Kleine Hermannsburger Missionsschriften Nr. Die Herrmannsburger Mission im Weltkriege 2. Auf den Missionsfeldern Von v. G. Haeeins W Hermannsburg 1920 Druck und Verlag der MissionshandlungVerlag der Misfionshandlung, Hermannsburg i. Hann Hannoversche MWonzgeschichte. Von Missionsdirektor O. tlreol. G. KarrittS. Band 1. Von der Pflanzung der christlichen Kirche in Frieslaud und Sachsen bis zur Entstehung der Hermannsburger Mission. 2. verbesserte it. vermehrte Ausl. 419 Seiten. Geb. 9, . Band 2. Die Geschichte der Hrrmannsburger Mission von 1849 bis zu Louis Harms Tode. 2. verbesseite und vermehrte Aufl. 640 Seiten. Geb. 12, . Band 3. Erste Hälfte. Die Geschichte der Hermannsburger Mission von 1865 bis zur Gegenwart. 552 Seiten. Geb. 12, . Band 3. Zweite Hälfte. Die Geschichte der Hermannsburger Mission von 1865 bis zur Gegenwart. 616 Seiten. Geb. 15, . Wir freuen uns, das Erscheinen des lange erwarteten letzten Bandes der Hannoverschen Missionsgeschichte" anzcigen zu können. Mit diesem Bande gelangt ein Werk zum Abschluß, das als Ergebnis jahrelanger mühevoller Forschung, überaus geschickten Sichtens und Zusammentragens als ein Stück des Lebensarbeit des Direktors der Hermannsburger Mission bezeichnet werden kann. Die obige Inhaltsangabe gibt nur einen unvoll kommenen Begriff von der überaus großen Reichhaltigkeit des in diesen 4 Bänden gebotenen Stoffes. Dabei findet der Leser nicht nur die Geschichte der Entstehung und Entwicklung des Missionswesens im Hannoverlande, sondern auch der angrenzenden Gebiete Schaumbnrg-Lippe, Oldenburg, Bremen und Braunschweig ausführlich behandelt. So ist ein Werk entstanden, welches das Missionsleben nahezu ganz Niedersachsens von seinen Anfängen an bis zur Gegenwart verfolgt und somit ein Stück heimatlicher Kirchengeschichte bietet, wie wir sie sonst nicht besitzen. Welch hohe Bedeutung der Hannoverschen Missionsgeschichte" bei gemessen wird, zeigen die Besprechungen in theologischen und Sonntags blättern, von denen wir einige im Auszuge folgen lassen. Nur ein gründlicher Kenner der heimatlichen Geschichte wie des Missionslebens in den Heidenländern konnte ein solches Buch schreiben." (Stader Sonntagsblatt.) Es ist eine wertvolle Missionsfundgrube, denn es ist wohl das erste Mal. daß versucht worden ist, das Missionsleben einer einzelnen Provinz von ihren ersten Anfängen an geschichtlich darzustellen; der Versuch ist in hohem Maße gelungen." (Schlesw.-Holst. Sonntagsblatt.) Treue Sammlung reichen geschichtlichem Stoffes und sympathische Darbietung in lichtvoller Daistellung mit nüchtern-liebevollem Urteil." (Jahrb. d. Sächs. Missionskonferenz.)Die HemMnsburger Pffion im MellKriege. 2. Äuf den Miffionsfeldern. Die Behandlung, welche die gesamte deutsche Mission im Auslande erleiden mußte, erregte die Missionsgesell schaften und die Missionsgemeinde in der Heimat auf das tiefste, und diese nahm an den Leiden der Missionare, die ver leumdet und zum großen Teil gefangen gesetzt und aus ihren Arbeitsgebieten ausgewiesen wurden, den innigsten Anteil. Der Ausschuß der deutschen Missionen, die Evangelische Missions hülfe, evangelische Professoren der Missionswissenschaft, wie O. Richter in Berlin, D. Haußleiter in Halle, D. Warneck in Bethel, D. Mirbt in Göttingen und andere hervorragende Missionsmänner hielten vertrauliche und öffentliche Konferenzen zur Beratung über die schwebenden Fragen der deutschen Missionen, an denen auch die Leitung der Herrnannsburger Mission sich beteiligte. Man suchte vor allem ein gemeinsames Handeln zu erreichen und die Übernationalität der Mission zu retten. Denn durch das Vorgehen der feindlichen Nationen war diese auf das äußerste gefährdet. Man suchte zunächst mit den kirchlichen und Missionskreisen in den neutralen Ländern Fühlung zu gewinnen und durch diese auf die Missionsgesell schaften der feindlichen Mächte einzuwirken. Die auf der Welt- Missionskonferenz zu Edinburg im Jahre 1910 scheinbar ge wonnene Einigkeit der gesamten evangelischen Missionen der Welt war völlig zerrissen und auch der Fortsetzungsausschuß der selben hatte leider versagt. Der nationale Chauvinismus hatte die Übernationalität der Mission auf das schwerste geschädigt. Kleine Hermannöburger Misfion.-schriften Nr. 68. 