegsschiffe von der Einführung japanischer und englischer Kohle unabhängig. Die Notwendig keit, den Hafen mit den Kohlenfeldern zu verbinden, in deren Nähe sich auch vielversprechende Erzlager fanden, erforderte den Bau einer leistungsfähigen Eisenbahn. Die Schantung-Berg- bau-Gesellschast erbaute die Schantungbahn, die in die Kohlen reviere von Weihsien und Poschan führte, um dann auch nach der Provinzialhauptftadt Tsinanfu und weiter fortgesetzt zu werden. Eine Schantung-Südbahn sollte die Verbindung mit der fruchtbaren Provinz Honan herstellen, die Schantung-West- bahn an die Peking-Hankau-Bahn anschließen. „Beide Bahnen", heißt es in dem letzten „Nauticus", „werden Kiautschou immer mehr in das große chinesische Wirtschaftsgebiet hineinwachsen lassen, so daß es einen Teil des großen China und nicht eine ausländische Kolonie darstellt. Wie für die wirtschaftliche Er schließung durch Eisenbahnen das Jahr 1913/14 einen Markstein unserer Kolonie bildet, so auch für die industrielle Entfaltung. Denn nach langein Bemühen ist es gelungen, deutsche Unter nehmer für die Errichtung eines Eisenwerkes im Schutzgebiet zu gewinnen." — So war die Aussicht, — und dasselbe Jahr ent riß uns die hoffnungsvolle Kolonie. Der Gesamtwert des Handels betrug im letzten Jahre 200 Millionen Mark, 21 Millionen mehr als im Vorjahre, also eine Steigerung um 5,3 v. H. Davon kamen auf die Gesamt einfuhr 121,3 Millionen, auf die Ausfuhr 79 Millionen. Die Einnahmen des chinesischen Seezollamtes hatten sich im letzten Jahre um 34 v. H. gesteigert. Obwohl das Schutzgebiet selbst nur eine unerhebliche für den Ackerbau geeignete Fläche umfaßte, so ist die Verwaltung doch dauernd bestrebt gewesen, die landwirtschaftliche Kultur zu heben. Diese leidet in dem zwischen dem Lauschan und der Bucht liegenden schmalen Streifen ebenen Landes und in dem nördlich sich anschließenden chinesischen Bezirke durch die nach Regen güssen plötzlich in den Bergen herunterströmenden Wassermassen, die den weichen Lößboden der Felder aufreißen und gleichzeitig den Bahndamm gefährden. Man wird an italienische Flüsse er innert. In breiten Betten fließt für gewöhnlich zwischen runden Kieseln nur ein schmaler Wasserfaden, der sich in kürzester Zeit zum breiten Strom zu entwickeln vermag. Die Ursache ist in.10 beiden Ländern dieselbe, die unvernünftige Zerstörung des Waldes. Die Chinesen achten Bäume, die keine Frucht tragen, nur als Brennholz, und wo man bei den Ortschaften einen Hain sieht, da sind es Bäume, die man nicht anzurühren wagte, weil sie auf dem geheiligten Boden eines Friedhofes stehen. Mit Holz wurde seit undenklichen Zeiten ein solcher Raubbau getrieben, daß längst Not eingetreten ist und die Landeseinwohner bemüht sind, selbst die dürre Grasnarbe mit eisernen Rechen von dem Gestein abzukratzen, um Feuerungsmittel zu gewinnen. Infolge dessen fehlt nicht allein der das Wasser regulierende Wald im Gebirge, sondern auch die für einen Nachwuchs unentbehrliche Humusschicht und die etwa durch Verwitterung neu entstandene dünne Erdkrume wird vom nächsten Regen wieder fortge schwemmt. Die Deutschen griffen das Übel an der Wurzel an, das heißt, man begann, Wald zu bauen, zuerst auf den Höhen un mittelbar um Tsingtau, eine ebenso schwierige wie entsagungsvolle Arbeit, deren Wirkung sich erst nach vielen Jahren äußern konnte. Was deutsche Forstleute hier unter den schwierigsten Verhältnissen geschaffen haben, ist in hohem Grade bewunderns wert. Die Heranziehung von Forstbeamten gab Anlaß zur An lage eines umfangreichen Versuchsgartens. Versuche zur Ein bürgerung der verschiedensten Nutzhölzer, Obstbäume und Nutz pflanzen aller Art wurden gemacht, und das schlechte Obst der Chinesen wurde veredelt, nachdem man mühsam ihr Mißtrauen überwunden hatte, daß das Pfropfen einen Akt der Besitz ergreifung der Bäume darstelle. Schließlich gewannen sie Ver trauen und die chinesische Regierung schickte Beamte zum deutschen Oberförster in die Lehre. Es blieb nicht bei dieser weitgehenden Fürsorge für das materielle Wohl der Ansiedler und der Eingeborenen, die Ver waltung war von vornherein auf die Pflege der ideellen Güter bedacht. Die evangelischen und katholischen Missionen wirkten in vorbildlicher Eintracht im Schutzgebiete und im Hinterlande und knüpften an ihre seelsorgerische eine erzieherische und lehrende