Die Negerseele und Die Deutschen in Afrika Ein Kampf gegen Missionen, Sittlichkeits - Fanatismus und Bürokratie vom Standpunkt moderner Psychologie. von Dr. Karl Oelber früher heiter des Geundheitsdfenstes beim Bahnbau Daressalam-niorogoro (Olfairiha).   manchen 1907  F, liehmanns Verlag.J. F. Lehmann’s Verlag in München. In Goldland des Altertums. Forschungen zwischen Zambesi und Sabi von Dr. Carl Peters. Mit 50 an Ort und Stelle gemachten Original-Illustrationen von Tennyson Cole 50 photographischen Aufnahmen, 1 Heliogravüre und 2 Karten. Preis geheftet Mk. 14. , gebunden in Leinwand Mk. 16. Inhalt: 1. Wie ich zu der Ophirreise kam. 2. Am Zambesi. 3. Durch das Land der Makalanga. 4. In Inyanga. 5. In Maniealand. 6. Am Sabi. 7. Südafrika, das Ziel der Ophir-Fährten. 8. Das Ziel der Puntfahrten. 9. Gegen wart und Zukunft des alten Ophir. Anhang: Der Frühling am Zambesi. Süd-Rhodesia. Mashonaland. Matabeleland. Verzeichnis über den Umfang des Minenbetriebes in Rhodesia. Einzelheiten über einen Mümenfund von Dr. Carl Peters in Afrika. Auszug aus dem Minengesetz der Companhia de Mo 9 ambique. Das Hamburger Fromdenblatt“ schreibt in Nr. 56 vom 7. März 1903: Dr. Karl Peters gehört zu jenen wenigen Forschern, die zugleich vor zügliche Schriftsteller sind. Nicht jedem ist es gegeben, Erlebtes und Geschautes so packend und lebendig zur Anschauung zu bringen. Schon allein deshalb ist seinem Buche die weiteste Verbreitung vorauszusagen .... Deutsche Warte“, Nr. 302 vom 3. Februar 1903: .... Mit bekannt klarer Anschaulichkeit schildert der Afrikareisende seine eigenen Erlebnisse in diesem Lande und gibt durch sein psychologisches Eindringen in die Gewohnheiten und Charaktere der dort wohnenden Völker stämme, sowie namentlich durch seine klare Zeichnung der Natur des Landes in geographischer und geschichtlicher Beziehung eine wertvolle Bereicherung der Afrika-Literatur .... Die Nebenregierung der Zentrumsherrn im Kolonialamt und die Auflösung des Reichstages im Jahre 1906. Von p. Bräunlich. 35 Seiten gr. 8 . Preis geheftet 40 Pfennig.Die NegersSeele und Oie Deutschen in Hirilta Ü Gin Kampf gegen Missionen, SiffÜchkeifs - Fanatismus und Bürokratie vom Standpunkt moderner Psychologie. v on Dr, Karl Oetker früher [reifer des Gesundheitsdienstes beim Bahnbau Daressalam-IHorogoro (Osfafrika).    münichen 1907    3- F. Lehmanns Verlag.Einleitung. In den Jahren 1905 und 1906 hatte ich als Leiter des Gesundheitsdienstes bei dem Bahnbau Daressalam-Morogoro Gelegenheit, eine grosse Anzahl von Negern verschiedener Stämme der ostafrikanischen Kolonie, die zu den Arbeiten herangezogen wurden, in ihren Sitten und Gebräuchen, bei ihren Erkrankungen sowie in ihrem Denken und Fühlen zu beobachten. Schon durch meine zahlreichen Reisen nach über seeischen Ländern, meine fast vierjährige Tätigkeit im Ham- burgischen Hafen- und Quarantänedienst sowie durch meine Studien im tropenhygienischen Institut war ich in der Lage gewesen, mir über die Eigenheiten und das Verhältnis der verschiedenen Völker und Rassen zueinander Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln, wie es wohl nur wenigen anderen Menschen vergönnt sein dürfte. Und zwar aus eigener An schauung sowohl wie durch Besprechungen und in der Unter haltung mit Hunderten von Kapitänen und Gelehrten, Kauf- leuten und Missionaren, Weltbummlern und Ansiedlern, Hafen arbeitern und Beamten, Marineoffizieren und Handwerkern, Protestanten und Katholiken, Juden und Mohammedanern, Deutschen und Ausländern. Ich konnte dabei meine Kennt nisse und Ansichten immer wieder durcharbeiten, revidieren und verbessern. Ich bin weit entfernt, mir diese Ermöglichung als eigenes Verdienst anzurechnen. Hierbei spielte vielmehr, wie so oft im menschlichen Leben, der Zufall oder, wenn man will, das Schicksal eine hervorragende Rolle. Was ich dagegen für mich in Anspruch nehmen muss, das ist das Interesse, das ich von jeher für die Erkundung des Seelenlebens der ver- 1 *4 schiedenen Menschen-Klassen und -Rassen hatte; sowie das Bemühen, ohne Voreingenommenheit an die Fragen heran zugehen und unter allen Umständen sachlich und gerecht zu urteilen. Als ich noch Student in Kiel war, stand dort über der Tür der medizinischen Klinik in grossen Lettern der Aus spruch eines der grössten Forscher, die je der Kieler Fakultät angehört haben, des Klinikers Bartels. Der Spruch lautete: Suchet die Wahrheit, aber fraget nicht, was sie nützt.“ Zu der Zeit, als Bartels lebte, war das Suchen nach Wahrheit in vielen Kreisen noch verpönt. Heute könnte man seinen Spruch zeitgemäss dahin abärtdern, indem man sagte: Suchet die Wahrheit und sorget dafür, sie der Menschheit ihre Wohl taten erweisen kann.“ Denn wenn auch, wie Dr. Wlassak sich einmal ungefähr ausdrückte, die Wissenschaft nicht die Welt ordnung ist, so hat sie doch die grosse Aufgabe, dazu bei zutragen, die Welt zu ordnen. Wie oft habe ich in meinem Leben gesehen, wie dem schlichten Weibe Wahrheit trotz aller ihrer Tugenden und Schönheit das Leben sauer gemacht wird; und wie man, an statt sie zu lieben und zu ehren, aufgetakelte und geschminkte Dirnen der allerverschiedensten Sorte bengalisch beleuchtet, um sie dem deutschen Michel begehrenswert erscheinen zu lassen, weil er von Unwürdigen leichter zu beherrschen ist, wenn er diesen in die Finger fällt. In dem mit Kirchen lichtern und elektrischen Lampen erhellten Europa,“ sagt Stoll,*) haben wir auch heute noch das dunkelste Afrika.“ Und man könnte ohne Bedenken noch hinzufügen: Auch trotz Ultra-Mikroskop und Riesen-Fernrohr, Röntgenstrahlen und Radium.“ . Wie schwer ist es auch heute noch, der Wissenschaft und Wahrheit zum Siege zu verhelfen! Aber schön ist das Be wusstsein, für sie eine Lanze zu brechen. In diesem Bewusst sein sind die nachfolgenden Zeilen geschrieben. Und wenn sie nicht ganz umsonst an den Verstand und das Gemüt meiner *) Otto Stoll: Suggestion und Hypnotismus in der Völkerpsycho logie. 2. Auflage.b Landsleute gerichtet wären, so würde das mein schönster Lohn sein. Wenn ich eingangs sagte, ich in meinem Leben oft und viel Gelegenheit hatte, fremde Völker und Rassen und speziell die Neger zu studieren, so will ich auch nicht un erwähnt lassen, ich in den letzten Monaten das Glück genoss, durch die ausgezeichneten Vertreter und Lehrer der Hirnanatomie, Psychologie und Psychiatrie an der Züricher Plochschule in die allerneuesten Methoden, Ergebnisse und Anschauungen dieser Wissenschaften eingeweiht zu werden. Und so bin ich in die Lage versetzt, vieles, was ich früher beobachtete und hörte, jetzt noch besser und gründlicher auf seine Ursachen und Zusammenhänge hin zu untersuchen und zu erklären oder wenigstens darauf hinzuweisen, wo der Hebel anzusetzen ist, um unsere Kenntnisse auf dem Gebiete der Rassenpsychologie weiter zu bereichern. Ich möchte also wo möglich auch dazu beitragen, um bei Fachgenossen und in Kreisen, die mit den Tropen irgendwie in Beziehung stehen, Interesse für weitere Beobachtungen und Arbeiten zu erwecken. Denn um die Negerseele wird noch viel mehr gekämpft werden, als die meisten jetzt ahnen. Zürich den 20. Februar 1907 Di. OetkerWenn man sich heute die neuesten Landkarten ansieht, und daneben mit der Art und Ausdehnung des Welthandels nur einigermassen vertraut ist, so kann es einem nicht mehr zweifelhaft bleiben, die zurzeit bewohnbaren Teile der Erde wo nicht im Besitz, so doch bereits in ausgedehntem Ver kehr mit derjenigen Menschenrasse sind, der wir Deutsche und auch alle echten Europäer angehören, und deren Hauptkenn zeichen die weisse Haut und glatte weiche Haare sind. Diese Rasse, die kaukasische genannt, die fast überall von Tropfen semitischen Blutes umgeben oder durchsetzt wird, ist in den letzten Jahrtausenden den übrigen Menschenrassen auf allen Gebieten der Kultur in derartigem Abstand voranmarschiert, wir die neueren Fortschritte einzig und allein ihr zu ver danken haben. Sie hat die christliche Religion zu einer Welt macht erhoben, sie hat auch die griechische und römische Kunst, die wunderbaren Erfindungen und Entdeckungen auf allen Gebieten der Technik und die voraussetzungslose freie Wissenschaft geschaffen und aus sich heraus geboren. Aus schliesslich auf ihr ruhte also die Weiterentwicklung der Tätig keiten und Fähigkeiten des menschlichen Geistes. Die übrigen Menschenrassen spielten bisher in dieser Be ziehung eine so geringe Rolle, sie nicht einmal erwähnt wurden. Zum Teil sind sie auch im Aussterben begriffen, wie die amerikanischen Indianer; zum anderen Teil werden sie in absehbarer Zeit in der kaukasischen Rasse durch Vermischung aufgehen. Noch andere endlich, wie beispielsweise die arkti schen Völker, weisen infolge ihres Milieus derartige Eigen tümlichkeiten auf, sie für den Weltverkehr nicht in Be tracht kommen können. In den Negern und Mongolen stehen sie aber in vielen Hunderten von Millionen der heutigen Kultur menschheit gegenüber. Und diese beiden Rassen sind zurzeit7 eigentlich noch die einzigen, mit denen wegen ihrer Anzahl und wegen ihrer Eigenschaften die Weissen in dem Wettbewerb um Besitz und Macht auf dieser Erde zu rechnen haben. Besitz und Macht! Diese beiden Worte sind für schwär merisch angelegte Naturen und kritiklose Menschenbeglücker Mittel, um bei ihnen ein Gruseln zu erzeugen; und bei den entgegengesetzten Naturen, bei manchen rücksichtslosen Ver tretern des Mammonismus zu Idolen geworden, denen sie alles, selbst ihr Heiligstes, opfern, wenn sie etwas Heiliges überhaupt je besassen. Aber dieselben Begriffe bedeuten für viele nein, für alle Völker mindestens einmal in ihrem Werdegang nichts weniger als Sein oder Nichtsein. Und für den Einzelnen sind sie ein unentbehrliches Reizmittel, um ihn vor Versumpfung, körperlicher oder geistiger Verkümmerung und sittlichem Untergang zu bewahren. Um Besitz und Macht ist gekämpft worden, solange die Erde Lebewesen hervorbringt; und wird gekämpft werden, so lange sie nicht zum Eisklumpen erstarrt oder im Feuer auf geht ; und damit nach allem, was wir über das organische Leben wissen, jeglicher Lebenskeim auf ihr vernichtet wird. Was sich ändert, ist nur die Art des Besitzes und die Weise, wie die Macht ausgeübt und wie um sie gekämpft wird. Warum lässt man denn die Neger und Mongolen nicht einfach in Ruhe ? Was haben die Weissen dort zu suchen ? Warum beschränken sie sich nicht auf Europa und Amerika, wo noch so viel zu arbeiten und zu kultivieren ist ? fragt da vielleicht jemand. Nun denn! Weil das gar nicht mehr geht. Nachdem die Dampfkraft und die Elektrizität ihren Siegeszug über die Erde angetreten haben, ist diese Frage ab solut müssig und überflüssig geworden. Ausserdem haben sich zwei grundverschiedene Elemente unserer Kultur dieser Rassen bereits derartig bemächtigt; und jene Völker sind mit wenigen Ausnahmen schon so intensiv mit einem oder allen beiden in Berührung, ein Zurück gar nicht mehr möglich ist, selbst wenn ganz Europa und Amerika sich zu diesem Rückzug ver bündeten. Das ist in allererster Linie und bei weitem be deutenderem Masse der Fall mit dem Handel und in zweiter Linie mit dem Christentum in seinen Missionen. Diese Mächte,8 die beide durch ein Aufgeben ihrer bisherigen Tätigkeit in Afrika und Asien ganz ungeheure Verluste auch in der Heimat erleiden würden, sorgen dafür, der Verkehr der euro päischen Völker mit den Negern und Mongolen stetig wachsen wird. Und neuerdings sind es auch die Mongolen selber, die sich in rapider Weise entwickeln und ausbreiten. Die körperlichen Merkmale dieser Rassen nun, soweit sie sich auf äussere Unterschiede beziehen, sind von einer grossen Anzahl von Reisenden und Anthropologen bis in alle Einzel heiten beschrieben worden. Die Krankheiten dieser Völker werden neuerdings durch zahlreiche besonders vorgebildete Aerzte studiert. Was dagegen trotz vieler Bücher und Auf sätze über ihre Sprachen, ihre Sitten und Gebräuche immer noch mangelhaft blieb, und zum Teil auch jetzt noch lücken haft bleibt, das ist unsere genauere Kenntnis über die Denk weise, das Vorstellungsvermögen, das Gefühlsleben, die Wil lensäusserungen sowie die Gründe und die Art ihres Handelns, kurz, die Lehre von dem Seelenleben, die Psychologie dieser Rassen. Dieser Mangel ist jedoch leicht erklärlich im Hinblick auf die Tatsache, die moderne wissenschaftliche Psychologie noch sehr jung ist und unter grossen Schwierigkeiten und Plindernissen in der Erkenntnis nur langsam vorwärts kommt. Sie hat bei uns noch so gewaltige Aufgaben zu lösen, an ein Studium der geistigen Rassenunterschiede bisher wenig gedacht werden konnte. Und doch ist diese Aufgabe heute aus zwei gewichtigen Gründen dringend geworden: Erstens aus einer rein wissen schaftlichen Forderung, weil nämlich die schnell fortschreitende Berührung und Mischung der Völker die ursprünglichen gei stigen und seelischen Eigenschaften viel schneller verwischen als die körperlichen ; und es sich später schwer feststellen lässt, was ererbt und ursprünglich und was anderseits abgefärbt und angenommen ist. Und zweitens aus einer eminent praktischen