12 Die deutschen Mitglieder konnten demselben nicht mehr an gehören. Das gerade Gegenteil von dem, was man in Edinburg erstrebte und rühmte, war eingetreten; und nicht nur die deutsche, die gesanite evangelische Mission der Welt war in einer verhängnisvollen Lage, welche das Schlimmste befürchten ließ. Ohne der Würde der deutschen Mission etwas zu ver geben, suchte man mit großer Geduld Fühlung und Verständnis zu gewinnen und fand dabei besonders in Schweden und in Amerika Entgegenkommen und Unterstützung, so daß nach dem Kriege langsam eine Klärung und Besserung der Lage eintrat. Aber in den feindlichen Ländern, namentlich in England und Frankreich, stieß man auf harten Widerstand. Erfreulich war dabei die Einmütigkeit der deutschen Missionen und die all gemeine Erfahrung, daß die Missionsgemeinde überall in herz licher Teilnahme zu ihren Missionsgesellschaften hielt. Am schwersten war die deutsche Mission in den britischen und in den deutschen Kolonien betroffen. In Indien wurden die Missionare bald nach Ausbruch des Krieges in Gefangenschaft abgeführt. Von unfern Missionaren ließ man Wittmann, welcher die amerikanische Station Kodur innehatte, zunächst dort. Maneke, der auf der ebenfalls amerikanischen Station Puttur angestellt war, und Wickert, den Leiter der Hochschule in Tirupati, ließ man nach kurzer Haft gegen Ausstellung eines eidlichen Reverses auf ihre Stationen zurückkehren. Nur Scriba, der britischer Untertan war, blieb unangetastet. Die Missionare Lindner, Langholf und Weber wurden Ende November in die Festung Ma dras und von da in das Gefangenenlager zu Ahmednagar überführt. Sup. Rohwer und die älteren Brüder Kothe und Petersen entließ man nach vorübergehender Gefangen schaft in Madras nach Kodaikanal, wo sie in beschränkter Haft waren; auf ihre Stationen durften sie nicht zurückkehren. Kothe ist dort seinen Leiden erlegen und am 7. Juni 1915 entschlafen. Die Gefangenschaft in Ahmednagar war eine harte. Die Unterbringung in Zelten und Wellblechbaracken war fürdie Gesundheit gefährlich und die Verpflegung war ungenügend. Dazu wurden sie wie Verbrecher behandelt, und das Leben in dem heißen Lager hinter dem Stacheldraht bedrückte die Gemüter schwer. Auch war das Zusammenleben mit Leidensgenossen allerlei Art, unter denen leider viele rohe unchristliche Leute waren, nicht leicht. Doch waren auch etliche Gleichgesinnte unter ihnen, und besonders hielten unsere Brüder Gemeinschaft mit den übrigen gefangenen Missionaren. Schwer war auch der Mangel an Arbeit und Beschäftigung zu ertragen. Aber sie suchten und fanden Trost und Stärkung durch Gottesdienste und Vorträge, welche sie abwechselnd hielten. Ende 1915 und im Frühjahr 1916 wurden sie auf dem alten englischen Dampfschiff, der berüchtigten Golconda", um Südafrika herum über Holland nach Deutschland zurückgeschickt. Den größten Teil ihrer Habe mußten sie in Indien lassen. Die erste Schar, die meist aus Frauen und Kindern bestand, verließ Indien am 23. November 1915 und kam ungenügend bekleidet mitten im kalten Winter am 13. Januar 1916 in der Heimat an. Die übrigen Missionare wurden Ende März 1916 in Madras eingeschifft und trafen am 18. Juni 1916 in Hermannsburg ein. Hier kamen die so lange getrennten Familien wieder zusammen; denn in Indien war ihnen das erbetene Wiedersehen abgeschlagen. Mit herzlicher Teilnahme wurden sie von uns und der Missionsgemeinde ausgenommen. Es galt nun sobald wie möglich Unterkunft und Arbeit und vor allem eine Anstellung für die Missionare zu finden, besonders für diejenigen, die noch militärpflichtig waren, und von denen namentlich die, welche seinerzeit versprochen hatten, nichts gegen England und seine Allierten unternehmen zu wollen, sich in einer gefährlichen Lage befanden. Dieses Versprechen hatten sie freilich nur unter der Voraussetzung gegeben, in Indien in ihrem Beruf bleiben zu dürfen. Somit war es durch die Ausweisung eigentlich hinfällig geworden. Aber es bedrückte doch ihr Gewissen, und im Falle der Gefangennahme oder bei der Frage ihrer demnächstigen Rückkehr nach Indien,4 ouf die sie hofften, konnte die aktive Teilnahme am Kriege verhängnisvoll für sie werden. Deshalb suchten wir für sie eine Anstellung im Kirchendienst, bei dem sie von einer Kirchen- behörde reklamiert und dadurch vom Kriegsdienst befreit werden konnten. Und Gott gab Gnade, daß es gelang. Miss. Lindner erhielt in seiner heimatlichen Landeskirche in Bayern eine Pfarrei, da er derselben schon früher gedient hatte und in ihr ordiniert worden war. Und die Brüder Maneke, Langholf, Schirge und Wickert wurden in der bayrischen Landeskirche als Pfarrvikare angestellt. Weber kehrte in sein Heimatland Elsaß zurück und erhielt dort eine Pfarrstelle in Hirschland. Jin Elsaß hatte auch Miss. Harms in der Protestgemeinde Plobs- heim, deren Pfarrer in einem Lazarett in Straßburg angestellt war, Beruf und Stellung gefunden, bis er leider Ende 1919 als Reichsdeutscher durch die französische Regierung ausgewiesen wurde. Die übrigen indischen Missionare behielten wir in Hermannsburg, wo sie der Missionsanstalt und der Christinn- schule dienten. Besonders s^wer war das Schicksal Superin tendent Rohwers, dessen Familie in Natal bei seiner früheren Gemeinde geblieben war und dem die Rückkehr zu derselben, obschon er auf der Golconda" Südafrika berührte, in rück sichtsloser Weise abgeschlagen wurde. Die Gemeinden in Indien