Tätigkeit. An Stelle eines Betsaals wurde später die evangelische Christuskirche erbaut. Die Verwaltung schuf für die männliche deutsche Jugend zunächst untere Gymnasialklassen, die sich allmählich zu einem Reform-Real-Gymnasium aus- wuchsen; eine mit einem Pensionat verbundene höhere Töchter schule wurde von Franziskanerinnen („Missionarinnen Ma-11 riens") geleitet. Die Fürsorge für die Verbreitung deutscher Sprache und Bildung unter den Chinesen als wichtigstes Mittel zum gegenseitigen Verständnis und zur Förderung der geschäft lichen Beziehungen gipfelte in der Gründung einer deutsch chinesischen Hochschule, für deren Erweiterung zur Aufnahme von 599 Schülern und bessere Ausgestaltung der Reichstag noch im letzten Jahre erhebliche Mittel bewilligt hatte. So waren Handel, Wandel und das gesamte geistige Leben kräftig gefördert worden. Das Aufblühen der Kolonie war nicht das einer Treibhauspflanze, es beruhte auf natürlicher, ge sunder Grundlage. Dafür spricht auch die schnelle Zunahme der Bevölkerung. Im September 1992 betrug die Kopszahl der Europäer im Stadtgebiet Tsingtau ohne die militärische Be satzung nur 688 Köpfe, im Jahre 1913 bereits 2069; das letzte Jahr hatte einen Zuwachs von 28 v. H. gebracht. Die Chinesenbevölkerung des Stadtgebietes wuchs in der gleichen Zeit von 14 905 auf 53 MV Köpfe an, ihre Gesamtzahl im Schutzgebiete war im Jahre 1913 auf 131509 Personen gestiegen. Es drängt sich nun ganz von selbst die Frage auf, was ge schehen ist, um eine so erhebliche Zahl von Reichsangehörigen und so große im steten Wachsen befindliche materielle und ideelle Werte fern von der Heimat und inmitten einer fremden Welt zu schützen. Die nächste Gefahr drohte von China selbst, das den Pacht vertrag doch nicht so ganz freiwillig geschlossen hatte, indessen weniger von der Regierung, als von selten der Bevölkerung. Man darf dabei nicht an nationale Strömungen nach euro päischem Muster denken. Es ist nicht angebracht, von einem allgemeinen chinesischen Nationalitätsgefühl zu sprechen, solange ganze sogenannte Provinzen, richtiger Länder, dem Einbruch fremder Truppen in benachbarte Gebiete des Reiches zusehen, ohne sich zu rühren. Die zahlreichen geheimen Gesellschaften sind es, von denen alle inneren Unruhen, auch die gegen die Fremden gerichteten, ausgehen. Sie verursachten den Boxeraufstand und die letzte Revolution. Um so unberechen barer bleibt stets die Lage der Europäer. Beide Gefahrs zeiten hat das deutsche Schutzgebiet ohne Schwierigkeit überwunden. Die Kolonie selbst blieb vollkommen ruhig. Mit den Boxern kam es im nahen Hinterlande zu einigen12 unbedeutenden Zusammenstößen, und während der Revo lution, die der Mandschu-Dynastie den Thron raubte, wagte sich nichts an das Gebiet der deutschen Ordnung heran. Wie schon erwähnt, wurde es eine Zufluchtsstätte für viele gebildete Chi nesen. Das Ansehen Deutschlands wuchs in dieser Zeit ge waltig. Gefährlicher als die örtlich nahen Chinesen waren die Ja paner mit ihren bekannten Bestrebungen, auf dem asiatischen Festlande Fuß zu fassen, sich zum Vormund der Chinesen aus zuwerfen und eine der amerikanischen Monroe-Doktrin ent sprechende ostasiatische Politik zu treiben. Dazu kam England, von jeher peinlich berührt durch jeden friedlichen Wettbewerb, aber anderseits erschien die Annahme nicht unberechtigt, daß niemand weniger Anlaß hatte, als England, die Begehrlichkeit Japans nach europäischem Besitz in Asien zu erregen. Die briti schen Streitkräfte in Ostasien allein waren nicht besorgnis erregend. In jedem Falle war die Seefront die gefährdetste, und daher machte man mit ihrer Befestigung, mit dem unmittelbaren Schutze des Hafens den Anfang. Die alten chinesischen Be festigungen wurden verbessert, später neue leistungsfähige Batte rien erbaut. Ein Ausbau Tsingtaus zu einer vollkommenen Festung auch nach der Landseite, etwa im Sinne von Port Ar thur, war ausgeschlossen. Ein Bergring umgibt die Stadt und höhere Höhenzüge folgen bis zum Hochgebirge. Da zwingt die Tragweite der Geschütze, immer weiter hinauszugehen und es entsteht ein Umfang der Festung, der zu seiner Verteidigung unverhältnismäßig große Truppenmassen beansprucht. Unter solchen Umständen muß man sich bescheiden und auf Sicherung gegen einen gewaltsamen Angriff, vor allem gegen einen Über fall, Bedacht nehmen. So geschah