Farbige Hilfsvölker. Die militärische Bedeutung von Kolonien für unsere nationale Zukunft Im Auftrage des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees verfaßt von Hh. Fonck, Major z. D. früher in der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika preis S Pf. Berlin 595? Kolonial-Wirtschaftliches Komitee wirtschaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellschaft Pariser Platz Farbige Hilfsvölker Die militärische Bedeutung von Kolonien für unsere nationale Zukunft Im Auftrage des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees verfaßt von Hh. Ionck, Major z. D. früher in der Kaiserliche Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika Berlin 1917 Kolonial-Wirtschaftliches Komitee wirtschaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialgefellschast Pariser Platz 7 Für den Buchhandel zu beziehen durch: E, S. Mittler 6- Sohn Königliche Hofbuchhandlung in Verlin,,^IN Namen des Allmächtigen Gottes . . so beginnt die inter nationale Vereinbarung der Kongoakte, die unterzeichnet ist von Eng land und Frankreich, auch von den Vereinigten Staaten Amerikas, Vernunft und Rassebewuhtsein haben durch den  3 der Akte einen Kampf in den Negerländern zwischen den Kulturnationen ausscheiden wollen! Ein Hohn auf den Allmächtigen Gott, in dessen Namen die Kongoakte geschlossen wurde, waren die Untaten verblendeten Hasses unserer Gegner in Afrika! England, das sich in früheren Zeiten nicht gescheut hat, in Nord amerika die Indianer auf ihre derzeitigen Verbündeten, die Franzosen, und sogar auf ihre Stammesbrüder, die Nordamerikaner, loszulassen, es hat auch in diesem Kriege den Kampf der Weißen gegen Weiße sowie der Neger gegen Neger und gegen Europäer im unzivilisierten Afrika angezettelt und im großen durchgeführt. Für Kultur und Zivilisation", kämpfen unsere Gegner, wie sie sagen, und sie Hetzen den Kongoneger auf friedliche, harmlose Europäer-Niederlassungen in Kamerun und Deutsch-Ostafrika; sie lehren den Neger Weiße umbringen! als Gefangene wie Verbrecher zu behandeln und wie es in den Zeiten der Sklaven jagden für den zum Sklaven gemachten Neger kaum schlimmer war. Das Grauenhafte ihres Tuns haben die Gegner zum Teil schon erkannt. Es galt, sich zu rechtfertigen, sich weißzuwaschen von diesen Greueln. In der alten und neuen Welt hatten unsere Gegner mit Hilfe der mißleiteten, unheilvollen Macht der Presse seit vielen Jahren die Gemüter verwirrt und gegen Deutschland in Aufruhr gebracht. Mil lionen an sich wertvoller und vortrefflicher Menschen haben so ihr Blut in Wirklichkeit für nichts weiter wie schnöde Zeitungslügen vergossen, während sie überzeugt waren, an einem hehren Kreuzzuge gegen Will kür, Barbarei und Unrecht teilzunehmen. Es wiederholt sich dasselbe Spiel wie in Europa. Eine verlogene Presse, Flugschriften, Prediger, Kinos, Wander redner usw. werden mobil gemacht, um der Welt zu beweisen, daß auch in Afrika die Deutschen den Kampf begonnen hätten. In Südafrika fälscht Botha die Landkarte, und in Frankreich werden in amtlichen Veröffentlichungen Entstellungen und unkontrollierbare Grenzereignisse eingeflochten, um den Deutschen als den Veranlasser der Kämpfe mich in Afrika hinzustellen. So klar das Unsinnige solcher auf uns geschobenen Schuld für den sachlich Prüfenden zutage tritt, es soll noch einmal kurz nachgewiesen werden, Deutschland mußte Kolonien erwerben, um hinsichtlich Roh stoffbezugs und Fabrikatausfuhr unabhängiger zu werden, damit Er nährung und Lebensmöglichkeit der zunehmenden Bevölkerung erhalten, verbessert und gesichert werden konnte. Über die wirtschaftliche Bedeutung ffon , Farbig Hilfsvölker, 1 4 - von Kolonien für ein großes Reich herrscht keine Unklarheit mehr. Wer so einfachen Verstandes war, daß er noch zweifelte, nicht erkennen konnte, oder sich nicht überzeugen lassen wollte, er ist bekehrt durch die Lehren des großen Krieges, Diese Lehren erst lassen nun auch die militärische Bedeutung von Kolonien für das Mutterland in ihrem ganzen ungeheuren Gewicht ermessen und würdigen. Dabei leuchtet sofort ein, daß wirtschaftliche und militärische Fragen zueinander ge hören, ineinanderfließen, voneinander abhängen, sich gar nicht mehr trennen lassen, Der militärische Schutz sichert und ermöglicht die Wirt schaft: diese wieder ist in vielfacher Hinsicht die Grundlage des mili tärischen Schutzes, der sich auf ihr aufbaut, Rohstoffe, Nahrungsmittel, Eisenbahnen, schiffbare Flüsse, Schiffsverkehr, Verkehrsstraßen, Technik (Automobil, drahtlose Verständigungsmöglichkeit) stärken und stützen die Wehrmacht, Im Schutze der stärkeren Wehrmacht blüht und gedeiht das wirtschaftliche Leben und aller Fortschritt der Entwicklung, wodurch zurückfließend wieder die Leistungsfähigkeit, Schlagfertigkeit und Ver wendungsmöglichkeit der Truppe wächst. Die bei Ausbruch des Krieges in den deutschen Kolonien vorhandene militärische Macht war bescheiden: so bescheiden und ihre Stärke so knapp bemessen, daß sie ihre bisherige alleinige Aufgabe, für Ruhe und Ord nung in den Schutzgebieten zu sorgen, bei hoher Kraftanspannung gerade erfüllen konnte. Irgendeinen anderen Zweck haben die Schutz- und Polizeitruppen in den überseeischen Kolonien Deutschlands nie gehabt. Ihre geringe, auf das unbedingt Notwendige zugeschnittene und entsprechend festgesetzte Stärke der Welt im übrigen durch die Etats und Verhandlungen im Reichstag bekannt erklärt und beweist zu gleich, daß Deutschland auf einen Angriff in den Kolonien von feiten unserer Gegner gar nicht vorbereitet sein konnte. Es waren nur die dringend notwendigen Vorkehrungen zum Schutze gegen etwaige Auf stände getroffen. Nur Südwestafrika hatte einen kleinen Bestand an leichter Artillerie: auch konnten seit einiger Zeit in dieser europäischen Truppe Reservisten ihrer militärischen Dienstpflicht genügen. Sonst hatten alle Kolonien nicht die geringsten maritimen, militärischen und technischen Schutzeinrichtungen gegen Einfälle feindlicher Mächte. Eine allgemeine Wehrpflicht bestand nicht. Die Eingeborenensoldaten waren Verufskrieger, Söldlinge. Außer dem gerade dienenden Bestände standen keine Reservetruppen zur Verfügung. Artillerie war, wie gesagt, von einzelnen kleinkalibrigen oder veralteten Modellen abgesehen, nur in geringem Maße in Südwestafrika vorhanden. Die Jnfanterieschuß- waffen waren lediglich für den Kampf mit aufständischen Eingeborenen berechnet. Die Bestände an modernen Mehrladern (Modell 98) waren belanglos. Munitionsfabriken oder kleinere Einrichtungen zur Her stellung von Munition waren in den Schutzgebieten nicht vorhanden. 