Bedeutung, weil eine gute Kenntnis der geistigen Qualitäten und Eigenheiten dieser Völker die mit ihnen in Verkehr treten den Europäer vor folgenschweren Missgriffen bewahren kann. Neben anderem tüchtigen Wissen und Können ist eine9 völlige Vertrautheit mit der Völkerpsychologie und Menschen kenntnis gar nicht hoch genug zu veranschlagen für alle die jenigen, die fremden Völkern und Rassen handelnd gegenüber treten sollen. Und zwar in beiderseitigem Interesse. Das deutsche Volk hat kürzlich den Mangel an Kenntnis der Neger seele und sein auf dieses Manko basiertes Verhalten und Han deln in Südwest-Afrika sowohl wie in Ost-Afrika mit dem Leben vieler seiner Söhne und selbst Frauen und Kindern und mit Hunderten von Millionen Mark bezahlt; und dem Eingeweihten ist es keinen Augenblick zweifelhaft, auch die jüngste Auflösung des Deutschen Reichstages in letzter Linie derselben Unkenntnis zuzuschreiben ist. Wenn jedoch nicht alles täuscht, so ist Nord-Amerika das jenige Land, wo sich in nicht allzu ferner Zeit ein gewaltiger Rassenwettkampf abspielen wird. Die europäischen Völker wurden, um einen Vergleich aus der Stoffwechsel-Physiologie zu gebrauchen, von den Vereinigten Staaten als mehr oder weniger homogene und zuträgliche Nahrung gut verdaut und assimiliert. Wie aber das Endresultat des Vermischungs-Pro zesses mit den immer zahlreicher auftretenden heterogenen Elementen der Neger und Mongolen sein wird, das kann erst die Zukunft lehren. Die Regierung der Staaten“ scheint sich jedenfalls noch völlig im Unklaren darüber zu sein, welchen Standpunkt sie in dieser Frage einnehmen soll. Dass sie jedoch eines Tages dazu Stellung nehmen muss, wird jedem klar, der sich einmal vom naturwissenschaftlichen Standpunkt und vorurteilsfrei damit befasst hat. Hier in Nord-Amerika ist also der Verkehr zwischen den Hauptmenschenrassen schon ein intensiver und zwar auf einem Boden, der den Gelben und Schwarzen nicht heimisch ist. In Ost-Asien dagegen und in Afrika treffen wir noch weite Distrikte, wo das Seelenleben ihrer Bewohner noch jung fräulich und wenig berührt ist. Und selbst dort, wo der Europäer bereits sein Zelt aufgeschlagen und seinen Einfluss geltend gemacht hat, ist den Eingeborenen doch noch mehr von ihrer Ursprünglichkeit geblieben, als in fremdem Lande, unter anderem Klima, bei anderer Nahrung und in anderer Umgebung. IO Was nun den Neger in seiner Heimat, in Afrika, betrifft, so verdanken wir unsere Kenntnis von seinen geistigen Eigen schaften den verschiedenartigsten Reisenden, die aber mit wenigen Ausnahmen nicht mit der Absicht des rein wissen schaftlichen Studiums, sondern mit vorgefassten Meinungen und zu irgend einem bestimmten anderweitigen Zweck und Ziel zu dem Neger in Beziehung traten. Wenn auch das Be mühen, die seelischen Vorgänge zu ergründen, wohl vorhanden war, so fehlte es ihnen doch meistens an der Begabung und den Vorkenntnissen, die hierzu erforderlich sind.“ Und ferner wurde ihr Blick für die Ursachen und Entwicklung der psychi schen Erscheinungen nicht selten durch eben jene fertigen Meinungen auf das empfindlichste getrübt. Irgend eine Hypo these führte aber fast jeder mit sich. Und diese gleicht, wie bereits Schopenhauer hervorgehoben hat, insofern einem Orga nismus, als sie von der Aussenwelt nur das ihr Gedeihliche aufnimmt, hingegen das ihr Heterogene oder Verderbliche ent weder gar nicht an sich herankommen lässt oder es unversehrt wieder ausscheidet. Wer wie Livingstone als Missionar, oder wie Oskar Baumann als Anti-Sklaverei-Kommissar, oder wie Karl Peters als Eroberer in ein fremdes Land zieht, der sieht leicht das, was ihm für seine Zwecke passt, und übersieht noch leichter diejenigen Eigenschaften und Verhältnisse der neuen Umgebung, die seine eigenen Ansichten, Wünsche oder Hand lungen etwa als vergeblich oder verkehrt erscheinen lassen könnten. Das ist eine rein menschliche Eigenschaft und als solche begreiflich. Diese Hypothesen und Vorurteile führen auch auf verschiedenen anderen Gebieten des Wissens häufig genug dazu, man selbst innerhalb des kleinen Rahmens unserer Erkenntnismöglidhkeit zu manchem falschen Ergebnis gelangt. Kinder färben sich die Welt durch buntes Glas, Er wachsene aber durch Vorurteile, deren Farbstoff ausserordent lich intensiv an den Dingen zu haften pflegt. Was die Tropen und ihre Bewohner anlangt, so weiss ich allerdings aus eigener Erfahrung, ausser manchen anderen Eigenschaft in Wirk lichkeit ein hoher Grad von unerschütterlicher Objektivität dazu gehört, um den tatsächlichen Verhältnissen unter allen Um ständen gerecht zu werden.Ein Forscher nun, dem die eben genannten Nachteile nicht anhaften, und der uns eigentlich die erste reichere Aus beute an Negerpsychologie gebracht hat, ist Richard Kandt. Wenn er auch das ganze grosse Gebiet bei weitem nicht er schöpfend bearbeitet hat, und seine Beobachtungen und Er gebnisse auch keinerlei methodisch durchgeführte Untersuchun gen und Versuche das ist noch ein gänzlich unbeackertes Feld , sondern lediglich die Psychologie des täglichen Lebens als Grundlage haben, so sind sie doch dazu angetan, auf ihnen weiterzubauen. Masse und Zahlen sind ja leider für viele psy chische Erscheinungen noch eine unerfüllte Forderung und werden für einen Teil der seelischen Funktionen wohl auch für immer ein frommer Wunsch bleiben. Die Vergleichswerte kön nen für die meisten Verhältnisse nur approximativ und auf Grund persönlicher Veranlagung und Erfahrung sowie wieder holter und von mehreren einwandsfreien Seiten bestätigter Be obachtungen festgelegt werden. Um so erfreulicher ist es, wenn ein für die Rassenpsychologie wirklich geeigneter Forscher wie Kandt uns ein so reiches Material übermittelt. Kandt ist viel leicht der einzige, der was sehr wichtig ist als gänzlich unabhängiger Jünger der Wissenschaft mit grosser Liebe für die Sache und mit psychologischer und psychiatrischer Vorbil dung sich leicht das Vertrauen der Neger zu erwerben wusste und jahrelang sich so eingehend mit ihren Eigenheiten beschäf tigte, seine Berichte, die er in Form von zahlreichen ein gestreuten Bemerkungen in seinem Caput Nili“*) niedergelegt hat, einen guten Einblick in die Negerseele gewähren. Viele seiner Ansichten kann ich aus eigener Beobachtung als richtig bestätigen. Andere erscheinen mir durchaus plausibel und wahrscheinlich. Zwei Punkte allerdings, die aber gerade für die Praxis von allergrösster Bedeutung sind, berührt Kandt sehr vorsichtig und zaghaft. Ihre Beantwortung, wie sie auch ausfallen möge, gehört freilich zu jenen, bei denen mit Sicher heit darauf zu rechnen ist, mindestens von einer Seite dagegen protestiert wird. Es ist dies der Einfluss der christ- *) Richard Kandt: Caput Nili, Eine empfindsame Reise zu den Quellen des Nils. 1904.liehen Lehre auf den Neger, und die Frage, ob dieser vermöge seiner Veranlagung überhaupt die Möglichkeit hat, in abseh barer Zeit die abendländische Kultur mit ihren komplizierten individuellen und sozialen Bestrebungen zur seinigen zu machen und sich in unsere Gefühls- und Gedankenwelt hineinzuleben. Ich werde versuchen, auch die hierauf bezüglichen springen den Punkte hervorzuheben. ZurVermeidung von Missverständnissen möchte ich jedoch noch bemerken, ich nur diejenigen Eigenschaften und von diesen auch nur wieder die wichtigsten und in summarischer Weise einer Betrachtung unterziehen werde, die allen Ne gern, also reinen Stämmen des Innern sowohl wie der meist gemischten Küstenbevölkerung , ansässigen wie fluktuierenden und schliesslich auch den nomadisierenden Karawanen-Negern gemeinsam sind. Rasse-Eigentümlichkeiten also im weiteren Sinne des Wortes, die sich, im Gegensatz zu anderen Rassen, besonders der kaukasischen, immer wieder finden lassen. Die psychologische Untersuchung kann sich, wie bekannt, nicht an bestimmte Regeln halten. Durch Uebung wird viel mehr am besten erkannt, wie und nach welcher Richtung man von den charakteristischen Eigenschaften ausgehend die ver steckter liegenden seelischen Gebiete am erfolgreichsten durch sucht. Zwei Eigenschaften nun sind es, die für die Negerpsychc so hervorstechend und bedeutsam erscheinen, sie ihr ge- wissermassen den Stempel aufdrücken und die meisten übrigen Komponenten des Seelenlebens beeinflussen und erklären. Das ist zuallererst die ausgesprochene Beeinflussbarkeit, und zwei tens das prompte Abreagieren aller Affekte, sobald und soweit diese in Erscheinung treten. Der Neger reagiert in gleich hohem Masse auf optische und akustische, mimische und verbale Suggestionsmittel. Findet man aber, bei gleichen intellektuellen Fähigkeiten und Wissen, eine solche Beeinflussbarkeit, wie sie der Neger im Durch schnitt aufweist, bei einem Europäer, so wird man ihn ohne weiteres als psychisch minderwertig ansehen. Bei jenem ist aber ein durchaus natürlicher Zustand. Du sollst gehorchen! Irgendwem!“ Wenn dieses WortFriedrich Nietzsches auf jemanden ohne Einschränkung passt, so ist es der Neger. Er ist gewissermassen der personifizierte Gehorsam. Seit Jahrtausenden annähernd oder vielleicht ganz und gar auf derselben Kulturstufe stehend und an eine un bedingte Unterwerfung unter fremden Willen gewöhnt, sowie unter beständiger Ausmerzung und Vertilgung aller Wider spenstigen hat die Negerrasse diese Eigenschaft von Geschlecht zu Geschlecht gezüchtet und weitervererbt. Sie ist so im Laufe der Zeit ein charakteristischer Bestandteil ihres Denkens, Füh- lens und Wollens geworden. Der Neger gehorcht blindlings dem Zauberer oder dem Sultan seines Stammes, er gehorcht in Ruanda den semitischen Watussi, er gehorcht dem Araber und er gehorcht dem Europäer. Kurz, er gehorcht jedem, der ihm überlegen ist, auf ihn Eindruck macht und zu be fehlen versteht; und von dem er fühlt, er dies ohne Schwanken und Wankelmut tut, und er für den Fall der Weigerung seinen Befehlen Nachdruck zu verleihen im stande und willens ist. Hiernach könnte man allerdings zu dem Glauben ver leitet werden, dieser Gehorsam sei nur ein Kind der Furcht. Es ist zweifellos, dieses für manche Fälle auch zutrifft. Wer aber den Neger näher kennen lernt, dem kann es nicht verborgen bleiben, dies Handeln nach fremdem Willen bei ihm Bedürfnis ist, und er sich glücklich und wohl fühlt in dem Abhängigkeitsverhältnis, solange seine sonstigen Wünsche und Triebe nicht in entscheidender Weise behindert werden und zu kurz kommen. Ich sehe,“ sagt Karl Jentsch einmal, es viele tau send Menschen gibt, die zeitlebens unselbständig, grosse Kinder bleiben, mit ihrer Freiheit nichts anzufangen wissen, und von denen viele nur darum im Zuchthause oder auf der Landstrasse umkommen, weil sie keinen Herrn gehabt haben, der ihnen ihr Tagewerk vorgeschrieben und dafür Wohnung, Kost und Kleidung gereicht hätte.“ Das sind in der Hauptsache jene suggestiblen und labilen Menschen, die die Freiheit aus Schwäche nicht gebrauchen und sich nicht selber befehlen können; und daher bei den Versuchungen und Kämpfen, wie sie mit der Freiheit überall14 und jederzeit verbunden sind, unterliegen. Jeder, der nur ein wenig Beobachtungsgabe besitzt, hat wohl schon die Erfahrung gemacht, wie einzelne Menschen überall geneigt sind, sich anderen anzuschliessen, sich ohne viel Nachdenken deren An schauungen und Bestrebungen zu den ihrigen zu machen, und glücklich sind, wenn sie dem kräftigen Willen eines anderen oder dem Programme einer Partei folgen können. - Ebenso aber wie viele von diesen abnorm beeinflussbaren Personen unserer Rasse, so hat auch die Negerrasse, als Ganzes genommen, ein ausgesprochenes Schutzbedürfnis. Wer sich jedoch in jemandes Schutz begibt, der bekundet damit, er bis zu einem gewissen Grade auch nach dem Willen des Schutzherrn handeln will. Und ebenso umgekehrt, wenn jemand einem anderen gehorcht, so erwartet er auch, jener ihm seinen Schutz angedeihen lasse. Behandelt dieser ihn aber mit roher Willkür, ohne Rücksicht auf die Eigenheiten des Schützlings, oder weiss er seinem Willen nicht die nötige Festigkeit, Ausdauer und Macht hinzuzufügen, oder aber fürchtet der Schutzbefohlene aus guten oder eingebildeten Gründen allzugrosse Nachteile, so meidet oder bekämpft er ihn gar. Hierzu bedarf es keiner komplizierten Ueberlegun- gen: denn aus ganz demselben Instinkt handeln schon die Tiere. Aber dieses Wechseln der Gesinnung und Verlassen des bisherigen Protektors tritt bei dem Neger auch dann ein, wenn ihm von einem zweiten be wusst oder unbewusst sug geriert wird, er habe mehr Kräfte und Einfluss als der erste, und er könne ihm grössere Vorteile bieten, als er durch jenen bisher genossen. Hier könnte man einwenden, das sei ganz das nämliche wie bei uns. Zugegeben! Aber beim Europäer wirkt noch eine grosse Zahl anderer Faktoren dabei mit, und ausserdem wird dieser niemals so schnell abschwenken. Es ist hier also ein gewaltiger Unterschied in den Ursachen und im Tempo vorhanden. In diesen Gesichtspunkten liegen meines Erachtens fast ausschliesslich die Gründe, wenn die Neger sich gegen Euro päer empören. Der Neger hat erwiesenermassen von vorn herein einen solchen