es, und man tat das Mögliche. Außer den Küstenbatterien und einer nach der Land- und See seite wirkenden Batterie entstanden Werke auf den Iltis-Bergen, dem Bismarck- und dem Moltke-Berge und, diese überragenden Batterien umfassend, wurde eine Stellung ausgebaut, die östlich des großen Hafens von der Mündung des Haipo begann und im Halbkreise nach Schanschan östlich der Iltis-Bergs und bis zur Südküste führte. Von dem Augenblick an, wo die Gefahr drohend wurde, müssen, wie aus der feindlichen Berichterstattung hervorgeht, in höchst sachgemäßer Weise alle denkbaren Ver-— 13 stärkungen, bestehend in Schützengräben, Vatteriestellungen, Unterständen, Drahthindernissen und einem weit ausgedehnten Minenfelde hergestellt worden sein. Außerdem wurde, um den Landangriff nach Möglichkeit aufzuhalten, im Norden zwischen dem Paischaho und dem Litsun-Flusse eine Feldstellung für die Vorposten geschaffen. Zur Verteidigung dieser Anlagen war die ständige Be satzung von Tsingtau bestimmt, bestehend aus dem III. See bataillon, mit 5 Infanterie-Kompagnien, davon 1 beritten, 1 Pionier-Kompagnie und einer Marinefeldbatterie und aus der Matrosenartillerieabteilung zu 4 Kompagnien, die auch über be spannte Maschinengewehre verfügte. Alle diese Truppen waren in guten geräumigen Kasernen untergebracht. Von der See aus konnten die dem Kreuzergeschwader unterstellten Fahrzeuge der ostasiatischen Station die Verteidigung unterstützen: „Iltis", „Jaguar", „Tiger", „Luchs" und das alte Torpedoboot „8 9V". Das überalterte Torpedoboot „Taku" war bereits außer Dienst gestellt, dagegen scheint das zur australischen Station gehörige Kanonenboot „Cormoran" sich eingefunden zu haben. Der Gouverneur verfügte über einen ausreichenden militärischen Stab. Ein Artillerie-Depot, ein Minen-Depot und zur Lei tung der Befestigungsbauten eine Fortifikation unter einem In genieur-Stabsoffizier waren vorhanden. Von dem umfang reichen, wohl eingerichteten Gouvernementslazarett war bereits die Rede. So sah es in unserem ostasiatischen Schutzgebiete im Frieden aus. Hätte England allein mit seinen ostasiatischen Streitkräften angegriffen, so wäre man ihrer gewachsen gewesen. Die Eng länder aber lieben keine Wagnisse, sie greifen nur an, wenn eine zahlenmäßig große Überlegenheit und die gesamte Lage ihnen den Erfolg sichern, noch lieber überlassen sie es ihren Verbünde ten, ihr Blut für sie zu vergießen. Mit großem Geschick wissen sie in jedem Falle ein passendes Mittel zu finden, um sie dazu ge fügig zu machen. Diesmal war es nicht schwer, die Japaner zu der Rolle des ausführenden Werkzeuges zu bewegen. Ihre ganze geschichtliche Überlieferung wies sie darauf hin, das An gebot eines Stückes ostasiatischen Festlandes mit einer wohlein gerichteten Kolonie und dem stets eisfreien Hafen von ganz anderem Werte als Dairen (das ehemalige Port Arthur) nicht von der Hand zu weisen. Läßt doch die japanische Sage die14 — Königin Jingo im Anfange des dritten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung auf göttliches Gebot unter übernatürlicher Hilfe Korea erobern. In einer Vision sah sie im Westen ein schönes in Gold und Silber glänzendes Land und der Ort, von dem sie es sah, war Schimonoseki, gelegen an der westlichen Ausfahrt aus der japanischen Jnlandsee, der Ausfallpforte Japans nach dem Festlands. Das eroberte Land ging verloren, aber der gött liche Befehl blieb unvergessen, und der Taiko Hideyoshi, einer der berühmtesten Machthaber Japans, obwohl weder Mikado noch Schogun, bekriegte gegen Ende des 16. Jahrhunderts aber mals Korea, ohne seinen Besitz behaupten zu können. Dieses Land spielte im Gedankengange der Japaner ungefähr dieselbe Rolle wie bei den Russen nach dem sogenannten Testamente der Kaiserin Katharina II. die Türkei. Lange Zeit begnügte man sich mit der Vorstellung, daß Korea ein tributpflichtiger Staat sei; eine vor dem Grabtempel des Schoguns Jeyasu in Nikko auf gehängte große Glocke — ein Tributgeschenk Japans — erinnert noch daran. Der göttliche Befehl hatte eine sehr reale Grund lage: die wachsende Bevölkerung brauchte neuen Boden. Das Ausdehnungsbedürfnis schien endlich befriedigt werden zu sollen, als der im Jahre 1894 gegen China geführte Krieg glücklich endete. Die chinesische Provinz Liaotung, die Halbinsel, auf der Port Arthur liegt, war erobert, aber Rußland und