waren somit bis auf die einzige Station Kodur verwaist und waren allein auf die eingeborenen Pastoren und Katecheten angewiesen, von denen die meisten, besonders der Pastor Punitudu, durch regelmäßige Abhaltung der Gottesdienste und durch treue Seelsorge sich der Gemeinden gewissenhaft und treu annahmen. Aber doch erlitt das christ liche und kirchliche Leben einen schweren Schaden. Jene waren nicht erfahren, nicht tüchtig und nicht selbständig genug und waren den Anforderungen und Anfechtungen nicht gewachsen. Und die Gemeinden waren unreif und unbefestigt. So sind wie die Gebäude auf den meisten Stationen auch die Ge meinden vielfach zerfallen. Manche schwache Christen sind ins Heidentum zurückgegangen, viele sind gleichgültig und unkirchlichgeworden. Der Kern aber hat sich bewährt und ist dem HErrn und der Kirche treu geblieben. Dieser großen Kirchennot suchte die Ohio-Synode durch Aussendung des schon vor deni Kriege dafür bestimmten Pastors Pflueger, der bereits auf dein Wege dorthin sich in Her mannsburg aufhielt, im Kriege jedoch nach Amerika zurück gekehrt war, nach Indien abzuhelfen und ordnete ihn mit einem jungen Missionar Schmidt dorthin ab. Sie sind auch bis Ceylon gekommen, wurden aber nicht nach Indien herein gelassen, weil sie deutscher Abstammung waren. Alle Gesuche bis zum Präsidenten der Vereinigten Staaten, ihnen Einlaß zu verschaffen, waren vergeblich. Sie mußten unverrichteter Sache nach Amerika zurückkehren. So blieb Missionar Scriba allein in Indien. Die Ver waltung und Leitung der Mission wurde ihm bald entzogen, er mußte das Hermannsburger Missionsgebiet und seine Station verlassen und nach dem amerikanischen Kodur überficdeln. Seine Frau nahm die Mädchenschule von Gudur mit dorthin, so daß sie diese, ob auch in beschränkter Weise, im Betrieb er halten konnten. Die Verwaltung der Hermannsburger Stationen wurde von der Regierung übernommen. Sie teilte das Gebiet in fünf Bezirke und übertrug dieselben verschiedenen nichtdeutschen Missionsgescllschaften, unter denen nicht nur die amerikanische lutherische von Guntur, sondern auch Baptisten, Wesleyaner und Presbyterianer waren. Dadurch wurde der lutherische Charakter der Mission gefährdet. Doch beschränkte sie die Auf sicht meistens auf die Schularbeit. Die Heidenpredigt hörte auf, Gottesdienste wurden nur für die Gemeinden auf den Stationen gehalten. Allmählich zogen jene nichtlutherischen Gesellschaften sich zurück und übertrugen ihren Anteil an der Missionsarbeit dem Vertreter der lutherischen Guntur-Mission. Als solcher war anfangs Missionar Mc. Ca ule y und nachher Missionar Burger eingesetzt, der im Oktober 1918 nach Tirupati übersiedelte und von da aus das Gebiet bereiste und6 Verwaltete. Doch besteht jenes Komitee noch fort. Es ist schmerzlich, aber auch begreiflich, daß die Missionsarbeit nur ungenügend betrieben und geleitet werden konnte und Schaden litt. Der Eintritt der lutherischen Ohio-Shnode, die am 15. Februar 1920 nach langem Warten und unermüdlichen Verhandlungen endlich vier Missionare und Missionarinnen, den Pastor Wilch und Pastor Nicholsen mit Frau und Schwester, nach Indien abordnen konnte, gab uns die Gewähr, daß unsere dortige Mission für die lutherische Kirche mit Gottes Hülfe er halten werden wird; und das ist für uns die Hauptsache. Jenen sollten im Laufe des Jahres weitere Aussendungen folgen. Die Hermannsburger Mission in Südafrika befand sich in erfreulicher Entwicklung. Der Verfasser hatte sie kurz vor dem Kriege in ihrer Blüte gesehen. Ende Juli 1912 war ich mit meiner Frau nach Südafrika gereist. Wir besuchten bis Ende April 1913 außer Ehlomohlomo in Sululand und Melorane und Limao in der Betschuanenmission sämtliche Missionsstationen sowie die mit unserer Mission verbundenen deutschen lutherischen Gemeinden und feierten mit ihnen die Gottesdienste und Mis sionsfeste. Ich hielt Konferenzen mit den Brüdern und Ver sammlungen mit den Gemeinden, verhandelte mit ihnen über die wichtigsten Missionsfragen und lernte die Missionsarbeit nach einer Zwischenzeit von 25 Jahren seit meiner ersten afri kanischen Visitationsreise wieder gründlich kennen. Besonders bedeutungsvoll war dabei die persönliche Aussprache mit Direktor Harms, uni so mehr, als bald danach die Verbindung zwischen uns durch den Ausbruch des Weltkrieges abgeschnitten wurde, wir nach Gottes unausforschlichem Ratschluß uns nicht Wieder sehen sollten und nach seinem Heimgang die Leitung auch der afrikanischen Mission auf mich überging. Und die Befestigung der Gemeinschaft und des Vertrauens-Verhältnisses zwischen den afrikanischen Missionaren und Gemeinden und mir war um so mehr eine gnädige göttliche Fügung, als bereits im Jahre nachher der Völkerkrieg ausbrach. Durch diesen hat auch unsere afrikanische Mission eine schwere Erschütterung und Einschränkung7 