5 Die sogenannteil Forts" waren kleine, leicht befestigte Werke ohne jede Bedeutung und viel zu schwach, um sich gegen stärkere Angriffe von Neger truppen oder gar weißer Gegner mit Artillerie irgendwie halten zu können. Die Telesunkenstationen lagen zum größten Teil sogar im Wir kungsbereich feindlicher Schiffsgeschütze, da ein Kampf mit europäischen Gegnern völlig außerhalb des Bereichs jeder Berechnung geblieben war. Nicht Unachtsamkeit ließ sie an so wenig geschützten Stellen entstehen, sondern die Ausführung eines bedachten Planes. Man vertraute auf die Vernunft zivilisierter Völker, man war sich klar, daß bei einem Kampfe der Nationen über das Schicksal der noch im Beginn der Ent wicklung stehenden Kolonien auf den europäischen Schlachtfeldern ent schieden werden würde, und daß ein voller Schutz und eine volle militärische Ausrüstung der Schutzgebiete gegen feindliche Eroberungs pläne derart gewaltige Ausgaben verursacht hätten, daß diese in gar keinem Verhältnis stehen konnten zur derzeitigen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kolonien. Das Mutterland hätte Aufwendungen machen müssen, die besser und vorteilhafter der Heimatarmee zugewendet worden sind. Die Lehren des großen Krieges zeigen, daß in den Kolonien zu wenig geschah. Man glaubte nicht an die Wiederholung der greuelvollen Kämpfe in Neuländern, wie sie in früheren Jahrhunderten in Amerika und Indien zwischen europäischen Nationen geführt worden sind. Um so glänzender leuchten schon jetzt die Heldentaten unserer Landsleute draußen und ihrer treuen schwarzen Helfer. Sie haben Aufgaben gelöst, die als übermenschlich nie von ihnen hätten gefordert werden können, und treu bis zum letzten Mann haben sie das neue Deutschland verteidigt. Noch steht Ostafrika im Kampf, vermutlich in dem klippenreichen Fels gewirr Upogoros im Bezirk Mahenge. Hier werden die Angreifer sich im wörtlichen Sinn, zwar nicht auf Granit, sondern auf Marmor den Rest ihrer Zähne ausbeißen. Ich habe hier im Jahre 1898 den Stations platz ausgesucht, kenne das Land und kann deshalb mitteilen, daß unsere Truppen sich in Upogoro noch lange halten können, während jedem Angreifer fürchterliche Verluste bevorstehen. Wenn nur Munition und Verpflegung langen! Der Krieg hat in Europa Helden und Heldentaten geboren von einer Erhabenheit, die uns mit Staunen und Ehrfurcht erfüllt. Was in den Kolonien aus gleichem Geist heraus als einfache Pflicht geschah, wird, wenn die Kunde kommt, nicht weniger ergreifen und erschüttern. Jener Kampf wird ausgefochten in der Qual der Ungewißheit, unter Bedingungen und Entbehrungen, die unser Vorstellungsvermögen übersteigen, und in einem Klima, gegen dessen Tücken und Gefahren schon im Frieden ewiger Kampf Gesetz ist und alle Kräfte fesselt. 1 - 6 - Neutrale Quellen haben inzwischen gemeldet, daß General Snnns im Oktober und November 1916 eine neue, überaus schwere Niederlage erlitten habe. Eine Kolonne von 1500 Mann soll völlig aufgerieben sein. Die Idee, daß Deutschland sogar in Afrika aggressive Absichten ^ gegen irgendeinen Nachbarn zu irgendeiner Zeit gehabt haben könnte, ist in weniger Sekunden abgetan, als zu ihrem Erfassen nötig sind. Hätten die Deutschen dergleichen beabsichtigt, wer hätte in den ersten Monaten der Kriegführung den Kreuzer Königsberg" daran gehindert, Sansibar und Mombassa ebenso zusammenzuschießen, wie es die Eng länder, sei es aus einer Art sadistischen Urtriebs ( Baralong"!), sei es zu sportlicher Belustigung, mit Daressalam getan haben? Welche Ziele hätten unsere Schutztruppen in Afrika durch Angriffe haben können, welche Erfolge erreichen wollen? Wer in Voreingenommenheit befangen, den Ereignissen nichl glauben will, der frage sich einmal, ob z. B. die Schutztruppe in Ka merun, die, mit Kriegsbeginn abgeschnitten vom Mutterlande, auf höchstens 800 Europäer und zunächst nur 3000 eingeborene Soldaten ohne Artillerie rechnen durfte, dabei ein Land von der Größe Deutsch lands in Ordnung halten mußte, einen Augenblick nur daran denken konnte, Eroberungen im Nachbargebiete zu machen. Verweilen wir noch kurz bei den militärischen Kräften der Kolonien zu Kriegsbeginn. Die Ereignisse in Kiautschou sind bekannt, überdies für sich zu betrachten. Nur Kiautschou war befestigt und mit einem gewissen Bestand an Kriegsmaterial versehen, um sich verteidigen zu können. Dem Ansturm der Japaner und Engländer zusammen gegenüber konnte es sich nicht halten. In der Südsee und Togo standen kleine farbige Polizeitruppen ohne jede Bedeutung gegen Vergewaltigungs versuche fremder Nationen. In Kamerun und Ostafrika Schutz- und Polizeitruppen von je einigen tausend Mann zusammengerechnet. In Südwestafrika eine weiße Schutztruppe deutscher Reiter von etwa 2000 Mann und eine Landespolizei von 600 Weißen und rund 400 eingeborenen Polizeidienern. Durch Einziehung von wehrpflichtigen Deutschen, durch Einstellung neuer Rekruten, Wiedereintritt bereits ent lassener Farbiger sowie den für einen Deutschen selbstverständlichen freiwilligen Dienst jedes noch wehrfähigen Mannes wurden bei Aus bruch des Krieges die vorhandenen Truppen soweit verstärkt, wie es möglich war. Die Truppenstärken, welche nun den einzelnen Schutz gebieten zur Verfügung standen, find nur annähernd zu ermitteln bzw. zu schätzen. Tapfere, kleine Heldenscharen mit deutschem Fühlen auch in der dunklen Brust unserer treuen Söldner sind es, die sich dem an brandenden Meer von Gegnern entgegenstemmten und in Ostafrika sogar heute noch in unerschütterlicher Zuversicht auf das- 7 deutscheHeernichtgewichenund überwunden sind. Die gewaltigen Ereignisse in Europa haben den Blick von den Kolonien abgelenkt. Andernfalls würden die stolzen Leistungen unserer kolonialen Wehrmacht, die die Erwartungen der Sachverständigen sowohl wie der vertrauenden Heimat gar nicht mitkommen lassen, schon heule weit tiefer in die dankbaren herzen des deutschen Volkes hineinleuchten! Die Frage liegt nahe: Konnte nicht noch nach Ausbruch des Krieges durch ein Sonderabkommen der Einbruch unserer Gegner in die Kolo nien verhütet werden? Einmal um die geschaffenen Werte nicht zu zerstören und dann, um unseren Landsleuten und Schutzbefohlenen aussichtslosen Kampf zu ersparen? So konnte oder mußte man denken, und unseren Gegnern wäre es heute vielleicht lieber, sie hätten die Kongoakte respektiert und die gewaltigen Menschenmassen ganz Afrikas nicht aufgerüttelt und allzu sehend gemacht. Sie w o l l t e n es nicht! Sie wollten die Kolonien erobern, da erobertes Land ganz anders festge kittet wird an den neuen Besitzer als wie z. B, kampflos geräumtes und besetztes, oder eine zur provisorischen Oberaufsicht übergebene Kolonie. Ein weiterer Hauptgrund kann auch ein anderer gewesen sein. Einmal wähnte man sich sicher, die Kolonien mit geringem Machtaufgebot als leichte Beute einheimsen zu können. Mitbestimmend war aber wohl die Absicht, Faustpfänder und Druckmittel für den Friedensschluß in die Hand zu bekommen, sowie Besitz und Handel sofort an sich zu reißen, um möglichst viele koloniale Produkte aller Art für den zu erwartenden kolossalen eigenen Bedarf nach dem Krieg bereitzustellen. Die Absicht, uns auch in dieser Hinsicht möglichst lange lahmzulegen, in Abhängigkeit zu erhalten und zu schädigen, mußte dieses Vorgehen besonders ver lockend erscheinen lassen. Die Rohprodukte unserer Kolonien ergeben zwar heute im Verhältnis zum Weltmarkt noch keine gewaltigen, ent scheidenden Mengen, aber sie waren in mächtiger Steigerung begriffen: über die Bedeutung, welche sie bereits erlangt hatten und weiter mit Sicherheit erwarten ließen, klären uns in knapper Weise die über zeugenden neuen Schriften von Exzellenz I)r. Solf, dem Staatssekretär des Reichs-Kolonialamts: Die Lehren des Weltkrieges für unsere Ko lonialpolitik", von Emil Zimmermann: Kann uns Mesopotamien eigene Kolonien ersetzen?", und von Di-. Karftedt: Deutschlands koloniale Not", aus. Wie haben sich unsere Gegner verrechnet! Die beispiellose Zähig keit unserer Verteidiger zwang zur Aufwendung von Kampfmitteln, deren Fülle und Reichhaltigkeit außerhalb des Bereiches jeder Berech nung standen. Diese Vernichtungsmittel fielen für die heimatlichen Kriegsschauplätze aus. Schon hierdurch haben die Kolonien uns Dienste geleistet, deren Gewicht noch nicht voll zu ermessen ist, deren Bedeutung jedoch heute schon als eine über Erwarten große feststeht.- 8 - Auch wir wurden sehend gewacht, und nicht ohne Staunen lernen wir erkennen, von welcher Trag weite die militärische Bedeutung unserer Kolonien bereits geworden ist. Der Verlauf der Ereignisse in den Kolonien zeigt eine auffallende Ähnlichkeit mit den europäischen Kriegsereignissen. Hier wurden die kleinen Staaten verhältnismäßig schnell erledigt. Sie konnten sich nichl halten. Jenseits der Meere waren die kleinen, nicht kräftigen Kolonien bald in den Händen der Angreifer. In den großen deutschen Kolonien Afrikas trat dagegen eine erstaunliche Widerstandskraft zutage. Eine Widerstandskraft, welche einen ganz bedeutenden Teil feindlicher Streit kräfte band und auf sich zog: und bei besserer militärischer Vorbereitung und Ausrüstung wahrscheinlich sogar ihre Bezwingung unmöglich ge macht haben würde. In Deutsch-Südwestafrika traten noch nicht 6000 deutsche Kämpfer an, die bis zum Juli 1915 60 000 bis 80 000 Mann englischer Truppen zu angestrengter Tätigkeit zwangen. Kamerun fesselte mit etwa 7000 Kriegern ungefähr 60 000 Mann englischer, französischer und belgischer Kräfte. Zur Eroberung Ostafrikas stehen heute höchstwahrscheinlich noch an 80 000 bis 100 000 Mann süd afrikanischer, englischer, portugiesischer, indischer Truppen, sowie eng lischer und belgischer Eingeborenenverbände im Felde. Da der Abgang infolge tropischer Erkrankungen nicht Klima gewohnter und ihm ange paßter Menschen ein außerordentlich hoher sein muß, so wird die Zahl der dort benötigten und bisher verwendeten Kräfte mit 140 000 bis 150 000 Mann nicht überschätzt sein. Diesen standen auf unserer Seite vielleicht 8000, vielleicht 10 000 Mann gegenüber. Bekannt ist, daß zahlreiche Buren zu Bothas Fahnen eilten, um bei dem großen Raube nicht zu fehlen. Vom Stamme derselben Buren, die schon einmal in Ostafrika waren, von uns selbst um 1903 geladen und als geschickte Kolo nisatoren begrüßt. Leider! und nicht ohne restlos verhallte Bedenken deutscher Ostafrikaner, die ihre neue Heimat liebten. Die Buren, die kamen, wurden vortrefflich unterstützt. Sie machten dafür, von einigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen, der Verwaltung nur Schwierigkeiten und sich selber hurtig Werk, durch lohe Ausschlachtung der Jagd gründe möglichst viel Geld zu verdienen und wieder zu verschwinden. Auf dieJagdgefetze wurde gepfiffen! So lernten dieBurenDeutfch-Oftafrika kennen. Kein Wunder, daß sie willig dem Rufe ihres unbedingt in England liebe glänzenden Staatsmannes Botha folgten, als es galt, sich im Ver ein mit den Engländern nach Südwests Besetzung auf Ostafrika zu stürzen. In Südafrika wurde die Mär verbreitet, Deutschland führe von Südwestafrika aus allerhand Böfes im Schilde. Das leuchtete ein: machte viele Buren mißtrauisch, bei denen darüber der Groll aus dem Burenkriege zu verblassen begann.- 9 - In Frankreich wurde beim offenen und hennlichen Werben gegen Deutschland nicht einmal vergessen, das böse Wort Faschoda" aus Welt und Karte verschwinden zu lassen. Es störte den Revanchewahn, er weckte Besinnung und Erkenntnis, also weg damit! Faschoda" gibt es nicht mehr, und sein heutiger Name regt keinen Franzosen mehr auf. Behutsame Rücksicht auf alles, was unliebsame Vorstellungen herauf beschwören könne bei den zukünftigen Bundesgenossen, ging der gestalt Hand in Hand mit ebenso geschickten wie gewissenlosen, vor arg listiger Verleumdung und heimtückischer Verlogenheit nicht zurück schreckenden Machenschaften, um die Meinung der Welt systematisch gegen Deutschland in schleichendes Mißtrauen zu hüllen und zu vergiften. Es galt, Großes zu erreichen, und der Zweck wurde in England durch die Wahl der Mittel noch nie ent heiligt. So hat England, die Triebfeder des Vierverbandes, alle Rassen der Erde aufgeboten, um die aufsteigende Macht Deutschlands niederzuhalten. In Flotte und Orientpolitik der Bagdadbahn sah England die Bedrohung seiner Seeherrschaft und den Versuch der Einkeilung Deutschlands zwischen Indien und Ägypten. So sind die wahren Ursachen des Krieges in dem Willen Englands zu suchen, Deutschland nicht in die Reihe der Weltmächte aufrücken zu lassen. Deutsche Tüchtigkeit, Fleiß und Gründlichkeit mußten in Barbarentum umgeprägt werden, und man fragt sich, wie es möglich ist, daß selbst so viel kluge, welterfahrene Menschen im Ausland schließlich davon überzeugt waren, daß Deutsch land tatsächlich der alleinige Friedensstörer und daher seine Macht, wie einst Karthago, zu zerstören sei. Wegen seiner Eigenschaften von vielen Seiten des Auslandes be wundert und beneidet, wurde derselbe Deutsche von denselben Männern, die sich vor dem Krieg nicht genug tun konnten, ihn zu rühmen und anzuerkennen, nunmehr in Acht und Bann getan und als Hunne ge brandmarkt. Sowa ndeltUrteilsichund An sichtin derE m pfin- düngen schwankender Welt! Wie mögen nun gar die farbigen Untertanen des Vierverbandes bearbeitet worden, belogen und betrogen sein, bis sie so weit waren, daß ihre Herren in edler Selbstbeherrschung es nicht übers Herz brachten, sie des Vorrechts zu berauben, in Europa die gefährlichsten Posten ein zunehmen". Jedenfalls hatten die verlogenen Werbungen und Versprechungen Erfolg über Erwarten. Waren die aus der Heimat gelockten Natur menschen erst an Bord, so war ihr Schicksal besiegelt. Rechtlos ihren Herren ausgeliefert, nicht ahnend, daß sie als wahre Schlachtsklaven in die Falle gingen. Was verschlug s, daß nun die Erkenntnis kam, die- 10 - Erfüllung der Versprechungen aber ausblieb! An Auflehnungen und Meutereien wird es nicht gefehlt haben! Ihre blutige Unterdrückung mußte die anderen gefügig und ergeben in ihr Schicksal machen. Ein Entrinnen gab es ja doch nicht mehr, In diesem Geiste dürften die far bigen Truppen unserer Feinde vielfach in den Kampf gezogen sein, ebenso wie nicht wenige weiße Männer aller Länder, welche sich betört um die Ententefahnen scharten. Aber neue Opfer werden sich fangen lassen, denn der Mensch glaubt nur dasjenige wirklich, was er am eigenen Leibe erlebt. Es steht außer Zweifel, daß unseren Gegnern aus der Verwen dung ihrer zahlreichen farbigen Hilfsvölker ungeheure Schwierig keiten erwachsen, da z. B, allein schon die Ernährungsfrage kaum zu lösen ist. Tritt zum Klimawechsel für den Farbigen noch eine unge wohnte Kost, so liegt er viel schneller und gründlicher darnieder wie der Europäer, der an eine Menge verschiedenartiger Nahrungsmittel gewöhnt ist und auch klimatische Veränderungen leichter übersteht. Der Eingeborene heißer Länder ist, da sein Organismus nur auf den Ver brauch weniger und einfacher Nahrungsstoffe eingestellt ist, erheblich empfindlicher. Der Abgang an Kranken dürfte, vom Einfluß klimatischer Eigentümlichkeiten abgesehen, allein durch Ernährungsstörungen als ganz bedeutend zu berechnen sein. Aber die Hilfe aus den Kolonien war da und in einem solchen Maße, daß ihr Ausfall uns ohne Frage schwere Opfer erspart und den Krieg abgekürzt haben würde. Es er - gibt sich die Forderung, daß eine Wiederholung solcher Kriegshilfe für die Zukunft unterbunden werden muß. Die Ereignisse in den Kolonien zeigen den Weg, welcher hierzu zu beschreiten ist, und die Mittel, deren Anwendung ge boten, Koloniensind,wie derKrieglehrt,vonfrüher nicht geahnter militärischer Bedeutung; sie werden es zu späteren Zeiten in erhöhtem Maße sein. Deutschland wird aus Gründen nationaler Sicherheit nicht umhin können, diesem Problem ernstes Nachdenken und scharfe Aufmerksamkeit zu widmen. Stärkung der eigenen, Schwächung der kolonialen Position unserer Gegner muß notge drungen erstrebt werden, wenn Deutschland gegen über den großen Reichen mit großen Kolonien lebensfähig bleiben und das bereits gesprochene Urteil unserer Feinde, zu verdorren und zu ver- k ü m m e r n", dauernd wenden will. Als Kolonialland in diesem Sinne kommt für uns nur der afrika nische Kontinent in Frage, In vielverheißender Weise haben sich alle unsere Kolonien dort bereits entwickelt. 11 Ihr Reichtum an den uns nötigsten Produkten ist erwiesen. Die Entwicklungsmöglichkeit und Wahrscheinlichkeit hinsichtlich gewisser, zur Zeit noch in den Anfängen steckender Kulturen (Baumwolle) darf als ganz außerordentlich hoch mit Bestimmtheit bewertet werden. Ölfrüchte, Kautschuk. Häute und Felle, Kaffee, Kakao, Reis, Mais, Viehfutter, Gewürze, Erze, Holz und zahlreiche andere Landeserzeugnisse werden wir in immer steigendem Maße herausziehen. Die Produktion von Wolle und Baumwolle wird nach und nach bedeutend erhöht werde . Bor allem aber finden sich auch in Afrika hinreichend Gebiete, deren Klima eine Einwanderung zuläßt. Dorthin mögen dann unsere zu künftigen Ansiedler ihre Schritte lenken. Es sei nur an Urundi und Ruanda in Deutsch-Ostafrika erinnert, Länder, die an Fruchtbarkeit und Viehzuchtmöglichkeit unter europäischer Bewirtschaftung mit Rumänien oder der Schweiz (mit abweichendem Klima natürlich) zu vergleichen sind. Englands lüsternes Schielen nach diesen Gebieten läßt allein schon ihren Wert erkennen. Die Rückforderung unserer Kolonien und ihre Abrnndung zu geschlossenen, zweckmäßig begrenzten und gut bevölkerten Gebieten wird notwendiges Gebot sein in wirtschaftlicher und damit vereinter militärischer Hinsicht. In dieser zweifachen Beziehung sind England und Frankreich während des Krieges die größten Vorteile aus ihren Kolonien zugeflossen. Zu allen möglichen Rohstoffen, Nahrungs mitteln, wie fertiggestellten Kriegsartikeln im Überfluß, vor allem Menschen. Nur einige Zahlen mögen erläuternd eingeflochten werden, da sie die Vorstellung stützen. Aus dem überseeischen Frankreich kamen beispielsweise bis Früh jahr 1916 allein von Algier fast 3 Millionen Zentner Weizen, Roggen und Gerste, an 2 Millionen Zentner Hafer, fast Millionen Hektoliter Wein, über 2^ Millionen Schafe, an 200 000 Zentner Heringe. Westafrika lieferte 211000 Tonnen Erdnüsse, Madagaskar 19 000 Tonnen Gefrierfleisch und 21 000 Zentner Fleischkonserven. Täglich wurden dort 1600 Rinder geschlachtet und verarbeitet. Marokko gab für rund 25 Millionen Francs Lebensmittel her, außer 12 bis 14 Millionen marokkanischer Eier, die in jedem Monat des zweiten Kriegswinters auf den französischen Märkten erschienen. Guyana, die Somaliküste und Marokko sandten große Mengen Ochsenfelle, Leder, Ziegenhäule. Franzöfisch-Jndien Baumwollgewebe, 212 000 Tonnen Reis, 34 000 Tonnen Mais, 6500 Tonnen Kopra. Guyana ferner Gold, und zwar 1915: 3129 Kilogramm im Werte von 81 - Millionen Francs. Madagaskar lieferte Holz für Gewehrschäfte, Neukaledonien Nickel, Indochina verschiedene Erze, wie Antimon, Zink usw. Die Antillen und Reunion entsandten ihre Zuckerernte in einer Höhe von 110 000 Tonnen. Pferde und Maultiere wurden vorwiegend aus Algier bezogen; Kautschuk aus Äquatorialafrika, 5000 Tonnen Kaffee aus Somaliland, das ebenso- 12 - viel Tonnen Felle ablieferte, Diese Mengen können sich bis heute verdoppelt, wenn nicht verdreifacht haben! Dann die menschlichen Arbeitskräfte. Zunächst 4600 Mann aus Jndochina. Für 1916 war die Ankunft von über 40 000 Arbeitern aus Jndochina, Neukaledonien, Madagaskar und anderen Kolonien geplant. An 30 000 Kabylen aus Algier wurden im Ackerbau und verschiedenen Industriezweigen des Mutterlandes beschäftigt. 8000 Anamiten versahen Sanitätsdienst. Andere Tausende von Senegalesen und Kabylen sind als Bergleute, Matrosen, Hafenarbeiter usw. hinzuzurechnen. Vermutlich nicht mit Unrecht haben französische Zeitungen außer Betrachtungen angenehmen Inhalts über den Nutzen aller dieser dunklen Gäste auch solche mehr melancholischer Natur über die Hautfarbe künftiger französischer Geschlechter angestellt. England hat, von weißen Truppen aus aller Welt ganz abgesehen, zahlreiche indische Truppen nach Europa übergeführt, ferner nach Gallipoli, Saloniki, Ägypten, Ostafrika, Kamerun. Afrikanische Eingeborene sollen folgen und wenigstens als Ersatz weißer Arbeitskräfte nach Europa ge bracht werden. Man rechnet auf eine Viertelmillion. Die Aufbringung einer Million Negersöldner zur Verwendung auf dem europäischen Kriegsschauplatz ist neuerdings vorgeschlagen worden. England hatte ur sprünglich vermutlich nicht die Absicht, selbst farbige Truppen in Europa zu verwenden. Wohl aber scheint England Frankreichs koloniale Festi gung und Ausdehnung begünstigt zu haben, um es den zukünftigen Bundesgenossen zu ermöglichen, Eingeborene ihrer Kolonien in möglichst großer Zahl dem Heimatheere anzugliedern. England wollte scheinbar dergestalt das Odium solchen Tuns auf Frankreich abschieben, selbst aber vor der Welt mit weißer Weste im Hintergrund bleiben. Bis auch hier die scheinheilige Maske herunter mußte! In England glaubte man zunächst, ohne wesentliche Preisgabe der eigenen Haut, mit Frankreichs und Rußlands Armeen auszukommen. In Frankreich galt die Heran ziehung afrikanischer Hilfsvölker zur eigenen Schonung seit Jahren als unerläßlich. Die daher während des Krieges aus diesem Grunde nach Europa geschafften eingeborenen Streitkräfte verleilen sich, zurückhaltend berechnet, etwa wie folgt: 80 000 Mann aus Algier, 41 000 aus Tunis, 10 000 Marokko, 120 000 Westafrika (Senegal, Niger, Guinea, Dahomey, also Vollblut- neger), 20 000 Jndochina, 15 000 Reunion, Martinique, Guadeloupe und Guyana, 10 000 Madagaskar, Tahiti, Somaliküste, Mittelafrika und Neukaledonien. Man muß nachdenken, um weitere Völker von ähnlicher Kul turhöhe zu ermitteln, welche diesmal noch im edlen Bunde fehlen, um uns zur wahren Menschlichkeit und Zivilisation zurückzuführen. Wahrscheinlich bleibt die Gesamtzahl aller zur Verwendung auf- 1Z - den europäischen Kriegsschauplätzen herausgezogenen gefärbten fran zösischen Kolonialsoldaten nicht unter 400 000 Mann. Die Gesamtzahl der für die Westfront aufgebrachten farbigen Truppen Englands und Frankreichs soll nach zuverlässiger Berechnung 500 000 Mann betragen, während zum mazedonischen Kriegsschauplatz noch weitere 100 000 bis 200 000 Mann abtransportiert sind. Mit den Ersatzablösungen könnten mithin bereits über eine Million Farbiger europäischen Boden betreten haben. Alle diese Zahlen sprechen mit eindringlicher Beredsamkeit. Sie beleuchten grell und scharf die Bedeutung, welche koloniale Hilfsquellen heute schon haben, und welche Gefahren ihre volle, rück sichtslose Ausnutzung durch mächtige Gegner in sich birgt. Daß Völker, bei denen Fehde und Kampf untereinander bisher an der Tagesordnung waren, ausgesprochenen kriegerischen Sinn be sitzen und eine Reihe von Eigenschaften, die zu vortrefflichem Soldaten material geeignet machen, ist selbstverständlich. Der Neger ist genüg sam, ausdauernd, kräftig und mit scharfen Sinnen begabt. Er ist ge schickt und anstellig für vielfache Verwendung als Arbeiter, Matrose, Maschinist und Handwerker. Während meiner langjährigen Dienstzeit in Ostafrika habe ich stets erfahren und jeder Schutztruppen-Offizier wird es bestätigen können, daß die Eingeborenen der verschiedensten Stämme zu ausgezeichneten Kriegern und sicheren Schützen heran zubilden waren. Ihre natürliche Beweglichkeit, gerader Wuchs, freie Glieder, ihr nicht durch unzweckmäßige Kleidung und einseitige Arbeit verbildeter Körper, ihre natürliche, vollkommene Anpassungsfähigkeit an das Gelände, ihre Disziplin und ihr williges Fügen unter den Befehl des ihnen imponierenden Vorgesetzten machten die Ausbildung auf fallend leicht. Dem Führer, der sein volles Vertrauen besaß, folgte der schwarze Soldat blindlings. An gewissen Eigenschaften ist der dauernd im Freien lebende und der Natur überhaupt näher stehende und mit ihr ringende Mensch dem Bewohner industrialisierter Länder über- legen. Bei einer ihrem Organismus angepaßten Ernährung ist daher während der warmen Jahreszeit an sich die Möglichkeit gegeben, farbige Hilfsvölker in unbegrenzter Zahl auf europäischen Kampffeldern zu verwenden. ?n bekannt gewordener französischer Berichterstattung heißt esl Der Krieg ist ein Erschöpfungskrieg geworden. Die Hilfsquellen des Mutterlandes sind erschöpft. Man muß daher Menschen suchen, wo man sie findet: in unseren Kolonien! Diese haben unter Ausschluß von- 14 - Nordafrika und der alten Kolonien, deren Söhne dem Gesetz der Re krutierung unterworfen sind, ungefähr 35 Millionen Einwohner Das ist die Grundlage für ein Gesetz, wird ausgeführt, das nicht nur die westafrikanischen Eingeborenen in die Rekrutierung einbeziehen will, sondern auch diejenigen aus Jndochina, Madagaskar, Französisch-Ost- asrika, Somaliküste, Neukaledonien und die französischen Niederlassungen in Australien, d. h, die Völkerschaften Mit anerkannt militärischen Fähig keiten und den notwendigen physischen Eigenschaften für die Teilnahme an den Operationen in Europa. Und zwar nicht nur für den bewaffnetenDienft.sondernauchfürandereDienst- leistungenderArmeeunddenindustriellenArbeits- dienst in Fabriken für Kriegsbedarf. Der Bericht erstatter faßt seine Ausführungen in der Schlußfolgerung zusammen, daß die intensive Rekrutierung einer Eingeborenenarmee, wenn sie mit finanziellen Zugeständnissen und materiellen Vorteilen verbunden und mit Methode, aber ohne Illusion erfolgte, Resultate zeitigen würde, denen alle Franzosen Beifall spenden müßten. Wenn die Rekruten genügend vorbereitet würden, um ihnen den für diesen schrecklichen Krieg nötigen Eifer zu verleihen, so würde die Eingeborenenarmee einen noch größeren Anteil an den Anstrengungen, den Sieg zu erringen, nehmen und ihr Blut noch reichlicher als bisher mit dem reinen Blut des allen Frankreichs mischen. Nicht verhehlt werden anderseits die schweren Besorgnisse über ernste Eingeborenenunruhen und Erhebungen in den von der Rekru tierung betroffenen Gebieten. Mittlerweile ist man bereits einen Schritt weiter gegangen, und wir sehen, wie Frankreich mit allem Nachdruck dem Beispiel Englands folgt, seine Kolonien politisch, militärisch und wirtschaftlich sich enger zu verbinden. Von besonderem Interesse für uns ist da die Nachricht, daß den far bigen Einwohnern Französisch-Westasrikas kürzlich durch Gesetz das französische Bürgerrecht verliehen worden ist. Wir erfahren gleich weiter, daß für diese neuen Ersatz-Franzosen alsbald durch ein Dekret des Präsidenten die Aushebung der Jahrgänge 1896 bis 1917 an geordnet wurde. Es kann sein, daß die nun mit dem Bürgerrecht geschmückten jüngsten Kinder Frankreichs sich darüber unsinnig freuen. Ob diese Freude aber in ihren Wollköpfen so berauschend wirken wird, daß sie die von ihren Gönnern lediglich bezweckte Folge der Verleihung die militärische Dienstpflicht" für das sich ihnen anbietende, etwas weit hergeholte neue Vaterland nicht sofort als den springenden Punkt der anmutigen Gabe zu erkennen und entsprechend zu bewerten vermögen, darf uns beruhigend fraglich erscheinen. Das Selbstgefühl und die urteilslose Überhebung wird ja gewaltig anschwellen und in gesteigerten 15 - Ansprüchen zum Ausdruck kommen. Aber auch der dunkelste Neger ist so helle, daß er die ihm plötzlich in den Schoß gefallene Gleichberech tigung mit den höchsten Kulturträgern Frankreichs nicht ganz allein seinen eigenen überragenden Eigenschaften zuschreibt. Die Durchführung der Aushebung wird auf Mißtrauen und Schwierigkeiten stoßen. Sollte die Militärpflicht auch im Kongogebiet eingeführt werden und durchgeführt werden kön nen, so würde Frankreich m st a n d e sein, Hundert tausende frischer farbiger Truppen für fehlende eigene ins Feld zu führen. Die Franzosen werden ohne Zweifel mit aller Energie ihre afrikanischen M e n s ch e n h l s s q u e l l e n sprudeln lassen, u in die eige nen Verluste auszugleichen. Bei der überaus gün stigen Lage seiner west- und nordafrikanischen Kolonien kann Frankreich in künftigen Zeiten trotz aller Schwierigkeiten Millionen farbiger Ersatz- franzosen mobil machen, wenn es mit un verkleiner tem Kolonialreich aus diesem Kriege hervorgehen sollte. Deutschland kann angesichts einer Perspektive von solcher Tragweite nicht müßig bleiben, sondern muß vorbeugen. Nur ein großes, möglichst geschlossenes Kolonialreich in Afrika, vom Atlantik zum Indischen Ozean, ist befähigt, ein Unheil zu bannen, welches in einem Kriege gegen eine gleich mächtige Koalition kommen müßte, falls es dann nicht gelingt, die Verwendung afrikanischer Eingeborener auf europäischen Kriegs schauplätzen unmöglich zu machen. Ohne den Vertragsbruch Italiens wäre der Krieg heute vielleicht beendet, möglicherweise schon vor einem Jahre beendet gewesen. Bis dahin hätten unsere großen Kolonien sich unter Umständen alle halten können und hätten zahlreiche weiße wie farbige Truppen und sonstige Hilfskräfte auf sich gezogen, die uns vom Halse blieben. Gewaltige Mengen von Munition, Bekleidung, Verpflegung, Zug- und Reittieren, Medikamenten, ferner Automobile, Flugzeuge und alle die zahlreichen militärischen Ausrüstung?- und Bedarfsartikel, die unentbehrlich sind, mußten beschafft, hergestellt und nach Afrika befördert werden. Hunderte von Dampfern wurden dazu benötigt und fielen, außer einer Reihe von Kriegsschiffen, für die Verwendung in den europäischen Meeren aus. So hat der tapfere Widerstand unserer Kolonien, wenn er auch nicht entscheidend sein konnte, uns direkt und indirekt Ent- lastung gebracht, wesentliche Hilfe geleistet und vor allem auch in Afrika und im Ausland Bewunderung und Achtung errungen. Als selbstverständliche Folgerung er gibt sich, daß diese Hilfe zum Schaden unserer Gegner eine weit schwer-- 16 - wiegendere hätte sein können, wenn unsere Stellung in Afrika eine stärkere war; wenn unsere Kolonien gesicherter und militärisch besser ausgerüstet in den ihnen aufgezwungenen Kampf hätten eintreten können. Es ist bekannt, daß Afrika, zumal im nördlichen Teil (Sudan usw.), von eingeborenen Stämmen bevölkert ist, die sich hervorragend zum Soldaten eignen. In welchen Mengen sie bereits in Europa verwendet wurden, haben wir gesehen. Daß diese Zahl einer bedeutenden Stei gerung fähig ist, wissen wir. Zu verhindern, daß in einem späteren Kriege noch einmal deutsche ZNänner von Wilden aller Rassen nieder gemetzelt werden dürfen, wird eine heilige Pflicht unserer Staatsleitung sein. Jeder kann sich selbst ausmalen, was ihm blüht, wenn es Feinden Deutschlands jemals glücken sollte, Millionen von Negern und anderen wilden Horden gegen Heim und Herd, gegen Weib und Kind loszulassen. Für den Fall, daß die Vereinbarungen einer zukünftigen Kongoakte oder neuer Verträge wieder ohne weiteres zu brechen drohen, muß Vorsorge getroffen werden. Dazu ist die Wehrmacht in den Schutzgebieten so zu stärken, daß andere Mächte keinen Mann zur Verwendung in Europa abziehen können. Die zivilisierte Welt wird sich nach dem Kriege der jämmerlichen und feigen Untaten gegen die Kultur und das sittliche Anstandsgefühl, wie sie Afrika erschauen mußte, schämen. Sie wird verlangen, daß sich solche Greuel nicht wiederholen! Sie wird eine zweite, aber verbesserte Kongoakte fordern. Vielleicht wird diese neue Akte als eine heilige Einrichtung angesehen und befolgt werden, vielleicht werden in einem zukünftigen Kriege die Signaturmächte dieser Akte, die nicht in den Krieg verwickelt sind, anders als es jetzt Amerika, unter dem billigen Vorwand, daß seine Unterschrift fehle, getan hat, auf Ein haltung ihrer Bestimmungen bestehen. Sollte es durch weiteres planmäßig unmenschliches Verhalten unserer Feinde einmal zu einer Art Baralong-Gedenktage" bei uns kommen müssen, so ist Dahomey" in den Kranz der Namen mit hineinzuflechten, die an Taten von einer Scheußlichkeit erinnern, die nicht mehr zu übertreffen ist! Dahomey darf nicht vergessen werden als Erinnerung an die körper lichen und seelischen Mißhandlungen wehrloser Menschen deutschen Stammes, in deren Ersinnung und Ausführung weiße und farbige Fran zosen wetteiferten. Niemals wird Deutschland daran denken von Afrika ganz ab gesehen , sich mit der Schande zu beflecken, in Europa Farbige gegen Weiße zu führen, sich dadurch vor sich und den schwarzen Genossen zu erniedrigen und die eigene Ohnmacht zu offenbaren, wie es Frankreich im Bewußtsein seiner Schwäche, in Haß und Verblendung tat; wie es sogar das rassebewußte England zu tun sich nicht scheute. Die Folge- 17 - solchen Tuns, der Selbstentkleidung und Entblößung vom bisherigen überragenden Nimbus der weißen Rasse, das Herabsinken in den Augen auf niedriger Stufe stehender Völker werden nicht ausbleiben. An der ostafrikanischen Küste sprechen die Eingeborenen seit langem von den Portugiesen als den Wilden Europas". Die Franzosen dürfen sich nicht wundern, wenn ihnen dieser Rang in Zukunft nicht nur in Afrika zuerkannt wird. Wir haben nichts dagegen! Ihrer Grausamkeit, ihrer unsinnigen Rachsucht, ihrer Feigheit, mit der sie wehrlose deutsche Ge fangene quälten, verdanken unsere Gegner den traurigenRuh m, nachgewiesen zu haben, daß der Begriff: Ein Wil de r"b isherzuU nrechtaneinedunkleHautgebunden war. Engländer und Franzosen zusammen aber tragen die gemein same Schuld, wenn die Grundlagen, auf welchen die europäische Herrschaft in Afrika (und Asien!) beruht, zusammenstürzen. Eng land hat das deutsche Angebot, den Krieg von Afrika fernzu halten, abgeschlagen und damit die Axt an den Baum gelegt, auf dem es in seinen Kolonialreichen selbst sitzt. Es müßte sonderlich zu gehen, wenn die für uns bestimmte Grube" nicht zum Grabe" eigener Macht und Ansehens werden würde. Wir gehen mit dem Islam, und die afrikanischen Völker haben einen höllisch gesunden Instinkt, zu fühlen, woher ihnen Gefahr droht. Wir werden unser Ansehen nicht ver lieren, und was uns stürzen sollte, wird uns st ü tz e n. Nach dem Kriege werden auch den überlebenden Afrikanern, die sich jetzt bis zum Verkauf ihrer Haut als Kanonenfutter beschwindeln ließen, die Augen aufgehen, soweit es noch nicht geschah. Sie und ihre Stammesgenossen werden Rechenschaft fordern und Rache nehmen für das unzähligen ihrer Brüder bereitete klägliche Ende. Wie die Blätter melden, soll sich in Französisch-Westasrika, bei den Tschadsee-Stämmen und den anderen französischen Kolonialvölkern eine wachsende Empörung gegen das Vorrecht, als brutal in den sicheren Tod geschickte Sturmtruppen zu verbluten, geltend machen. Ein Wunder wäre es nicht! Wir wissen, wie sich führende Männer der Entente früher gegen die Verwendung farbiger Truppen in einem europäischen Kriege be sonders scharf ausgesprochen haben, und mit Recht. Der Franzose M. E. Judet hat vor dem Kriege den Ersatz weißer Truppen durch Farbige im Eclair" eine edimsrlciuö" und auch eine Ictkk iru- morale" genannt. Autoritäten des internationalen Rechtes aus den zivilisierten Ländern haben die Verwendung wilder Völker im Kriege zwischen gesitteten Nationen verurteilt. Der belgische Gelehrte M. Rolin- Jacqemyns, schreibt über die Einreihung der Turkos in die französischen Kampftruppen 1870, daß die französische Regierung, indem sie Leute 18 - verwandte, die keine Bedenken trugen, die Verwundeten auf den Schlachtfeldern zu verstümmeln und zu morden, in doppelter Weise gegen die internationalen Pflichten gefehlt habe, weil sie bei der Barbarei eine Anleihe gemacht und die europäischen Natio nen mit illegalen Waffen bedroht habe. Die französischen Völkerrechts lehrer Meringhac und Despagnet mißbilligten nachdrücklichst die Ver wendung von Zulus, Basutos usw., von seiten der Engländer in ihrem Ausrottungskrieg gegen die Buren. Der Spanier Ealvo führte aus: Das Völkerrecht verbietet den zivilisierten Nationen, in ihre Armee Wilde einzureihen, denen die Gesetze des Krieges unbekannt sind, oder Truppen als Hilfsvölker zu gebrauchen, die das Recht und die Sitten der zivilisierten Völker weder kennen noch respektieren." Der russische Völkerrechtslehrer Fr. v. Martens erklärte: Eine Macht, die den Anspruch erhebt, als ein zivilisierter Staat zu gelten, hat auch nur das Recht, sich einer zivilisierten Armee zu be dienen und nicht wilder und barbarischer Horden, die weder die Not wendigkeit anerkennen, das Leben verwundeter und entwaffneter Feinde zu schonen, noch das Eigentum und die Ehre der friedlichen Einwohner zu respektieren." Mögen unsere Gegner sich diese gewichtigen Stimmen ins Ge dächtnis zurückrufen, sobald die klare Besinnung bei ihnen wieder durch bricht. Mögen insbesondere eines Tages die Erfinder der sogenannten zu nachdenklichen Vergleichen gezwungen werden. Nicht um die Schaffung einer Kolonialarmee soll es sich für uns nach dein Kriege handeln, sondern nur um den Ausbau und die Stärkung unserer kolonialen Wehrmacht bis zu dem Grade, daß die Grenzen so ausreichend geschützt sind, um einen fremden Einbruch unmöglich zu machen-, unser eigener Angriff dagegen, wenn es sein muß, zum Zwecke der Verteidi gung durchgeführt werden kann. Nicht zu Angriffen auf Nachbar gebiete wollen und dürfen wir gerüstet sein. Es sei, um Mißverständ nisse zu vermeiden, wiederholt! Nur zur ausreichenden eigenen Siche rung, und dazu gehört die Möglichkeit, einen drohenden, unvermeidlichen Schlag außerhalb der eigenen Grenzen abzuwehren. Wir stehen auch weiterhin auf dem Standpunkt, in Afrika Kämpfe zwischen Euro päern vermeiden zu wollen. Unsere Gegner aber haben uns gelehrt, daß sie anders denken und wir auf alles gefaßt sein müssen. Zur Stärkung unserer Wehrmacht gehört außer der Schaffung der nötigen Mannschaftsverbände eine gesicherte und planmäßige Verstän digung mit dem Mutterlande durch Telesunkenanlagen als eine der vornehmsten Aufgaben der militärischen Einrichtungen. Ihr wirtschaft licher Wert liegt auf der Hand. Ein großzügiger Ausbau der Verkehrswege verstärkt und vermehrt die militärische Schlagfertigkeit der Truppe. Die Verkehrswege fördern 19 dabei wieder das Wirtschaftsleben, erhöhen dessen finanzielle Leistungen und entlasten die Heimat, Der Verkehrsweg war in diesem Kriege unsere Hauptstärke in Deutschland, Die Usambarabahn ermöglichte in Ostafrika erst den Sieg bei Tanga, und nur mittels der Tanganjikabahn war die lange Verteidigung der Gebiete im Westen und Osten von Deutsch- Ostasrikn durchzuführen. Die wichtigsten Hafenplätze werden in Zukunft, wenn auch nur in bescheidenem Maße, aber doch genügend, durch Minenlegen und Strand batterien geschützt werden müssen, Inwieweit sie Heimatstelleu von zum Schutze der Küste stationierten Kreuzern und Unterseebooten werden können oder sollen, das zu entscheiden ist Sache unserer Marine, Unsere Haupthandelsplätze und unsere Kolonialhandelsdampfer dürfen nicht mehr wie bisher schutzlos dem Feinde ausgeliefert fem, Infanterie- und leichte Artilleriewaffen werden nach Friedensschluß in reichem Maße für die Ausrüstung unserer Kolonien zur Verfügung stehen. Man wird vorläufig damit rechnen müssen, daß auch in einem zukünftigen Kriege unsere Schutzgebiete trotz Unterseebooten usw, nicht in voller Verbindung mit dem Mutterlande bleiben. Daß sie, wie in diesem Kriege, ganz abgeschnitten werde , ist unwahrscheinlich. Daher sind Einrichtungen für eine genügende Herstellung von Munition zu tresfeu. Die hierzu beuötigteu Rohstoffe werden draußen voraussichtlich größtenteils gefunden. Soweit das nicht der Fall ist, sind größere Lager zu schaffen. Vom militärischen Standpunkt aus sind auch alle Be strebungen zur Herstellung von Leder, Stickstoff. Salpeter, Öl. Seife, Tuchen in den Schutzgebieten zu begrüßen. Uber Stärke und zukünftige Organisation der Schutztruppe werde die militärische Dienststellen zu befinden haben. Nur großen Zügen sollte das Vild der Verteidigungseinrichtunge unseres zukünftigen Kolonialbesitzes hier ganz allgemein angedeutet werden. Keine auf rein militärischer Tätigkeit, sondern auf ihr unter gleichzeitiger Förderung der Wirtschaftslage beruhende Orgcmifation. Alsbaldiger Ausbau und För derung aller die Schlagfertigkeit der Truppen unterstützenden Wirtschaft lichen Einrichtungen, wie Post, Telesunken, Eisenbahnen, Zusammen arbeiten der Militär- und Wirtschaftsorgane der Kolonien und Schutz der Haupthäse durch die Marine, Nur so werden auch die Kolonien mit der Zeit in die Lage kommen, ihre Militärlasten selbst zu tragen und die Heimat zu entlasten. Denn in den Kolonien ruhen noch un geahnte Kräfte und Werte, die Deutschland in der kommende schwere Zeit der wirtschaftlichen Betätiguug und Ausbreitung nutzbar gemacht werden müsse , ohne finanzielle Hilfe zu sehr zu beanspruchen. Der Krieg hat unser Volk gelehrt, was es heißt, abgesperrt zu sei , eingeschlossen und in der Ernährung schwer beeinträchtigt. Wir wußte icht, wie gut es u s giug, u d waren deshalb oft noch unzufrieden dazu. 20 - Mit Verwunderung erkennen wir täglich mehr, wie schön wir es hatten und wieviel Grund vorlag, dankbar und zufrieden zu sein In dieser schweren Zeit lernen die meisten über Haupt erst den Sinn des Gebetes verstehen: Unser tägliches Brot gib uns heut e." Unser tägliches Brot soll unser zukünftiger Kolonialbesitz und sein militärisches Gewicht mit sicherstellen helfen, auf daß eine Zeit der Not. wie die jetzt durchlebte, nicht wiederkehrt. Unser gutes Schwert kämpft auch für unsere Kolonien und reale Garantien jenseits der Meere. Unser Ruf muß wieder her gestellt werden und unser Ansehen, wo es in den Schmutz getreten wurde vor beifalljohlenden betörten farbigen Spieß gesellen. Dazu wird ein Land, wo dies geschah, am besten deutsch. Ausbau und Abrundung unseres Kolonialbesitzes ist das geeignetste Mittel. Bisher haben die Franzosen ihre Kolonial truppen am nachhaltigsten gegen uns mißbraucht. Ihnen diesem Tun entsprechende afrikanische Rekrutierungsgebiete zu entziehen, wäre nur gerechte Vergeltung. Man lenke den prüfenden Blick nach Senegal, Niger, Dahomey, Madagaskar! Wer in seinem Ko lonialbesitz ein Mittel sucht, das Völkerrecht zu brechen, wer wehrlose Deutsche feige quält, ver wirkt das Recht, dort fernerhin zu weilen! Ab schnürung der Quellen afrikanischer und ähnlicher Vernichtungsmittel gegen weiße Völker und haltbare internationale Vereinbarungen zur Ausschaltung des Kampfes von Weißen gegen Weiße in Afrika zu erzielen, sei unser Wille. Die Schaffung eines festen, zusammenhängenden Kolonialblocks quer durch Afrika unter Anschluß der für uns besonders wichtigen Gebiete, insbesondere solcher, aus denen unsere Feinde ihre far bigen Hilfsvölker bezogen haben, wird in den Friedens verhandlungen auszubedingen sein. Die Rückgabe unserer besetzten Kolonien wird dabei als selbstverständlich vorausgesetzt. Ein solches deutsch-afrikanisches Kolonialreich ist für unsere natio nale Zukunft von mitbestimmender Bedeutung Möge es in nüchterner Ruhe geschaffen werden! Auch hier gelte der alte Spruch von Gottfried Keller: Was unerreichbar ist, das rührt uns nicht. Doch was erreichbar, sei uns goldne Pflicht." Gedruckt in der Königlichen Hosbuchdruckerei von E. S. Mittler k Solin, Berlin 3^V 68. Kochstraße 68 7!I ^ ^ ^ ^ Farbige Hilfsvölker Berlin 1917 Kolonial-Wirtschaftliches Komitee wirtschaftlicher Ausschuß dcr Deutschen Kolcmialgesellschast Pariser Platz 7 Für den Buchhandel zu beziehen durch: E, S, Mittler K Sohn Königliche Hosbuchhandlung in Berlin