Frankreich erhoben bei der Friedensverhandlung gegen diese Inbesitz nahme Einspruch — und Deutschland schloß sich diesen Mächten an. Die Verhandlungen fanden in Schimonoseki statt, dem idealen Ausgangspunkte für das Streben nach einem Festsetzen auf dem Festlande. Aber ein Gewinn blieb doch, in Korea war fester Fuß gefaßt worden. Der japanische Handel breitete sich aus, Verkehrsmittel wurden geschaffen und durch japanische Truppen geschützt. In Korea stießen die japanischen und russischen Aus dehnungsbestrebungen unvereinbar aufeinander, und im Jahre 1904 begann der Krieg zwischen beiden Mächten, der schließlich Japan außer dem Besitze des umstrittenen Landes den der in die Hände der Russen gelangten Liaotung-Halbinsel brachte. Japan war jedoch nicht gesättigt, sein Blick streifte begehrlich nach dem Kiautfchou-Gebiete und nach den Südseeinseln, auf denen längst zahlreiche Japaner eine neue Heimat gefunden hatten. England war seit 1894 Japans Bundesgenosse (demnächst ge-15 sellte sich auch Amerika dazu) und verfolgte mit dauerndem Wohlwollen Japans Bestrebungen. Zuerst wurde es gegen Rußland ausgespielt, dann gegen Deutschland. Mit Rußland, das seinen Rücken gesichert wünschte, war, als der jetzige Krieg ausbrach, längst ein Abkommen getroffen, und es bestand kein Zweifel, daß Deutschland sein Schutzgebiet auf Selbstverteidigung anweisen mußte. Da lag es doch nahe, in Englands Angebot eine Erweiterung des göttlichen Befehls zu sehen, den 1700 Jahre früher die Kaiserin Jingo erhalten hatte. Leicht nahmen die Ja paner die Sache nicht, sie waren unsere Schüler und kannten und würdigten unsere kriegerische Leistungsfähigkeit. Niemals haben sie ein Hehl daraus gemacht, wieviel sie uns verdanken als Lehrmeistern auf militärischem Gebiete und mehr oder weniger m allen Wissenschaften, in einigen, wie z. B. der Medizin, ganz ausschließlich. Ihrem vornehmsten militärischen Lehrer und Or ganisator, dem preußischen General Meckel, haben sie nach seinem Tode, bald nach ihren großen Erfolgen gegen Rußland, sogar göttliche Ehren zuteil werden lassen. Aber das japanische Volk ist viel zu sachlich veranlagt, um sich durch Dankesempfindungen in seiner Politik bestimmen zu lassen, auch fiel gegen den Dank die unvergessene deutsche Einmischung in die Friedensverhand lungen von Schimonoseki in die Wage. Dazu kam Deutschlands unerwünschter Wettbewerb im Handel, und seit vielen Jahren hatte England stetig und erfolgreich die japanische Presse gegen Deutschland bearbeitet. Die Hauptsache aber — die Beute war lockend. Man soll auch nicht vergessen, daß zwischen der ostasiatischen, also auch japanischen, und der europäischen Ge danken- und Gefühlswelt eine tiefe unüberbrückbare Kluft besteht und daß die Begriffe von Ehre, Treue, Wahrheit und Dankbar keit außerordentlich verschieden find. Etwas von Schamgefühl mag sich bei der japanischen Regierung doch geregt haben, als sie das englische Angebot annahm, sonst würde eine Diplomatie, die voll über die üblichen Formen verfügt, nicht, gewissermaßen vom Zaune gebrochen, Deutschland in so ungewöhnlich plumper Form ein Ultimatum zur Herausgabe seines Besitzes gestellt haben. Auch einzelne Menschen werden aus Verlegenheit form los. Die von England formulierte Begründung, daß Deutsch land den Seehandel in Ostasien von Kiautschou aus bedrohe und Japan als Englands Verbündeter zum Schutze dieses Handels- 16 verpflichtet sei, wurde wörtlich wiedergegeben. Die Möglichkeit einer Verständigung war von vornherein ausgeschlossen, und unmöglich konnte Deutschland die unerhörte Zumutung einer Antwort würdigen. Die diplomatischen Beziehungen wurden abgebrochen und der Gouverneur, Kapitän z. S. Meyer-Waldeck, telegraphierte an des Kaisers Majestät: „Einstehe für Pflicht erfüllung bis zum äußersten." Eine begeisterte Aufnahme fand diese Versicherung in der Heimat, aber, wie die Lage war, konnte die Heimat nur gute Wünsche senden. Anders die Deutschen in Ostasien, ein jeder wollte helfen — und half. Von weit her aus den Küftenorten und dem Innern Chinas strömten die deutschen Wehrpflichtigen, — nein jeder, der die Waffe tragen konnte, herbei, um an der Verteidigung mitzuwirken. Das Gefühl der Pflicht gegen das Vaterland überwog alles, offenen Auges gaben die Männer ihre Existenz auf, um einen aller Wahrscheinlichkeit nach aussichtslosen Kampf