erfahren, konnte aber im wesentlichen im Betriebe erhalten werden. Anfangs wurden Direktor Harms und die Missionare Asmus, Pohle, Kehser, Brunkhorst, Küsel, Köhler, Dening und Schmädeke aus der Sulumission, Superintendent Behrens und die Missionare Meher. Niebuhr, Mahnke und Kistner aus der Betschuanenmission im Gefangenenlager zu Pieterrnaritzburg interniert. Alle unsere Brüder hatten sich von der Politik völlig ferngehalten. Es wurden auch keine Gründe für ihre Gefangennahme angegeben; nur Niebuhr war es als Schuld angerechnet, baß er einen kranken Deutschen in sein Haus ausgenommen und verpflegt hatte. Direktor Harms wurde nach einigen Wochen freigelassen, die anderen erst nach langen Monaten. Sie durften außer Brunkhorst und Schmädeke auf ihre Stationen zurückkehren, durften aber wie alle Missionare ihr Gebiet nicht bereisen und waren in ihrer Arbeit beschränkt. Nur Kistner erlangte die Freiheit nicht und mußte bis zum Juni 1919 in der Gefangenschaft aushalten, welche durch die Entbehrung und die Behandlung hart und schwer war. Er hat im Lager den Mitgefangenen durch Gottesdienste mit Pre digt und Unterricht und durch Seelsorge treulich gedient. Die Ursache seiner 4Vs Jahre langen Gefangenschaft war keine andere als die, daß seine Station nicht wie die übrigen im Gebiet der Burenstaaten, sondern in dem unter der englischen Regierung in London stehenden britischen Betschuanaland liegt; und diese lehnte seine Freilassung ab. Die gesamte Vermögensverwaltung wurde der Mission genommen. Anfangs überließ man dieselbe nach Direktor Harms Tode, der leider im Dezember 1916 starb, dem Freunde desselben und unserer Mission, Herrn Reiche, der britischer Untertan und Friedensrichter war, nahm sie aber im folgenden Jahre selber in die Hände und übertrug sie ihren Beamten. Alle Einkünfte der Stationen mußten an sie eingesandt werden und diese durften nur den Gehalt der Missionare und Witwen davon auszahlen, was regelmäßig geschehen ist; für den Mis sionsbetrieb aber, für die Bauten, für die Seminare und Schulen8 durften keine Mittel verwandt werden. Nach dem tz 438 des Friedens von Versailles wurde ein board of trustees, ein so genannter Treuhänderat gebildet, der für unsere Mission günstig zusammengesetzt wurde, da die Regierung unsere Superinten denten Wiese in Natal und Jensen in Transvaal und einen Deutschen, der britischer Untertan und Senator im süd afrikanischen Parlament ist, Herrn Sangmeister in Natal, in denselben berief. Und schließlich ist das Vermögen der Mission und dessen Verwaltung wie die Rechnungsführung unserer gesamten Mission unserm Sup. Wiese übertragen. Die kirchliche Leitung unserer Mission lag in den Händen der drei Superintendenten, der beiden genannten Brüder Wiese und Jensen und des Superintendenten Behrens in Transvaal, welche dieselbe nach den alten Grundsätzen und der Missions ordnung vorsichtig und weise ausführten. So konnte unsere afrikanische Mission ungehenunt im Gange erhalten werden. Nur litten die Missionare sehr durch die Isolierung, da sie zu Konferenzen nicht zusammenkommen durften und jeder einsam und auf sich selbst gestellt war, und durch die Verleumdung und Verhetzung in den Landeszeitungen, die sogar in die Blätter der Eingeborenen überging. Dadurch suchten die englischen Kreise diese gegen die deutschen Missionare aufzu reizen. Auch englische Geistliche und Missionare haben sich daran beteiligt und versuchten unsere Christen abwendig zu machen. Es ist hocherfreulich, daß in solcher Lage unsere Mission im wesentlichen keinen Schaden erlitt, daß sie sich im ganzen ruhig entwickeln konnte, ja sogar gefördert ist. So ist die Zahl der Gemeindeglieder in der Sulumission von 12867 auf 16325 angewachsen und auch in der Betschuanenmission von 61230 auf mehr als 70000 gestiegen. Die eingeborenen Gehülfen befanden sich zum großen Teil in einer schwierigen Lage, da sie für ihre Versorgung allein auf die Gemeinden angewiesen waren, und diese ihre Ver pflichtung nicht überall erkannten und erfüllten. Die meisten der Gehülfen sind trotzdem treu in ihrer Arbeit geblieben.9 Missionar von Fintel in Empangweni gab den seinigen das Zeugnis, daß sie während der Trübsalszeit, als alles, was deutsche Mission hieß, voller Verachtung war, sich furchtlos zu uns bekannten und uneigennützig ihren Dienst versahen. Nie mals hörte rnan sie klagen oder um Unterstützung bitten. Sie haben mit uns gekämpft, geglaubt und gearbeitet wie treue Gesellen und Genossen." Nur vereinzelt haben sie sich andere Arbeit und Verdienst gesucht. Jene erfreuliche Erfahrung gab unfern Missionaren Freudigkeit, in der Betschuanenmission am Sonntag Estomihi 1919 in Linokana drei und in der Sulu mission am 11. Juli 1920 vier seit längerer Zeit für das Predigtamt vorbereitete bewährte Lehrer für dasselbe zu ordi nieren. Dadurch