Respekt vor der weissen Haut und ihren Trägern, und betrachtet es als etwas so Selbstverständliches,i5 die Europäer ihm befehlen, sodass diese und nur diese die Schuld tragen, wenn ihre Autorität verloren geht. Afrika ist das Land der Ueberraschungen, Gegensätze, Rätsel und Probleme. Und es wird noch manchen Schweiss und Blutstropfen kosten, bis diese schwarze Sphinx völlig analy siert und enträtselt sein wird. Einen solchen krassen Gegen satz zu der suggestiblen und lenkbaren Seele des Negers haben wir in Ost-Afrika in dem psychischen Verhalten des dunkel häutigen Semitenvolkes der Massai und noch mehr des von diesen abgezweigten Jäger- und Nomadenvolkes der Wande- robbo. Besonders die letztgenannten sind mit einem unbeug samen Unabhängigkeitssinn begabt und nur unter den grössten Schwierigkeiten, nach anderen Meinungen überhaupt nicht zu beeinflussen. Selbst ein Missionar soll sich einmal über die Wanderobbo geäussert haben, es gäbe nur ein Mittel, ihrer Herr zu werden, nämlich sie mit Stumpf und Stiel auszurotten. Ob dieser Herr freilich im tiefsten Grunde seiner Seele nicht einen Komplex“ besass, der diesen nichts weniger als frommen Wunsch zum Vater hatte, möge dahingestellt sein. Jedenfalls berichtete mir ein ganz einwandsfreier Ohrenzeuge, der selbe Pater ihm gegenüber unter nicht misszuverstehenden Affektanzeichen und im reinsten Kölner Dialekt geäussert habe: Es könne gar nicht anders sein, die Wanderobbo müss ten mit dem Teufel in Relation stehen. Denn er (der Missio nar) sei fest davon überzeugt, sie sich unsichtbar machen könnten. (Zur Erklärung möge hier erwähnt sein, die Wanderobbo seit langer Zeit und von Jugend auf mit primi tiven Waffen der Jagd obliegen, eine affenartige Gewandtheit besitzen und es verstehen, jede, auch die geringste Deckung meisterhaft zu benutzen und endlich auch in der Mimikry vor züglich bewandert sein sollen.) Man hat sich oft darüber gewundert und den Neger dafür gescholten, er seinen Herrn, wenn dieser erkrankt, häufig ohne Hilfe und Pflege seinem Schicksal überlässt und ihm, wie ich dies selber beobachtete, einfach davonläuft. Es wird dies aber sofort verständlich, wenn man bedenkt, ein Kranker, besonders im Fieber, seine ganze Suggestionskraft verliert. Und sonst knüpft den Neger, ausser etwa Furchti6 vor Strafe oder Hoffnung auf Belohnung, an den Europäer nichts, was ihn zur Uebernahme der Unbequemlichkeiten einer Krankenpflege bestimmen könnte.*) Zuneigung, Dankbarkeit, Mitleiden, Ehrfurcht und welche sonstigen zu den ethischen Seelenkomponenten gehörigen Eigenschaften des Kulturmen schen man noch nennen könnte, kennt er gar nicht, oder aber sie sind in so kümmerlichen Ansätzen vorhanden, sie nicht in Betracht kommen. Er hat auch in der bestausgebildeten Negersprache Afrikas, dem Kisuaheli, keine Worte oder Aus drücke für diese abstrakten Begriffe. Mit Hilfe seines Schau spielertalentes täuscht aber der Neger mit Erfolg in dieser und mancher anderen Hinsicht eine grosse Anzahl von Euro päern, selbst Leute, die jahrelang mit ihm zu tun hatten, die es aber nie verstanden, in der Seele eines Naturmenschen zu lesen. Unter anderem ist jedes etwa als Reue erscheinende Affektanzeichen eine Komödie. Die Reue ist dem Neger ebenso fremd wie den Hühnern das Schwimmen. - Auf dem Anthropologenkongress in Lübeck im Jahre 1897 sagte Ranke: Man würde dem Indianer unrecht tun, wollte man sein Leben an den uns geläufigen ethischen Forderungen messen, die den Mussestunden von Jahrtausenden ihre Ent stehung verdanken.“ Was dort von dem Indianer gesagt wurde, gilt ohne jede Einschränkung auch für den Neger. Jahrtausende sind es, die unseren Geist von dem seinigen trennen. Weil wir aber in der Lage dazu sind, so haben wir auch die Pflicht, die Faktoren und Gründe zu erforschen, warum er so, wie er uns entgegentritt, und nicht anders geworden ist; nicht aber dürfen wir von ihm verlangen, er nun in seinem Denken, Fühlen und Handeln sich ohne weiteres nach dem richten soll, was w r für richtig halten. Dazu fehlt ihm vor allem eins: die Stetigkeit in seinen seelischen Funktionen. Die Eindrücke von aussen sind bei ihm wohl für den Augenblick von Wirkung. *) Eine Ausnahme hiervon machen manche Negerinnen, die so wohl bei Erwachsenen als auch ganz besonders bei Kindern, sich unter günstigen Umständen nicht selten lange Zeit als treu erweisen. Hier dürfte jedoch, wo geschlechtliche Beziehungen nicht im Spiel sind, der Mutter-Instinkt in der Uebertragung eine Rolle spielen.17 Aber er gewinnt und wahrt ihnen gegenüber keine feste Stel lung. Dazu ist er nicht genügend Person oder Persönlichkeit in unserem Sinne. Die ererbte Anlage und die Gesamtheit der Erlebnisse, aus deren gemeinsamen Wirkungen die Per sönlichkeit eines Menschen gebildet wird, bleiben bei ihm in dieser Hinsicht gänzlich ergebnislos. Und in welchen geistigen Zustand man ihn auch bringen mag, er wird immer wieder aus ihm herausfallen, sobald die Kraft, die ihn hineinversetzte, keine Wirkung mehr ausübt. Zur Illustration dieser Auffassung und zum Beweise für die Richtigkeit der hier vertretenen Ansicht braucht man sich unter anderem nur einmal darüber zu orientieren, in welchen Zuständen sich heute die westindischen Mulatten- und Neger republiken San Dolningo und Haiti befinden. Infolge der spanischen und französischen Misswirtschaft gelang es den dortigen Negern, sich zum Teil mit Hilfe von anderen farbigen Elementen, wie Kreolen, von der europäischen Herrschaft zu befreien. Und nachdem die Neger in Nord-Amerika nach # blutigen Kämpfen der Weissen ebenfalls aus der Sklaverei befreit worden waren, wanderte eine Anzahl von ihnen und es waren das nicht die schlechtesten Elemente nach dieser Insel aus, um in völliger Freiheit und Unabhängigkeit leben zu können“. Aber was ist aus diesen Staaten geworden? Kopien der sozialen Verhältnisse der Weissen, nichts als ganz mise rable Kopien. Keine Erfindung, kein Fortschritt, keine Wis senschaft, keine grosse Tat, keine ethische Kultur. Statt dessen aber Willkürregiment einzelner, eine Revolution nach der anderen, gänzliche Unwissenheit der Masse, Rechtsunsicherheit, Verbrechen. Was aber allem die Krone aufsetzt: Nach neueren Meldungen soll sogar im Innern Haitis der uralte Brauch der Menschenfresserei wieder Mode geworden sein. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, sich Onkel Sam dieser schwarzen Brüder“ wieder annimmt, jedoch in etwas anderer Weise wie früher. Bei der grossen Labilität des Negers sollte man annehmen, eine Krankheit, deren hauptsächlichstes Anzeichen gerade dieser Wankelsinn ist, nämlich die Plysterie, unter ihnen ge radezu grassieren müsste. Wer jedoch Hysterie studieren will, 218 darf nicht nach Afrika gehen. Kandt berichtet von einem einzigen Falle, der einen Knaben betraf. Dieser hatte mit den übrigen Karawanenleuten zusammen einige Male die epi leptischen Krämpfe eines Weibes mit angesehen und bekam eines Tages ebenfalls einen krampfartigen Anfall. Kandt kurierte ihn sofort mit der Drohung einer Tracht Prügel. Ob dies aber bei unseren jetzigen Kenntnissen über Hysterie ein echter Fall dieser Krankheit gewesen ist, muss noch dahin gestellt bleiben. Mindestens dürfte es sich um Beimischung einer grossen Dosis bewusster Nachahmung handeln, die für den Neger so charakteristisch ist, die sich aber wenigstens in Ost-Afrika in seltenen Fällen auf dem Gebiet der Krank heiten zeigt. Eine einmalige Nachahmung körperlicher Krank heitssymptome allein beweist jedenfalls noch nichts für Hy sterie, besonders wenn der Kranke“ dauernd so rasch ge heilt wurde. Und es ist mir sehr fraglich, ob das, was wir unter hysterischem Charakter verstehen, bei Negern, die von der Kultur noch nicht geradezu angekränkelt sind, überhaupt vorkommt.*) Ich selbst habe nicht einen einzigen Fall von Hysterie bei ihnen gesehen. Der Grund für die Seltenheit dieser Krankheit beim Neger liegt meines Erachtens in der unbestreitbaren Tatsache, bei ihm die Affekte selber sowohl als auch ihre Anzeichen und Aeusserungen in den weitaus meisten Fällen in so un gekünstelter Weise und dem Reiz adäquater Dauer und Stärke entstehen und anhalten; und so natürlich und gründlich ab laufen, später in dem Unterbewusstsein nichts mehr da von haften bleibt. Affekte, die nicht irgendwelchen Ursachen von aussen, sondern inneren psychischen Erregungen, beson ders gefühlsbetonten Erinnerungen ihre Entstehung verdan ken, kommen bei ihm selten oder überhaupt nicht vor. Hat er Glück und Freude, so geniesst er sie in seiner Weise ohne irgendwelche psychische Hemmungen, solange sie ihm blühen und er genussfähig bleibt. Und sind sie vorüber, so ergibt er sich ohne Schmerz und Klage in den Verlust; lebt infolge *) Wie es sich in dieser Hinsicht mit den nordamerikanischen und brasilianischen Negern verhält, ist mir nicht bekannt.i9 seines kindisch-heiteren Temperamentes und seiner Indolenz in Sorglosigkeit in den Tag hinein und macht sich selten oder nie Gedanken über die Zukunft und iroch weniger über die Vergangenheit. Trifft ihn selbst oder einen anderen ein Un glück irgendwelcher Art, so ist es Allahs Wille“, Amri ya mungu, eine ständige Redensart. Damit ist die Sache für ihn erledigt. Ein kindisches Aufbäumen gegen das Schicksal finden wir also beim Neger nicht. C’est une maladie de l’esprit de souhaiter des clioses impossibles.“ Der Neger ereifert sich für eine Sache nur, solange er an die Möglichkeit der Durchführung glaubt. Ein unvermeidliches Ereignis aber oder unüberwindliches Hindernis geben niemals bei ihm Veranlas sung zu jenem hysterischen Krankheitswillen und Affekthunger, wie sie bei uns so häufig anzutreffen sind, sondern führen stets zu dem Zustande der Ergebenheit und Resignation. Sein Lieben und Hassen, sein Zorn und seine Furcht, seine Fröh lichkeit und traurige Stimmung, sie alle verrauchen restlos mit oder kurz nach dem Verschwinden ihrer Ursache. Der Kulturmensch wird gewöhnlich von den Meinungen gequält, die er sich von den Dingen macht, der Naturmensch aber fast ausschliesslich von den Dingen selber. Friedrich Nietzsche sagt einmal: Es gibt heute fast über all in Europa eine krankhafte Empfindlichkeit und Reizbar keit für Schmerz, insgleichen eine widrige Unenthaltsamkeit in der Klage, eine Verzärtelung, die sich mit religiösem und philosophischem Krimskrams zu etwas Höherem aufputzen möchte; es gibt einen förmlichen Kultus des Leidens.“ Glückliches Afrika! Dieser Kultus des Leidens ist dir völlig fremd! Auf wie lange aber noch ? Das plaudert die Sphinx nicht aus. Die völlige Unempfindlichkeit der Neger gegen fremdes Leiden wird so recht illustriert durch das Erlebnis eines deut schen Unteroffiziers, der einst in schwerkrankem Zustande einige Tagereisen weit aus dem Innern von Trägern nach der Küste transportiert werden musste, ohne ein Europäer, wie das sonst gewöhnlich der Fall ist, ihn begleiten konnte. Die Schwarzen waren natürlich instruiert worden, wie sie sich zu verhalten und wie sie den Kranken zu pflegen und zu ver- 2 *20 sorgen hätten. Und sie taten dies auch genau nach ihrer Vorschrift, sodass der Kranke, abgesehen von den Beschwer den, die ein solcher Transport überhaupt mit sich bringt, über nichts zu klagen hatte. Da aber der Neger an und für sich schon stereotype und rhythmische Bewegungen und Geräusche liebt, und der Rhythmus besonders in Form des Gesanges durch Ausschaltung höherer Hirnzentren den Marsch bekannt lich wesentlich erleichtert, so fingen sie bald in eintöniger Melodie an zu singen, und zwar wiederholten sie dabei Tau sende von Malen ihre Ansicht über die Prognose dieses Krank heitsfalles  Mbana mdogo hawezi sana,*) Atakufa bado kidogo. In rhythmisches Deutsch übertragen: Ha! wie ist der Herr so krank; Sicher muss er nun bald sterben. Ein kranker Neger würde durch einen derartigen Ge sang auch nicht im geringsten alteriert werden. Er ergibt sich in sein Schicksal. Der Unteroffizier soll aber aufgeatmet haben, als ihm bei seiner Ankunft der Hospitalarzt mitteilte, die Neger in der Voraussage des Ivrankheitsverläufes und den Todesursachen bei Europäern nicht bewandert seien, und er vertrauensvoll in die Zukunft blicken könne. Wohl die meisten der modernen Psychologen und Psy chiater nehmen heute an, innerhalb der Gesundheitsbreite bei den Menschen der Unterschied in Bezug auf ihr Gefühls leben oder Affektivität sehr viel grösser sei, als auf dem Ge biete des Intellektes; und die Gefühle, Wünsche oder Befürchtungen meistens die Gedanken regieren und Ursache der Willensimpulse und somit auch der Handlungen sind. Andererseits lässt sich durch viele Beispiele der Beweis er- *) Mbana mdogo heisst eigentlich der kleine Herr“, während der grosse Herr“, also jemand, der mehr zu sagen hat, Mbana mkubwa genannt wird. Hiervon leitet sich der Name eines Tieres ab, das in Ost-Afrika ausserordentlich günstige Dascinsbedingungen findet: Der Bana-Kubwa-Vogel, ein flügge gewordenes Reptil, das in der Wertschätzung des Ich“ die erstaunlichsten Leistungen voll bringt.21 bringen, die Intelligenz und die ethische Veranlagung und