zu kämpfen, um alles zu verlieren, außer der Ehre. So mancher mag darunter gewesen sein, der noch vor wenigen Jahren abfällig über die Entwicklung Tsingtaus geurteilt hatte, jetzt kam der deutsche Kauf mann in ungeahnter Vollzähligkeit und was früher in klein mütiger Auffassung gesündigt sein mag, das haben die Schuldi gen mit ihrem Blute gutgemacht. Eine ganze Kompagnie soll nur aus Offizieren und Offizieraspiranten des Beurlaubten standes gebildet worden sein, es war eine überfülle von Intelli genz, die dort zusammenströmte. Die Zahl wäre noch größer ge wesen, wenn nicht die Engländer die Schiffe, die von Manila und anderen neutralen Häfen kamen, angehalten und die Deut schen in Hongkong eingesperrt hätten. Außerdem wurde das zum Schutze unserer Gesandtschaft bzw. der deutschen Kaufleute in Peking und Tientfin stationierte „Ostasiatische Marine- detachement" zur Verstärkung der Besatzung herangezogen. Den zur ostasiatischen Station gehörigen deutschen Fahrzeugen schloß sich auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers von Österreich der öster- reich-ungarische Kreuzer „Kaiserin Elisabeth" an, so daß auch im fernen Osten das treue Zusammenhalten der Verbündeten sich bewährte. Das Kreuzergeschwader unter dem Befehl des Kontre- admirals Grafen von Spee, bestehend aus den Großen Kreuzern „Scharnhorst" und „Gneifenau" und den Kleinen Kreuzern „Nürnberg" und „Emden" — die „Leipzig" war nach der west-17 — amerikanischen Station abgezweigt — tonnten im Handelskriege weit größere Dienste leisten, als wenn sie sich bei Tsingtau ein schließen ließen. Wir wissen, wie sie nach großartigen Erfolgen schließlich von einer gewaltigen Übermacht vernichtet wurden. Was in der Kiantschoubucht an Fahrzeugen zurückblieb, war wegen der geringen Geschwindigkeit für den Handelskrieg nicht geeignet, hat aber bis zum letzten Augenblick die Verteidigung wirksam unterstützt. Es war gelungen, noch vor Eintreffen des Gegners die Frauen und Kinder der Kolonie nach neutralen chi nesischen Orten zu bringen, was den „ritterlichen" Engländern Gelegenheit gab, den einen Transport möglichst schlecht zu be handeln. Im Laufe des August erschien die japanische Flotte vor Tsingtau. Truppenausschiffungen waren unmittelbar im Schutz gebiete wegen der Gestaltung der Küste und der Nähe der Be festigungen nicht möglich. Sie mußten in der Lauschanbucht nordöstlich der deutschen Grenze und jenseits der Berge erfolgen. Um das unwegsame Hochgebirge herum wurde auf schlechten Wegen ein Umgehungsmarsch ausgeführt, um das ebene Ge lände im Norden des Schutzgebietes zwischen der Bucht und den Ausläufern des Lauschan zu erreichen. Alles das geschah rücksichtslos auf neutralem chinesischem Gebiete. Das Vertrauen auf Chinas Ohnmacht war so groß, daß man sich nicht scheute, mit dem Rücken gegen dieses Land ohne Anlehnung an die See zu kämpfen. Englische See- und Landstreitkräfte aus Weihaiwei und Tfchifu schloffen sich den Japanern an und stellten sich unter ihren Befehl. Das tat das stolze Albion. Anfang September warfen japanische Flieger Bomben auf Tsingtau, am 25. wurde die Wasserleitung zerstört und am 26. wurde von Norden her der Angriff auf die deutsche Vorposten stellung zwischen dem Grenzflüsse Paischaho und dem Litfun- Flusse begonnen. Vom Lauschan zieht sich dort, nach Westen zu allmählich abfallend, ein Höhenzug zur Bucht, auf dem, wie schon erwähnt, Feldbefestigungen hergestellt waren, ebenso wie anscheinend auch auf der in der Kiautfchou-Bucht in gleicher Höhe gelegenen Insel Uintau. Bei dem Kampfe wirkten auf beiden Seiten Flugzeuge mit. Die deutschen Kriegsschiffe griffen von der Kiautschou-Bucht her ein und diese wurden wieder von japanischen Schiffen von der hohen See her befeuert, anscheinend— 18 ohne besondere Wirkung. Die Bucht war durch Minen ge sperrt, und die Geschütze der deutschen Küstenwerke werden das feindliche Geschwader in angemessener Entfernung gehalten haben. Daß es an Versuchen, die Minensperre zu beseitigen, nicht gefehlt hat, dafür spricht der Verlust eines japanischen Minen suchers. Nach längerem Artilleriekampf unternahmen die Ja paner in den ersten Tagen des Oktober einen Sturm gegen die deutsche Jnsanteriestellung im Norden. Er mißlang völlig. Die Angreifer verloren 2SVV Mann, und in einem Berichte von feindlicher Seite (wir verfügen mit einer einzigen Ausnahme nur über solche) heißt es: „Die Wirkung der deutschen Minen Geschütze und Maschinengewehre war vernichtend," und weiter, „die deutschen Verluste sollen gering sein, die Japaner warten Verstärkungen aus Japan ab". Munitionsmangel war beim Angreifer eingetreten, auch wollte man wohl schwere Geschütze heranziehen. Ihre Heranführung um das Gebirge herum nahm Zeit und Kräfte in Anspruch, schon die Fortschaffung der leichten Geschütze in dem aufgeweichten Löß-Boden scheint Schwierig keiten verursacht und den Beginn des Angriffs verzögert zu haben. Die zuerst angegriffene Feldstellung war, wie überhaupt Vorpostenstellungen von Festungen, nicht dazu bestimmt, dauernd gehalten zu werden. Bevor der Angriff mit stärkeren Mitteln wieder aufgenommen wurde, zogen sich die Verteidiger aus ihr in die Hauptstellung zurück. Die Angreifer waren nun in der Lage, die Befestigungen auch an der Ostseite zu umfassen, und werden sich wahrscheinlich in den Höhen zwischen den Prinz- Heinrich-Bergen und der Kiautschou-Bucht festgesetzt haben. Alles läßt darauf schließen, daß der Hauptangriff von Osten in unmittelbarer Verbindung mit einer Beschießung von der See her erfolgte. Die Nachrichten über die Einzelheiten sind recht widersprechend. Schon am 13. Oktober sollte das „Iltis-Fort" und ein nicht zu ermittelndes „Kaiser-Fort" genommen sein. Diese Nachricht war offenbar verfrüht. Gerade in dieser Zeit machten die deutschen Schiffe wiederholt Ausfälle aus der Bucht, die dem Gegner bewiesen, daß der deutsche Unternehmungsgeist nicht erlahmt war. Das Panzerdeck des englischen Linienschiffes „Triumph" soll von einem Treffer durchschlagen worden sein. Über die letzte Fahrt des Torpedoboots „8 W", das schon früher wiederholt gegen japanische Kriegsschiffe gekämpft hatte, liegt— 19 ein Bericht seines Kommandanten vor. Am 17. Ottooer abends gelang es dem Boot, unbemerkt durch die von japanischen Zer störern gebildete Blockadelinie zu kommen. Er kreuzte in der Nacht und entdeckte gegen 1 Uhr 3V Minuten die Umrisse eines Schiffes mit einem Schornstein und zwei Masten. In fast rauch loser Fahrt, daher wieder unbemerkt, mit aller Kraft, die die alte Maschine hergab, kam das Torpedoboot bis auf 3W m im spitzen Winkel an den Feind heran, drehte ab und feuerte hinter einander drei Torpedos ab, den letzten auf nur 309 m. Der Gegner gab Alarmsignale, aber schon erfolgten die Explosionen, die dritte von gewaltiger Wirkung. Das Schiff wurde buch stäblich in die Luft gehoben und zerrissen. „8 M" befand sich inmitten der Sprengstücke, ohne verletzt zu werden. Der ja panische geschützte Kreuzer „Takatschio", im Frieden Torpedo schulschiff, war vernichtet. Andere Schiffe nahmen die Verfol gung des deutschen Fahrzeuges auf, das in der Verwirrung der Dunkelheit entkam, doch war ihm der Rückzug nach der Kiaut- schou-Bucht abgeschnitten. Eine Möglichkeit, einen neutralen Hafen zu erreichen, bestand auch nicht. Der Kommandant, Kapi tänleutnant Brunner, sprengte daher, nachdem er im Morgen grauen die chinesische Küste erreicht hatte, das Boot mit dem noch vorhandenen Reservetorpedo. Es war die höchste Zeit, wenn das Fahrzeug nicht eine Beute des Feindes werden sollte, der soeben am Horizont auftauchte. Die ganze Besatzung ist auf neutralem Boden in Sicherheit. Die Japaner müssen die Widerstandskraft Tfingtaus als noch recht erheblich angesehen haben, andernfalls hätten sie nicht eine ganz ungewöhnlich ehrenvolle Kapitulation angeboten. Die Besatzung sollte, anstatt in Kriegsgefangenschaft zu geraten, auf japanischen Schiffen durch den Suezkanal nach einem neutralen Hafen im Mittelmeer übergeführt werden. Der Gouverneur lehnte dies Anerbieten mit aller Bestimmtheit ab. Inzwischen war die Aufstellung der japanischen Belagerungsgeschütze be endigt, und am 31. Oktober begann der allgemeine Angriff von der Land- und Seeseite. In der Nacht zum 3. November mach ten die Deutschen einen Ausfall, am folgenden Tage antworteten nur noch zwei Forts, die übrigen waren zum Schweigen ge bracht. In der Nähe des Hafens entstand eine Feuersbrunst und ein Ölbehälter explodierte, eine Befestigung östlich des Iltis-— 20 — Berges stand in Flammen, ein Kanonenboot war gesunken. Am 7. November morgens endete der ungleiche Kampf. Die Werke waren Trümmer, die Geschütze zum größten Teile un brauchbar, es