erhielten die Missionare, deren Zahl durch Todesfälle und Pensionierung alter Brüder beschränkt war, für die kein Ersatz durch junge Missionare hinausgesandt werden konnte. Hülfe in der Heidenpredigt und in der Versorgung der Gemeinden. Auch die letzteren sind trotz der großen Versuchung, welche über die gesamte Mission erging, im wesentlichen treu geblieben. Diese Versuchung ging weniger von dem alten Heidentum als von den zucht- und sittenlosen Kreisen der Städte und der Goldfelder und von der Agitation der englischen Sekten und der Hochkirche äus, welche die deutschen Missionare ver leumdeten und verdächtigten. Um so erfreulicher war es, daß Superintendent Behrens in Ebenezer berichten konnte: Es ist ein Wunder, daß unsere Arbeit hier diese Stürme über standen hat. Obgleich die Wogen von allen Seiten anprallten, ging doch unsere Arbeit in der alten Weise weiter. Nicht ein einziges Mal ist es vorgekommen, daß von der Gemeinde aus irgend welche Unruhe oder Schwierigkeit gemacht wurde hinsichtlich der politischen Lage. Freilich das geistliche Leben hat doch sehr darunter gelitten." So klagen die Missionare über den schweren Geisteskamps, der in und nach dem Kriege die Gemeinden aufrege und bewege". Dabei betonen sie, daß der früher so verderbliche Einfluß der sogenannten äthiopischen Kirche schwächer geworden ist. Missionar Wenhold in Kana10 verglich die gegenwärtige Lage mit der in der Zeit des Buren krieges und schrieb: Die Arbeit in der Gemeinde ist in allen diesen Jahren durch nichts gehindert, nicht einnial durch Ein wirkungen, wie wir sie im Burenkriege erlebten. Damals kam ein anderer Geist in die Gemeinden, der die Arbeit sehr er schwerte. Durch allerlei Versprechungen seitens der Engländer waren große Hoffnungen, besonders auf soziale Gleichstellung mit den Weißen in ihnen erweckt, die einen Geist der Auf lehnung gegen die übrige weiße Bevölkerung hervorriefen. Diese Hoffnungen sind nicht erfüllt; und nun nahmen sie in diesem Kriege allen ähnlichen Versprechungen mißtrauend eine abwartende Haltung ein. Man hat die Deutschen sowohl wie die deutschen Missionare bei den Schwarzen verleumdet und schwarz gemacht. Und dennoch haben unsere Gemeinden sich treu zur lutherischen Kirche und zur Hermannsburger Mission gehalten. Bei vielen Gemeindegliedern hat sich gerade dadurch das Band mit unserer Kirche und Mission noch fester geknüpft. Ich möchte behaupten, daß sogar der Äthiopisnius weniger Erfolge gehabt hat als vorher." Es ist nicht zu verwundern, daß trotzdem viel Spreu abgefallen ist. Aber der Kern der Gemeinden ist überall treu geblieben und hat sich bewährt. Ja, wir haben die erfreuliche Erfahrung gemacht, daß von weither aus dem inneren Gebiete Afrikas versprengte Herero- Christen, welche bei dortigen englischen Missionen nicht fanden, was sie suchten, zu unfern Missionaren gekommen sind und um Anschluß an unsere Mission baten. Die Rheinische Mission in Deutsch-Südwest-Afrika, woher jene Herero stammen, ist satzungsgemäß lutherisch. So waren sie nach dem lutherischen Katechismus unterrichtet, und vermißten bei jenen die lutherische Lehre und Taufe. 16 Jahre lang haben sie nach ihrer Wan derung im fremden Lande ihre Treue bewahrt und ohne Missionare sich selbst geholfen. Nun haben unser Superin tendent Jensen und Missionar Wenhold eine Kundschaftsreise zu ihnen gemacht, haben Gottesdienste bei ihnen gehalten, 50 Heiden, die von ihrem eingeborenen Lehrer vorbereitet11 waren, und viele Kinder getauft und haben mit ihnen über den Anschluß an unsere Mission verhandelt. Die Rheinische Mission hatte sich seinerzeit an die in dem Ngami-Gebiet, in das jene Herero verzogen find, arbeitende Londoner Mission mit der Bitte gewandt, sich ihrer anzunehmen. Diese hat das auch versucht, ist aber zu der Überzeugung gekommen, daß eine lutherische Mission die Arbeit übernehmen müsse. Und nun hat sie bereits und ebenso die Leitung der Rheinischen Mission in Barmen wie in Südafrika ihre Zustimmung dazu gegeben, daß wir jene treuen afrikanischen Christen an unsere Betschuanen- niission anschließen. Somit tut sich uns, wo andere Tore ge schlossen sind, in dieser dunklen Zeit ein neues Arbeitsfeld auf. Das ist ein Lichtblick durch Gottes Gnade. Für unsere Missionsarbeit bedürfen wir aus allen diesen Gründen vermehrter Arbeitskräfte und eines tüchtigen Standes eingeborener Lehrer. Deshalb ist es vor allem nötig, daß unsere Lehrerseminare, welche im Anfang des Krieges aus Mangel an Mitteln geschlossen werden mußten, wieder eröffnet werden, und zwar in Ehlanzeni für die Sulumission. Für die Betschuanen- mission soll es in Bethel geschehen, da die Station Bersaba mit ihrem Grundbesitz von der Regierung käuflich übernommen ist. Das Schulwesen der Mission hat während der Kriegs jahre keine Fortschritte gemacht, sondern Schaden erlitten, da