Betätigung unabhängig voneinander in, den verschieden sten Abstufungen und Verhältnissen bei einem Menschen vor kommen können. Ein Viel oder Wenig des einen lässt keines falls einen Schluss auf das andere zu. Für die Richtigkeit dieser Annahmen und Beobachtungen dürfte jedoch nichts einen besseren Beweis liefern, als die Negerpsyche. In der Ge lehrigkeit steht der Neger, wie bereits Tausende von An gehörigen dieser Rasse bewiesen haben, dem Europäer um wenig oder vielleicht gar nichts nach. Er lernt Lesen, Schrei ben, Rechnen, Singen, Handwerke, Musikinstrumente spielen usw. Aber es hat auch in Westindien und Nordamerika nicht, wo sie alle Rechte und Freiheiten der Weissen ge messen bisher noch keinen einzigen wirklichen Künstler, Gelehrten oder Staatsmann unter ihnen gegeben. Neben den Kenntnissen, die er sich aneigne-n kann, fehlen dem Neger die Phantasie und das Vorstellungsvermögen hierzu nicht. Im Gegenteil, diese gaukeln ihm häufig Bilder und Situationen vor, deren Geschehen oder Verwirklichung entweder unmög lich ist, oder ihn in gefährlicher Weise in Konflikt mit den berechtigten Interessen anderer oder der öffentlichen Ordnung bringen. Was ihm dagegen völlig abgeht, das ist die Kom bination und Koordination bei schwierigeren Denkprozessen wie komplizierten Schlussfolgerungen und Vorausberechnun gen, das feinere Gefühl und die Gestaltungskraft. Er ist also in der Aufnahme von Lernstoffen und in der gedächtnistech nischen und mechanischen Wiederholung von geistigen Auf gaben annähernd gleichwertig mit dem Kaukasier und wie ich hier hervorheben möchte auch mit den Mongolen, aber in den Gefühlsqualitäten, den Zielvorstellungen und in der Erstproduktion steht er den Angehörigen dieser beiden Rassen um ein bedeutendes nach. Um zwei altbekannte Bezeichnun gen cum grano salis zu gebrauchen: Man findet unter ihnen Talente, aber keine Genies. Es scheint mir ein Charakteristikum für alle entwick lungsfähigen Völker zu sein, man auf geistigem Gebiet bei ihnen in fast allen Stadien ihrer Entwicklung Mutationen im de Vries’schen Sinne antrifft, während die stagnierenden nur22 Variationen, und auch diese nur in geringerem Grade, auf weisen. Setzen wir aber für Variation im Sinne des Tüchti geren Talent, und für Mutation im Sinne des Fortschritts Genie, und umgekehrt, so haben wir in diesen Bezeichnungen eine eisgraue Spekulations - Philosophie mit der modernen Wissenschaft in schönster Harmonie. Man konnte früher häufig und hier und da auch jetzt noch die Meinung hören oder lesen, die Mongolen und speziell die Japaner würden niemals den Europäern gegen über zu irgendwelcher Bedeutung gelangen, weil sie nur nach ahmen, aber selber nichts Neues und Originelles schaffen könnten. In privaten Kreisen habe ich schon vor Jahren gewöhnlich alleinstehend diese Ansicht als einen funda mentalen Irrtum, und falls sie in politischen Dingen irgendwie von Einfluss sei, als eine verhängnisvolle Unkenntnis bezeich net. Völker, die einen Confucius und Li Idung Tschang her vorgebracht haben, oder die, wie die Japaner, sich in kür zester Zeit aus eigenem Antrieb und gerade das ist des Pudels Kern mit grösster Energie und Beharrlichkeit die technischen, wissenschaftlichen und sozialen Errungenschaften kulturell höher stehender Rassen aneignen, besitzen latente Kräfte, deren Umfang und Wirkung wir nur ahnen, aber nicht in Worte oder gar Zahlen fassen können. Von alledem zeigt der Neger aber nichts. Seit Jahrhun derten mit den Europäern in Berührung, in Nord-Amerika seit langer Zeit mit völliger Freiheit und politischen Rechten aus gestattet, in Brasilien seit nun bald zwanzig Jahren von weh leidigen und frommen, aber verständnislosen Seelen aus dem alten patriarchalischen Verhältnis, Sklaverei genannt, be freit“, in seinem Heimatlande Afrika von vielen Tausenden von Europäern belehrt und in fast alle Zweige menschlicher Tätigkeiten eingeweiht, bleibt er immer der Neger. Alles, was er angenommen hat, gleicht den Farbstof fen, mit denen wir die Zellen und Bakterien unse rer mikroskopischen Präparate färben. Es ist aber nicht verarbeitet und assimiliert, also nicht Bestandteil im physiologischen Sinne geworden. Hieraus kann man schon einen gewissen Schluss ziehen,wie es bei ihm auf dem vielumstrittenen ethischen Gebiete aussehen muss. Und tatsächlich finden wir bei ihm beson ders im Gegensatz zu der geradezu erstaunlichen Aufopferungs fähigkeit der Mongolen eine Selbstsucht und Eigenbeziehung (Egozentrizität) der primitivsten Art, die aber ebensowenig wie seine Beeinflussbarkeit pathologischer Natur sind oder gar vom Teufel stammen, sondern aus seiner Veranlagung und der Ge schichte seiner Entwicklung verständlich werden. Kandt hielt eines Tages mit seinen Wanjampara, d. i. Trägerführern, einen Rat ab, ob es zweckmässig sei, den grossen Weibertross, der sich seiner Karawane angeschlossen hatte und ihm viele Verdriesslichkeiten verursachte, abzustossen. Er erhielt von ihnen eine bejahende Antwort. Als er aber ihre Ansichten auf ihre Ursache hin näher analysierte, fand er zu seinem Erstaunen, sie samt und sonders nur aus dem eigennützigsten Interesse geurteilt hatten. Der eine konnte als alter Haschischraucher keine Liebste“ gebrauchen und gönnte infolgedessen auch den übrigen keine; der zweite glaubte die Seinige“ behalten zu dürfen, und ein dritter wollte seine keifende und ihm das Leben verbitternde Ehehälfte gern los sein. Nur einer verhielt sich zurückhaltender, weil ihm schwante, auch er von seiner Bibi“ hätte Abschied nehmen müssen. Bei solchen Gelegenheiten,“ schreibt Kandt, zeigt sich so recht die Unfähigkeit der meisten Neger, selbst wenn sie eine gewisse Verantwortung tragen, über ihre Emp findungen und Wünsche hinweg nach einem uneigennützigen Urteil zu streben. Die Frage wurde jüngst an der Küste ge legentlich der Zusammensetzung der kommunalen Verbände berührt und besonders betont, es nach den Erfahrungen, die dort nicht nur mit Negern, sondern überhaupt mit Far bigen gemacht wurden, starke Zweifel beständen, ob ihre Wider standsfähigkeit gegen die Verlockung, amtliche Kenntnisse zu eigenem Vorteil zu verwerten, gross genug wäre. Soweit es die Neger betrifft, unterschreibe ich das Urteil.“ Dies Urteil wird jeder unterschreiben, der sich die Mühe genommen hat, nur einigermassen in das Seelenleben der Neger einzudringen. Die Abstraktion vom Ich“ wird der Negerrasse ebenso schwer, wie bei uns den Kindern mit ihren24 unentwickelten Gehirnen und den Greisen, wenn bei ihnen Rückbildungsprozesse Platz gegriffen haben. Was für die ethischen Gesichtspunkte aber noch ganz , besonders in Betracht kommt, das ist seine unbezwingliche Neigung zur Konfabulation und zur Lüge. Wenn man einen 1 Neger nach irgend etwas fragt, und sei es auch das Aller gleichgültigste, so tritt bei ihm. wenn er sich nicht sofort über die Situation im klaren ist, ein gewisses Zögern ein. Dies dient aber niemals dazu, um sich zu erinnern oder zu über legen, welche Antwort der Wahrheit entsprechend ist, son dern welche Aussage in seinem eigenen Interesse liegt. Aus diesem Grunde ist es so ungeheuer schwer, z. B. bei Ge richtsverhandlungen, in denen Neger eine Rolle spielen, die Wahrheit herauszubekommen. In diesem Punkte aber machen, wie mir von mehreren einwandsfreien Seiten berichtet wurde, die Zöglinge der christ lichen Missionen, und selbst wenn sie ihr ganzes Leben lang mit grosser Liebe, Geduld und Ausdauer mit der christlichen Lehre und Ethik bekannt gemacht worden sind, keine Aus nahme. Ein sehr intelligenter höherer deutscher Beamter, der lange Jahre in Afrika tätig ist, die Neger vorzüglich kennt und hervorragend Tüchtiges geleistet hat, erzählte mir, die Missionszöglinge, wenn sie als Zeugen vernommen werden, häufig mit den Worten beginnen: Mtu seme Kweli!“, d. i.: Der Mensch rede die Wahrheit! Dann aber,“ so fuhr mein Gewährsmann fort, fangen sie an zu lügen, sich die Balken biegen.“ Und es ist in Ost-Afrika sattsam be- r kannt, niemand die Missionszöglinge in seinen Dienst nehmen will, weil sie meistens fauler, unzuverlässiger, un ehrlicher und unbotmässiger sind als die übrigen Neger. Für jemanden, der sich auf Grund naturwissenschaftlicher Kennt nisse dem Studium des Seelenlebens widmet, ist das jedoch durchaus nichts Ueberraschendes und Wunderbares. Ich sehe die Zeit kommen, wo die Anhänger der Missio nierung zu dem Mittel greifen werden, ein Dutzend oder mehr Negerkinder, die vorher auf das genaueste abgerichtet sind, in Kirchen oder Versammlungen dem Publikum vorzuführen, um den Beweis zü erbringen, es Christen sind, die andie Jungfrau Maria glauben, an Rosenkränzen das Vaterunser herunterplappern und geistliche Lieder singen können. Sie würden wahrscheinlich für die Kirche und Missionen ein gutes Geschäft damit machen. Aber ethisch würde das auch nicht für einen Pfifferling mehr Wert haben, als wenn Hagenbcck seine Singhalesen in den Zoologischen Gärten zur Schau stellt. Dieser gibt es sicherlich ohne weiteres zu, er die Neugier oder meinetwegen auch den Wissensdurst des Publikums be friedigen und selber Geld damit verdienen will. Das andere aber würde nichts weiter als eine Spekulation auf die Un wissenheit und die Gemütsbedürfnisse der Menge zur grös seren Ehre Gottes“, also ein ganz gewöhnlicher Humbug sein. Es wäre jedoch ungerecht, wollte man leugnen, ein zelne Missionare in Negerländern Gutes und Tüchtiges ge leistet haben. Sie verhinderten öfter, von einzelnen ge mütsrohen Europäern an Negern Brutalitäten verübt wurden, die vom rein menschlichen Standpunkt sowohl als auch vom Standpunkt der Klugheit nicht scharf genug verurteilt werden können. Und ich bin weit entfernt, ihre Aufopferungsfreudig keit oder auch gewisse Erfolge auf kulturellem Gebiet ver kleinern zu wollen. Wenn sie aber glauben oder behaupten, das, was sie erreichten, der vermeintlichen Verbreitung ihres Glaubens zu verdanken, und durch die sogenannte Bekehrung einiger tausend Neger dem wahren Christentum mit seiner vornehmen Ethik auch nur der geringste Dienst geleistet sei, so sind sie mindestens in einem frommen Irr tum befangen. Was den Missionaren ihre Arbeit in Afrika ermöglicht, ist zum himmelweiten Unterschied von der Missionierung z. B. der alten Germanen nicht ihre Re ligion oder Konfession, sondern ihre Zugehörigkeit zu einer kulturell höher stehenden Rasse, ist ihre weisse Haut. Schwin det aber temporär oder dauernd der Respekt vor dieser und ihren Trägern, so wird, wie die Erfahrung dutzendfach ge lehrt hat, der Missionar ebensogut über den Haufen gerannt wie jeder andere Europäer; ja vielleicht noch eher, weil der leichte Gedankensprung von Mildherzigkeit und Friedfertig keit zu Furcht und Schwäche in solchen Momenten eine Kata strophe begünstigt. 2Ö So gingen im August 1905 der katholische Bischof Spiess und mehrere Brüder und Schwestern in Ost-Afrika lediglich infolge seiner geradezu bodenlosen Unkenntnis der Negerseele zugrunde. Er war der Ansicht, er könne die Aufständischen durch sein blosses Erscheinen und das Zeichen des Kreuzes zur Ruhe bringen, und ging trotz eindringlichster Warnungen eines Stabsarztes, der damals den Bezirksamtmann von Kilwa vertrat, in das unruhige Gebiet, wo er natürlich samt seiner ganzen Begleitung sofort niedergemacht wurde. Mit jedem Erfolge wächst aber auch das Ansehen des jeweiligen Zauberers oder Führers, der die Menge zum Auf stand reizte und überredete. Und ebenso nimmt der Mut der Masse zu, wenn sie sieht, ein Europäer, dem sie bisher als dem Ueberlegenen gehorchten, seinen Untergang nicht ver hindern konnte. Als ungeeignet für die Erziehung des Negers muss ich (die allermeisten, vor allem katholischen Missionare aber aus folgenden Gründen halten: Erstens weil sie der Verwaltung, die, wie sie auch immer beschaffen sein möge, in solchen Län dern unter allen Umständen konsequent und einheitlich sein muss, fortdauernd Schwierigkeiten bereiten; und zweitens weil sie der naturwissenschaftlichen Erkenntnis gegenüber, die den ; einzigen Schlüssel zu dem Seelenleben nicht allein des Ne gers, sondern aller Kreatur liefert, grundsätzlich einen Stand punkt einnehmen, an ihnen sämtliche, selbst die mit Hän den greifbaren Gründe und Beweise abprallen, wie eine Hand voll trockener Erbsen, die man gegen eine Steinmauer wirft.*) Solche Gegensätze müssen und werden aber stets auf die Dauer zu Reibereien und Konflikten unter den Europäern füh ren, die indirekt wieder das Zustandekommen der unglück seligen und fast stets sehr blutig verlaufenden Revolten der *) Da man heutzutage so vielfach geneigt ist, eine Meinung, wie ich sie hier über die Missionare ausspreche, auf persönliche Motive zurückzuführen, so erkläre ich hiermit, ich niemals mit einem Missionar auch nur den geringsten Konflikt gehabt habe. Im Ge genteil, ich lernte in einigen Missionaren liebenswürdige und meine Hochachtung besitzende Leute kennen. Was ich hier sage, ist ohne jede persönliche Beziehung rein sachlich aufzufassen.2 7 Eingeborenen begünstigen. Wenn die Missionare wenigstens unter sich noch einig wären und nach demselben Ziele streb ten, so könnte vielleicht immer noch eine Verständigung er folgen. Und es würden dann wohl nicht die ungeheuerlichen überall klaffenden Risse und Zwiespalte vorhanden sein, die in Negerländern für Europäer immer verhängnisvoll sein wer den. Denn der Neger ist viel zu schlau, als er nicht merkte, mit welcher Feindschaft sich die einzelnen Konfes sionen, Sekten, Brüder, Väter und wie sie sich sonst nennen, gegenüberstehen. Und der Neger müsste nicht der Neger sein, wenn er aus dieser Uneinigkeit der Europäer keinen Vorteil zöge. Das fortwährende Vermischen von Wahrheit und Dich tung beim Neger ist, wie bereits angedeutet, in der Haupt sache auf das ständige Vertreten des persönlichsten Interesses zurückzuführen. Es hängt aber zum anderen Teile auch mit seiner grossen Beeinflussbarkeit zusammen. In vielen Fällen lügt er, ohne sich dessen bewusst zu sein. Er redet häufig irgend etwas in den Tag hinein, ohne zu wissen, was er sagt; und besonders dann, wenn seine Phantasie ihm dazu bunte Bilder vorgaukclt. Auch lügt er gelegentlich das Blaue vom Plimmel herunter, wenn er glaubt, jemandem zu Gefallen reden zu können. Nach Binet*) reagierten von ioo Schulkindern auf ganz grobe Suggestionsfragen 25 derartig, sie sich beeinflussen liessen, 16 antworteten nicht, und 59 lehnten die ihnen zugemutete falsche Erklärung ab. Es wäre im höchsten Grade interessant und lehrreich, durch ähnliche Versuche fest zustellen, wie die Neger sich zu solchen Suggestionsfragen verhalten; und welches Resultat methodisch angestellte Ex perimente auf dem Gebiete der Psychologie der Aussage usw. bei ihnen haben würden. Es gibt nur ein Gebiet, auf dem der Neger für ge wöhnlich wenigstens nicht lügt. Und das ist charakteri stischerweise gerade dasjenige, auf dem es bei uns am schwer sten ist, die Wahrheit zu erfahren, weil hier am meisten ver schwiegen und gelogen wird, das sexuelle. Da der Neger *) Binet: La Suggestibilitö.28 das Geschlechtsleben als etwas Natürliches betrachtet, und kein Gesetz, Verbot oder öffentliche Meinung weder das männliche noch das weibliche Geschlecht in der Ausübung ihrer Triebe behindert, so sprechen sie auch frei und ohne Hintergedanken darüber. Wenn der Neger im Kisuaheli die Schublade eines Tisches Mtoto wa meza“, d. i. das Kind des Tisches“, nennt, so ist ihm das ebenso natürlich und ungenierlich, wie wenn wir von einem Baumast oder von einer Rosenknospe reden. Und es Europäer gibt, die ohne Frau, oder gar erwachsene Frauen, die ohne Mann leben, ist ihm gänzlich unverständlich. Negerjungfrauen, die erröten, gibt es nicht. Impotente oder neidische Sittenrichter, oder alte Jungfern, die ihren verküm merten Trieben aus schmerzlicher Erinnerung an verpasste Gelegenheiten in den Surrogaten des Klatsches und der Ver dächtigungen freien Lauf lassen, existieren nicht. Ebensowenig gibt es, wie von den allerverschiedensten Seiten festgestellt und bestätigt wurde, sexuelle Verirrungen. Jedenfalls gehören Masturbation, Homosexualität, Masochismus und alle die übri gen krankhaften Erscheinungen auf diesem Gebiet bei den Negern in Afrika zu den allergrössten Seltenheiten. Die aller wichtigste und psychologisch interessanteste Tatsache in dieser Hinsicht ist jedoch folgende: Die Negerkinder sehen und hören von Jugend auf alles, was mit dem Geschlechtsleben der Tiere und Menschen zusammenhängt; und doch finden wir bei ihnen nur äusserst selten vorzeitige Libido, sexuelle Plrantasie- Produkte oder unnatürliche Manipulationen. - Es ist ein scharfes Urteil, das Nietzsche über die Be ziehungen zwischen Geschlechtsliebe und Christentum fällt.*) Wer jedoch einmal die Sitten der Naturvölker beobachtete und sich bemühte, anstatt sie um jeden Preis ändern zu wol len, sie in ihrer Entstehung und in ihren Wirkungen ohne Vorurteil zu studieren und verstehen zu lernen, der wird Nietzsche begreifen, wenn auch vielleicht nicht in allen Punkten und in vollem Masse beipflichten. Eins darf man bei der Betrachtung und dem Vergleiche mit unseren Sitten nie vergessen: Das Gefühl der Neger ist, wie bereits erwähnt, *) Das Christentum gab dem Eros Gift zu trinken; er starb zwar nicht daran, aber er entartete zum Laster.29 auch nicht annähernd in dem Masse ausgebildet wie bei dem Europäer. Man muss alle Empfindungen von selbstlos reiner Zu neigung bis zur Glut begehrender Leidenschaft, die je in uns wach wurden, wenn das hohe Lied der Liebe in unser Leben seine lockenden Klänge sandte, auslöschen, vergraben und ver gessen, wenn man dieser Menschenspezies gerecht werden und die Webart der Bande verstehen will, die sie meist nur zu locker aneinander fesseln.“ Ivandt spricht hier zwar von dem Karawanen-Neger, dessen schönerer Hälfte von unserer Prostituierten oder Ko kotten relativ weiter nichts fehlt als die Verachtung, die ihr und ihrem Gewerbe das ganze Volk bei uns glücklicherweise entgegenbringt. Aber was die höheren Gefühle, die Poesie der Liebe und die auf sekundäre Geschlechtsunterschiede basierten Empfindungen anlangt, so passen seine Worte auf alle Neger, die was besonders meine Leserinnen inter essieren wird nicht einmal den Kuss kennen. Der De- tumeszeniArieb spielt bei beiden Negergeschlechtern gegenüber dem Zweiten und bei uns so wichtigen Hauptkomponenten des Geschlechtstriebes, der Kontrektation, eine so überwiegende Rolle, .jener fast einzig und allein in Betracht kommt. Vor nicht langer Zeit gab es in Deutschland einmal wie der einen jener traurigen Kolonialskandale, die bei uns Deut schen scheinbar dazu gehören müssen und ohne die man nicht leben zu können scheint. Einige Häuptlinge in einer Kolonie der Westküste hatten sich in Berlin schriftlich darüber be schwert, höhere deutsche Beamte sich schwarze Weiber gekauft hätten und diese als ihre Xebsweiber hielten. Es war in dieser Beschwerdeschrift in den gewähltesten Ausdrücken die Rede davon, diese armen Mädchen ihren Verlobten entrissen worden seien usw. Schon als ich die erste Notiz hierüber in einer deutschen Zeitung las, war mir der ganze Hergang und die Lage sofort klar. Und ich wette heute noch hundert gegen eins, diese Schriftstücke nicht das Werk der Häuptlinge gewesen, sondern der Infamie von Weissen zuzuschreiben sind, die die Schwarzen zu diesem Schritte auf gereizt und ihnen mit grösster Wahrscheinlichkeit sogar jene 3 die ganze Situation entstellenden Worte in die Feder diktiert haben, um sich an den ihnen verhassten Beamten zu rächen. Ich kenne keinen von diesen Beamten und habe auch nichts weiter über die Sache gehört. Was kommt dabei überhaupt auf einzelne Personen an ? Wenn sich der eine oder der andere aber ein schwarzes Mädchen gekauft hat, so hat er einfach nach dortigem Landesbrauch gehandelt, bei dem sich kein Neger etwas Schlimmes denkt. Dieser uralte Brauch hat aber jenen Intriganten in diesem Falle zur Veranlassung gedient, die unwissende Menge in der Heimat gegen die Kolonial beamten zu hetzen. Hier liegt also eine doppelte Schurkerei vor. Erstens haben diese Patrioten“ die Neger gegen Deutsche aufgestachelt, und zweitens die bornierte Bestie der öffent lichen Meinung mit Fleisch gefüttert, um sie auf persönliche Gegner scharf zu machen. Deutsche Männer und Frauen! Und im besonderen Ihr Männer der Presse! Wenn je wieder derartige Nachrichten aus unseren Kolonien kommen sollten, so stellt nicht Eure Beamten, sondern jene gemeinen Subjekte an den Pranger, die in ihrer giftstrotzenden Seele die Jesuitenmoral befolgen: Calomniez! Calomniez! Semper aliquid haeret.“*) Ver sucht, Euch in das dortige Leben hineinzudenken! Und den Unterschied zu begreifen, der zwischen unserer Gefühls- und Gedankenwelt und der des Negers liegt! Brecht nicht den Stab über jugendkräftigen Männern, die der sexuellen Ver lockung in den Tropen nicht widerstehen konnten! Wenn sie sonst ihre Pflicht tun, so ist das eine Lappalie, die keinen verständigen Menschen gegen sie einnehmen sollte. Es wäre ausserdem ein wahrer Segen, wenn man auch in Deutschland bald so weit käme, das Geschlechtsleben als etwas Natürliches zu betrachten, anstatt die Augen vor diesen Dingen zu schliessen, oder es gar als gemein und sündhaft anzusehen Glücklicherweise mehren sich neuerdings die Stim men, um der Unnatürlichkeit des jetzigen Zustandes, die auf diesem Gebiete zu den scheusslichsten Heucheleien und Ver leumdungen und zu einer Unsumme von Unglück Veranlas- *) Zu deutsch: Verleumden! Immer wieder verleumden! Irgend etwas bleibt jedesmal hängen.“ 3T sung gibt, den Krieg zu erklären. Am bekanntesten ist die Grosstat Professor Forels.*) Auch der bekannte Professor der Frauenheilkunde Runge hat in einer Weise seiner Meinung über diese Dinge Ausdruck verliehen, die keinen Zweifel an seinem Standpunkt aufkommen lässt. Er schreibt in der zweiten Auflage seines Lehrbuches: Liier sei betont, es eine falsche Ansicht ist, das Weib bedürfe des geschlecht lichen Verkehrs nicht. Es ist eine physiologische Funktion wie jede andere; und die Entbehrung desselben, welche die Moral von ledigen Personen verlangt, und ihre Folgen schä digen die Eigenart des Weibes.“ Was meine Ansicht betrifft, so gehe ich nicht einmal so weit wie Runge, weil ich glaube, es eine Anzahl Men schen gibt, denen die Nichtausübung des geschlechtlichen Verkehrs weder eine allzu grosse Entbehrung ist, noch auch für sie zur Ursache von Krankheiten wird. Andererseits aber bedeutet die erzwungene Enthaltung in geschlechtlicher LI in sicht für die meisten Menschen, und zwar Frauen sowohl wie Männer, eine Qual, die gänzlich sinn- und zwecklos ist, weil wir heutzutage in der Lage sind, ja in vielen Fällen wegen der Vererbungs- und Krankheitsgefahren sogar die Pflicht haben die Konzeption zu verhindern oder die Nachkommen schaft zu regeln. Die nähere Erörterung dieser Fragen würde jedoch an dieser Stelle viel zu weit führen. Daher über diese Dinge viel leicht ein anderes Mal und an anderer Stelle. Nur eins möchte ich hier noch erwähnen: Die nächsthöhere Gemeinschaft, die über dem Einzel- Individuum steht, ist die Ehe. Diese zu erhalten und so zu gestalten, sie die Bürgschaft für das Glück des Einzelnen sowohl, wie für die Kraft des ganzen Volkes wird, das ist eine der grossen sozialen Aufgaben unseres Jahrhunderts. Die wirtschaftlichen und Arbeitsverhältnisse zum Zwecke des Brot erwerbs haben sich in den letzten fünfzig Jahren gewaltig ge ändert und drohen, dieses Bindeglied zwischen Individuum und Staat schwer zu schädigen oder gar zu zerstören, weil die Menschheit es bisher nicht verstanden hat, die Ehe den ver- **) August Forel: Die sexuelle Frage.32 änderten Verhältnissen anzupassen. Für die Erhaltung des Staates ist ihre Erhaltung geradezu Lebensbedingung. Für ungezählte geschlechtsfähige Männer und Frauen ist es aber unter den jetzigen Verhältnissen ungeheuer erschwert und zum Teil sogar gänzlich unmöglich gemacht, in der Ehe ihre Liebe zu betätigen. Hier klafft ein Riss und schrillt eine Dissonanz in unserem sozialen Leben, deren Beseitigung unter allen Um ständen angebahnt werden muss. Denn ein Glück der Liebe ohne Betätigung des Geschlechtstriebes ist beim normalen Men schen und unter normalen Verhältnissen ausgeschlossen und wird solange ausgeschlossen bleiben, bis dereinst der Homun kulus in der Phiole entsteht, aber als Neutrum zur Welt kommt. Jenen afrikanischen Unsittlichkeits-Riechern, die in allen Kolonien vertreten sind, will ich doch noch einen Dienst er weisen, indem ich ihnen hier mitteile, sie in meinem eigenen Tropenleben vergebens schnüffeln werden: Ich habe nie ein Kebsweib gehabt. Nicht, weil ich mich für besser“ hielte, als die meisten meiner Landsleute, sondern weil mir die Negerin unsympathisch ist.- Ich kann mich aber sehr wohl in die Lage eines unverheirateten Mannes denken, der sich, sei es für kürzere oder längere Zeit, ein Negermädchen kauft, um in dem zum Teil grenzenlos öden afrikanischen Dasein etwas zu haben, das ihm als Surrogat für eine geliebte Frau dient. Wenn jemand behauptet, durch diese Verhältnisse“ das Ansehen der Europäer bei den Negern geschädigt werde, so sage ich ihm, er gar keine Ahnung von dem Fühlen und Denken des Negers hat. Sollte er aber diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen wollen, so sage ich ihm ins Ge sicht, er Tatsachen entstellt und verdreht. Hat etwa das Ansehen der Araber je unter dem Weiberkauf gelitten ? Wer das behaupten wollte, müsste für anthropologische Dinge direkt blind sein. Dann aber hat er keine Berechtigung, über Volks sitten zu urteilen. Ja, aber das Mädchen ?“ höre ich jemanden ängstlich fragen. Nun, verehrte Leserin oder Leser, die kennt gar nichts anderes und ist stolz und glücklich, wenn ein Euro päer sie wählt, weil sie von diesem stets besser behandelt wird als von ihresgleichen.o " Und die Kinder, die aus solchen Verhältnissen ent stehen ?