fehlte an Munition. Unter diesen Umständen gelang es dem linken Flügel des Angreifers, die Batterien öst lich und südlich der Iltis-Berge in Besitz zu nehmen. Die japa nische Mitte erstürmte die zusammengeschossenen, nicht mehr verteidigungsfähigen Forts „Iltis", „Bismarck" und „Moltke". Nach einem englischen Bericht hat der Sturm die Angreifer mehr gekostet, als die ganze Besatzung Tsingtaus betragen hat, und der japanische amtliche Bericht hebt hervor, daß der Wider stand nach dem Fall des der Stadt am nächsten gelegenen Forts „Moltke", anstatt zu erlahmen, noch zäher wurde, und daß die tapfer fechtenden Angreifer, insbesondere die japanischen Pio niere, „entsetzliche Verluste" hatten, — Hunderte von Toten, ehe ihnen die Sprengung eines Pulvermagazins gelang. Die Stür menden wurden reihenweise vom Feuer der Maschinengewehre niedergestreckt. Die letzten Kämpfe fanden im Mondschein statt und die Erbitterung hatte sich so gesteigert, daß der sicherlich nicht sentimentale japanische Befehlshaber den Befehl zum Abbrechen des Gefechtes gab, um dem mörderischen Straßenkampfe in der Stadt ein Ende zu machen. Die Deutschen wären auf dies An gebot einer Waffenruhe nicht eingegangen, wenn sie noch Muni tion gehabt hätten. Die nun angeknüpften Unterhandlungen müssen drei Tage gedauert haben, die endgültige Ubergabe ist nicht vor dem 10. November erfolgt. Die Zahl der in Kriegs gefangenschaft geratenen Deutschen wurde zuerst auf 4250, später nur auf 3W0 beziffert, einschließlich 6W bis 7W Verwundeter, unter diesen der Gouverneur. — Aus dem Grunde der Kiaut- schou-Bucht ruhen der österreichisch-ungarische Kreuzer, fünf deutsche Kanonenboote und das bereits aus den Listen gestrichene alte Torpedoboot „Taku" — sämtlich von der eigenen Besatzung versenkt. Über 10 Wochen hatte die Besatzung von Tsingtau im Verein mit diesen wenig kampfkräftigen Schiffen gegen ein mehr als zehnfach überlegenes Belagerungsheer mit schweren Belagerungsgeschützen und gegen 4t> Kriegsschiffe gekämpft. Die Japaner hat die Belagerung 1l) Mann, 1 Kreuzer, 2 Zer störer und einige andere Schiffe gekostet. „Die heldenmütige Verteidigung der in langjähriger Arbeit geschaffenen Muster-21 statte deutscher Kultur ist ein ueues Ruhmesblatt sür den Geist der Treue bis zum Tode, deu das deutsche Volk mit seinem Heer und seiner Flotte jetzt so mannigfach betätigt hat." Mit diesem Urteil unseres Kaisers würde ich gern abschließen, es erübrigt aber noch ein Ausblick in die Zukunft. Japan hat nicht gesäumt, sich häuslich in Tsingtau einzu richten, es soll japanischer Kriegshafen werden. Auch die Eisen bahn und die Bergwerke im Hinterlande wurden in Besitz ge nommen, einfacher Raub auf neutralem chinesischen Boden, — China wird auch das in seiner Schwäche ertragen müssen. Japan hat seinen Auftrag gut und prompt erledigt, diesmal mit geringfügiger Beihilfe des Auftraggebers England, während es ein Jahrzehnt vorher Rußland im englischen, demnächst auch im eigenen Interesse, allein demütigte. Das Ausdehnungsbedürfnis des maßlos ehrgeizigen Volkes ist noch nicht gestillt. Sein Über gang vom mittelalterlichen Feudalstaate zur neuzeitlichen Groß macht nach europäischem Muster hat sich vor einem halben Jahr hundert mit einer in der Geschichte der Völker unerhörten Schnelligkeit vollzogen. Die letzten zwanzig Jahre brachten in rascher Aufeinanderfolge eine solche Fülle von Erfolgen, daß die ohnehin erhebliche Größenempsindung und Begehrlichkeit mächtig gesteigert wurde. Eine kürzlich vom Grafen Okuma, dem Leiter der japanischen Politik, im Parlament abgegebene Erklärung läßt das Maß jener Größenempfindung erkennen. Nicht um die kleinen Kolonien Deutschlands habe es sich ge handelt, sondern Europa zu zeigen, was Japan sei. Eng land fängt schon an, vor dem Geiste, den es beschwor, ein Grauen zu fühlen. Die japanischen Besitzergreifungen in der Südsee werden unbequem empfunden, und wenn Frankreich mehr oder weniger willig seine hinterindischen Besitzungen an Japan ab treten sollte, so bleibt Hongkong als einziges Glied übrig, das zu einer Ostasien umschließenden japanischen Inselkette mit Stütz punkten auf dem Festlande noch fehlt. England hat die „gelbe Gefahr", zunächst für das Europäertum in Ostasien, herauf beschworen. Der Warnnngsruf unseres Kaisers, der einst in einem bekannten Bilde symbolischen Ausdruck fand, ist ungehört verhallt. Die Achtung der Japaner vor den Engländern ist nicht gestiegen. Sie sollen bei der Belagerung von Tsingtau eine geradezu klägliche Rolle gespielt haben. Ihre einzigen Verluste— 22 - habe» sie, so wird erzählt, durch eine Granate erlitten, als sie für die Japaner Holz holen mußten, — Kulidienste verrichten. Der Wunsch, einen Teil der Gefangenen zu bekommen, ist ihnen rund abgeschlagen worden. „Ihr habt nicht mitgekämpft, also bekommt ihr auch nichts", so sei die Begründung gewesen. Es liegt nun die Erwägung nahe, wie sich die Zukunft des Deutschtums in Ostasien überhaupt gestalten kann. Die Japaner haben, wie immer, tapfer gekämpft und behandeln nach den bisherigen Nachrichten die Gefangenen anständig. Der Kaiser von Japan hat neuerdings dem Papste die „feierliche Versiche rung" gegeben, „daß alle in Japan befindlichen feindlichen Kriegsgefangenen auf das wohlwollendste behandelt werden und keinerlei Not zu leiden haben". Zur Unterbringung wurden größere Orte der südwestlichen großen Insel Kiuschiu, die sich durch ein herrliches Klima auszeichnet, bestimmt. Im mandschu rischen Kriege ist die Behandlung der gefangenen Russen gleichfalls eine vollkommen gute gewesen. Überraschenderweise wollen die Japaner jetzt die Zinsen für ihre in deutschem Besitz befindlichen Papiere zahlen. Sie gaben endlich an, über die Er füllung der unmittelbaren Verpflichtungen, die ihnen das eng lische Bündnis auferlegt, nicht hinausgehen zu wollen. Kurz, sie zeigen anscheinend mehr Anstand und Sinn für Völkerrecht, als unsere europäischen Feinde. Im Interesse unserer unmittelbar davon betroffenen Landsleute wollen wir damit zufrieden fein, aber es wäre verkehrt, daraus irgendwelche Schlußfolgerungen ziehen zu wollen. Ich wiederhole, daß eine unüberbrückbare Kluft zwischen unserer und der japanischen Gedanken- und Emp- sinduugswelt besteht, und wenn den Japanern eine eigen artige ritterliche Gesinnung als Vermächtnis der Samurai- Zeit nicht abgesprochen werden soll, so bekunden doch die an geführten Tatsachen in erster Linie ein „Protzen", wenn ich mich so ausdrücken darf, mit Humanität und Korrektheit. Sie wollen den Europäern zeigen, daß sie ihnen kulturell über legen sind. Auf eine freundliche Haltung Japans gegenüber deutschen Versuchen, die ini fernen Osten verlorene Stellung in irgendeiner Forni wiederzugewinnen, dürfen wir nicht rech nen. Auch ist die Zeit noch nicht abzusehen, in der wir in der Lage sein werden, dergleichen direkt zn erzwingen. Vorder hand liegt Japan außer unserem Bereich. Um so näher ist uns2:? der A ustr a g g e b e r für die Fortnahme von Tsingtau, der Erreger des Weltkrieges, durch den Deutschland niedergekämpft und zu einem machtlosen Staatengebilde ohne Welthandel und Industrie herabgedrückt werden soll. England, unser un erbittlicher Feind, der kein Mittel, auch das verwerflichste nicht, verschmäht, muß bezwungen werden. Nur durch seine Überwindung können wir zu einem Frieden gelangen, in dem es für uns Deutsche überhaupt zu leben verlohnt. Wer fühlt, daß ihm in dem noch bevorstehenden harten Kampfe die Kraft zu schwinden droht, der rufe sich selbst zu: „Denk an Tsingtau!"Gedruckt in der Königlichen Hafdnchdruckerei von E. S. Mittler Ll Sohn, Berlin SW68, Kachstraße 68—71.KI1 2<107?51441010Verlag von E. S. Mittler S Sohn, Äerlin SW68 Von dem gleichen Verfasser erschien: Die Streitkräfte unserer Feinde 40 Pf. Ltnsere Motte im Wettkriege 5954 Dem deutschen Volke geschildert von Kontreadmiral Kala» vom Hofe lZm Druck.) Etwa M SV Sie Kriegsereignlffe in Westund Sstistt Dem deutschen Volke geschildert von Oberstleutnant W. v. Bremen so Pf. Die Wettgeschichte ist das Wettgericht Ereignisse und Stimmungsbilder 5954 Von Lulius von Pflugk-Harttung Zeder Äand gebunden M 3,- Oer westliibe Kriegsschauplatz Soeben erschienen Serös ^ Kriegsschauplatz In Vorbereitung Die deutsche Kriegsflotte 5954 Von vr. Siegfried Toeche-Mittler >, 1 Zlaggenia > 20 photograp! M5,- Mit Z7 Schlffsslizzen, tv Karlen, 1 Naggentafel, z graphischen Darstellungen, sowie IS Abbildungen im Text und 20 phoiographlschen SchiffSanflchien auf Tafeln Tsingtau Von Professor vr. A. penck * « Mit ^7 Abbildungen SV Pf. «. S. Mittler 0 Sohn, KSnigilche Hofbuchdruckerei, BerlinTsmgtau Erwerb. Blüte und Verlust Von A. v. Janson Gonevcil der Insniitei'k' D.