der Kampf um die Schule auch in die Heidenmission einge drungen ist. Die Regierung hat der Mission die Schulen ge nommen, die Missionare ausgeschaltet, die Schulen unter staat liche Aufsicht gestellt, den Religionsunterricht verboten, will die englische Bildung im Volk verbreiten und die Schwarzen da durch anglisieren. Das konnte sie bei den Schulen, die durch den törichten Wunsch etlicher Lehrer und Gemeinden um der finanziellen Beihülfe der Regierung willen dieser unterstellt waren, erreichen, aber nicht bei den nur der Mission zuge hörigen Gemeindeschulen, die ein Grundsatz unserer Mission sind. Diese müssen wir festhälten und bei den anderen dafür kämpfen, daß der Unterricht in der Religion wie der in der12 Muttersprache gerettet wird. Ist das bei der Regierung nicht zu erreichen, so muß die Missionskirche den Religionsunterricht selber übernehmen. In gleicher Lage befinden sich die mit unserer Mission verbundenen deutschen lutherischen Gemeinden, die ebenfalls im Kanipf für die freie lutherische Schule, für den kirchlichen Religionsunterricht und für ihre deutsche Muttersprache stehen und diese als ihre höchsten Güter" ansehen, die sie ihren Kin dern mit Treue und Opferwilligkeit bewahren" möchten. In ihrem Kirchenwesen sind sie jedoch ungefährdet geblieben und konnten dasselbe, trotzdem auch sie als Deutsche viel Schmach erleiden mußten, in Ruhe und Treue Pfiegeu und erbauen. Verhängnisvoll war der Krieg für den Anfang einer Mission in den deutschen Kolonien, den wir im Jahre 1913 beschlossen hatten. Die Stimmung für eine solche hatte in unserer Missionsgemeinde zugenommen. Wir hatten bereits 1897 durch die Erbschaft des Pastors Linde mann in Börstel einen Fonds dafür bekommen, hatten stets wachsende Gaben dafür erhalten und im Jubiläumsjahr des Kaisers einen Anteil an der Nationalspende, so daß wir 102187 Mark dafür zur Verfügung hatten. So drängte die Entwickelung auch zur Tat. Meine Verhandlungen im Jahre 1912 13 mit Direktor Harms und den Missionaren un serer südafrikanischen Mission, welche für die neue Mission die Basis bilden und auch einige tüchtige erfahrene Missionare ab geben mußte, waren günstig verlaufen. Die Brüdergemeine, welche in finanzieller Bedrängnis ihre Umjamwesi-Mission nicht glaubte halten zu können, trat wegen der Übernahme derselben durch unsere Mission in Verhandlungen mit uns, die jedoch nicht zur Ausführung kamen, da ihre Generalshnode in Glaubenssreudigkeit diese junge aufblühende Mission zu halten beschloß. Da wies das deutsche Kolonialamt uns auf das noch unbesetzte Makonde-Hochland im Bezirk Lindi hin, das eine Ausdehnung in das Flußgebiet des Rovuma ermöglichte. Wir hatten bereits unfern Missionar Janßen, der mit Kistner13 zusammen eine besondere Vorbildung für die neue Mission er halten hatte, nach Deutsch-Ostafrika gesandt, um Land und Leute, Sprache und Sitten zu erlernen und sich mit dem Missionsbetrieb bekannt zu machen. Er hatte gütige Aufnahme in der Betheler Mission gefunden und Ausbildung auf der Station Tanga empfangen. Da brach der Krieg aus und wurde entgegen den Bestimmungen der Kongo-Akte im Jahre 1915 von England und Frankreich in unsere Kolonien hinein getragen. Janßen, der niilitärpflichtig war, mußte in die deutsche Schutztruppe eintreten und hat ihr zuerst als Unter offizier und nach seiner Verwundung und Genesung als Sani täter gedient, bis er im November 1917 in englische Gefangen schaft geriet. Er wurde in das Gefangenenlager zu Tura in Aegypten überführt und hat dort durch Mangel und^Krankheit viel erlitten. Im Oktober 1918 wurde er, um in die Heimat entlassen zu werden, nach England gebracht und ist dort am 29. November im Lager zu Catterik der Grippe und dem Fieber erlegen. So hat Gott unfern Plan einer Mission in einer deutschen Kolonie vereitelt, und mit dem Verlust der Kolonien ist die deutsche Kolonialmission fürs erste vernichtet. Auch unsere Mission in Persien geriet durch den Krieg in große Gefahr. Die Russen hatten Nordpersien besetzt, zogen sich aber Anfang 1915 vor den Türken aus Urmia zurück. Die syrischen Christen und mit ihnen auch unsere Missionare suchten Rettung vor diesen und besonders vor den wilden Kurden in der Flucht. Die Kirche das Wohnhaus des Pastors Pera Johannes wurden zerstört und das Dorf Gogtapa wurde ge plündert und viele Christen getötet. Jaure Abraham fand in Tabris Zuflucht, Peru Johannes war in die Gegend von Tiflis geflüchtet, wo er bei Verwandten ein Unterkommen fand, Luther Pera aber kam durch Rußland über Schweden mit seiner Fa milie nach Hermannsburg und hat der Missionsgemeinde durch Berichte und Vorträge bei Missionsfesten gedient. Am 5. Juli 1914 war der Missionar Bachimont in der Kreuzkirche zu Hamburg-Barmbeck ordiniert und für die Kurden-14 misston abgeordnet. Am 13. Juli fuhr er mit den Seinen von Hamburg ab, um Konstantinopel auf dem Seeweg zu er reichen, und traf am 11. August dort ein. Inzwischen war der Krieg ausgebrochen und er wurde über Land nach Deutsch land zurückgeschickt. Da er die erforderlichen Sprachkenntnisse hatte, fand er als Prediger und Seelsorger in den großen Gefangenenlagern in Hannoverland mit dem Sitz in Soltau Beschäftigung und hat den gefangenen Franzosen und Belgiern, Engländern und Russen mit Gottes Wort und mit Rat und Tat gedient und nach ihrer Entlassung in einer freikirchlichen lutherischen Gemeinde im Elsaß eine vorübergehende Anstellung gefunden, bis im Jahre 1920 mit amerikanischer Hülfe seine Aussendung nach Persien ermöglicht wurde. Wie aber war die Lage in Persien? Als die Russen in Persien wieder vor drangen, sammelten die geflüchteten Christen, soweit sie noch am Leben waren, sich wieder. Der tatkräftige Jaure Abraham konnte seine Kirche wieder Herstellen und hat seine Arbeit trotz vieler Schwierigkeiten wieder ausgenommen und fortgesetzt. Nach dem Zusammenbruch Rußlands kamen neue schlimme Zeiten. Türkische Scharen und besonders kurdische Banden durchzogen das arme Land, plünderten, raubten und mordeten unter den Christen ungehindert. Dabei sind Tausende ums Leben gekommen, auch der Patriarch Mar Simon, ein päpst licher Legat, ein französischer und ein amerikanischer Missionar. Jaure Abraham mußte zum zweitenmal mit seiner Familie und Gemeinde fliehen und verlor dabei auf der Flucht seine Frau, die der Not und den Entbehrungen erlag. Das Elend wurde groß, viele Alte und Schwache und eine ungezählte Schar von Kindern sind dabei umgekommen, Frauen und Jungfrauen sind ins Elend verschleppt. Wer sich retten konnte, flüchtete in die Provinz Hamadan oder nach Mesopotamien und Bagdad. Diese Gebiete hatten die Engländer besetzt, die sich der Flüchtlinge an- nahmen. 15000 Christen sollen umgekommen sein. Ein Syrer schrieb: Die Wahrheit ist, daß es mit unserm Volke aus ist." Und trotzdem halten wir an der Hoffnung fest, die Arbeit wieder16 aufnehmen und fortsetzen zu können, sobald die Hinderniffe be seitigt und die Tore wieder geöffnet sind. Und die Missions gemeinde hat durch ihre zunehmende Hülfeleistung uns darin bestärkt. Diese erreichte 1919 die Höhe von 12790 Mk., wo durch die Freunde unserer persischen Mission uns ihre Bereit willigkeit erwiesen, diese schwierige und wichtige Arbeit mit getroster Zuversicht fortzusetzen. Blicken wir auf die letzten Jahre und überschauen unsere Lage, so beugen wir uns still unter Gottes Gericht, in dem wir eine gerechte Strafe erkennen, eine Züchtigung Seiner Vaterliebe, eine Erziehung zur Demut und eine Prüfung un seres Glaubens. Wenn wir das Vertrauen nicht wegwerfen und den Glauben bewahren, so wird eine Läuterung und Stär kung unseres Glaubens der Gewinn der Leiden sein, und der Glaube wird sich in der Geduld und in der Hoffnung bewähren. Diese Früchte muß die schwere Zeit der Anfechtung bringen; denn ohne sie können wir sie nicht ertragen. Es ist für uns noch immer Wartezeit. Gott hält Seinen Arm noch ausgestreckt, und unsere Wunden bluten noch immer. Unsere Augen sind gehalten, und wir sehen noch keinen Ausweg. Unsere Wider sacher, England und Frankreich, sind noch voller Feindschaft und wollen alles Deutsche ausrotten; und da, wo es gewesen und gewachsen ist, wollen sie es nicht wieder aufkommen lassen, in den deutschen Kolonien nicht und nicht in Indien. In Süd afrika konnten sie es nicht, aber sie suchen es auch dort nieder zuhalten und zu hindern. Aber wir durften dort bleiben; das ist ein Gnadenbeweis unseres HErrn, der uns zu geduldigem Aus halten und zum getrosten Weiterarbeiten berechtigt. Englands Stellung zum Frieden von Versailles und zu dem berüchtigten 8 438 desselben, welcher die Mission betrifft, beweist, daß der selbe nicht nur für unsere, sondern auch für die gesamte nicht englische Mission eine große Gefahr ist. Darüber gehen auch den Missionsmännern der neutralen Staaten die Augen auf. Die allein berechtigte Weltstellung, die Übernationalität der christlichen Heidenmission ist dadurch gefährdet. Manche hoffen16 auf den Völkerbund, der mit hohen Worten von Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden umgeben wird; aber die Religionsfreiheit und die Freiheit der Mission in der Völkerwelt wird dadurch nicht gewährleistet. Zu dieser Erkenntnis müssen mit uns und den führenden Missionsmännern der neutralen Länder erst die in England und Frankreich kommen. Es sind dort wohl einzelne Stimmen laut geworden, die das erkennen und auch aus sprechen; ihren Mut erkennen wir dankbar an. Aber bis die Volksstimmung sich geändert hat, darüber wird noch lange Zeit vergehen. Ein Verständnis für unsere Lage und für die Gefährdung der gesamten Heidenmission in der Welt ist im allgemeinen noch nicht vorhanden. Um so dankbarer sind wir für die vermittelnde Tätigkeit und Hülfe der amerikanischen kirchlichen und missionarischen Kreise von den Quäkern bis zu den Lutheranern. Letztere haben uns auch schon wesentliche Hülfe gebracht, besonders durch ihre reiche finanzielle Unter stützung. Wir haben sie durch die lutherische Ohio-Shnode, wie ich bereits dargelegt habe, und durch das National Lutheran Council erfahren. Und jetzt hat sich in Amerika ein lutherisches Missionskomitee gebildet, welches den deutschen lutherischen Missionen bei dem niedrigen Stand unsers Geldes durch einst weilige Übernahme unserer finanziellen Verpflichtungen und durch Vermittelung in tatkräftiger Weise helfen will. Das ist für uns ein Hoffnungszeichen, für das wir von Herzen dankbar sind. So ist unsere Lage wohl in vieler Hinsicht noch immer dunkel und schwer, aber sie ist nicht trostlos und nicht hoff nungslos. Und alles kommt für uns auf den Glauben an, auf den Glauben an Gottes weise und gnädige Weltregierung und an Sein Gottesreich, in welchem der HErr JEsus der König ist, auf den Glauben, daß Er unsere geliebte lutherische Kirche in Gnaden erhalten und unserer lutherischen Mission, ob sie jetzt auch einer Hinkenden gleicht, wieder freie Bahn und ihr Missionsrecht in der Völkerwelt gewähren wird.Kleine HerrnannsHrger Missionsschriften Nr. 1. Unter den Bamalete in Betschuanaland. Von G. Haccius. 20 Pfennig. 3. Eben - Ezer, eine Missionsstatio unter den Bapo. Von G. Haccius. 20 Pfennig. 4. Joseph, ein Blutzeuge Christi auf Enyezane in Sululand. Von Fr. Frühling. 20 Pfennig. 5. Der Sulukricg in Südafrika. Von H. Kück. 40 Pfennig. l4. Paul Otto Petersen. Bon 1875 1888 Missionar in Indien. Von I. Wörrlein. 20 Pfennig. 21. Peter Wilhelm Heinrich Lüchow. Von 1880 1893 Missionar in Indien. Von I. Wörrlein. 20 Pfennig. 26. Indiens Wunden und ihre Heilung. Vortrag, gehalten auf dem Missionsfest zu Hameln am 23. Juni 1901 von E. Schulz. 720 Pfennig. 30. Ein Frauenleben im Sululand. Von Chr. W. Dedekind. 40 Pfennig. 31. Ist in Indien eine besondere Frauenmisfion nötig? Von J.^Wörrlein. 20 Pfennig. 35. Lichtbilder aus dunkler Kriegszeit in Transvaal. Von G. Haccius. 20 Pfg. 36. Die Hcrmannsburger Mission in Südafrika in und nach den, Burenkriege. Von M. Wecken. 20 Pfg. 37. Friedensbilder aus unruhiger Kriegszeit in Transvaal. Von G. Haccius. 20 Pfg. 38. Chriiioph Penzhorn, Missionar und Propst in Südafrika. 1 Mk. 39. Der^Vetschuanen-Missionar Georg Behrens zu Harms- Hope in Südafrika. 40 Pfg. 40. Erfahrungen und Erlebnisse auf Predigtreisen. Von C. Scriba. -20 Pfg. 41. Aus der Drangsalszeit des südafrikanischen Lüneburg. Von H. Schulenburg. 7 20 Pfg. 43. Wie der HErr einen Starken findet und zieht. Aus dem Englischen von Th. Petersen. 20 Pfg. 45. Die asiatische Welt und die lutherische Kirche. Von K. Röbbelen. 20 Pfg. . 49. Was wollen wir für die Aussätzigen tun? Bon Missionar N. Wittmann. 20 Pfg. 50. Müden in Natal von 1859 bis 1909. Von Missionar H. Wiese. 20 Pfg. 51. Die Kandaze. Das Missionsschiff der Hermannsburger Mission. Von v. G. Haccius. 20 Pfg. (Fortsetzung auf der letzten Umschlagseite.) Verlag der Misfionshandlung, Hermannsburg i. H.Nr. 52. Empangweni. Jubiläumsbericht von Miss. W. v. Fintel. 20 Pfg. 53. Otto Heinrich Röttcher. Bon 1862 1911 Missionar in Afrika. Bon Pastor Wendebourg. 20 Pfg. 56. Die Gefangenschaft und Heimkehr unserer Indischen Missionare. Bon E. Langholf. 40 Pfennig. 57. Missionsdirektor Egmont Harms. Bon O. G. Haccius. 40 Pfennig. 58. Die Hermannsburger Mission im Weltkriege. 1. In der Heimat. Bon D. G. Haccius. 40 Pfennig. 59. Missions-Superintendent Johann Wörrlein. Bon v. G. Haccius. 20 Pfennig. 60. Die evangelische deutsche Missionsarbeit im Vergleichs mit der evangelischen Mission Englands. Von v. G. Haccius. 40 Bfennig. 61. Die evangelische Mission in den deutschen Kolonien und der Krieg. Von Fr. Raeder. 40 Pfg. 62. Treue Herero im Innern Afrikas. Bon Ferd. Jensen. 40 Pfg. 63. Die Hermannsburger Mission im Weltkriege. 2. Auf den Missionsfeldern. Bon v. G. Haccius. Die fehlenden Nummern sind vergriffen. Heideblumen. Misstonsschristen für Kinder, preis 20 1. Der Heiden Weihnachten. 2. Von kleinen und großen Schulkindern. 3. Wie die Heide lebendig wurde. 4. Wie die Heide ihre Kinder zu den Heiden schickte. 5. Peter und sein schwarzer Bruder Karl. 6. Auf der Freudenhöhe. 7. Im Lande der Dornen. 8. Aus dem Leben eines Sulumissionars. Diese kleinen Erzählungen aus den afrikanischen und indischen Missionsgebieten sind so recht geeignet. Interesse für die Mission in den weitesten Kreisen zu erwecken; der niedrige Preis der Heftchen macht sie für die Massenverbreitung besonders geeignet. Verlag der Misfionshandlung, Hermannsburg i. H. Ullssionshandlung. Hermanns bürg HannN12C105615464010Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz
