Italienische Spuren im Prenzlauer Berg
Erforsche mit uns das Little Italy Berlins! Benvenuti!
Italienische Spuren sind in Berlin überall zu finden – in der Architektur, in der Musik und Kunst, aber auch in individuellen und ganz persönlichen Geschichten von Migration und Alltag.
Die Staatsbibliothek zu Berlin begibt sich auf Spurensuche: Wie lebten Menschen mit italienischen Wurzeln in Berlin? Welche Orte prägten ihren Alltag? Welche Spuren haben sie hinterlassen? Im Citizen-Science-Projekt „Italien in Berlin“ erforschen wir die Geschichte italienischer Einwanderinnen und Einwanderer in der Hauptstadt und machen ihre Geschichten sichtbar. Dafür brauchen wir Dich — Deine Ideen, Deine Neugier und vielleicht auch Deinen inneren Detektiv.
In Kooperation mit:
Worum geht es in diesem Projekt?
Der Schwerpunkt liegt in der ersten Phase auf dem damaligen „Little Italy“ im Prenzlauer Berg. Ab etwa 1870 entstand zwischen Pappelallee, Schönhauser und Buchholzer Straße eine kleine italienische Welt inmitten des Berliner Arbeiterbezirks. In der entstehenden Kolonie siedelten sich durch Kettenmigration besonders viele italienische Bauarbeiter an (Terrazzoarbeiter, Gipshersteller, Stuckateure etc.). Auch italienische Wanderarbeiter, Straßenmusiker und Tierdompteure wohnten in der Kolonie. Mit den Menschen kamen auch der Espresso, Gelato und die wunderbare italienische Gastfreundschaft, die zunächst Landsleute und später auch ein nicht-italienisches Publikum anzogen. 1877 wurde in diesem quirligen Straßendreieck eine erfolgreiche Drehorgelfabrik gegründet, deren Tradition Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Brüder Bacigalupo fortgesetzt wurde.
Doch die Geschichte reicht weit über dieses Viertel hinaus. In einem weiteren, sich nach Abschluss der ersten Phase anschließenden Teilprojekt wollen wir das vielschichtige Bild Italiens in Berlin erweitern und die vielen anderen Zeugnisse italienischer Prägungen in der Kultur, in der Gesellschaft und im Berliner Stadtleben erforschen.
Wie kannst du mitforschen?
In diesem Projekt bist Du nicht nur Zuschauer:in – Du forschst selbst als Citizen Scientist.
Du kannst klassische Forschungsarbeit kennenlernen und mitgestalten, indem Du in Bibliotheken und Archiven recherchierst, historische Texte, Fotos und Dokumente sichtest, ggf. digitalisierst und dabei hilfst, bisher verborgene Spuren sichtbar zu machen. Dabei lernst Du, wie wissenschaftliches Arbeiten funktioniert – praxisnah und ohne Vorkenntnisse.
Oder aber Du führst Interviews mit Expert:innen oder Nachfahren der italienischen Einwanderer, entwickelst einen digitalen Stadtplan oder gestaltest eine Stadtführung. An spannenden Blogbeiträgen, der Produktion eines Podcasts oder der Gestaltung einer virtuelle Ausstellung kannst Du ebenfalls mitwirken.
Bist Du besonders digitalaffin, interessiert es Dich vielleicht, historische Berliner Adressbücher erneut zu digitalisieren bzw. über OCR zu erfassen, um sie im Anschluss über KI auswertbar zu machen und nach italienischen Familiennamen, Gewerben und Geschäften zu durchforsten.
Ob analog oder digital, mit Laptop oder Notizbuch, regelmäßig oder punktuell – Du bestimmst selbst, wie Du Dich einbringst.
Dich erwarten eine Zusammenarbeit in kleinen, unterstützenden Arbeitsgruppen, der Austausch zwischen unterschiedlichen Generationen und Perspektiven, Einblick in Forschung, Kultur und digitale Methoden und die Möglichkeit, aktiv zu einem öffentlichen Projekt beizutragen.
Wer kann teilnehmen?
Alle, die neugierig sind, gern forschen und Lust haben, Neues zu entdecken: Egal ob Archivprofi, Geschichtsnerd, Italienbegeisterte:r oder einfach Fan von Gelato und verborgenen Geschichten – mit Interesse an Berlin, Geschichte, italienischer Kultur oder digitalen Methoden bist Du bei uns richtig. Es gibt passende Aufgaben für unterschiedliche Interessen und Erfahrungen, für Jung und Alt, Einsteiger:innen und Erfahrene, für Menschen mit und ohne italienische Wurzeln.
Wichtig ist vor allem eins: die Bereitschaft, sich einzubringen und gemeinsam mit anderen Neues zu entdecken.
Wir freuen uns auf Dich!
Benvenute anche le persone con radici italiane!
Was passiert mit den Ergebnissen?
Was Du im Projekt entdeckst, verschwindet nicht in der Schublade, sondern findet seinen Platz auf der digitalen Piazza dieses Projekts.
Aus den Recherchen entsteht Schritt für Schritt eine interaktive Karte von Berlin. Schauplätze italienischen Lebens werden dort verortet, beschrieben und mit Quellen und Bildern ergänzt. So wächst ein digitaler Stadtplan, der Geschichte direkt erlebbar macht.
Auf dieser Grundlage entwickeln wir außerdem analoge und digitale Stadtrundgänge, die einzelne Themen lebendig machen – zum Beispiel Baugewerbe, Musik oder Gastronomie. Diese Rundgänge können perspektivisch auch in bestehende, bereits weit verbreitete Apps integriert werden und stehen so einem breiten Publikum zur Verfügung.
Ein Teil der Ergebnisse fließt auch in eine digitale Ausstellung ein, die über die Webseite der Staatsbibliothek jederzeit abrufbar sein wird.
So werden die Ergebnisse des Projekts dauerhaft zugänglich gemacht und können von Interessierten auch in Zukunft entdeckt, erforscht und weiterentwickelt werden. Die Geschichte geht weiter – la storia continua.
Hast Du Interesse mitzuwirken?
Das erste Teilprojekt „Italienische Spuren im Prenzlauer Berg“ startet im Herbst 2026. Wir freuen uns sehr, wenn Du Dich jetzt schon bei uns meldest.
Was kannst Du tun:
- Schreib uns eine E-Mail (mitforschen@sbb.spk-berlin.de) und erzähle uns, wie wir Dich erreichen können.
- Abonniere unseren Newsletter der Wissenswerkstatt (dieser erscheint einmal im Monat und informiert über alle anstehenden Workshops).
Wir informieren Dich rechtzeitig, wann der erste Workshop zu „Italien in Berlin“ stattfindet. In diesem Workshop lernst Du das Orga-Team kennen und erfährst alles über unser Projekt! Wir stellen Dir dann konkret vor, welche Möglichkeiten der Mitarbeit es gibt und sind auch auf Deine Ideen gespannt. Wir freuen uns auf Dich!
In Kooperation mit:



