A von Davis Vrieffcß Verfag Süsseroff ff. m. 6. H. 'Bertin 1318Verlag Süsserott, G.m.b.H., Berlin Levante- und Orient-Werke: Zollpolitische Verhältnisse und Handel zwischen Frankreich und Tunis Eine Prognose über das wirtschaftliche Vorgehen Frankreichs in Marokko von Dr. George Jacques Bertrand. — M. 7,—. Britische und deutsche Handelspolitik von Fritz Bley und Dr. Max Grabein. — M. —,50. Das älteste christliche Kaiserreich und sein Herrscher, eine afrikanische Majestät von H. J. Boeken. — m . —,co. Indiens Stellung im britischen Weltreich von Lord Curcon. — M. 1,20. England als Weltmacht im 20. Jahrhundert von Harbart d. J. — M. — ,60. Krieg oder Frieden mit England? Eine Studie über unsere auswärtige Politik von Dr. Georg Hartmann. — M. 1,60. Marokko Wirtschaftliche und soziale Studien von Major A. Kreilter. — M. 2,—. Krieg mit Frankreich? von ***. — M. —,60. Deutsche Bauernkolonien in Rußland von Adolf Lane. — M. —,00. Durch verlorene Lande. Von Bagdad nach Damaskus von Felix Langenegger. Mit 143 photogr. Abbildungen und 78 Handzeichnungen des Verfassers. ———— Das schönste Werk des Orient-Kriegsschauplatzes. —— Geb. M. 15,—. Ein mitteleuropäischer Zollbund von A. v. d. Lippe. — M. —,60. Krieg wegen Marokko? Von Otto Liman. — M. — ,60. Algerien Eine Studie über die französische Land- und Siedlungspolitik von Dr. Mohr. — M. 6,—. Was würde Bismarck sagen? Zur deutschen Flotte? Zu England — Deutschland? Von Graf Emst ReventlOW. — M. 2,—. Die vereinigten Staaten von Europa Von R. Stein, Washington. — M. —,G0. Das heutige Indien Grundlagen und Probleme der Britisch-indischen Herrschaft von Prof. Dr. Georg Wegener. Mit einer Übersichtskarte. — M. I,b0. Bagdad und Teheran Politische Betrachtungen und Berichte. Von Dr. Max Wiedemann. — M. 1,20.kmi'H 0573 - Afrikanische Kriegsziele von Davis Trietsch Verfasser von Deutschland-Tatsachen und Ziffern Für sämtliche in diesem Heft angezeigten Werke wird vom 1. August 1917 ab ein Kriegszuschlag von 20°,/ 0 erhoben. jötfiflotöcß) jDetfin Verlag Süsserott G. m. b. H. Berlin 1917.Inhalt Seite Vorwort 3 Die Grenzen kolonialer Expansion 5 Die Kolonialmächte und ihre Interessen in Afrika und anderwärts ... 8 Afrika als islamischer Erdteil 10 Die Bedeutung Afrikas in Weltpolitik und Weltwirtschaft 14 Nordafrika und Südafrika 17 Die wirtschaftliche Bedeutung des tropischen Afrika . 22 Belgisch-Kongo ..... 24 Der Sinai als Brückenkopf Afrikas 25 Deutschlands koloniale Kriegsziele 30 Statistische Übersichten 30 Die Kolonialreiche und ihre Besitzungen in Afrika und ander wärts 30—31 Übersicht: Spezialhandel aller Länder Afrikas 32 Das koloniale Afrika 33 Der Außenhandel Afrikas 34 Wichtigste Ausfuhrartikel Afrikas 1912 .... Beiblatt Kartenskizzen Beiblatt Das koloniale Afrika im Jahre 1863. Afrika vor dem Weltkriege (1914). Englische Zugeständnisse (nach Johnston) für 1916. Afrika nach den britischen Kriegszielen 1917. Afrika als islamischer Erdteil. Deutsch-Mittelafrika nach Dr. Marquardsen.Vorwort. In je größerer Nähe die Friedensverhandlungen erscheinen, um so mehr ist es an der Zeit, sich neben den Fragen möglicher oder wünschenswerter Verschiebungen innerhalb Europas, auch über die Verschiebungen auf kolonialem Gebiet klar zu werden, die durch den Krieg notwendig oder erreichbar geworden sind. In der folgenden Schrift soll ein Überblick über das Haupt- kolonialgfebiet — nämlich über Afrika — geboten werden, sowohl' nach den Gesichtspunkten der politischen Zugehörigkeit, wie denen der wirtschaftlichen Verhältnisse und Möglichkeiten. Als Hauptthema hat sich hierbei in den bisherigen Erörterun gen die Forderung eines „Mittel afri ka" — als Parallele zu dem neu erstandenen Mitteleuropa — herausgebildet. Der Zusammenschluß der wichtigsten deutschen Kolonial gebiete — sei es nun in ihrer bisherigen, in verkleinerter oder in vergrößerter Form — durch das dazwischen liegende Gebiet, das mehr oder weniger mit den Grenzen des bisherigen belgi schen Kongostaates übereinstimmte, wäre hierzu unumgänglich. Dann würde jenes riesige Kongogebiet, zu dessen der Welt wirtschaft entsprechender Entwicklung das kleine Belgien ohnehin viel zu schwach war, demjenigen europäischen Koloniallande angegliedert werden, das bei der Aufteilung Afrikas weitaus zu kurz gekommen war. Dann würde neben dem neu gewonnenen territorialen Zusammenhang der Hauptkolonien Deutschlands deren strategische Lage und ihre Verkehrsmöglichkeiten von Ozean zu Ozean in ein ganz anderes Licht gerückt sein. Dann würde auch ein deutsches Mittelafrika den arabischen und arabisierten Norden des Erdteils von Süden her umfassen und abschließen, und dessen Annäherung an die türkische Vormacht des Islams und damit auch an deren politische und militärische Verbündete fördern. Damit würde die Stellung Deutschlands in der Welt noch mehr an jener Hauptstärke gewinnen, die schon bisher darin l*— 4 — lag, daß es wirtschaftlich und politisch ein kompaktes und weitaus vorwiegend auf seiner Hauptstellung beruhendes Staatswesen war, im Gegensatz zu den andern Kolonialmächten, die bei irgend welchen Konflikten auch fern von dem Hauptsitz ihrer Stärke empfindlich getroffen werden konnten. Auch dieser Krieg hat es ja gezeigt, daß das Schicksal der Kolonien für die deutsche Position in keiner Weise entscheidend sein konnte, während es keinem Zweifel unterliegt, daß schwere Unruhen oder Störungen in den unterworfenen Kolonialgebieten Englands und Frankreichs oder gar deren Bedrohung durch Deutschland und seine Verbündeten, die Kriegslage auch der Mutterländer aufs schwerste hätte beeinträchtigen können. Tatsächlich ist ja in diesem Kriege ein solcher Fall bisher nur an der Suezfront eingetreten, und man weiß mit welchem Erfolg! Hauptsächlich um den Suezkanal zu schützen mußte der Dardanellen-Feldzug unternommen werden, der dem eng lischen Prestige einen ungeheuren Stoß versetzt hat. Haupt sächlich hierzu wurde das S a 1 o n i k i unternehmen eingeleitet und vor allem hat England am Suezkanal und in Ägypten eine Truppen in acht Unterhaltern müssen, die in gar keinem Ver hältnis zu den geringen Streitkräften stand, die auf der andern Seite genügte, den Suezkanal zu bedrohen. In künftigen Kriegen würde Deutschland schon allein auf Grund der in diesem Kriege gewonnenen und vervollkommneten neuen Kampfmittel in der Lage sein, Englands Kolonialherrschaft in viel weitergehender Weise zu bedrohen. Die Kreuzfahrten der „Emden" vor den indischen Küsten haben bereits einen Begriff von den in dieser Richtung liegenden Möglichkeiten gegeben. Läßt sich nun mit dem Aufstieg Deutschlands über seine bisherige Weltmachtstellung hinaus eine Abrundung und Ver größerung des kolonialen Besitzes erzielen, die aus der euro päischen Kompaktheit eine europäisch-afrikanische macht, so würde die Verbindung Mitteleuropas mit Mittelafrika über die Türkei und das islamische Nordafrika, hinweg, auch jenes dritte „Mittelgebiet", nämlich das Mittelländische Meer, in einem bisher kaum gehofften Maße in den Macht bereich von Deutschlands Bündnisgruppe bringen, und von dieser schon nicht mehr kontinentalen, sondern bereits planetari schen Kompaktheit aus würden die über alle Weltteileverstreuten Kolonien und Interessen der Gegner in einer Weise betroffen werden können, die künftigen Herausforderungen wohl den stärksten Riegel vorschieben wird. Auf diese Weise könnte ein der Kriegslage — aber auch den ohnehin schon zu Tage getretenen Notwendigkeiten des Reiches entsprechendes deutsches Mittelafrika neben allem andern auch eine der großen Garantien des Weltfriedens werden, deren überragende Notwendigkeit eine der Hauptlehren des Krieges gewesen ist. Die Grenzen kolonialer Expansion. Es ist vielleicht der geeignetste Maßstab für die Berechtigung kolonialer Aspirationen einigermaßen ähnlich gearteter Staaten und Völker, wenn man ihre Ansprüche an ihrem Be völkerungsüberschuß mißt. Ohne das Plus der Geburten über die Todesfälle, wie es sich im Laufe eines letzten Jahrzehnts oder einer letzten Gene ration herausgestellt haben mag, nun gleich als etwas Ewiges hinstellen zu wollen, wird doch der Politiker, der seine Schlüsse vorwiegend aus der unmittelbaren Vergangenheit auf die Gegen wart und eine absehbar nahe Zukunft zu ziehen hat, nicht umhin können, mit diesen Ziffern in erster Linie zu rechnen. Gilt dies schon im allgemeinen, so wird es noch viel mehr gelten müssen, wenn zwischen Bevölkerungsüberschuß auf der einen und Kolonialbesitz und kolonialen Aspirationen auf der anderen Seite ein so auffälliges M i ß v e rh ä 11 n i s zutage tritt, wie wir es bei der Untersuchung der tatsächlichen kolonialen Verhältnisse der Gegenwart vor uns sehen. Eine solche Untersuchung zeigt sofort das auffälligste Miß verhältnis unter den in kolonialer Hinsicht am stärksten in Be tracht kommenden Nationen, und besonders auffällig ist dabei, wie die längst übersättigten Kolonialmächte denjenigen, die im Vergleich zu ihnen viel zu wenig haben, auch dieses Wenige noch streitig machen und ihnen den Weg zu weiteren kolonialen Erwerbungen verlegen möchten. Bekannt ist. daß Deutschland vor dem Kriege eine Be völkerungszahl von rund 68,2 Millionen, England eine solche— 6 — von 46,6 and Frankreich von 39,7 Millionen hatte. Diesen drei Einwohnerziffern der Hauptländer standen koloniale Ziffern von 13 Millionen für Deutschland und 380 und 56 Millionen für England und Frankreich gegenüber. Es verhälf sich also die Einwohnerschaft des Mutterlands zu der der Kolonien bei diesen drei Mächten wie folgt (das Verhättnis der Flächen von Mutterland und Kolonieen ist in Klammern beigefügt): Deutschland 1: 0,18 (1: 5 1 /.,) England 1: 10 (1: 146) Frankreich 1: 1,4 (1: 19) Hieraus ergibt sich folgendes: Wenn Deutschland vor dem Kriege genug Kolonien gehabt hat, so hatte England im Vergleich dazu hinsichtlich der Einwohnerschaft 55 mal und bezüglich der Fläche 27 mal zu viel. (Frankreich hätte im Vergleich zu Deutschland dem entsprechend 7,7 bzw. 3,5 mal zu viel besessen). Betrachtet man aber das englische Kolonialverhältnis als normal, so hätte eben Deutschland in derselben un geheuerlichen Art zu wenig Kolonien gehabt! Untersuchen wir dieses in jedem Fa 11 e bestehende Miß verhältnis näher, und zwar im Hinblick auf den Bevölkerungs überschuß, der gerade in kolonialer Hinsicht noch viel mehr ins Gewicht fällt als die Bevölkerungszahl (denn eine noch so zahlreiche Nation, deren Volkszahl zurückgeht, könnte logisch erweise an Kolonien überhaupt nicht denken und müßte froh sein, die Grenzen des Mutterlandes gegen Nachbarn mit zu nehmender Volkszahl behaupten zu können) so wird das oben gezeigte Mißverhältnis in noch viel krasserer Weise in die Er scheinung treten. Denn Deutschlands Bevölkerungsüberschuß ist etwa 40 mal so groß, wie der Frankreichs und übertrifft den Großbritanniens in einer Weise, die eine besondere Darstellung erheischt. Nach den üblichen statistischen Ausweisen hatte Groß britannien zwar noch im Jahre vor dem Kriege einen Bevölkerungs zuwachs von 449449. was etwas mehr als der Hälfte des deut schen Zuwachses entspricht. Aber diesem Zuwachs stand eine Auswanderung von 469591 Briten und 231843 Fremden gegen über. Demzufolge hat die Zahl der Briten in Großbritannien m Jahre vor dem Kriege bereits um über 20000 abge-— 7 - nommen und nur durch die Mehreinwanderung fremder Ele mente kam ein Gesamtüberschuß von 120432 heraus, der also etwa ein Siebentel des deutschen Bevölkerungsüberschusses beträgt. Nun könnte man immerhin meinen, daß gerade diese Aus wanderung aus Großbritannien beweist, daß dieses Land Kolo nien nötig hat. Aber erstens ließe sich dem entgegenhalten, daß Deutschland um das Jahr 1880 herum, als seine Auswande rung die damalige britische um ein vielfaches übertraf, ebenfalls daraus einen Anspruch auf ungeheuren Kolonialbesitz hätte ableiten können, während doch gerade England den ersten schüchternen Bemühungen Deutschlands um Kolonialbesitz aufs feindseligste entgegengetreten ist und nur unter dem Druck einer besonders ungünstigen politischen Konstellation die deutsche Besitzergreifung von bis dahin für ziemlich wertlos gehaltenen Gebieten geschehen ließ. Dann aberliegt es uns ja auch durchaus fern, Englands Anspruch auf Kolonialbesitz zu bestreiten. In Kanada und dem übrigen Britisch-Nordamerika, in Australien und in Südafrika besitzt Großbritannien ausgedehnte Siedlungskolonien von außer ordentlichem Wert, die für alle Bedürfnisse des Mutterlandes und seines Bevölkerungsüberschusses zehn-und hundert fach ausreichen, und tatsächlich geht ja auch fast die ganze britische Auswanderung (abgesehen von der irischen, die zum weitaus größten Teil sich den Vereinigten Staaten von Nord amerika zuwendet) nach diesen britischen Siedlungskolonien, die sich ihrerseits alle Mühe geben, die britische Auswanderung an sich zu ziehen. Nehmen wir also die britischen Besitzungen dieser Art als unbestritten an, (wobei wir es uns versagen, auf die Geschichte ihrer Erwerbung und die Vergewaltigung ihrer Eingeborenen einzugehen), so bleibt ein ungeheurer sonstiger Koloni albesitz übrig, für den in dem britischen Bevölkerungsüber schuß keinerlei Erklärung zu suchen ist. Denn das riesige indische Kaiserreich mit seinen 320 Millionen Einwohnern zählte einschließlich des Militärs vor dem Kriege nur 200000 Engländer, (also einen-Engländer auf 1600 Inder), in Ägypten waren vor dem Kriege nur 20653 Briten (und zwar schon einschließlich der ziemlich zahlreichen Malteser und unter ungefähr 130.000 anderen Europäern), während in den ost- und westafrikanischen KolonienGroßbritanniens das britische Element noch außerordentlich viel schwächer vertreten ist! Im übrigen verdient es noch einen besonderen Hinweis, daß der britische Bevölkerungsüberschuß nicht nur abnimmt, daß ferner nicht nur die britische Auswanderung bereits im Jahre vor dem Kriege und bei steigender Tendenz den Bevölke rungsüberschuß um 20000 übertroffen hat (was für Großbritannien ein noch viel ungünstigeres Bild ergibt, als das bekannte des französischen Bevölkerungsstillstandes), sondern daß auch die fremde Einwanderung, die bisher noch zu einem kleinen Bevöl kerungsüberschuß geführt hatte, nach dem Kriege so gut wie aufhören dürfte. Die außerordentliche Fremdenfeindlich keit der Engländer, wie sie in diesem Kriege zutage ge treten ist, dürfte sogar dazu führen, daß viele der in Groß britannien seit länger Zeit ansässigen Fremden das ungastliche Land verlassen werden, und auch für die britischen Siedlungs kolonien wird ähnliches gelten. Diese Umstände deuten aber alle nach der einen Richtung, das Mißverhältnis zwi schen Mutterland und Kolonialbesitz in Welt britannien immer bedrohlicher zu gestalten. Die Kolonialmächte und ihre Interessen in Afrika und anderwärts 1 ). Zur Beurteilung der Berechtigung ihrer kolonialen Ansprüche — soweit von einer solchen überhaupt die Rede sein kann — ist es aber auch bei einer Behandlung nur der afrikanischen Frage erforderlich, auf die anderweitigen Besitzverhältnisse einen Blick zu werfen. Wir finden dann, daß Deutschland außerhalb Afrikas nur noch ganz minimalen Kolonialbesitz — der Aus dehnung nach nur etwa ein Zwölftel, der Einwohnerzahl nach etwa ein Fünfzehntel seines afrikanischen Besitzes — auf zuweisen hat, während Großbritannien nicht nur in Afrika etwa das Vierfache des deutschen Kolonialbesitzes hat, sondern in den übrigen Erdteilen ihn um mehr als das Hundertfache an Fläche und um mehr als das Vierhundertfache an Einwohnerzahl übertrifft. ') Hierzu siehe auch die Tabelle auf Seite 30—31.— 9 — All das hat aber England nicht gehindert, die bescheidensten kolonialen Regungen Deutschlands als einen Einbruch in seine Rechte zu betrachten, und eben jetzt versteht man die englische Forderung, eine Wiederherstellung der territorialen Verhältnisse von vor dem Kriege so, daß Deutschland zwar die besetzten Gebiete herauszugeben hätte, daß England aber die deutschen Kolonien behalten will. Daß außerdem unter dem Feldgeschrei der „Wiederherstellung" die Belgier Luxemburg und die angrenzenden deutschen Gebietsteile bekommen sollen, daß den Franzosen als Ergebnis ihrer Niederlage Elsaß und Lothringen zugesprochen werden soll, und daß nach dem Ausspruch der Entente die siegreichen Türken den Russen ihre Hauptstadt Konstantinopel hätten ausliefern sollen, sei nur nebenbei erwähnt. Jedenfalls zeigt das englische Bestreben, als Ergebnis des Krieges die deutschen Kolonien einzustecken, eine eigentümliche Auffassung von Recht und Billigkeit. Großbritannien hatte sich vor nicht allzu langer Zeit im wesentlichen darauf beschränkt, außerhalb seiner Siedlungsgebiete im dunklen Erdteil nur verhält nismäßig wenig oder gar kein Hinterland zu erwerben, es ist aber während des letzten Menschenalters dazu gelangt, sich immer riesigere Teile der Erdoberfläche einzuverleiben, so daß es ihm immer schwerer werden muß, all diesen Besitz zu halten. Der Verfasser hat bereits imjahr 1910 darauf hingewiesen, wie England seinen Besitz an islamischem Gebiet zwischen Malta und Indien innerhalb 30 Jahren von zirka Null auf rund 4 580000 qkm — einem Gebiet 15 mal so groß wie das heimatliche Insel reich — hat anwachsen lassen, wobei sich die Frage aufdrängt, wann diese längst unnatürlich gewordene Weltstellung auffliegen muß. Aus Angst davor, daß andere Staaten und Nationen sich ebenfalls koloniale Positionen schaffen könnten, hat England in den letzten Jahrzehnten gierig Alles in sich hineingeschluckt, was irgendwo an Ländern zu haben war, und hat alle Staaten be feindet, die ebenfalls irgendwelche kolonialen Wünsche hatten, oder die im Besitze von Länderstrecken waren, die zu einer „Abrun- dung" des britischen Kolonialbesitzes zu brauchen waren. So sind die Engländer im Sudan — wenn wir uns auf afrikanische Beispiele beschränken wollen — den Franzosen entgegengetreten (Faschoda); der belgische Kongo erregte ihren Zorn, und mit Portugal wurden allerlei Abkommen getroffen, die— 10 — früher oder später zu einer Angliederung der portugiesischeu Kolonien an-den britischen Besitz in Afrika führen sollten. Vor allem aber haben die Engländer seit der Erbauung des Suezkanals, die sie vergeblich zu verhindern versucht hatten, alles daran gesetzt, den Kanal und das ganze Nilland in ihre Hände zu bekommen, und der Weltkrieg mußte dazu dienen, aus der wider rechtlichen Okkupation eine ebenso widerrechtliche „definitive" Besitzergreifung werden zu lassen. Aber gerade diese ägyptische Stellung ist es, an der allem Anschein nach die britische Ge waltherrschaft — und nicht nur in Afrika — zugrunde gehen wird. Afrika als islamischer Erdteil. 1-^ei jeder Betrachtung der durch das deutsch-türkische Bündnis geschaffenen neuen Weltlage ist es von allergrößter Wichtigkeit, daß der Türkei insofern eine weit über ihre Grenzen und Bevölkerungszahl hinausgehende Bedeutung zukommt, als sie die Vormacht der gesamten islami schen Welt ist. War diese Vormachtstellung in den letzten Jahrzehnten auch dadurch erschüttert, daß England, Frankreich und Rußland immer mehr auf islamische Gebiete übergriffen, ohne daß es der fortwährend selbst bedrohten Türkei möglich gewesen wäre, schützend einzugreifen, so blieb demgegenüber doch bestehen, daß die religiösen Gemeinschaften ein längeres Leben zu haben pflegen als die politischen Zustände und Gruppierungen, und außerdem machte der Islam — trotz Rück gangs auf politischem Gebiet — doch als Religionsgemeinschaft immer weitere, bedeutende Fortschritte. Die größere weltgeschichtliche Bedeutung der religiösen gegenüber den politischen Zusammenhängen äußert sich ja hierbei auch darin, daß schließlich die meisten kolonialen Verhältnisse den Keim ihrer Auflösung schon von Anfang an in sich bergen. Koloniale Bevölkerungen — besonders solche höherer Art — müssen unter den neuzeitlichen Bedingungen, sowohl auf dem Wege der Hebung wie der Unterdrückung früher oder später zur Abschüttelung des Fremdjoches gelangen, und wer so lange warten kann wie gerade die religiösen Gemeinschaften, dem muß der endliche Erfolg zufallen.— 11 — Diese allgemeinen Ausführungen gelten im beson deren Maße für Afrika, als den „kolonialsten" Erdteil! Dieser kann als aus drei Hauptteilen bestehend angesehen werden: der arabische oder arabisierte Norden einschließlich des Sudan, die schwarze Mitte und der weiße Südzipfel. Von diesen Gebieten kann der ganze Norden und die nördliche Mitte bereits als islamisch betrachtet werden, wobei noch ein weit nach Süden reichendes Küstengebiet am indischen Ozean dem Islam zuzurechnen ist Nun geben zwar die hinsichtlich Afrikas sehr mangelhaften Statistiken und Schätzungen den größten Teil der Einwohner schaft noch als heidnisch an (bei Ritter: Gesamtzahl 150 Millionen, 1 ) davon 80 Millionen Heiden, 60 Millionen Islamiten, 9,6 Millionen Christen, 0,4 Millionen Juden), aber darüber sind sich alle einig, daß das Heidentum zurückgeht, und daß dieser Rückgang dem Christentum und dem Islam in außerordentlich ungleicher — und zwar dem Islam günstiger — Weise zugute kommt. Gerade die christlichen Gruppen Afrikas sind ja von der Statistik noch am besten erfaßt, und da sind die Er folge der Mission doch allerhöchstens nach Zehntausenden im Jahre zu veranschlagen, während die jährliche Zunahme der islamischen Gemeinschaft als in die Millionen gehend geschätzt wird. Dies war das Bild bei der bisherigen Lage des Islam, der in politischer Hinsicht unter dem Zeichen des Rückganges stand. Um wieviel stärker und schneller wird die Ausbreitung des Islam im heidnischen Afrika vor sich gehen, seitdem seine türkische Vormacht den Anschluß an die kraftvollste Staaten gruppe der Welt gefunden hat und ihren Feinden an allen Fronten siegreich entgegengetreten ist. Die Folge dürfte eine solche sein, daß wir schon heute uns auf ein zu mindestens neun Zehnteln islamisches Afrika einzustellen haben, und es wird eine der bedeutsamsten Auf gaben Deutschlands in Afrika sein, neben dem Einfluß des Islam auch den seiner politischen Vormacht nach Kräften zu fördern. Kein anderes Mittel scheint so geeignet, Englands und Frankreichs koloniale Übergriffe auf die islamischen Gebiete J ) Nach anderen schwanken die neuesten Ziffern zwischen 136 und über 200 Millionen!— 12 — Afrikas zu beseitigen. Gelingt dies aber, so haben wir damit eine neue Weltlage mit den außerordentlichsten Perspektiven! Afrika unter dem wachsenden Einfluß sowohl des Islam wie der Türkei böte — auch abgesehen von direkten kolo nialen Interessen, der deutschen Wirtschaft ein Vorzugsgebiet von ungeheurer Ausdehnung. Alle Sorgen hinsichtlich der wirt schaftlichen Abhängigkeit, die der Krieg hervorgerufen hat, wären beseitigt, wenn der neue deutsch-türkische und im weiteren Sinne deutsch-islamische Bündnisbereich sich in ununterbrochener Ausdehnung auch nur bis in die tropische Mitte Afrikas erstreckte. Hier böte sich Deutschland neben dem eigenen Kolonial bereich die Möglichkeit einer ausgedehnten kolonialen Wirt schaft ohne die Verpflichtungen und Nachteile der kolonialen Politik, ohne'Schutztruppen und dergleichen. Ein islamisches Afrika würde sich sogar im Falle eines künftigen Krieges leichter von seinem unangreifbaren Innern aus als von Übersee und von der Küste her verteidigen lassen, während ein Zusammenwirken beider Systeme jeden Angriff schon von vornherein als aus sichtslos erscheinen läßt. Wir haben ein dringendes Interesse an der möglichsten Stärkung der Türkei. Parallel damit geht unser Interesse an der Zurückdrängung der feindlichen Mächte aus ihren Gewaltposi- ionen. In Afrika ließe sich beiden Zwecken gleichzeitig dienen, und Deutschland würde dabei für Betätigungen jeder Art das allergrößte Feld finden, das noch außerdem den Vorzug aufweist, eine territoriale Verlängerung des neuen Bündnis bereichs zu bilden, dessen Hauptvorzug schon jetzt in dem geschlossenen Zusammenhang seiner Länder bestand. Auf dem gewaltigen Gebiet der Türkei und ihrer hier ins Auge gefaßten Einflußgebiete können wir uns im Verlaufe verhälnismäßig kurzer Zeit unseren vollen Bedarf an Baumwolle, Wolle, Seide und anderen Faserstoffen, an Ölfrüchten, Ölen, Fetten und Kraft futtermitteln, an Kautschuk, Papierrohstoffen, Tabak und Süd früchten, in hohem Maße auch den an Mineralien und vielem anderen sichern. Damit wären die Gefahren im wesentlichen beseitigt, die auch für den unwahrscheinlichen Fall eines künftigen Weltkrieges von ähnlicher Ausdehnung unserer Versorgung mit notwendigen Auslandswaren drohen könnten. Die wenigen Produkte, die etwa außerhalb der obigen Aufzählung oder — was zweifellos wichtiger ist — außerhalb der Produktions-— 13 — möglichkeiten der umrissenen Gebiete bleiben, würden nur verhältnismäßig geringe Anforderungen an die Vorratswirt- schaft stellen müssen, die man bei uns auf Grund der Kriegs erfahrungen bereits in ziemlich weitem Maße ins Auge gefaßt hat. Nun werden manche meinen, daß die Aufgaben, die sich aus dieser Betrachtung der Dinge ergeben, vielleicht doch zu weit greifen und an unsere Arbeitsmöglichkeiten zu große An forderungen stellen. Aber die Sache hat doch noch eine weitere Seite: Es sind noch andere da, die mit einer „Vereinheit lichung" Afrikas — aber in einem ziemlich entgegengesetzten Sinne — rechnen. Eben jetzt wird im „Echo" die Aufmerksam keit auf einen in einer englischen Afrikazeitschrift im Jahre 1905 erschienenen Artikel gelenkt, der unter der netten Über schrift „W a r u m nicht?" ausführt, daß eigentlich kein Grund vorhanden sei, weshalb England nicht vom Kongostaate Besitz ergreifen solle! In diesem Artikel wird von den „belgischen Barbaren" ge sprochen, die es mit ihrer Behandlung der dortigen Eingeborenen nicht besser verdient hätten. „Belgien sei nicht in der Lage der Macht von Großbritannien wirksamen Widerstand zu leisten", und auf einen Schutz von Seiten anderer Staaten könne es eben falls nicht rechnen. „Deutschland zählt nicht". . . . heißt es dort, und wenn es sich einfallen lassen sollte einzuschreiten, so würde seine Kriegs- und Handelsflotte von den Weltmeeren gefegt werden, so daß es in fünfzig Jahren sich nicht von dem Schlage erholen könnte. „Mit Frankreich stehen wir jetzt gut" und die anderen „heruntergekommenen lateinischen Nationen" (gemeint ist besonders Italien) werden Belgien auch nicht helfen. „Groß britannien muß nicht nur in S ü d a f r i k a die Vorherrschaft haben; ein allafrikanisches britisches Reich ist keines wegs nur ein Traum" usw. usw. und „der Titel eines Kaisers von Afrika würde mit dem des Kaisers von Indien sehr gut zusammenpassen und der Regierung des jetzigen Herrschers neuen Ruhm hinzufügen " Hier ist einmal die wahre Stimme des Beschützers der kleinen Nationen zum Ausdruck gekommen, die auch hinsichtlich der Beurteilung der heutigen Bundesgenossen nicht ohne Inter esse ist. Als sicher aber darf betrachtet werden, daß diesesI — 14 — „allbritische" Afrika nicht nur ein Traum gewesen ist, und daß es vielleicht auf keine andere Weise verhindert werden kann, als eben durch die Etablierung Afrikas als islamischer Erdteil und unter dem weit über die Kalifatsbeziehungen hinausgehenden Einfluß unseres türkischen Bundesgenossen. Die Bedeutung Afrikas in Weltpolitik und Weltwirtschaft. In weltpolitischer Hinsicht spielt Afrika gegenwärtig eine passive Rolle. Der ganze Erdteil ist koloniales Gebiet geworden mit Ausnahme von Abessinien und Liberia, die aber, wenn auch selbständig, doch keinesfalls als politisch aktiv gelten können. Die afrikanischen Gebiete spielen daher in der Weltpolitik nur insofern eine Rolle, als ihre Zugehörigkeit zum Bereich der Ko lonialmächte auf deren Stellung in der Welt von Einfluß ist. Allenfalls kann man noch in dem Sinne von einer weltpo litischen Bedeutung Afrikas sprechen, als ja auch der Streit um afrikanischen Kolonialbesitz in der großen Politik vielfach eine bedeutende Rolle gespielt hat; im übrigen aber liegt Afrikas politische Bedeutung nur in seinen Möglichkeiten, während seine gegenwärtige Bedeutung mehr in seinen Wirtschafts verhältnissen liegt. Aber auch weltwirtschaftlich ist die Bedeutung des Erdteils nicht allzu groß. Im Jahre 1913 betrug die gesamte Einfuhr 3,4, die gesamte Ausfuhr 3,6 Milliarden Mark. An europäischen Ver hältnissen gemessen entspricht dies in der Gesamtsumme den Ziffern Belgiens oder ungefähr einem Drittel der Außenhandels ziffern des Deutschen Reiches. Noch auffälliger wird die Kleinheit der afrikanischen Ziffern wenn man die wichtigsten Handelsgebiete des Erdteils besonders betrachtet. Von den rund 7 Milliarden des afrikanischen Außen handels entfallen 2,1 auf die Vereinigten Staaten von Südafrika, 1,2 Milliarden auf Ägypten und annähernd 1 Milliarde auf Algerien. Auf diese drei Gebiete, die im ganzen nur etwa 26 Millionen Einwohner zählen, entfallen also 4,3 und auf den ganzen Rest nur etwa 2,7 Milliarden Mark, obwohl dieser letztere nach der— 15 — geringsten Schätzung etwa 120 Millionen, nach anderen aber bis zu 180 Millionen Einwohner zählt. Alles in allem macht der Außenhandel Afrikas nur etwa ein Fünfzehntel desjenigen von Europa aus. Einen größeren Respekt vor Afrika, als einem Wirtschafts faktor, bekommt man bei der Betrachtung der besonderen Produkte, die im gemäßigten Klima Europas nicht gedeihen, und bezüglich deren der europäische Mensch auf tropische und sub tropische Länder angewiesen ist. Für diese ist der dunkle Erdteil das nächste Bezugsgebiet, und in dem Maße, in dem europäisches Unternehmertum und technisches Können sich in Afrika betätigen werden, wird auch der Umfang der dortigen Produktion sich steigern. Dabei ist es noch nicht sehr lange her, daß der Sklaven handel den größten Exportartikel lieferte, neben dem — in viel geringerem Maße — Gold und Elfenbein in Betracht kamen. Andererseits brachten die asiatischen und europäischen Eindring linge dein afrikanischen Erdteil eine ganze Reihe neuer Kulturen, wie den Anbau von Mais, Reis, Zuckerrohr, Orangen, Saffran, Tabak usw. (Auch das Kamel und das Pferd waren nicht von jeher in Afrika heimisch.) Aber alle diese Entwicklungen führten zu keinen erheblichen Außenhandel, und bis in die neueste Zeit war ia Afrika in ganz besonderem Maße ein unbekannter Erdteil geblieben. Hierzu hatten die mangelhaften Verkehrswege, das schlechte Klima vieler Küstengebiete und die geringe Produk tionskraft der Einwohner beigetragen. Außerdem hatte der Sklavenhandel auf jede sonstige wirtschaftliche Entwicklung sehr ungünstig eingewirkt. In neuerer Zeit sind hinsichtlich des Verkehrs bedeutende Fortschritte gemacht worden. Die Erschließung des Erdteils durch Eisenbahnen und Dampferlinien — letztere auch auf den großen afrikanischen Flüssen und Seen — macht große Fort schritte, und auch die Ungunst des Klimas weicht allmählich den wissenschaftlichen Methoden, die bei der Bekämpfung von Malaria und anderen Volkskrankheiten in letzter Zeit bereits zu sehr günstigen Ergebnissen gelangt sind. Von grosser Bedeutung war auf dem Wege dieser Fort schritte die Berliner Konferenz von 1884—85, auf der die Freiheit von Schiffahrt und Handel auf dem Kongo und dem Niger fest gelegt wurde, ferner der englisch-portugiesische Vertrag von 1891,— 16 — der ähnliches für den Sambesi bestimmt. Auf der Berliner Kon ferenz waren auch für das Kongogebiet weitgehende Handelsab kommen getroffen worden, die freilich später nicht in vollem Maße aufrecht erhalten wurden. Schließlich ist hier auch die Brüsseler Konferenz von 1889 zur Unterdrückung des Sklaven handels zu erwähnen, die zu einem am 2. Juli 1890 unterzeichneten Abkommen zwischen den wichtigsten Staaten führte. Die Rohstoffe und Produkte Afrikas sind am besten ein zuteilen in 1. Dschungelprodukte, 2. Produkte des Anbaues, 3. tierische Produkte. 4. Mineralien. Unter den ersten nehmen Kautschuk und Palmöl die wichtigste Rolle ein. Die gummiliefernden Pflanzen finden sich in dem ganzen tropischen Gürtel. Das Produkt steht an Qualität etwas unter dem der südamerikanischen Gummiarten. Aber dies liegt in hohem Maße an der minderen Sorgfalt bei der Gewinnung. Das Palmöl wird auf einem viel kleineren Areal gewonnen. Wenigstens kommt der Hauptexport von den Küstengebieten des Golfes von Guinea. Es würde nicht schwer sein, sehr viel größere Quantitäten zu gewinnen als bisher. Ein drittes wertvolles Produkt bilden die Edelhölzer, die vor nehmlich aus den Waldgebieten Westafrikas stammen. Hiervon sind besonders zu erwähnen das afrikanische Teakholz, das für den Schiffsbau sehr gesucht ist, ferner afrikanisches Mahagoni und Ebenholz. Diese Ausfuhr hat sich erst seit dem Jahre 1891 in grösserem Maße entwickelt. Wertvolle Holzarten kommen auch aus Südafrika, Neuerdings spielt dort der Wattiebaum und die von ihm gewonnene Gerbrinde (Natalrinde) eine erhebliche Rolle. Von weiteren pflanzlichen Produkten seien erwähnt: Gummi- arabicum, Kopalgummi, Kolanüsse, Korkrinde aus Algerien und Haifagras aus dem Süden Algeriens und Tripolitaniens, das — hauptsächlich in England — zu einem stark auftragenden leichten Papier verarbeitet wird. Kaffee, Kopra, Erdnüsse, Nelken, Baum wolle, Zuckerrohr, Datteln, Weintrauben, Südfrüchte und Früh gemüse, Tabak, Kakao und Tee vervollständigen die Liste der afrikanischen Produkte. Von tierischen Produkten sind die wichtigsten das Elfenbein (hauptsächlich aus dem Kongostaate), ferner Bienenwachs, Häute und Felle, Schaf- und Ziegenwolle, Straußenfedern und lebendes Vieh — letzteres hauptsächlich aus Algerien und Marokko.— 17 — Bezüglich der Mineralien wird in Afrika zurzeit nicht allzu viel ausgebeutet mit Ausnahme von Gold und Diamanten im südlichen Teil des Kontinents. Die Goldindustrie Südafrikas war bereits schon größer als die jedes anderen Goldlandes der Erde. Südafrika allein liefert ungefähr ein Viertel der Weltpro duktion. Für ihren Diamantenreichtum sind die Grube von Kimberley, sowie die der Oranje River-Kolonie und die Südwest afrikas berühmt. Insgesamt liefert Südwestafrika etwa 80 % der Weltproduktion an Diamanten. Kupfer findet sich im Süden und Norden des Erdteils. Die reichtsten Läger scheinen die der Provinz Katanga des Kongostaates zu sein. Eisen findet sich in Marokko und Algerien, Kohle in fast ganz Südafrika, Phosphate in Algerien und Tunesien, außerdem in kleinen Mengen und wenig ausgebeutet: Zink, Blei, Antimon und Mangan. Die afrikanische Einfuhr erstreckt sich in der Hauptsache auf Manufakturwaren, besonders Baumwolle und Wollwaren, ferner auf Nahrungsmittel, Metallwaren, Kohle und allerlei Verschiedenes. Im tropischen Afrika und sonstigen Gebieten mit geringer euro päischer Bevölkerung besteht der Import weitaus vorwiegend aus Baumwollwaren. (Siehe auch die ausführliche tabellarische Übersicht — sowie die Kartenskizzen — im Anhang.) Nordafrika und Südafrika Bei jeder Betrachtung afrikanischer Dinge darf nicht außer Acht gelassen werden, wie sehr die gegenwärtigen wirtschaftlichen Zustände hinter den Möglichkeiten zurück stehen, und zwar hinter denen einer Zukunft, welche genau so nahe ist, wie die Energie des kolonisierenden Faktors sie nur gestalten will und kann. Eines der auffälligsten Beispiele hierfür wird in einer Gegen überstellung südafrikanischer und nordafrikanischer Produktions verhältnisse liegen, wobei wir, um den Gegensatz stärker herauszuarbeiten, uns im Falle Nordafrikas vorerst auf M a r o k k o beschränken wollen. Trietsch, Afrikanische Kriegsziele. 2— 18 — Bei dieser Beschränkung haben wir noch den Vorteil, daß die beiden Länder in ungefähr gleicher Entfernung vom Äquator liegen, und daß von allen nordafrikanischen Staaten Marokko durch seine Lage am freien Meere am meisten von den Trocken heitseinflüssen, die von der Sahara ausgehend auf den Nordrand Afrikas einwirken, frei geblieben ist. \ Wenn schließlich einem allzu direkten Vergleich zwischen den beiden Ländern entgegensteht, daß Südafrika sich seit langer Zeit unter britischer Herrschaft und Verwaltung befindet, und daß hier auch ein ziemlich zahlreiches weißes Element auf Grund der Gunst des Klimas sich niederlassen konnte, während Marokko noch bis vor ganz kurzer Zeit eines der verschlossensten Länder der Erde war, so spricht doch andererseits wieder für Marokko seine Europanähe und die gegenüber der Eingeborenenbevöl kerung Südafrikas viel größere Entwicklungsfähigkeit seiner Be wohnerschaft. Die Landwirtschaft Südafrikas weist trotz mancher Rückschläge und Hemmungen (durch Trockenperioden, Heu schreckenplagen und dergleichen) doch eine ziemlich stete Entwick lung auf. Vor allem zeichnen sich die Ackerbauprodukte durch ihre besondere Qualität aus. Dies gilt besonders auch für eines der dortigen Hauptprodukte, nämlich den Mais. Die Viehwirtschaft ist sehr bedeutend. Nach dem Zensus von 1911 wies die südafrikanische Union an Großvieh etwa 7 Millionen Stück auf, darunter 5.8 Millionen Stück Rindvieh; an Schafen gab es 30,7 Millionen und an Ziegen 11,8. Daneben gab es etwas über eine Million Schweine und 10 7, Millionen Stück Geflügel. Außerdem zählt die sehr wichtige Straußen zucht ungefähr 3 / 4 Millionen Stück. Allein die Wol lausfuhr betrug im Jahre 1913 177 Milli onen englische Gewichtspfund im Werte von 115 Millionen Mark. Der Straußenfedernexport (1 Million lbs.) war 60 Millionen Mark wert 1 ). An Häuten und Fellen wurde für 40 Millionen Mark ausgeführt. Zu der obigen Ziffer für Wolle ist noch für Mohair J ) Südafrika stellt das Hauptquantuni des Weltbedarfs an Straußenfedern. Daß aber auch Nordafrika für diese wertvolle Produktion in Betracht kommt, wird durch die langjährig bestehende Straußenfarm bei Kairo bewiesen. Übrigens ist Straußenzucht so wenig vom warmen Klima abhängig, daß die Strauße auch in Stellingen bei Hamburg und sogar in Schweden (bei Stock holm) gut gedeihen.- 19 — 2* ein Betrag von 17 '/ 2 Millionen Mark zu rechnen. Von sonstigen Produkten der Landwirtschaft gelangten noch zum Export: Natalrinde (Wattie, auch Mimosa genannt, einer der besten Gerbstoffe der Welt) im Betrage von über 6 Millionen Mark, Mais: 1,4 Millionen (im Jahre 1914 nahezu 9 Millionen Mark) Baumfrüchte: 1,1 Millionen (1914: 2 Millionen) Viehfutter und Tabak je 0,6 Millionen Mark. In diesen Ausfuhrartikeln liegt zwar nicht der größte wirt schaftliche Wert der südafrikanischen Union, in welchem Gold und Diamanten (für 750 und für 240 Millionen Mark) weitaus die Hauptrolle spielen, aber auch die genannten landwirtschaftlichen Zahlen sind bedeutend genug, beträgt doch die Gesamtsumme der erwähnten Hauptausfuhrartikel immerhin schon rund 250 Mil lionen Mark. Was Marokko betrifft, so ist dieses Land zweifellos eben falls in hervorragender Weise für die Viehzucht und besonders# auch für die W o 11 p r o d u k t i o n geeignet, aber die bisherigen Ausfuhrziffern sind im Verhältnis zu denen Südafrikas außer ordentlich bescheiden, obwohl die landwirtschaftliche Bevölkerung beider Gebiete nicht allzu verschiedene Zahlen aufweist. Im Jahre 1913/14 betrug Marokkos Wollausfuhr nur 4 Millionen Mark, ebensoviel wurde an Eiern exportiert. Den größten Ausfuhr posten bilden Mandeln mit 6 Millionen, Gerste ist mit etwas über 1 Million vertreten, und alle anderen Ziffern sind wesent lich geringer. In Marokko hat man übrigens seit 1911 auch die Baum wollkultur eingeführt, die auf die eine oder andere Weise für den ganzen Norden Afrikas hervorragend in Betracht kommt. Wenn man bisher durch die ägyptischen Verhältnisse in weiten Kreisen zu dem Irrtum gelangt ist, für eine erfolgreiche Baum wollkultur große und kostspielige Bewässerungsanlagen für nötig zu halten, so steht dem die in vielen Baumwolländern — besonders in Syrien und Zypern- gemachte Erfahrung entgegen, daß Baumwolle auch in trockenen Klimaten und ohne jede Be wässerung gedeiht, und daß das Produkt nach Menge und Qua lität, wenn auch einstweilen (was übrigens durch die auf diesem Gebiete noch ganz vernachlässigte Saatzucht wahrscheinlich weitgehend behoben werden kann) nicht vollständig an das der bewässerten Baumwolle heranreichend, doch eine durchaus brauch bare Ware abgibt.— 20 - Dieser in ganz knappen Zügen geführte Vergleich hat, wie bereits angedeutet, auch über das engere Gebiet von Marokko hinaus seine Bedeutung. Von den bisher besonders vernach lässigten Teilen Nordafrikas dürfte die Cyrenaica in ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten noch die größte Ähnlichkeit mit Marokko und Südafrika haben. Nach dem oben Gesagten wird es kaum einem Zweifel unterliegen, daß der gesamte Bedarf der Zentralmächte an Baumwolle und Wolle (übrigens auch an anderen Textil- rohstoffen, wie den die Jute immer mehr ersetzenden Agavefasern, usw.) in sehr absehbarer Zeit aus Nord- und Mittelafrika ge deckt werden kann, während die auf eine solche Erweiterung der dortigen Produktion zielenden Unternehmungen auch auf andere Zweige der dortigen Volkswirtschaft den größten Einfluß haben müßten. Betrachten wir hiernach die Außenhandelsziffern auch Alge riens und Tunesiens, um auch hieraus zu entnehmen, welche Rolle sowohl die entwickelteren, wie auch die einstweilen noch stark vernachlässigten Teile Nordafrikas unter veränderten politi schen Verhältnissen für die Wirtschaft der Zentralmächte gewinnen könnten. In Algerien finden sich in den letzten Jahren Ausfuhr ziffern für Wein im Betrage von bis zu 220 Millionen Frs., Getreide bis zu über 80 Millionen, lebende Tiere bis 47 Millionen, bei Häuten und Fellen Höchstziffern über 11 Millionen, bei Wolle über 18 Millionen, außerdem sind Tafelobst und getrocknete Früchte mit Ausfuhrziffern von über 20 Millionen Frs. vertreten, Tabak mit über 13, Eisen und Phosphate mit 18 und 13, Zinkerz ebenfalls mit 13 Millionen Frs., Olivenöl ergab in einem beson ders guten Jahre (1908) bereits einen Ausfuhrüberschuß von 16 x / 2 Millionen, an Kork wurde schon über 18 Millionen Frs. exportiert. Hier haben wir eine sehr stark gegliederte Ausfuhr von Ar tikeln, wie alle europäische Länder und so auch die Zentralmächte sie im Austausch gegen ihre Ausfuhrgüter gebrauchen können. In der Einfuhr Algeriens stehen an erster Stelle Baum- wollwaren mit 67 Millionen, Maschinen und Maschinenteile mit 30, andere Metallartikel mit 29, Möbel und andere Holzartikel mit 28,— 21 — Leder mit 21, Papier usw. mit 19, Kleidung und Leinwand mit 18 Millionen, Zucker mit 16, Eisen und Stahl mit 12, pflanzliche Öle mit 11 1 j 2 Millionen Frs. In der tunesischen Ausfuhr haben die beiden Hauptartikel Getreide und Phosphate in den letzten Jahren die Ausfuhrsumme von je 50 Millionen Frs. erreicht. An Olivenöl wurde für 20 Millionen Frs. exportiert, die Eisenausfuhr betrug 1913 7 1 /» Mil lionen, Frs., Bleierz über 10 Millionen, Espartogras *) und Zink je 4 Millionen usw. In der Einfuhr Tunesiens stehen an erster Stelle (immer die Höchstzahl der letzten Jahre gerechnet) Baumwollwaren mit 14 Millionen Frs., Kleineisenwaren mit 12 Millionen Frs., Mehl mit 10 Millionen, Maschinen und Kohle mit je 8 Millionen, Zucker mit 5 Millionen Frs. usw. Hinsichtlich der Verkehrsländer steht es so, daß in Algerien auf das französische Mutterland 7 /s der Gesamt ziffern entfallen, dann spielen noch die französischen Besitzungen eine ziemlich große Rolle, und den verhältnismäßig sehr gering fügigen Rest teilen sich sämtliche anderen Staaten der Welt. Dabei wiegt in der Einfuhr gelegentlich Italien ziemlich stark vor, was auf den großen Prozentsatz der Italiener unter den Fremden des Landes zurückzuführen ist. Marokko als nächstes Nachbar land ist in der Einfuhr Algeriens mit Ziffern von bis zu 15 Mil lionen Frs. vertreten, Brasilien (Kaffee-Einfuhr) mit ebenfalls 15 Millionen Frs., Großbritannien mit über 20, Deutschland nur mit 7 1 /, Millionen, wobei allerdings diese letzte Ziffer eine starke Erhöhung für 1913 gegenüber den voraufgehenden Jahren be deutet. (Noch 1910 war die deutsche Einfuhr kaum 5 Millionen). In Tunesien überwiegt wiederum bei der Einfuhr Frankreich weitaus, aber immerhin beträgt der französische An teil hier nur eine starke Hälfte. Im weiten Abstände folgen dann Algerien, Großbritannien und Italien. In der tunesischen Aus fuhr ist der französische Anteil nur etwa 40%, und Italien erreicht ein volles Siebentel des Umsatzes. Auch hier ist Deutsch land bisher nur mit verhältnismäßig geringen Summen vertreten. In Marokko zeigen die letzten Jahre ein starkes Anschwellen der Einfuhr mit gleichzeitiger Abnahme der Ausfuhr, Während in den Jahren 1907 bis 1911 die Einfuhr höchstens um 50°/ 0 — ] ) Rohstoff für ein sehr leichtes, stark auftragendes Papier, das beson- pers in England fabriziert wurde.— 22 — meist aber um sehr viel weniger — die Ausfuhr überwog, zeigt das Jahr 1912 eine Einfuhr von 152 Millionen Frs. gegenüber 75 Millionen in der Ausfuhr, und dieses Verhältnis von 2: 1 ver größert sich in den beiden folgenden Jahren derart, daß 1912/13 das Verhältnis wie 8:3 und 1913/14 gar wie 11:2 steht. Hier spielen bei der Einfuhr von 1913/14 die Hauptrolle: Zucker mit 45 Millionen Frs., Baumwollwaren mit 35, Mehl und Gries mit 20, Wein und Spirituosen mit über 15, Maschinen und Kleineisen waren mit 14, Tee mit 11, Wollwaren mit über 10 Millionen Frs., Eisen mit 9 Millionen, Kerze# mit 5 Millionen usw. In der Ausfuhr stehen an erster Stelle Mandeln mit Wolle mit über 5 und Eier mit 5 Millionen Frs., Gerste wurde für 1 1 j v Kartoffeln und Rindvieh für etwas über 1 Millionen ausgeführt. Alle übrigen Ariikel bewegen sich unter dieser Ziffer. Auch hier entfällt auf Frankreich der Löwenanteil der Einfuhr; zusammen mit Algerien hatte es im Jahre 1913 14 mehr als die Hälfte, es folgte das Vereinigte Königreich (einschließlich Malta und Gibraltar) mit etwa 20 Prozent, Spanien mit 9 Prozent, Deutschland mit etwa 8 Prozent. Diese Ziffer ist zwar auf Grund des belgischen Anteils von 4 Prozent, der ja im wesentlichen Durchfuhr nach Deutschland bedeutet, etwas zu erhöhen, aber immerhin ist der deutsche Anteil an der Einfuhr ziemlich bescheiden, während Deutschlands Anteil an der Ausfuhr Marokkos noch im Jahre 1912/13 dicht hinter Frankreich an zweiter Stelle stand. Die wirtschaftliche Bedeutung des tropischen Afrika. Wenden wir uns hiernach den tropischen Gebieten Afrikas zu, so ist es bekannt genug, daß aus diesem dem weiteren Islam zugehörigen Gebiet alles beschafft werden kann, was irgendwo auf A der Welt in den Tropen hervorgebracht wird. Der bisherige Stand der*Produktion ist dabei wenig maßgebend für das, was in kürzester Frist erzielt werden kann, wenn auf Grund der neuen Weltlage außer dem rein wirtschaftlichen auch noch das politische Interesse Veranlassung gibt, sich in tropischen Pro dukten von anderweitiger Zufuhr unabhängig zu machen. Bedenkt— 23 — man, daß in der Zeit von 1895 bis 1913 die Ausfuhr der vier deutschen Kolonien in Afrika von wenig über 10 Millionen auf 145 Millionen gestiegen ist, so kann man sich einen Begriff davon machen, welche Steigerung erzielt werden kann, wenn wir in einem frühernie geahnten Maße ein Interesse daran haben, zu einem möglichst geschlossenen, engeren Handelsbereich zu kommen, der uns für alle politischen Möglichkeiten sicherstellt. Auch hat ja jede künftige koloniale Betätigung Deutsch lands vor aller bisherigen das voraus," daß diese letztere in hohem Maße eine koloniale Lehrzeit gewesen ist, die übrigens — auch nach gegnerischen Urteilen — trefflich genutzt worden ist. Dabei ist es ja auch für die deutsche Stellung in der Welt nicht ohne Belang, wohin die deutsche Ausfuhr geht, da dieselbe nicht nur der deutschen Industrie und Handelswelt Vorteile bringt, sondern auch den Ländern, deren Entwicklung beispiels weise von deutschen Maschinen gefördert wird. Durch eine planvolle Beschränkung auf das engere Handelsgebiet des poli tischen und militärischen Bündnisses und seiner mehr oder weniger ausgesprochenen Schutzstaaten, wie es für Deutschland die Kolo nien und für die Türkei die Länder des Islam sind, bewahren wir uns davor, die feindliche Welt wirtschaftlich zu fördern, auf Kosten der Möglichkeiten, die uns innerhalb jenes engeren Wirt schaftsgebietes winken. Es kann ja keinem Zweifel unterliegen, daß eine kräftigere kolonialwirtschaftliche Betätigung Deutschlands auch bisher schon zu einer größeren Beteiligung der Kolonien am Bedari des Mutterlandes geführt hätte. Zwar ist in den Jahren von 1895 bis 1913 auch die deutsche Ausfuhr nach den afrikanischen Kolonien sehr stark gestiegen (in Ostafrika auf das achtfache, in Kamerun aufs sechsfache, in Togo auf mehr als das vier fache), aber sicherlich hätte hier noch viel mehr geschehen können, und die stärkere Betätigung auf dem Gebiet des Ver kehrswesens und aller anderen kolonialen Unternehmungen hätte neben der schnelleren Entwicklung der Kolonien und weiter gehenden Versorgung Deutschlands mit kolonialen Produkten auch dazu geführt, das deutsche Element zu stärken, und damit auch die militärische Leitstungsfähigkeit der Kolonien um das, wie es scheint gar nicht so große, Maß zu vergrößern, das ausgereicht hätte, um die Kolonien auch militärisch halten zu können.— 24 — Belgisch-Kongo. Wie bereits in den einleitenden Bemerkungen angedeutet, spielt nach der Lage der Dinge das Kongogebiet bei dem kolonialenTeil derFriedensverhandlungen voraussichtlich die größte Rolle. Für Deutschland jedenfalls kann kein anderes Gebiet in Frage kommen, das so wie dieses eine Verbindung zwischen den bisherigen deutschen Besitzungen herstellen könnte. Umsomehr ist es von Interesse, die bisherigen Wirtschaftsverhältnisse des Landes kennen zu lernen. Die vier Hauptprodukte sind Kautschuk, Palmnüsse und Palmöl, Kopallack und Kakao. In der Ausfuhr spielt außerdem das Elfenbein eine Rolle. (Export im jähre 1913: 570585 lbs. und in 1912: 510495 lbs.) Tabak und Kaffee werden-überall ange baut. Die Viehzucht leidet unter der Tsetsefliege. Von Mineralien werden Gold und Kupfer ausgebeutet. Daneben sind viele andere Mineralvorkommen bekannt — hauptsächlich von Kohle, Eisen, Zinn und Mangan — aber in diesen findet bisher noch kein nennenswerter Abbau statt. Die Ausfuhr zeigt in den Hauptartikeln in den drei letzten jähren vor dem Kriege folgende Werte in Millionen Francs: 1911 1912 1913 Gummi 344 52,3 27,5 Elfenbein 5,7 8,8 11,7 Palmnüsse 2,9 3,2 4,3 Palmöl 1,7 1,4 1,3 Kopal 3,3 6,4 8,9 Kakao 0,9 1,1 1,0 Gold (roh) 3,1 3,3 6,0 Kupfer (Erz und roh) 1,9 5,8 0,7 Im ganzen zeigt der Spezialhandel in der Ausfuhr keine besondere Entwicklung, während die Einfuhr seit 1909 in leb haftester Steigerung begriffen ist. Dies wird in den folgenden Ziffern veranschaulicht: 1907 Import 25 Mill. Frs. Export 55 Mill. Frs. 1908 ,, 25 „ „ „ 44 „ 1909 „ 22 „ „ „ 55 „ 1910 32 „ „ „67 „ 1911 „ 50 „ „ 55 „ 1912 „ 54 „ „ „ 59 „— 25 — Der Sinai als Brückenkopf Afrikas. Eine eigentümliche Stellung nimmt das Gebiet der Sinaihalbinsel in den afrikanischen Plänen Englands ein. Selbst außerhalb des Erdteils gelegen und besonders seit dem Durchstich des Suezkanals aufs deutlichste von diesem abgetrennt, haben die Engländer doch von jeher das Sinaigebiet als für ihre Stellung in Nordostafrika außerordentlich wichtig betrachtet. In der Tat beginnt ja die Bedeutung dieser an sich von jeher recht wertlosen Sinaiprovinz damit, daß schon das Östufer des weltwichtigen Suezkanals ihr zugehört. Wenn die Engländer aber, wie es bei ihrem politischen Doppelspiel gegenüber der Türkei gar nicht anders möglich war, für früher oder später einmal mit Konflikten nach der türkischen Seite zu rechnen mußten, so konnte ihnen das bloße Kanalufer nicht genügen, und sie mußten trachten, sich auf irgendeine Weise vor Überraschungen und denkbaren Bedrohungen des Kanals zu schützen. Solange sie noch der Türkei gegenüber eine Haltung ein nahmen, die — trotz allem — vorwiegend den Türken in poli tischer Hinsicht eine Sicherung gegenüber Rußland bot, solange auch die Stellung Englands und die der Türkei so ungleich waren, daß ein bewaffneter Konflikt als ausgeschlossen gelten konnte, begnügten sich die Engländer mit dem eigenartigen „Schutz", der darin lag, das Sinaigebiet in seinem unentwickelten, wüstenähnlichen Zustande zu belassen. Die Möglichkeit hierzu bot den Engländern die Zugehörigkeit der Sinaiprovinz zu Ägypten. Aus diesen politischen und auch aus allen sonstigen Gründen hätte ja eine Entwicklung des Sinai nur von Ägypten aus bewerkstelligt oder gestattet werden können. Jedenfalls hat England hinsichtlich ganz Ägyptens die für seine Zwecke äußerst praktische — wenn auch seinem Ruf als große kolonisatorische Macht direkt widersprechende — Politik verfolgt, aus diesem wichtigen Durchgangslande auf dem Wege nach Indien und dem fernen Osten eine Art „Insel" zu machen, indem es die wirtschaftlich unentwickelten Gebiete im Westen und Osten Ägyptens „mit Fleiß" in diesem Zustande beließ. Ein Blick auf die Karte zeigt, wie natürlich es geweseu wäre, wenn England von Ägypten aus eine großzügige Verkehrspolitik betrieben hätte, indem es durch Küstenbahnen am Mittelländischen— 26 — Meere das ägyptische Schienennetz, dessen Verbindung nach Süden durch die Kap—Kairobahn längst im Ausbau begriffen war, nach Osten zu mit den Systemen der syrischen und arabischen sowie mit der anatolischen und der Bagdadbahn in Verbindung gebracht hätte, und wenn außerdem am Nordrand Afrikas von Alexandria aus eine westliche Bahn den Anschluß an die tune sisch-algerischen Bahnsysteme der Franzosen gefunden hätte Statt dessen ist es gerade England gewesen, das jeder Verkehrs entwicklung auf der Sinaihalbinsel sich widersetzte, und das auch die Eisenbahnunternehmungen des Khedive, der von Ale xandria nach Westen die Mariutbahn baute, als eine Störung seines alleinigen Verfügungswillens betrachtete. Nur im Zusammenhange mit der allerdings hochwichtigen Aufgabe einer Sicherung seiner gesamten Afrikapositionen, die gleichzeitig eine Sicherung des Seeweges nach Indien via Suez bedeutet, ist es zu verstehen, daß England im Jahre 1906 mit der Türkei den „Tabahstreit" v.om Zaune brach, um eine mög lichst weitgehende Regulierung „seiner" (in Wirklichkeit der ägyptischen) Grenzen zu bewerkstelligen. Von den beiden da maligen ägyptisch-türkischen Grenzen — gegen Palästina und gegen Tripolitanien — war die östliche weitaus die Wichtigere. War dort erst ein guter Griff geglückt, so konnte es nicht allzu schwer halten, auch im Westen das Ziel zu erreichen, das ja zunächst nur in der Besetzung von S o 11 u m bestand, das für England einen vorzüglichen Hafen abgeben konnte, während es unter türkischer Herrschaft absolut keine Bedeutung hatte. Weiter wird man wohl auch an das von Alters her durch seine außer ordentliche Fruchtbarkeit bekannte Gebiet der Cyrenaica gedacht haben, aber England durfte damals glauben, es in der Hand zu haben, ob es — je nach der politischen Lage — zuerst Sollum allein oder gleich Sollum und „Hinterland" im gegebenen Falle einstecken wollte. Was den Sinai betrifft, so gehört er, wie gesagt, zu dem von England widerrechtlich okkupiert gehaltenen Ägypten. Diese immerhin noch nicht hinreichend sichere Stellung genügte indes den Engländern bei der Wichtigkeit dieses Brückenkopfes nicht, und so setzten sie unter dem Vorwand der unsicheren Verhältnisse auf der Halbinsel mit leichter Mühe die scheinbar harmlose Ver schiebung durch, den Sinai unter die militärische (d. h. hier gen darmeriemäßig) besser durchgebildete Verwaltung des Sudan— 27 — zu stellen, der, obwohl ein Nebenland des offiziell immer noch zum türkischen Reiche gehörigen Ägyptens, doch . selbst nicht zum ägyptisch-türkischen Bereiche gehörte, sondern einem anglo-ägyptischen Kondominium unterstand, was hier glattweg einer britischen Kolonialverwaltung gleichzusetzen war. Bei dem Tabahkonflikt versuchten die Engländer aus der absolut belanglosen Tatsache, daß einige Soldaten der türkischen Garnison von Akabah ihre Pferde in Tabah (einem völlig unbe wohnten und sonst unbedeutenden Punkte, der jenseits der sehr undeutlichen Grenze gelegen haben soll) haben weiden lassen, einen hochpolitischen „Übergriff" zu machen, der seine Sühne forderte. In Wirklichkeit lag den Engländern daran, irgendeinen Streit zu inszenieren, um die Türken am Bau einer Zweiglinie der Hedschasbahn nach dem Golf von Akabah zu verhindern und gleichzeitig die Sinaigrenze ein wenig zu verschieben. Diese Grenzlinie war in der Tat ziemlich merkwürdig und war auch schon vorher mehrfach geändert worden. Ursprünglich war die Grenze zwischen der Türkei und Ägypten ja überhaupt keine internationale Grenze gewesen. Sie entsprach einer Provinzialgrenze, die zwischen dem Sultan und seinem Vasallen, dem ersten Khedive von Ägypten, Mehemed Ali, vereinbart worden war. Erst durch den Übergriff Englands bei der Okkupation Ägyptens und durch sein Hinausschieben der zugesagten Räumung, die einer englischen dauernden Besetzung gleichkam, wurde aus der innertürkischen Verwaltungsgrenze eine „Reichsgrenze", als welche sie nie geplant und auch nie angelegt worden war. Die Sache wird noch verwickelter dadurch, daß Mehemed Ali's Erfolge gegen die Wahabiten Arabiens den Sultan veran- laßten, ihm auch den Schutz der Pilgerstraße im nördlichen Ara bien und die Verwaltung eines Küstenstreifens von etwa 500 km — bis einschließlich des Hafens El-Wedsch — zu übertragen. Jedenfalls lief die türkisch-ägyptische Grenze bis zum Jahre 1887 ziemlich gradlinig von El-Arisch nach „einem Punkte westlich von Akabah" und wurde in diesem Jahre dahin geändert, daß der Anfang der Grenze am Mittelländischen Meere um etwa 40 km nach Osten (wo der unbewohnte Ort Rafah in den Karten ein gezeichnet ist) verschoben wurde, aber diese neue Grenze hatte nur eine Tiefe von 25 km. Dahinter sprang eine Zunge ziemlich weit westlich von der früheren Grenze in das ägyptische Gebiet— 28 — hinein, um etwa 50 km von der Küste wieder die alte Grenzlinie aufzunehmen, Bei dem Tabahkonflikt fanden die Engländer immerhin von türkischer Seite einen unerwartet kräftigen Widerstand. Es lagen sich zur Höhezeit des Konfliktes auf beiden Seiten der Grenze etwa 30000 Mann gegenüber. Die Türkei mußte zwar schließlich nachgeben, aber England fühlte sich durch den Erfolg nicht er mutigt, nun auch schnell die zweite „Regulierung" im Westen vorzunehmen, über deren Plan ich damals aus bester Quelle Informationen hatte. Bei diesem ganzen Handel war noch eine besondere Merk würdigkeit zutage getreten. Beide Parteien — Engländer wie Türken — beriefen sich auf den ursprünglichen Grenzvertrag zwischen der Pforte und Mehemed Ali. Als es aber zum Ab schluß kommen sollte, stellte sich heraus, daß von den zwei Exemplaren der damaligen Abmachung das ägyptische bei einem Brand des Archivs in Kairo vernichtet worden war, und die Türken vermieden es, ihr Exemplar zu produzieren, weil dessen unklare Fassung den englischen Auslegunskünsten Gelegenheit zu noch viel weiter gehenden Forderungen hätte geben können. Jedenfalls zeigt die ganze Angelegenheit, welche große Be deutung die Engländer der Sinaigrenze beilegten, und anderer seits geht daraus hervor, wie gefährlich in der Tat an dieser Stelle eine. kraftvolle türkische Grenzpolitik den Engländern werden kann. Der Weltkrieg mit seinen zahlreichen Überraschungen hat auch diese Gefahren für Englands usurpierte Stellung noch wei- aus gesteigert. Mit Recht weist ganz kürzlich die Londoner Zeitschrift „New Statesman" darauf hin, daß die Schaffung einer Seefestung und Unterseebootsbasis in Akabah das Rote Meer für den britischen Durchgangsverkehr via Suez ziemlich unpassierbar machen würde. Im weiteren Sinne gilt dasselbe für jeden Punkt der Rotenmeerküste, der in türkischer Hand bliebe, und der womöglich noch durch eine Bahnverbindung mit der Hedschaslinie in direkteren Zusammenhang mit der türkischen Verkehrs- und Wehrmachtorganisation gebracht werden könnte. Es ist ja eine bei weitem nicht genug beachtete Tatsache, daß der Suezkanal in gewissem Sinne schon bei Gibraltar anfängt— 29 — und bei Perim endet. Wie immer — sei es an einem dieser beiden Punkte oder zwischen ihnen — die britische Seeverbin dung unterbrochen oder beeinträchtigt werden kann, wäre auch der Suezkanal gesperrt bzw. mehr oder weniger entwertet. Dies ist mit einer der Gründe, weshalb England die türbische Herrschaft in Arabien zu beseitigen und ihren Durchgangsverkehr durch Eroberung Palästinas vor einer Bedrohung seitens der Türken zu schützen bestrebt ist. Hierin liegt der Sinn der Zu sammenfassung so starker Truppenmassen am SuezkanaL und der nunmehr schon zum zweiten Mal gescheiterten Angriffe der Engländer auf Südpalästina. Das englische Afrika soll hier verteidigt wer den, und die angrenzenden Gebiete Vorderasiens sollen dem ge planten afrikanischen Imperium Englands als Glacis dienen, eben so wie Persien und Arabien schon längst von Lord Curzon als Glacis für das britische Indien proklamiert und reklamiert worden sind.— 30 — Deutschlands koloniale Kriegsziele. Die Einschnürung Zentraleuropas unmöglich zu machen, schrieb das „Hamburger Fremdenblatt" vom 11. Dezember 1916, ist das Ziel unserer Politik im nahen Orient gewesen und auf dem Balkan. Wir wollen uns hier ganz kurz fassen, da, wir nicht die Kriegsziele unserer Verbündeten erörtern möchten. Wir beschränken uns auf die Feststellung, daß, mag das Bild des Balkans sich gestalten wie es will, er die feste Brücke des Vierbundes bleiben muß allezeit. Ob Rumänien wieder erstehen soll, Serbien oder Montenegro, oder bis zu welchem Umfang, das sei dahingestellt. Jedenfalls werden wir jede For derung mit unserer ganzen Autorität unterstützen, die unsern Ver bündeten den wohlverdienten Lohn bringt, den ihre Sicher heit erfordert. Das gilt mit Bezug auf die Türkei und auch von Ägypten und von Nordafrika. Alle Kolonien die im Kriege verloren gingen, müssen uns zu rückgegeben werden. Unsere Kolonien müssen aber künftig auch „Hand und Fuß" haben, müssen Kraftzentren in sich selbst sein. In Afrika ein großes Kolonialreich zu gründen, das von Südwest nach Südost und hinauf nach Ka merun und Togo reicht, verbunden durch Gebiete, die früher französisch, belgisch oder vielleicht auch englisch waren, muß unser Ziel sein. Das erfordert unsere Unabhängigkeit in der Roh stoffversorgung; das erfordert'aber auch unsere maritime Lage Ein solches Reich, richtig organisiert, vermag sich selbst zu Die Kolonialreiche und ihre Be- Mutterland Kolonien in Name Einwohnerzahl Fläche in qkm Einwohnerzahl Fläche in qkm Deutsches Reich . . 68 227 000 540 858 11 527 000 2 707 300 Großbritannien . . . 46 600 000 314 377 36 891 000 6 190 967 Frankreich 39 750 000 536 464 38 500 000 9 660 285 Belgien 7 700 000 29 452 15 003 000 2 365 000 Portugal 6 000 000 91 943 8 352 000 2 069 961 Italien 35 700 000 286 682 1 368 000 1590 110 Spanien 20 350 000 504 547 589 000 560 466— 31 — behaupten, und wäre zu verwalten etwa nach dem Vorbild der englischen Dominions. Die Faustpfänder, die es uns ver schaffen sollen, haben wir in Nordfrankreich und Belgien in der Hand. Mit einem solchen Kolonialreich kann uns auch niemand künftig den Welthandel unterbinden, der durch Handels- und Polverträge bei Friedensschluß wieder zu sichern sein wird. Hier werden wir daher vor allem England treffen. Hier und in der Kriegsentschädigung, um die unsere Feinde — Frankreich eingeschlossen — nicht herumkommen werden, von dem Ersatz unserer Auslands forderungen abgesehen. Diesem „esoterischen Teil der Kriegsziele kommt ja eine Be deutung zu, den nur der verkennen kann, der sich durch äußer liche geographische Begriffe verblenden läßt. Wir möchten fast sogar sagen, daß dieser Teil des Friedensschlusses das stärkste Symptom dafür bieten wird, daß wir unbesieglich waren. Ein kurzes Schlußwort: Das sind in groben Umrissen die Ziele, die wir uns setzen würden, wenn wir uns heute, auf Grund der gegenwärtigen Kriegslage, an den Tisch der Beratungen setzen. Unbedingt ist nichts, alles bleibt im Fluß, bis solcher Tag wirklich anbricht. In geographischen Beziehungen bringt unser Programm, abgesehen vom Osten und von Afrika, für Deutschland selbst nicht viel Veränderung. Wir kämpfen eben einen Verteidigungskampf. Wir wollen keine fremden Völker zu Deutschen machen. Aber es wird, dessen sind wir gewiß uns die dauernde Zukunft Sicherung bringen." Sitzungen in Afrika und anderwärts. Afrika Gesamtkolonien Einw. | Fläche in Einh. d. Mutterlandes Einwohnerzahl Fläche in qkm in Einw. | Fläche Einh. d. Mutterlandes 0,2 5,0 12 360 000 2 952 924 0,2 5,4 0,8 19,7 378 878 000 30 054 003 8,2 95,6 1,0 18,0 56 208 000 10 577 752 1,4 19,7 1,9 81,5 15 003 000 2 365 000 1,9 81,5 1,4 21,4 9 332 000 2 092 767 1,6 21,6 0,04 5,5 1 368 000 1 590110 0,04 5,5 0,03 1,1 589 000 560 466 0,03 1,1— 32 — Spezialhandel aller Länder Afrikas 1909 —1913. Das Diagramm stellt dar: Einfuhr | Ausfuhr der afrikanischen Besitzungen der be zeichneten Kolonial staaten sowie den Handel der selb ständigen Länder Afrikas. Die ziffernmäßi gen Nachweise fin den sich hierunter. Rrih. ^1 L-... Fra n U r I Aegypten Deutschland Portugal Harokko Belg.Kongo Jialien Abessinien Übrigem Ajrika T Übersicht über Spezialhandel aller Länder Afrikas. Einfuhr und Ausfuhr in Milliarden Mark 1909 1910 1911 1912 1913 Britische Besitzungen 1 L2 l 1,5 1,1 0,8 1,1 0,8 1,2 1,7 1,4 1,9 Französ. Besitzungen f 0,6 \ 0,5 0,8 0,7 0,9 0,8 1,0 0,8 1,0 0,8 Ägypten 1 0,4 \ 0,5 0,5 0,6 0.6 0,6 0,6 0,7 0,6 0,7 Deutsche Besitzungen 1 0,1 \ 0,04 0,1 0,1 0,1 0,1 0,1 0,1 o .i 0,1 Das übrige Afrika 1 0,2 / 1 0,1 0,2 0,2 0,2 0,2 0,2 0,2 0,3 0,2— 33 - Das koloniale Afrika. Fläche r^" ° o 8 1896 1897 1913 Besitzungen in qkm ;s ~ CS »-« Ein Aus Ein Aus Ein Aus a ~ fuhr fuhr fuhr fuhr fuhr fuhr Französ. Besitzungen 9 660 285 38 500 993,1 783,9 davon: Algerien .... 572 289 5 564 216,0 187,2 21'4,6 224,2 545,5 417,2 149.1 Tunesien .... 125 130 1 957 117,9 Marokko .... 416 800 5 000 26,9 26,4 26,7 19.0 West- u. Äquator.- Afrika .... 5 352 250 21895 136,7 129,1 Ostafrika .... 713 616 3 635 86,7 101,7 Britische Besitzungen 6 190 967 36 891 1377,5 1864,1 davon: Vereinigte Staaten von Südafrika . 1 222 267 6 212 855,1 1360,0 Nigeria 868 889 17 471 16,8 24,3 147,0 150,2 Goldküste . . . 308 870 1 502 101,2 110,6 Sansibar .... 2 640 199 26,2 23,7 28,6 24,3 22,5 21,4 Andere 3 788 301 11 507 251,7 222,5 Belgischer Kongo. . 2 365 000 15 003 13,0 12,2 18,0 12,3 i)43,6 47,9 Ägypten und Sudan . 3 484 775 14 726 204,0 274,5 215,8 255,7 578,3 656,9 Deutsche Besitzungen 2 707 300 11 527 •) 128,4 103,7 davon: Ostafrika .... 995 000 7 661 9,3 51 50,3 31.4 Kamerun .... 790 000 2 751 5,4 4,3 34,2 23,3 Togo 87 200 1032 2,0 0,77 11,4 10,6 Südwest-Afrika . . 835 100 83 4,9 1,25 32,5 39,0 Portugies. Besitzung. 2 069 961 8 352 ' ^93,5 82,9 davon: Kapverd. Inseln. . 3 822 144 7,2 1,8 8,4 1,4 Guinea 33 900 820 1,3 1,0 5,7 5,1 Thome etc. . . 939 68 4,7 10,4 7,7 32,9 Angola 1 270 200 4 200 15,7 21,0 23,0 23,0 Üstafrika .... 761 100 3 120 18,0 4,1 2)48,5 20,5 Abessinien .... 1 120 400 8 000 VS.l 18,9 Liberia 95 400 1 500 0,2 0,2 6,0 4,7 Italienische Besitzgn. 1 590110 1 368 (1895) 42,5 13,9 davon: Lybien 110 000 723 7,4 7,6 20,8 2,8 Erythräa, Somali gebiet .... 490 110 645 21,7 11,1 Spanisch.Besitzungen 560 466 589 5,0 2,6 3*5 7,2 3,7 3,8 Marokko (Tanger) . 600 60 i)123,ö 30,8 Nyassasee .... 26 500 Tanganikasee . . . 35 620 Tschadsee .... 25 400 ü9 887 784 136 438 ') Für 1912. -) Durchfuhr I Trietsch, Afrikanische Kricgsziele. 3— 34 — / Aussenhandel Afrikas in den Jahren 190^-1913. 1 905 -1906 -l<jl)7 -1908 -1909 -1910 1211 1912 -|P1: Der Außenhandel Afrikas in Millionen Mark. Jahr Einfuhr Ausfuhr 1913 3407,9 3610,1 1912 3149,0 3584,5 1911 2935,0 2462,7 1910 2712,3 2357,4 1909 2550,9 2698,8 1908 2319,2 2406,4 1907 2420,7 2570,3 1906 2482,0 2392,1 1905 2340,1 1966,3 1904 2594,5 2080,9 ' 1903 2744,0 1855,2 1902 2365,5 1439,4 1897 1653,7 1348,8 1896 1553,0 1207,0 Der Außenhandel Afrikas mit England, Deutschland und Frankreich (in Millionen Mark) Englands Deutschlands Frankreichs Jahr mit Afrika mit Afrika mit Afrika Einfuhr Ausfuhr Einfuhr Ausfuhr EinfuhrjAusfuhr 1913 939,2 1108,8 454,2 158,7 605,1 735,2 1912 990,5 1074,4 434,2 138,4 691,0 727,9 1911 874,9 1016,8 380,8 142,1 658,2 632,8 1910 831,0 950,7 375,0 137,5 686,2 583,2 1909 543,1 753,1 337,0 108,3 483,5 548,3 1908 673,6 682,9 239,6 96,7 422,8 528,9 1907 820,9 729,4 282,7 104,2 459,9 522,9 1906 622,1 710,58 227,3 99,4 396,7 473,1 1905 560,6 687,4 211,0 88,8 328,0 447,2 1904 544,3 700,8 199,7 81,9 352,7 409,0Für sämtliche in diesem Werk angezeigten Bücher wird ein Kriegszuschlag von 20% erhoben. Verlag Siisserott, G.m.b.H., Berlin Juristische Abhandlungen über die Kolonien: Dr. jur. Backhaus: Das Verordnungsrecht in den Kolonien. M. 1.80. Dr. jur. Backhaus: Die Arbeiterfrage in der deut schen Südsee. M. 0,60. Dr. jur. L. Bendix: Kolonialjuristische und -poli tische Studien. M. 4,— M. II. Grerstenhauer: Die Landfrage in Südwest- afrika. M 0,60. Dr. Hermann Hesse: Die Schutzverträge in Siid- westafrika. M. 3.00. Dr. H. Hesse: Gibt es eine unmittelbare Reichsange hörigkeit? M. 1,—. Dr. jur. Hoepfner: Schutzgebietsgesetz und seine ergänzenden rechtlichen Bestimmungen. Mit Er läuterungen. Geb. M. 3.50. Dr. H. Edler von Hoffmann: Das Deutsche Kolonialgewerberecht. M. 2.00. Dr. jur. Reimer: Die allgemeinen Rechtsverhältnisse der deutschen Kolonialgesellschaften. M. 1,50. K. R o m b e r g: Die rechtliche Natur der Konzessionen und Schutzbriefe in den deutschen Schutzgebieten. M. 1.20. K. Romberg: Entwurf eines Schutzgebietsgesetzes nebst Begründung. M. 1,80. Dr. Saberski: Der koloniale Inlands- und Aus landsbegriff. M. 1,00. Dr. J. Schultze: Anregungen zur Selbstverwaltungs frage in den deutschen Kolonien. M. 0.50.Verlag Süsseroti, G.m.b.H., Berlin Wichtige Bücher für Tropenlandwirte: Der Pfanzenbau in den Tropen und Subtropen, 3 Bde. von Professor Dr. Fesca. Band I: M. 6,—, z. Z. vergriffen. Band II: M. 5,—. Band III: M. 6,—. Das Obst der Tropen von Dr. Konrad Sehrwald. Erstes vollständiges Werk über die verschiedenen in den Tropen gedeihenden Obstarten, Anbau, Pflege und Verwertung. Mit 43 Abbildungen. Geb. M. 3,—. Der Strauß und seine Zucht von Dr. W. Bassermann. Ein für alle Straußenzüchter. Händler von Straußenfedern usw. unentbehrlicher Ratgeber zumal ein solches Werk bisher noch nicht existiert. Zahlreiche prachtvolle Illustrationen Geb. M. 5,—. Gemüsebau in den Tropen und Subtropen von W. Kolbe. Der Autor, ein bewährter Fachmann, zeigt, wie sich der Ansiedler alle heimischen Ge müsesorten auch in den Tropen ziehen kann. Das Werk ist mit zahlreichen Skizzen und Abbildungen illustriert. — Geb. M. 5,—. Ackerbau in Deutsch-Südwestafrika von Dr. Golf. Unter sorgfältigster Berücksichtigun der Niederschlagsverhältnisse gibt der Verfasser eine praktische Anleitung über die Verwertung und Bebauung des Ackerlandes. — M. 2,—. Viehzucht in den Tropen und Subtropen von C.Schlettwein. — Illustriert. Geb. M. 3,—. Kautschukkulturen I, Helvea brasiliensis von Zaepernick. — Illustriert. Geb. M. 4,—. Kautschukkulturen II, Ficus elastica von Zaepernick. — Illustriert. Geb. M. 5,—. Tropische Düngerfibel von S. Koehler. — Geb. M. 1,—. Die Landwirtschaft in den Kolonien von R. Deeken. — M. 3,—. Die Rentabilität der Ölpalme von K- Loens. — 60 Pf. Viehzucht und Bodenkultur in Deutsch-Südwestafrika von E. Hermann. Vierte, stark vermehrte und verbesserte Auflage, bearbeitet von Walter Mittelst aedt und F. Her m a u n. M. 4,—, geb. M. 5,—. Tropische Agrikultur von H. Rackow. — M. 2,—. Der Anbau der Faserpflanzen, besond. der Baumwolle von Dr. F. Schultz — M. 1 ,20. Seidenzucht in den Kolonien von G. Meinecke und W. v. Bülow. — M. 1,50.Verlag Siisserott, G.m.b.H., Berlin Tropische Gesundheitslehre u. Heilkunde von Dr. C. Mense. Geb. M. 3,—. Der auf eine langjährige ärztliche Tätigkeit in verschiedenen Tropenlüuderu zurück blickende Verfasser hat mit seinem Buche dem in den Tropen wohnenden Europäer eine Hilfe an die Hand geben wollen, die ihm in seiner Abgeschlossenheit den Arzt ersetzen wird Das Malariafieber, dessen Ursachen, Verhütung und Behandlung. Von Ronald Roß. Geb. M. 2,50. Der Verfasser dieses Werkes ist der berühmte englische Malariaforscher, dessen Verdienste durch die Verleihung des Nobelpreises eine hohe Anerkennung gefunden haben. Durch seine knappe, für einen allgemeinen Leserkreis berechnete Form, durch die An schaulichkeit in der Darstellung wird es sicher iür jeden Deutschen, der im tropischen Gebiete Aufenthalt genommen, unentbehrlich werden. Die Tropenapotheke. Von 0. Braemer. Geb. M. 2,-. Dieses Werk enthält alle für den Europäer iu den Tropen in Betracht kommende Arzneimittel und behandelt ausführlich ihre Anwendung. Die Schlafkrankheit und ihre Bekämpfung von Dr. Walter Steinitz. Geb. M. 6, —. Illustriert. Die Leimmethode in der Bekämpfung der Tsetsefliege von Plantagenbesitzer G. L. Cleve. M. —,60. Ein unentbehrlicher medizinischei Ratgeber. Säuglingsernährung und -pflege in den Tropen von Dr. 0. Peiper. Illustriert. M. 1,50. Blätter und Briefe eines Arztes aus dem tropischen Deutschafrika # Dr. L. Külz. M. 5,—, geb. M. 6,—.Verlag Süsserott, G.m.b.H., Berlin Verschiedenes: Durch verlorene Lande. Von Bagdad nach Damaskus, Von Felix Jjangenegger. Mit 143 photogr. Abbildungen und 78 Handzeichnungen des Verfassers. Bas schönste Werk des Orient- Kriegsschauplatzes. Geb. M. 15,— Der Urwald. Von Bäumen und Menschen, Erzählungen von P. Lauer. M. 1,50 40 Erwägungen über Religion und Weltfrieden von J. laicht. M. —,60 Wirtschaftliche Kolonialpolitik. Betrachtungen u. Anregungen von Cr. Meinecke. Heft I M. 1,50, Heft II M. 1,—, Heft III M. 1,— "Wozu hat Deutschland eigentlich Kolonien? Von C. E. Michaelis. M. 1,— 20 Jahre Kolonialpolitik von F. Oloff. M. —,50 Zur Frage der Deportation v. Joachim Graf Pfeil. M. 1,50 Die Gründung der Boerenstaaten von Joachim Graf Pfeil. M. —,50 Rund um Afrika in 70 Tagen von W. Pogge-Roggow. Illustriert. M. —,50 Das deutschsfranzösische Kulturproblem im Elsaß Von Dr. Rene Pr ^Töt. M. —,50 Rund um Afrika und Madagaskar. Briefe an Vetter Michel von Paul von Rautenberg-Garczynski. Hlustriert. M. 10,—, geb. M. 12 — Frankreichs Fremdenlegion und ihr Zweck von A. Rommel. M. —,75 Eine Sudanreise von Dr. Moritz Sassi. Mit zahlreichen Ab bildungen. M. 2,50 ""Westafrika von Moritz Schanz. M. 7,50 Osts und Südafrika von Moritz Schanz. M. 10,—, geb. M. 12,— Streifzüge durch Ost« und Südafrika von Moritz Schanz. M. 4,— KolonialsGedicht= und Liederbuch von Fmil Seihbritzki. M. 1,— Enthält 64 Gedichte, die teils von deutschen Dichtern, teils von Eingeborenen stammen. Die Vereinigten Staaten von Europa von R. Stein. Washington. M. —,50 Stellungnahme des Kolonialbundes zu der Denkschrift über die Entwicklung der deutschen Schutzgebiete 1902/3. M*—,50Verlag Süsserott, G.m.b.H., Berlin Verschiedenes: Verhetzte Japaner. Von einem alten Chinesen. II. —,75 Der Verlust von Oesterreichs Stellung in Deutschland vom kolonialpolitischen Standpunkte v. HL v. Btilow. OesterreichsUngarns Handels« und Industriepolitik von H. v. JSülow. Geb. M. 8,— Geschichte des Adels von II. v. Bitlow. M. S,— Nationale deutsche Bankpolitik unter besonderer Berücksich tigung der Entwicklung der Übersee- und Kolouialbanken von Thilo Eickholt«. M. 7,— Die Eisenbahnen Afrikas. Grundlagen und Gesichtspunkte für eine koloniale Eisenbahnpolitik in Afrika. Nach der gleichnamigen amtlichen Denkschrift herausgegeben vom Kolonialpolitischen Aktionskomitee. Oktavformat, 160 Seiten mit zahlreichen Karten und einer großen farbigen Karte über die Eisenbahnen und Wasser verkehrsstraßen Afrikas. M. 5,— Die Politik in der Volkserziehung. Ein Vorschlag zur Be kämpfung der sozialdemokratischen Jugendagitation. Von Gustav Adolf Ertlntann. M. 1,— 10 Augenblicksbilder aus Neudeutschland vonWilhelm Fölliuer. M. —,80 Aus meinem afrikanischen Tagebuch von K. Reinhold Freiherr von Fircks. M. 1.80 Die Möglichkeit einer deutschsinnerafrikanischen Luft« flottenstation von Leo Frobenius. M. —,50 Die Vermessungs=Luftschiffs Expediton nach Neu« Guinea von Paul Gr Hetz. 31. —,60 Die Handelsbeziehungen Deutschlands zu seinen Schutzgebieten von Dr. K. Hermann. M. 1,— Unsere Kolonien im Jahre 1900 v.Dr .Hillemanns .M.—,60 Der Chinese im Kampf von Paul Hoebel, Oberleutnant a.D. Mit zwei Planskizzen. M. 1,— Die Irreleitung der öffentlichen Meinung in der Mannest mannangelegenheit. VonProf.Dr. G.Kampffmeyer. M. 1.— Mein Schlußwort in der Mannesmannangelegenheit von Prof. Dr. G. Kampffmeyer. M. —,50 Zur Beurteilung der Deutschen im politischen Leben der Vereinigten Staaten von A. J. W. Kern. M. —,60 Kolonialpolitische Zeitfragen: f^mer terPerrot ' T- 1>an « ois > Schtütz0 > Blätter und Briefe eines Arztes aus dem tropischen D eutschs Afrika von Dr. liiidwis; Külz. Kaiserl. Regierungs arzt. Zweite vermehrte Auflage. Brosch. M. 5,—, eleg. geb. M. 6,—Verlag Süsserott, G.m.b .H., Berlin Verschiedenes: Zur nächsten intergouvernementalen Konferenz im Haag von IScrtha von Snttner. M. — .60 1908. Eine wirtschaftliche Studie über den Zusammenschluß des Brenne reigewerbes von E. Tappenbeck. M. 1,60 Afrikanische Kriegsziele von Daris Trietscli. M. 1,50 Hinaus in die "Welt. Erlebnisse, Studien und Betrachtungen eines - Weltreisenden von Hans Ziegler. M. 8,— Berliner Tageblatt (Leitartikel). . . . mit einer Knappheit des Stils, einer ' Plastik der Darstellung und einer Gediegenheit des Urteils, die ein schönes Zeugnis für I die solide Tüchtigkeit deB deutschen reisenden Kaufmannes sind . . . eine Fülle von scharf sinnigen Beobachtungen. Seine Schrift, der alles akademisch-Lederne und Gesuchte er freulicherweise abgeht, ist ein ausgezeichnetes Vademekum für Handlungsreisende und Prinzipale, Detaillisten wie Großhändler. Wir können nur wünschen, daß die Schrift Zieglers in den weitesten Kreisen Verbreitung und Beachtung finde. Reiseskizzen aus Rußland von M. v. Uslar. M. —,60 Mehr als 50 Jahre auf Chatam Island. Kulturgeschicht liche und biographische Schilderungen von Dr. Ii. Weiß. 31.2,— Schöne Literatur: Mecklenburgische Schriftsteller usw. Mecklenburg u,1< * m °dernen Staatsgebilde v. G. v. Boddien. JoHn Brinckman, Das Leben eines niedersächsischen Dichters von W. Süsserott. M. 1,— Wat sick dei Siammdisch verteilt. Plattdeutsche Gedichte heiteren Inhalts von Paul Ilolldorll". M. 1, — Uhlands Nordische Studien vou Dr w - Blütenzweige. Gedichte von Karl Müller-Poyritz. 31.—,50 John Brinckmans hoch« und niederdeutsche Dichtungen ^ on f ' er Universität Bostock gekrönte Preisschrift ® " von Dr. W. Itlist. 31. 4.— Staats« u. Verwaltungsrecht des Großherzogs tums MecklenburgsSchwerin Dr.jur .E.Sehie- ° Singer. M. b,— Heckenrosen und Nesseln. Gedlchte von otto 3| * » ß - Zwischen 1 1 Sinnenglück und Seelenfrieden. Gedichte und Übersetzungen von Otto Yoß. M. 2,~ Druck von C. Schulze & Co., G. m. b. G., Grätenhainichen.Wichtigste Ausfuhrartikel Afrikas im Jahre 1912 Nach Einzelgebieten — in Tausenden Mark. Artikel Angoraziegenhaar Bauholz Baumwolle (entkernte) Baumwollsamen Blei Bleierze Butter Datteln Diamanten Eier Eisen Eisenerze Elfenbein Erdnüsse Fische Gemüse Gerste Getreide Gewürze Gewürznelken Glimmer Gold Graupen und Grieß Gummi Haifagras (Esparto) Häute Häute und Felle Henna Hölzer Hülsenfrüchte Johannisbrot Kaffee Kakao Kanariensamen Kartoffeln Kautschuk Kleidung und Wäsche Kohlen Kopal Kopra Kork Kupfer Kupfererze Leinsamen Mais Mandeln Mehl Milch, Butter, Käse Mtama Nelkenstiele Ochsen Olivenöl Ölkuchen Palmkerne Palmnüsse Palmöl Pantoffeln Perlen Perlmutter Petroleum Pflanzenhaare Phosphate Reis Rindvieh Salz Schwämme Seife Sesam Sisalhanf Spirituosen Straußfedern » Stückgüter Tabak und Zigarren Tafelfrüchte Tiere Traubenmaische Wachs Wein Weinstein Weizen Wolle Wollgewebe Zigaretten Zink Zinkerze Zwiebeln Abes- sinien 1 722 6130 5 595 303 998 Ägypten 550580 81740 6 260 5 680 8 650 7 680 Belg. Kongo 4442 2 657 892 27615 5 108 3 290 2217 1002 Britische Kolonien Sansibar Südafrika Sudan 19 340 1 770 712 183 060 902 1 888 236 6842 296 767 240 12 070 33 820 220 3818 23 480 8 980 9060 502 312 678 262 1 780 52 200 2442 95 620 Deutsche Kolonien Kamerun 696 536 4442 11 473 4406 1622 Ostafrika 2 110 Südwest afrika Togo 361 1 273 482 531 228 30 414 515 4 067 146 1 903 r 8 426 120 1 563 298 243 976 6523 231 258 150 201 524 7 359 829 3 380 1 413 506 97 150 Französischer Besitz Algerien Marokko 2 553 4 900 11 768 3 889 7 965 41 310 15 466 2 262 6 531 7009 3811 5 690 698 6 041 1819 13 088 Tunesien 7 030 5114 1 522 19 886 3 361 1 704 979 1 285 4004 | 1 103 3 299 5 449 1 862 8 808 862 16442 5 002 9 272 2 797 12 530 13 842 30061 1 537 176 680 2 704 4 174 10 139 38 204 2 680 5 263 1 264 7 283 4273 2 663 4212 Italien. Besitz Erythräa 457 817 768 Tripolis 1 441 274 357 480 1062 423 / 564 260Afrika vor dem Weltkriege (1914) Das koloniale Afrika im Jahre 1863, Ägyptejn frdr»3Ö:> Portugies. Uli, West- Afrika Abe^binicn ' • ' '908. Kdngo - . ' ||j 1885/1908 frar 1305. ßrit. Portugies. x »11111 wmm Besitzungen IIHilltllM /NaMI ^.Kolonie \S (B r.) Englische Zugeständnisse (nach Johnston)für 1916 Afrika nach den britischen Kriegszielen 1917. Aegypten Anglo-Aegyptl 5udan r iOambia ?Port.6uir>M 1 A^ßriomili IVj 'Abcbbmicm-^iy/ ¦jSicrrd If On? leor>c 5pan.6uinedj Fr«, Reich Afrika als islamischer Erdteil Deutsch-MittelafrikanachDr.HugoMarquardsen Nordafrika Südafrika Jsldmi'ichei Mehrheitsgebiet" MinderheitsgebietVerlag Süsserott, G.m.b.H., Berlin Koloniale Abhandlungen Jedes Helt 60 Pfennig Heft I. Bayer, Hanptm. im Großen Generalstabe: Die Nation der Bastards. Illustriert, s. lattmann: Die Schulen in unseren Kolonien, illustriert. 3. Most: Die wirtschaftliche Entwicklung Deutsch-Ostafrlkas 1885—1905. 4. Scholz e: Die Heidenmission und ihre Gegner. 5. Dr. S chul t z : Die Schafwolle im Hinblick auf die Schaf- und Ziegenzucht in Deutsch-Südwestafrika. (Vergriffen.) c. Axenfeld: Miss.-Insp., Lic.: Die äthiopische Bewegung von Südafrika. 7. Prof. Dr. von Halle: "Wirklicher Admiralitätsrat: Die grossen Epochen der neuzeitlichen Kolonialgeschichte. 8/9. Schwarze, M. d. E. : Deutsch-Ostafrika. (Vergriffen.) io. Werne r, Kommerzienrat : Kaufmännische Hitarbeit atrder Kolonialbetätigung. II. D. Küichhoff: Die Viehzucht in Afrika. (Vergriffen.) 12. Dr. Fürst er: Die Siedlung am Kilimandjaro und Meru. (Vergriffen.) i3/i4.Dr. Fiebig: Die Bedeutung der Alkoholfrage in unseren Kolonien. 15. Dr. Lion: Die Kulturfäliigkelt des Negers. 16. Dr. H. Sander: Kann die weisse Rasse sich in den Tropen akklimatisieren? 17/18.k. Bömberg: Die rechtliche Natur der Konzessionen und Schutzbriefe in den deutschen Schutzgebieten. 19/20.0. Can statt: Bismarcks kolonial-politische Initiative. 21/22. D eeken: Auswanderung nach den deutschen Kolonien. 23. M. Hans Klössel: Kleinsiedelung. 24. Harbart d. j.: England als Weltmacht im 20. Jahrhundert. 25. H. Hen och: Adolf Lüderitz. Eine biogr. Skizze. 2C. Dr. E. Backhans: Arbeiterfrage in der deutschen SUdsee. 27/28.Pr. Seiner: Die wirtschaftsgeographischen und politischen Verhältnisse des Caprivizipfels. (Illustriert.) 29. H. Berthold: Rationelle Straussenzucht in Südafrika. 30. Moritz Schanz: Baumwollbau in deutschen Kolonien. 81. Ad. Laue: Deutsche Bauernkolonien in Russland. 32/33.Florian Hagen: Marmorfunde in Deutsch-Südwestafrika. Illustriert. 34/35.Lord Ourzon: Indiens Stellung im britischen Weltreich. 36/37.Dr. p. Vageier: Die Düngungsfrage in den deutschen Kolonien. 38. Oberstabsarzt P h. Kuhn und Leutnant W. Harbers: Die Auswanderung von Frauen und Kindern in den britischen Kolonien. 39/41.Dr. Homberg: Entwurf eines Schutzgebietsgesetzes nebst Begründung. 42/46.Dr. P. L e u twe in : Die Leistungen der Regierung in der siidwestafrikanischen Land- und Minenfrage. 47/50.Dr. Golf: Ackerbau in Deutsch-Siidwestafrika. 5i. Prof. Dr. Backhaus: Welche Aussichten bieten sich den Deutschen in Südamerika? 52/66.0arl Pyritz : Die volkswirtschaftliche Entwicklungstendenz in Egypten und im engl.-egyptischen Sudan. 67/60. Bericht Uber die Arbeiten der Wildschutzkommission der Deutschen Kolo nialgesellschaft. 61/63. Dr. Weg euer: Das heutige Indien. 64/65. D. A. Merensky: Wie erzieht man am besten den Neger zur Plantagenarbeit? 66. Hans Zache. Die Ausbildung der Kolonialbeamten. 67. Prof. h . ziemann : über das Bevölkerungs- und Rassenproblem in den Kolonien und seine hygienisch-wirtschaftlichen Konsequenzen. 68/69.a. v. By e rn : Deutsch-Ostafrika und seine weissen und schwarzen Bewohner. 70. Graf M a t u s c h k a : Die Wünschelrute. 71. K. Loens: Die Rentabilität der Ölpalme. 72 /74.Barger: Land und Leute auf den südöstlichen Molukken. Die Sammlung wird fortgesetzt.Verlag Süsserott, G.m.b.H., Berlin Süsserotts Kolonialbibliothek Gewidmet Sr. Hoheit Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg Band X. E. Tappenbeck, Deutsch-Neuguinea. Preis geb. M. 3,—. Mit zahlreichen Ab bildungen und 1 Karte. Ii. Dr. C. Mense, Tropische Gesundheitslehre und Heilkunde. Preis geb.M. 3,—. III/IV. Dr. Reinecke, Samoa. Preis geb. M. 5,—. Mit zahlreichen Abbild, u. 1 Karte. V. Prof. Dr. Karl Dove, Deutsch-Südwestafrika. Preis geb. M. 4,—. Mit zahl reichen Abbildungen und 1 Karte. II. Aufl. VI. Ronald Ross, Das Malariafieber, dessen Ursachen, Verhütung und Be handlung. Übersetzt von P. M ü I 1 e n d o r f f. Preis geb. M. 2,50. VII. Prof. Dr. Fesca, Der Pflanzenbau in den Tropen und Subtropen. I. Teil. Preis geb. M. 6,—. Vergriffen, vill. Prof. Dr. Fesca, Der Pflanzenbau in den Tropen und Subtropen. Ii. Teil Preis geb. M. 5,—. IX. Carl Pauli, Der Kolonist der Tropen als Häuser-, Wege- und Brücken bauer. Mit 69 Abbildungen und 4 Tafeln. 2. Aufl. Preis geb. M. 1,50. x. E. Tappenbeck, Wie rüste ich mich für die Tropenkolonien aus? 4. bis 6. Tausend. Preis geb. M, 1,80. XI. C. von Pommer-Esche, Die Kanarischen Inseln. Mit vielen Abbildungen. Preis geb. M. 1,50. XII. P. Salesius, Die Karolineninsel Jap. Mit vielen Abbildungen. Preis geb. M. 4,—. XIII. Kolonial-Kochbuch. Herausgegeben im Auftrage des Kolonialwirtschaftlichen Komitees. Preis geb. M. 5,—. XIV. Dr. Bongard, Wie wandre ich nach deutschen Kolonien aus? Gab. M. i,—. XV. Dr. jur. W. Höpfner, Das Schutzgebietsgesetz. Preis geb. M. 8,50. XVI. E. Sembritzkl, Kamerun. Reich illustriert. Prei3 geb. M. 6,—. XVII. O. Braemer, Die Tropenapotheke. Preis geb. M. 2,—. XVIII. Dr. K. Sehrwald, Das Obst der Tropen. Preis geb. M. 3.—. XIX. R. Toepfer, Liberia. Preis geb.M. 1,50. XX. Prof. Dr. Fesca, Pflanzenbau in den Tropen und Subtropen, in. Teil. Preis geb. M. 0,—. XXI. Hauptmann Streitwolf, Der Caprivizipfel. Illustriert. Preis geb. M. 4,— XXII. W.Kolbe, Gemüsebau In den Tropen und Subtropen. Illustriert. M. 5,—. XXIII. Dr. Bassermann, Der Strauß und seine Zucht. Illustriert Geb. M. 5,—. XXIV. Deekeil, Die Karolinen. Reich illustriert. Preis geb. M. 4,— XXV. Johannsen, Die Photographie in den Tropen. Illustriert. Preis geb. M. 2,—. XXVI. Schlettwein, Viehzucht In den Tropen und Subtropen. III. Geb. M. 3,— XXVII. Zaepernlck, Kautschukkulturen I, Hevea brasiliensis. Preis geb. M. 4,—. XXVIII. Zaepernick, Kautschukkulturen II, Ficus elastica. Preis geb. M. 5,—. XXIX. Dr. Walter Steinitz, Die Schlafkrankheit und ihre Bekämpfung. Geb.M.o,—. XXX. S. Koehler, Tropische DUngerfibel. Preis geb. M. 1,—. xxxi. Deeken, Die Landwirtschaft in den Kolonien. Preis M. 3,—. XXXII. Dr. 0. Pelper, Säuglingsernährung und -pflege in den Tropen. M. 1.50. . I)ie Sammlung wird fortgesetzt. Druck von C. Schulze 4 Co., G.m.b.H.. Gräfenhainchen.k iw-istti Afrikanische Kriegsziele Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz m—mma—mamm Verlag Süsserott G. m. b. H. Berlin 1917.