“ - Erstens ist es sehr viel seltener, infolge eines solchen gemischten Verhältnisses eine Schwangerschaft eintritt; und zweitens sind die Negerinnen, wenn sie mit Euro päern verkehren, schon selber darauf bedacht und vorzüglich darin bewandert, eine Konzeption zu verhüten. Es ist eigentlich ganz selbstverständlich, aber es möge hier trotzdem betont werden, auch jeder Europäer, der mit schwarzen Weibern Verkehr hat, dafür sorgen muss, ein solches Verhältnis steril bleibt, um eine Rassenmischung zu verhindern, die in grösserem Umfange für unsere Kolonien von den übelsten Folgen begleitet sein würde, wie dies in West-Indien, Brasilien und Madagaskar zur Genüge bewiesen ist. Solche Verhältnisse sollen und dürfen eben nur als Surro gate der Ehe angesehen werden, denen jede staatliche Aner kennung und Schutz, wie sie den Ehen unter Weissen zuteil werden, zu versagen sind. Aber selbst wenn auch hier und da ein Mischling geboren wird, in ganz Deutsch-Ostafrika gibt es meines Wissens kaum ein Dutzend Mulatten so ist das auch nicht im entferntesten so bedauerlich und verhängnisvoll wie der jetzige sittliche“ Zu stand z. B. in Daressalam. Dort infizieren sich jetzt die Euro päer zu Dutzenden bei den zu Prostituierten gemachten und von einem Arm in den anderen wandernden Negerinnen mit Geschlechtskrankheiten. Eine Kontrolle nützt meines Erach tens schon in Europa blitzwenig; dort aber ist sie infolge der Fluktuation der Neger einfach illusorisch. Wieviele von den dort erworbenen Krankheiten aber mit in die Heimat ge bracht werden und deutsche Frauen und Mädchen krank und elend machen können, davon möge eine Zahl über die dortige Verbreitung einen Begriff geben: Ich habe in meiner ver hältnismässig immerhin kurzen afrikanischen Tätig keit nicht weniger als 46 frische Fälle von Ge schlechtskrankheiten bei Europäern behandelt. Entsetzt Euch nur, Ihr Tugendbolde, über diese Zahl! Ihr habt sie mitverschuldet, weil Ihr aus einem durch Jahr tausende geheiligten Brauch in Eurer eifernden Beschränkt-34 heit ein scheussliches Laster, aus der orientalisch liebenden Fatme eine Dirne mit Kontrollbuch und Syphilis gemacht habt. Aber bekreuzigt Euch nicht! Denn es waren auch Fromme“ unter meinen Klienten.  Die ganze Weltgeschichte ist ein kontinuierlich weiterlaufender Beweis dafür, es kein einziges Mittel gibt, um den Geschlechtstrieb der Menschen zu knebeln. Auch Kandt hat sich, wie er in seinem Buche selber an deutet und wie ich auch mündlich von ihm gehört habe, bei dem Studium der Sexualverhältnisse der Neger viel mit dem Problem der allgemeinen Sittlichkeitsfrage beschäftigt. Er versucht, in dem Labyrinth der Erscheinungen zu einer Hand habe zu gelangen, durch die man ins klare kommen kann, welche Wege hier der Einzelne und die Gesamtheit gehen sollen. Er kommt dabei zu folgendem Ausspruch: Wer erkannt hat, der mächtigste Trieb der Natur auf die Erhaltung der Art gerichtet ist, so mächtig, es Wesen gibt, die in ihrem ephemeren Dasein weder Speise noch Trank kennen lernen, weil es mit Hochzeitsreigen erfüllt ist, der wird zu keiner anderen Definition kommen, als: Sitt lich ist, was der Erhaltung der Art dient, un sittlich, was ihr widerspricht. Mir will scheinen, dies der einzige Wertmesser ist, mit dem man alle Lebens äusserungen aller Völker auf ihren ethischen Gehalt prüfen kann, ohne Gefahr zu laufen, ihnen nicht gerecht zu werden. Solche Erkenntnis ist wie ein Rettungsboot usw.“ Man braucht nicht lange und weit zu denken, um zu der Ueberzeugung zu gelangen, diese Definition unhalt bar, zum mindesten aber unvollständig ist. Kandt hat offen bar dabei vergessen, manches weder zur Erhaltung der Art beiträgt, noch auch ihr widerspricht, und doch mit ge bieterischer Notwendigkeit in einer dieser Kategorien sittlich“ oder unsittlich“ untergebracht sein will. Wie lässt sich nach der Kandtschen Definition z. B. die Frage entscheiden, ob es sittlich oder unsittlich sei; wenn zwei Menschen verschiedenen Geschlechts Kohabitationen ausüben, trotzdem beide wissen, eine Gravidität bereits eingetreten ist? Nennt er es sitt lich, so steht dies im Widerspruch mit seiner Definition; nennter es aber unsittlich, so dürfte er sich annähernd sämtliche Ehepaare der Welt, darunter die grössten Sittlichkeitsfanatiker zu unversöhnlichen Feinden machen. Die ganze Welt wäre ja dann unsittlich. Wird Kandt ferner so grausam sein, das Anathema einer Frau ins Gesicht zu schleudern, wenn sie eine Konzeption verhindert, weil sie von sachverständiger Seite er fahren hat, eine Gravidität für sie mit Lebensgefahr ver bunden ist ? Am allerwenigsten aber könnte ich ihm bei stimmen. wenn er die Erhaltung der Art sittlich nennt bei Menschen, deren Nachkommen schon durch vererbte oder in folge der Vererbung drohende Krankheiten zum Leiden und Unterliegen im Kampf ums Dasein verurteilt sind. Soweit ich Kandt kenne, hat er mit seinem an die delphischen Orakelsprüche erinnernden Satz auch nicht sich selbst oder uns eine neue Lebensregel schaffen wollen. Diesen psycho logischen salto mortale dürfte er vielmehr seiner harmloseren Leser oder vielleicht noch mehr Leserinnen wegen gemacht haben. Vielleicht auch, um aus dem Glatteisgebiet der Sitt lichkeitsfrage, in das er sich ohne Eissporen gewagt hatte, mit heilen Gliedern wieder herauszukommen. Wenn es sich bei dem Geschlechtstrieb nur um die Erhaltung der Art han delte, dann wäre die Sache sehr einfach. Nachdem bereits mehrfach von dem Gefühl oder der Affektivität des Negers die Rede war, möge hier auch noch eine Bemerkung über die körperliche Schmerzempfindung Platz finden. Vergebens versucht man bekanntlich, alle Spiel arten und Abstufungen des Schmerzes in Worte zu fassen. Wir können nur unter Berücksichtigung der ganzen Persön lichkeit aus ihrem Verhalten, ihren Aeusserungen und Ab- wehrmassregeln auf Grad, Sitz und Dauer des Schmerzes schliessen. Bei dem Neger ist man um so mehr berechtigt, hieraus Schlüsse zu ziehen, als bei den Affekten für gewöhn lich seine Aeusserungen mit grösster Wahrscheinlichkeit der Intensität jener adäquat sind. Auf Grund dieser Ueberlegung und vieler Beobachtungen an Verunglückten und Verletzten Irin ich (hier in gewissem Gegensatz zu Kandt) zu der Ue ber- zeugung gekommen, der Neger den körperlichen Schmerz auch nicht annähernd in dem Grade empfindet als der Euro- I~ 36 päer. Zahlenmässige Beweise gibt es ja leider nicht. Und hier steht Ansicht gegen Ansicht, sodass ein Streiten müssig ist. Ich glaube aber, gelegentlich eine hysterisch veranlagte Dame unserer sogenannten Aristokratie mehr darunter leidet, wenn ihr Schosshündchen stirbt, als ein handfester Neger, der sich ohne Narkose an einem Tage seine sämtlichen Zähne reissen lassen müsste. Dass er häufig Schmerzen vorschützt, um sich Vorteile zu verschaffen, hat nichts damit zu tun. Ganz besonders unempfindlich ist sein Schädel, was übrigens auch Kandt zugibt. Und es ist mir auch nicht einen Augenblick zweifelhaft, die Ohrfeigen, die die Neger je von Euro päern erhalten haben und beim Zeus! es sind das nicht wenige! Europa mehr Schmerz verursacht haben als Afrika. Es wäre selbstverständlich ein arger Fehler, wollte man hieraus den Schluss ziehen, der Neger müsse mit Prügeln er zogen werden: Ebensowenig wie ein Hund oder ein Pferd, die verprügelt wurden, noch zu einer guten Dressur tauglich sind, ebenso ist auch bei der Erziehung des Negers, bis viel leicht auf wenige Ausnahmefälle, die berühmte Flusspferd peitsche, die gelegentlich von Hanswürsten auf dem Präsi dententisch des Deutschen Reichstags zur Ansicht ausgelegt und demonstriert wird, entbehrlich. Viel wichtiger ist es meines Erachtens, diejenigen, die den Neger erziehen und behandeln sollen aber noch bevor sie mit ihm in Be rührung kommen , auf das allersorgfältigste mit seinen Eigen schaften bekannt gemacht werden; man sie naturwissen schaftlich denken lehrt; sie gründlich seine Sprache lernen, anstatt von ihm zu verlangen, er deutsch, eng lisch oder französisch sprechen soll. Lernt er es aus eigenem Antrieb, gut! Aber jeder Zwang in dieser Hinsicht scheint mir vom Uebel, weil bei ihm mit den vermehrten Kenntnissen die sozialen und ethischen Begriffe und Hand lungen, die man dann von ihm verlangt, niemals gleichen Schritt halten infolge seiner Veranlagung nicht halten können. Hier drängt sich förmlich ein Vergleich auf mit den Bil dungsbestrebungen in Deutschland. Es gibt bekanntlich bei uns noch Leute genug, die da glauben, wenn man dem Arbeiter37 seinen Wissensdurst und das Bedürfnis nach Bereicherung seiner Kenntnisse allzusehr befriedige, so sei er zu einfacher Arbeit nicht mehr brauchbar; und nur seine Begehrlichkeit werde da durch grösser. Besonders im Osten unseres Vaterlandes wird auch heute noch andauernd ein Kampf um die Verbesserung der Volksschulen geführt. Dieselben Leute aber, die sich diesen Verbesserungen widersetzen, geben jährlich viele Tausende her., um den Neger mit dem Vaterunser und dem Abc zu beglük- ken. Es ist das ein reiner Hohn auf den gesunden Menschen verstand. Niemals und nirgends sind in einem entwicklungs fähigen Volke die Intelligenzen aus einem einzelnen Stande oder einer Kaste hervorgegangen. Immer wieder müssen die sog. höheren Stände aus den mittleren und unteren frische in tellektuelle und ethische Kräfte beziehen, wenn ein allgemeiner Fortschritt stattfinden soll. Es ist geradezu eine Kulturhem mung, wenn diesen Intelligenzen das Hochkommen erschwert oder unmöglich gemacht wird. Den Neger aber lasse man mit. solchen Fortschritten in Ruhe, weil; sie bei ihm in der Tat zu einer Spaltung und Harmoniestörung in seiner Persönlichkeit, also zu seiner Schädigung beitragen. Es ist ausserdem unendlich viel I besser, sich unsere Beamten und Kolonisten über seine Dummheit als über seine Unehrlichkeit und Unbotmässigkcit beklagen, denen mit dem vermehrten Wissen nur Vorschub ge leistet wird, wofür jeder Afrikaner, der es mit dieser Frage objektiv und ernst nimmt, Beispiele anführen kann. Aus diesem Grunde wäre es unendlich viel segensreicher, wenn man sämtliche deutschen Lehrer in den Kolonien, ab gesehen vielleicht von einigen wenigen Handwerkslehrern, nicht für die Neger, sondern für die Europäer anstellte, um sie in der Landessprache, den Eigenarten der betreffenden Eingeborenen und den Kulturprodukten und ihrem rationellen Bau usw. zu unterrichten. Es ist kaum glaublich, auf welche Wissenslücken und Ansichten man bei drüben lebenden Deut schen auf Schritt und Tritt stösst. Ein höherer Beamter, ein sonst sehr liebenswürdiger und freundlicher Herr, erklärte mir einmal allen Ernstes, es sei für einen Kolonialbeamten gar nicht nötig, er mit der Sprache der Neger und den Ver hältnissen des Landes vertraut sei; aber man müsse unbedingt38 von ihm verlangen, er einen guten Bericht machen könne. Und ich kenne andere Beamte, die trotz jahrelangen Aufent haltes in Ost-Afrika noch nicht so viel Kisuaheli gelernt haben, sie einem Neger einen einfachen Auftrag erteilen könnten, geschweige denn, sie ihn verständen oder zu beraten im stande wären, wenn er sich in irgend einer Rechtsfrage an ihn wendete. Andererseits grenzt es an das Fabelhafte, welche Unzahl von Papierbögen bisher in den Kolonien mit den selbstver ständlichsten Erklärungen und Auseinandersetzungen vollge schrieben worden sind. Anfragen und Rückfragen, Wieder vorlagen und Randbemerkungen, Blaustift und Rotstift. Kor rekturen und Neubearbeitungen in schier ungeheuerlicher Menge. Hier und da entbehrte der heilige Bürokratius auch in den Kolonien des Humors nicht. Hier ein Stücklein da von: War da anno X in dem ostafrikanischen Städtchen Y vom Fiskus eine Partie Ochsenhäute verkauft worden und der ortsübliche Preis gebucht, einkassiert und verrechnet. So etwa nach zwei Jahren kommt daraufhin von Berlin auf dem mit Recht so beliebten Instanzenwege eine Anfrage, wie es komme, die Ochsenhäute nur ein solch geringes Gewicht gehabt hätten. Was sollte der betreffende Beamte antworten? Er selber war gar nicht dabei gewesen und wusste natürlich von der ganzen Sache nichts. Aber geantwortet muss werden. Nachdem er längere Zeit in tiefem Nachdenken über die Un zulänglichkeit alles Irdischen und speziell alles Afrikanischen die Akte angestarrt, kam ihm ein glücklicher Gedanke. Und er schrieb etwa so: Urschriftlich ganz gehorsamst zurück. Ueber die besagten Ochsenhäute kann diesseits eine genaue Auskunft nicht mehr gegeben werden, da inzwischen bereits dreimal ein Beamtenwechsel stattgefunden hat. Es wird jedoch vermutet, der Grund für das geringe Gewicht jener Häute darin zu suchen ist, es hierzulande so grosse Ochsen wie in Berlin nicht gibt.“ Das ist zum Lachen. Aber es ist auch zum Weinen. Mit solchen Dingen ist bis jetzt unsere Beamtenschaft in den Kolonien in einem nicht geringen Teil ihrer kostbaren Zeit39 beschäftigt worden. Ich habe öfter als einmal aus dem Munde einsichtiger Leute Wünsche gehört, den Berliner Herren sämtliche noch vorhandenen Haare zu Berge gestanden hätten. Ein afrikanischer Wunsch hat nämlich fast immer so seine ganz besonderen kleinen Züge. Die deutschen Verhältnisse sind bis jetzt in gänzlich Ver ständnis- und sinnloser Weise auf die Kolonien übertragen und ausgedehnt worden. Den Leitern und Beamten dieser exoti schen Töchter Germanias, die sowohl unter sich, als auch vom Mutterlande in all und jedem so grundverschieden sind, wur den bisher von Berlin aus von Leuten, deren Urteil durch keinerlei Sachkenntnis getrübt war, die Hände gebunden und die Marschroute vorgeschrieben. Dabei ereignete sich dann gelegentlich etwas ähnliches, wie wenn ein Korpskommandeur einem Artillerie-Regiment den Befehl erteilen würde, samt den Geschützen den Rhein zu durchschwimmen. Was wir in Afrika brauchen, ist vor allem weitestgehende Vollmacht und Bewegungsfreiheit im Handeln auf Grund von realen Kenntnissen sowohl für den jeweiligen Leiter der Ko lonie wie für alle seine Beamten. Dazu sind allerdings Männer erforderlich, aber keine verknöcherten Bürokraten; keine Massregeln, sondern zuverlässige Männer, die sich schon im Leben umgesehen haben, und die die menschliche Natur in allen ihrer Arten, Erscheinungen und Verkleidungen zu be- nrteilen verstehen“. Naturwissenschaftlich denkende, kauf männisch arbeitende und grosszügig handelnde Männer, die auch fähig und bereit sind, in Personalfragen ihre Sympathie und Antipathie während des Dienstes in ihrem Unterbewusst sein zu verstauen, und mit klarem Verstände nichts als das Wohl des Vaterlandes zu fördern. Die Dänen sperren seit einiger Zeit Grönland vom öffent lichen Verkehr ab, weil die Grönländer bisher von zwei Seg nungen“ der Kultur, vom Alkohol und von der Syphilis, ver schont geblieben sind; und weil man die Bewohner dieses Landes auch ferner vor diesen beiden Würgengeln bewahren und so erhalten möchte, wie sie jetzt leben. Wenn wir unsere Kolonien erhalten wollen, so sollte man sie, vielleicht mit Ausnahme von Südwest, an dem nichts mehr40 zu verderben möglich scheint, nicht öffnen, sondern schliessen. Nicht als ob die Deutschen die Kolonien wieder verlassen sollten. Aber schliessen sollte man sie mit allen gesetzlichen Mitteln gegen diejenigen Elemente, die das wertvolle Material der Neger nicht zu be handeln verstehen, sondern sie verderben und gegen die Kultur richten. Hier sei auch auf folgendes hingewiesen. Der Glaube, der Neger ein Kind sei, das nun in wenigen Jahren zum Mann heranreifen könne, ist eins jener weitverbreiteten Vor urteile, die in Afrika schon so viel Unheil angerichtet haben, und dem man gar nicht energisch genug zu Leibe gehen kann. Der Neger ist weder als Einzel-Individuum, noch als Volk oder Rasse ein Kind. Seine Entwicklung hat nur eine andere Richtung genommen als die unsrige; und kann weder mit Hilfe der christlichen Religion noch durch Gesetzesparagra phen im Handumdrehen auf unsere Bahnen geleitet werden wahrscheinlich sogar überhaupt nicht. Wenn das deutsche Volk in der Tat und in Wahrheit das Wohl der Neger, vor allem aber auch sein eigenes Wohl im Auge hat, so sollte es Gesetze machen, dem Neger in unseren Kolonien so lange und so weit wie möglich seine Eigenart erhalten bleibt, weil er mit dem weitaus überwiegen den Teil unserer Kultur nichts anzufangen weiss, weil sie ihn schädigt und rebellisch macht, wenn sie ihm aufgezwungen wird. Nicht verlassen wollen wir unsere Kolonien, sondern erhalten und solche Vorkehrungen treffen, sie uns nutz bringend werden. Bisher haben uns diese Playthings“ (Spiel zeuge), wie mir gegenüber ein intelligenter Engländer unsere Kolonien einmal nannte, nur ein schweres Geld gekostet. Das ist meines Erachtens zu 90 Prozent dahin, auf Nimmerwieder sehen. Aber unsere Kolonien haben einen Wert. Und was noch hineingesteckt wird, kann sich verzinsen und Früchte tragen. Aber nur dann, wenn man das vorläufig einzige Wert objekt des Landes, die Kraft der Negerarme, so zu behan deln versteht, sie in Marktware umgesetzt werden kann. Und diese Behandlung können nur Leute übernehmen, die sachverständig sind. Wer da aber glaubt, über die Kräfte,4i das Denken, Fühlen und Wollen einer fremden Rasse durch einmalige Unterhaltung schon ein richtiges Urteil zu bekom men, der ist dem Narren vergleichbar, der sich nach einem einzigen Blick durch das Teleskop für einen Astronomen hält. Nehmen wir einmal an, Deutschland hisste plötzlich seine Flagge auf einer neuentdeckten grossen ebenen Insel, auf der Tausende von wilden Pferden lebten. Wen würde man dort hin schicken, um diese Pferde zu zähmen ? Doch wahrhaftig nicht einen Garnisonspfarrer, einen Kriegsgerichtsrat und den Zahlmeister, die Schreiber und die Handwerker eines Infanterie- Regiments, so brave und achtungswerte Leute dies auch sonst sein mögen. Man sendete Sachverständige, man schickte Ka valleristen. Pferdezüchter und tüchtige Reiter hin. Aber in Afrika darf jeder, auch wenn er nicht die geringste Ahnung von seinen Eigenschaften hat, den Neger hin und her zerren. Welch heterogene Elemente haben wir in unseren Kolo nien ! Man stelle sich doch nur einmal vor, mit welch ver schiedenen Gefühlen und Gedanken, Ansichten und Absichten ein Kaufmann, ein Jurist, ein Unteroffizier, ein Missionar, ein Landwirt, ein Arzt, ein Handwerker, ein Offizier, ein Lehrer usw. sich dem Neger gegenüberstellen, wenn sie sein wahres Wesen nicht kennen! Wenn der Neger nicht so indolent und so suggestibel wäre und nicht einen solchen Respekt vor der weissen Haut hätte, so würde er auch in Ost-Afrika sämt liche Europäer schon totgeschlagen haben, und zwar nicht, um sich etwa aus der Knechtschaft zu befreien“, sondern wegen der dreizehn Ansichten und Absichten, die zwölf verschiedene Europäer von und mit ihm haben. ¦ Wenn in dieser Weise fortgefahren wird, zu kolonisieren, dann dauert es nicht mehr lange, und der Respekt ist zum Teufel. Man glaube nur nicht, die Eisenbahnen, so wichtig und notwendig sie auch erscheinen mögen, es allein sind, die uns vor Aufstän den schützen können, oder zur Unterdrückung von Aufstän den das einzige Mittel an die Hand geben. Die Kenntnis des Landes und der Menschen ist es in erster Linie und zwar für Beamte, Militär und Privatleute in gleicherweise , die uns vor schweren Fehlern und ihren Folgen bewahren kann.42 Mit dem Neger muss man Realpolitik“ treiben; und zwar hat dabei jeder Einzelne mitzuwirken. Wie aber können Beamte eine solche Arbeit leisten, die sich nicht einmal mit ihm verständigen können. Anstatt dieses zu lernen, befehden sich die Oberbeamten mit den Sekretären z. B. wegen des Klubpräsidiums; die Zivilisten liegen sich wieder mit den Militärpersonen in den Haaren. Und hat einer mal wirklich etwas Tüchtiges geleistet, so spriessen Neid und Schmälsucht empor wie Butterblumen im Mai. Wenn das Quantum von Gerechtigkeitsgefühl und Wohlwollen, die schliesslich jeder Kulturmensch für sein Leben mitbekommt, doch nur ein bisschen mehr gepflegt würde! Und besonders in einem Lande, wo, wie nirgends, die Interessen der Weissen so ganz und gar dieselben sind, und wo ein Zusammenhalten der Deutschen unter sich so dringend erforderlich ist. Jeder Einzelne muss sich darüber im klaren sein, schon kleine Gegensätze unter den Weissen in solchen Län dern von den übelsten Folgen begleitet sein können; und er selber nur etwas leisten und werden kann, wenn er mit den übrigen Deutschen Hand in Hand arbeitet. Unter Deut schen kann und darf nur eine Politik getrieben werden: D e Beseitigung aller Gegensätze und die gemein same Arbeit. Man hat oft über die Gefahr des Islams geredet und geschrieben. Ich bin der Ansicht, diese Gefahr von Interessenten sehr übertrieben worden ist, aber ganz ableug nen wird sie kein verständiger Mensch. Für unsere Kolonien kommt dabei meines Erachtens hauptsächlich in Betracht, es viel weniger die Araber als die Inder sind, die diesen Glauben unter den Negern ausbreiten. Und wenn die Inder eine noch grössere Gewalt über die Neger bekämen, als sie sie bereits haben, so könnte hierin die Gefahr des Islams wenigstens für Deutsch-Ost-Afrika liegen. Und daher scheint mir bei der Behandlung der Inderfrage Vorsicht geboten. Gegen diese Gefahr könnte aber das Christentum ein ge eignetes Bollwerk bilden, und es würde dann auch eine Kultur aufgabe erfüllen. Aber nimmermehr in der Art und Weise, wie die Sache jetzt gehandhabt wird. Wenn hierin etwas ge-43 leistet werden soll, so ist es meines Erachtens nur unter der Bedingung möglich, in jeder Kolonie für die Christianisierung der Farbigen nur eine der beiden christlichen Konfessionen geduldet und alles übrige rücksichtslos entfernt wird. Wenn sie sich aber nicht über die Kolonien einigen könnten, was vermutlich der Fall sein würde, so w äre der Knobelbecher noch lange nicht der schlechteste Schiedsrichter. Die ganze Organisation müsste in jeder Kolonie unter einer geistlichen Oberleitung stehen, die ihrerseits wieder direkt dem Gouver neur zu unterstellen sein würde. So segensreich es auch sein mag, daSs man nach Güters loh flotte katholische Beamte und nach Paderborn lebens lustige evangelische Husarenoffiziere setzt, und so in die bei den schwärzesten der schwarzen Gegenden einen etwas helleren Farbenton zu bringen sucht, in Afrika ist diese Taktik falsch, grundfalsch! Weil man es dort mit noch anderen Ele menten zu tun hat, die aus jedem Gegensätze und Zwiste der Deutschen unter sich mit raffinierter Logik ihren Vorteil ziehen. Das Divide et impera ist in Afrika unter keinen Umständen für Deutsche, sondern nur für die Farbigen anzuwenden; hier aber so ausgiebig wie möglich. Und nun noch ein Wort über Verwaltung. Aus meiner früheren Tätigkeit als verwaltender Arzt der Hamburgischen Quarantäne-Anstalt bei Cuxhaven weiss ich jpus eigener Er fahrung. jeder, der nicht direkt hpbem ist, sich das Be richteschreiben und das sonstige rein Technische, was für eine Verwaltung erforderlich ist, in verhältnismässig kurzer Zeit an eignen kann, besonders wenn er eine geeignete Anleitung dazu erhält. Das Organisieren und Verwalten selber dagegen ist eine Kunst, die zum Teil angeboren ist, zum anderen Teil im praktischen Leben erworben wird, aber nicht aus Akten oder am grünen Tische erlernt werden kann. Mit einem Beruf im gewöhnlichen Sinne hat es ausserdem gar nichts zu schaffen. Bei uns in Deutschland glaubt man vielfach, das juristi sche Studium dazu besonders geeignet mache. Ich brauche nach dem Gesagten nicht erst zu betonen, ich dieser Ansicht ganz und gar nicht bin. In jedem Berufe vielmehr44 gibt es Leute, die sich für die Verwaltung eignen, die Lust und Liebe dafür haben, und diese auch behalten, wenn von Vorgesetzter Seite aus auf Tüchtigkeit, Fleiss und harmonische Persönlichkeit mehr Wert gelegt wird als auf schwarze Hosen, Tennisspiel, Aktenkram und Berichteschmieren. Wenn man die Verwaltungsbeamten aus allen Berufen auswählte, so müsste es mit dem fff zugehen, wenn man nicht binnen kurzem ge nügend fähige Leute zusammenfände, um unsere Kolonien da mit zu versorgen. Was Afrika fast überall fehlt, das ist um es noch einmal zu wiederholen vor allem grosszügiges kaufmän nisches Arbeiten und Handeln auf der Basis naturwissenschaft lichen Denkens. Wenn man aus dem Lande materielle Güter herausholen will, so sollte man in erster Linie dieses Kapital hineinstecken. Dann würde die grosse Energie, die dort in vielen Mil lionen von kräftigen Negerarmen bisher noch brachliegt, und die willig arbeiten würden, wenn man ihnen nur zu befehlen versteht, nicht missleitet, verschleudert und gegen diejenigen gerichtet, die die gewaltigen Kräfte zu Kulturzwecken ver werten wollen. Hier liegt das Geheimnis der afrikanischen Volkswirtschaft und Verwaltungskunst, und dies ist auch Hu manität und Hygiene im weitesten Sinne, von denen der weit blickende schweizerische Arzt Sonderegger prophetisch einst sagte: Ich bin überzeugt, dass, wenn auch nicht schon mor gen, dennoch eine bessere Zeit anbricht, in welcher die Natur wissenschaft im Dienste der Humanität viel ausgiebiger arbeitet als jetzt und die Hygiene ein Stück Religion sein wird.“ Es macht ja jetzt den Eindruck, als ob in unserer Kolo nialpolitik sich ein Wandel zum Besseren vollzöge. Und dies ist der einzige Beweggrund gewesen, der mir zu vorstehenden Zeilen die Feder in die Hand gedrückt hat. Der neue Kolo nialdirektor Dernburg hat bereits bewiesen, er zu organi sieren versteht und er Verständnis und Liebe für die koloniale Sache hat.; Dass er aber schon völlig darüber orien tiert ist, kann man unmöglich von ihm verlangen. Dazu sind die Verhältnisse viel zu kompliziert. Er wird trotz seines klaren Kopfes und warmen Herzens Schwierigkeiten vorfinden, deren45 Bezwingung einem Herkules Ehre machen würde. Alle die pechbeschmierten Steine und Knüppel aus dem Wege zu räu men, die man Dernburg in nächster Zeit vor die Füsse oder zwischen die Beine werfen wird, um ihn zum Stolpern zu Irrin gen oder ihm wenigstens klebende Sohlen zu besorgen, dazu reicht die Kraft eines Durchschnittsmenschen kaum aus. Man wird ihn hineinfallen lassen oder direkt hineinlegen, wo es nur irgend möglich ist. Er hat gar nicht so viel Haare auf dem Kopfe, wie Feinde oder Gegner in den oberen Fünfzigtausend. Bei den einen ist er Eindringling, bei den zweiten Emporkömm ling, bei den dritten Börsenjobber, bei den vierten Antichrist, bei den fünften. antisozial und bei den sechsten antifaul: bei allen aber ein unverschämter Kerl, der es wagt, etwas Tüch tiges zu leisten. Zur Ueberwindung eines solchen Widerstandes braucht Dernburg aber in erster Linie und vor allen Dingen eins. Und das ist das unwandelbare Vertrauen und die allertatkräf tigste Unterstützung des höchsten deutschen Beamten, des Kai sers. Deutschland ist ein monarchischer Staat; meines Er achtens zu seinem Glück. Wer aber in einem solchen Staat eine Aufgabe, wie sie Dernburg vor sich hat, glücklich lösen will, bedarf dazu unter allen Umständen einer Rückendeckung von höchster Stelle. Ohne diese würde er sich binnen kurzer Zeit total müde rennen; und wir hätten dann als einziges Re sultat eine Exzellenz a. D. mehr. Ich kenne Kaiser Wilhelm nicht. Und aus allem, was über ihn geschrieben wird, von den Lobrednern über Maxi milian Harden hinweg bis zur Komtesse d’ Eppinghoven kann auch der beste Psychologe kein völlig klares Urteil über sein Seelenleben und keine sichere Prognose gewinnen. Die Entwicklung der geistigen Qualitäten hängt bei manchen Men schen von‘so unscheinbaren L T rsächen und Erlebnissen ab, man sich hüten sollte, bei so feindifferenzierten Naturen, zu denen Kaiser Wilhelm offenbar gehört, entscheiden zu wol len, nach welcher Richtung und zu welchem Ziel sein Denken, Fühlen und Wollen schliesslich strebt. Ist der Kaiser wirk lich jenei unverbesserliche eitle Enzyklopädist“, wie uns viele glauben machen wollen, umgibt er sich wirklich mit einer46 Schar von Schmeichlern anstatt mit klugen und charakter festen Männern, die ihm die Wahrheit sagen dürfen, dann kann sich Dernburg ruhig auf einen Bauernhof zurückziehen und dort Kolonialpolitik treiben. Ist der Kaiser aber und das ist mein sehnlichster Wunsch ein Mann, der weiss, was er will, der ernst arbeitet und unter den vielen tüchtigen Männern, die Deutschland glücklicherweise hat, ohne Rück sicht auf Stand und Herkunft die allerbesten zu seiner Hilfe und Mitarbeit auszuwählen versteht, dann wird nicht allein Dernburgs Werk trotz aller Schwierigkeiten mit Umsicht, Man nesmut und Energie glücklich zu Ende geführt werden kön nen, dann blüht auch dem ganzen deutschen Volke eine Zu kunft, wie keiner anderen Nation. Kaiser Wilhelm aber fügte der Geschichte seiner Regierungszeit ein Ruhmesblatt ein, das nicht allein in der Stimmung des Augenblicks, sondern für Zeit und Ewigkeit immer wieder mit leuchtenden Augen ge lesen werden würde, solange noch ein Tropfen deutschen Blutes in den Adern der Menschen rollt.J. F. Lehmann s Verlag in München. Kaiser Wilhelm II. und die Byzantiner. Graf E. Reventlow. 13 Bogen Oktav. Preis geheftet Mk. 3. , gebunden Mk. 4. INHALT: Das Wesen des Byzantinismus. Eigenschaften des Kaisers. Das Gottesgnadentum. Religion. Unkriegerisch. Herrenium. Politik. Ausländische Vertretung. Ausland. Die Presse und der Byzantinismus. Komische Byzantiner. Empfänge, Feste, Kunst. Formen nach oben und unten. Byzantinische Literatur. Diese den herrschenden Byzantinismus freimütig beleuchtende Schrift aus der Feder eines Mitgliedes der höheren Aristokratie erregt allgemein berechtigtes Aufsehen, sie bildet das Tagesgespräch der ganzen Nation. Das Buch ist ein politisches Ereignis. ===== Bismarck als Erzieher. In 1960 Leitsätzen aus seinen Reden, Briefen, Berichten und Werken zusammengestellt und systematisch geordnet von Paul Dehn. 584 Seiten gr. 8 . Preis geheftet Mk. 5. , schön in Leinwand gebunden Mk. 6. Das Werk eignet sich vorzugsweise als Geschenkwerk für nationale Kreise. Deutsches Reich und Volk. Ein nationales Handbuch. Im Aufträge des Kyffhäuser-Verbandes der Vereine Deutscher Studenten und mit Unterstützung anderer nationaler Verbände herausgegeben von Alfred Geiser. 304 Seiten 8 . Preis in Leinwand gebunden Mk. 4. Der Inhalt zerfällt in 3 Teile: I. Nationaler Gedanke und nationale Politik. 11. Zur inneren deutschnationalen Politik. III. Vom Deutschtum im Auslande. Taschenbuch der Kriegsflotten mit teilweiser Benutzung amtlichen Materials. VIII. Jahrgang 1907. Preis gebunden Mk. 4.50 Herausgegeben von B. Weyer, Kapitänleutnant a. D. Mit 43b Abbildungen und Skizzen und einer farbigen Tafel. Das alljährlich erscheinende Taschenbuch ist ein vorzügliches Nachschlagebuch für jeden, der sich über den Stand der deutschen und fremden Kriegsflotten unterrichten will. Die Haupttypen aller Schiffe sämtlicher Nationen sind in vorzüglichen Photogrammen zur Darstellung gebracht. Das Buch ist auf den Flotten der meisten Nationen amtlich eingeführt.J. F. Lehmanns Verlag in München. Die Entstehung des Christentums. 2. Auflage. Von D. Otto Pf leiderer, 2 . Auflage. Professor an der Universität zu Berlin. ö 255 S. gr. 8 . Preis geh. Mk. 4. , geb. Mk. 5. , in Liebhabereinband geb. Mk. 6. INHALT: Einleitung. I. Vorbereitung und Grundlegung des Christen tu ms. Vorbereitung des Christentums in der griechischen Philosophie. Die jüdisch-griechische Philosophie Phiions. Vorbereitung des Christentums im Judentum. Jesus. Die Messias gemeinde. II. Die Entwickelung des Urchristentums zur Kirche. Der Apostel Paulus. Die drei älteren Evangelien. Die gnostische Bewegung. Das Evangelium nach Johannes. Gründung der kirchlichen Autorität. Als Fortsetzung zu der Entstehung des Christentums“ erschien: Religion und Religionen. Von D. Otto Pfleiderer, Professor an der Universität zu Berlin. 249 S. gr. 8 . Preis geh. Mk. 4. , geb. Mk. 5. , in Liebhabereinband geb. Mk. 6. INHALT: Das Wesen der Religion. Religion und Motal. Religion und Wissenschaft. Die Anfänge der Religion. Die chinesische Religion. Die ägyptische Religion. Die babylonische Religion. Die Religion Zarathustras und der Mithraskult. Der Brahmanismus und Uartama Buddha. Der Buddhismus. Die griechische Religion. Die Religion Israels. Die Religion des nachexilischen Judentums. Das Christentum. Der Islam. Beiträge zur Weiterentwicklung der christlichen Religion. Von namhaften Gelehrten herausgegeben. 386 S. gr. 8 . Preis geh. Mk. 5. , geb. Mk. 6. . Ausgabe in 10 Heften, je ein Kapitel enthaltend: Preis eines Heftes 60 Pf., bei Abnahme aller 10 Hefte je 50 Pf. INHALT: 1. Wesen und Ursprung der Religion, ihre Wurzeln und deren Entfaltung von Prof. Dr. L. v. Schroeder, Wien. 2. Das alte Testament im Lichte der modernen Forschung von Prof. D. H. Gunkel, Berlin. 3. Evangelium und Urchristentum (Das neue Testament im Lichte der historischen Forschung) von Prof. D. A. Deissmann, Heidelberg. 4. Heilsglaube und Dogma von Prof. D. Dr. A. Dorner, Königsberg. 5. Religion und Sittlichkeit von Prof. D. Dr. W. Herr mann, Marburg. 6. Christentum und Germanen von Sup. IX F. Meyer, Zwickau. 7. Wissenschaft und Religion von Prof. D. Dr. R. Eucken, Jena. S. Religion und Schule von Prof. Litt. D. Dr. W. Rein, Jena. 9. Die gemeinschaftsbildende Kraft der Religion von Lic. G Traub, Dortmund. 10. Das Wesen des Christentums von Prof. Lic. Dr. G. Wobbermin, Berlin. Oie Entstehung der christlichen Glaubenslehren von D. Dr. A. DORNER, o. ö. Professor an der Universität Königsberg i. P. 20 Bogen 8“. Preis geheftet Mk. 6. , gebunden Mk. 7. Willensfreiheit, Moral u. Strafrecht Von Dr. Julius Petersen, Reichsgerichtsrat a. D., München. 235 S. gr. 8 . Preis geheftet Mk. 5. , schön in Leinwand gebunden Mk. 6. . INHALT: I. Einleitung. II. Der Charakter. III. Der Determinismus und die Psychologie. IV. Suggestion und Hypnotismus. V. Geistesstörungen. VI. Die Freiheitslehren von Kant, Schelling und Schopenhauer. VII. Die neueren Gegner des Determinismus. VIII. Freiheits gefühl und Freiheitsbewusstsein. IX. Der Determinismus und die Moral. X. Der Deter- minismus und das Strafrecht. XI. Schluss. Der Syllabus, seine Autorität und Tragweite von Graf von Ho.ensbroech, Herausgeber der Monatsschrift Deutschland“. 122 Seiten in Oktav. Preis geheftet Mk. 2. , gebunden Mk. 3. J. F. Lehmann s Verlag in München, in Kampf um Südafrika. Band I. Lebenserinnerungen des Präsidenten Paul Krüger. Von ihm selbst erzählt. Herausgegeben von A. Schowalter. Mit dem Bildnis des Präsidenten in Lichtdruck. Preis geheftet Mk. 5. , schön in Leinwand gebunden Mk. 6. . Das heldenhafte Ringen des Burenvolkes zieht vom Anfang bis zum tragischen Ende vor unseren Augen vorüber, geschildert von dem dazu am meisten berufenen Manne, von seinem Führer. Von Jugend an hart gegen sich selbst, ausdauernd und nie verzagend, ein makelloser Charakter, stets von jugendfrischem Geist beseelt, hält er aus bis zum Ende: Bei aller Einfachheit ein wahrhaft grosser Mann. Jedermann wird sich freuen, dieses monumentale Werk zu besitzen, schon zum bleibenden Andenken an die bewegte Zeit, in der die ganze Welt die Vorgänge in Südafrika mit Spannung verfolgte. Band II. Die Transvaaler im Krieg mit England. Kriegserinnerungen von General Ben Viljoen. Mit dem Bildnis des Generals Ben Viljoen und vielen Abbildungen von Fritz Bergen und A. Hoffmann. Preis geheftet Mk. 7 . , gebunden Mk. 8. . Band III. Präsident Steijn und die Freistaator im Krieg mit England. I. Teil: Präsident steijn, von Friedrich Rompel. II. Teil: Mit den Burenkommandos im Felde, von J. D. K es teil, Feldprediger im Gefolge von Präsident Steijn und General Christian de Wet. Mit vielen Abbildungen nach Photographien, sowie nach Originalen von Maler Fritz Bergen und A. Hoffmann. Preis geheftet Mk. 7 . , gebunden Mk. 8. . Band IV. Die Baren in der Kapkolonie im Krieg mit England. Von A. de Wet, H. v. Doornik, sowie nach amtlichen Berichten von General Smuts. Mit vielen Abbildungen nach Photographien, sowie nach Originalen von Maler Fritz Bergen und A. Hoffmann. Preis geheftet Mk. 5. , gebunden Mk. 6. . Krankheiten und Ehe. Darstellung der Beziehungen zwischen Gesundheits störungen und Ehegemeinschaft. In Verbindung mit hervorragenden Fachmännern bearbeitet und herausgegeben von Geh. Medizinalrat Prof. Dr. H. Senator und Dr. med. S. Kaminer. 858 Seiten in Lexikon-Format. Preis geheftet Mk. 18. , schön in Halbfranz gebunden Mk. 20. J. F. Lehmann s Verlag in München. Deutsch Politik von Ernst Hasse. I. Band: Heimatpolitik. II. Band: Weltpolitik. 11L Band: Koloniaipolitik. I. Band, 1. Heft: Das deutsche Reich als Nationalstaat. 150 Seiten gr. 8 . Preis geheftet Mk. 3. , gebunden Mk. 4. . INHALT von Heft 1: I. Die Entstehung des deutschen Reiches. II. Die Nation. III. Der Nationalstaat. IV. Die Voraussetzungen des Nationalstaates. V. For derungen. VI. Anhang: Fremde Staaten und Volker. 1. Italien. 2. Spanien. 3. Portugal. 4.Frankreich. 5.Schweiz. 6. Belgien. .Niederlande. 8.Grossbritan nien. 9. Skandinavien. 10. Russland. 11. Die Balkanvölker und Balkanstaaten. 12. Die Donau-Monarchie. 13. Die Polen. 14. Die Ruthenen. 15. Nordamerika. 16. Die Juden. I. Band, 2. Heft: Die Besiedelung des deutschen Volksbodens. 160 Seiten gr. S p . Preis geheftet Alk. 3. , gebunden Alk. 4. . INHALT von Heft 2: I. Einleitung. II. Die Zeit bis zu Karldem Grossen. III. Karl der Grosse. IV. Die Wiedereindeutschung des Gebietes zwischen Saale u. Elbe. V. Das Vordringen des Deutschtums in den Donau- und Alpenländern. VI. Die deutsche Besiedelung von Böhmen, Mähren und Schlesien. VII. Brandenbuig, Pommern, Mecklenburg, Schleswig-Holstein. VIII. Die Kolonien der Hanse. IX. Die deutsche Besiedelung der baltischen Länder. X. PreussensBesiedelung. XI. Die deutscheBesiedelung Posens(Grosspolens). XU. Die Wiederbesiedelung und Wiedereindeutschung des Ostens despreussischen Staates durch dieHohen- zollern. XIII. Die deutschen Siedelungen in Russland. XIV. Zusammen fassung. XV. Die Wiederaufnahme der Siedelungstätigkeit am Ende des 19. Jahrhunderts. XVI. Die Lage in den Ostmarken. XVII. Folgerungen und Forderungen. XV1I1. Neue deutsche Alilitärgrenzen. I. Band, 3. Heft: Deutsche Grenzpolitik. 175 Seiten gr. 8 . Preis geheftet Mk. 3. , gebunden Alk. 4. . INHALT von Heft3: I. Die natürlichen, geschichtlichen und künftigen Grenzen Deutschlands. II. Die Westgrenze. III. Die Nordgrenze. IV. Die Ostgrenze. V. Die Südgrenze. VI. Oesterreich-Ungarn als deutsches Grenzland. VII. Das grössere Deutschland. I. Band, 4. Heft: Die Znkunft des Deutschen Volkstums. 200 Seiten gr. 8 . Preis geheftet Alk. 3. , gebunden Mk. 4. . INHALT von Heft 4: I. Alasse. II. Rasse. III. Gesundheit. IV. Stadt und Land. V. Wehrkraft. VI. Erziehung. VII. Kultur. VIII. Organisation. Mit Belt 4 liegt der erste Band vollständig vor. Preis in Leinwand gcb.Mk.14. Das Werk erscheint in zwangloser Weise. Die Hefte, bei denen jeder Bogen mit 30 Pfg. berechnet wird, kosten im Durchschnitt 3 Mk. Jedes Heft bildet ein für sich abge schlossenes Werk, das auch einzeln käuflich i6t. Jedem der drei Bände wird ein ausführ liches Namens- und Sachregister beigegeben. . r Jährlich sollen wenigstens 2 Helte zur Ausgabe kommen, so sichfmp Anschaffungs kosten etwa 30 Mark) auf eine Reihe von Jahren verteilen. J Die Hefte des ersten Bandes werden gerne zur EinsichtEtftfrnqf $£sandt. In jeder besseren Buchhandlung sind sie vorrätig.30087715Die NegersSeele und Oie Deutsdien in flfritia m Sin Kampf gegen Ulissionen, Slfflldikeifs-Fanatismus und Bürokratie uom Standpunkt moderner Psychologie.
